Inhaltsverzeichnis
Einleitung. 2
1 Surrealismus: Erläuterung, Formen, Anwendungsbereiche. 3
2 Surrealismus in David Lynchs Filmen. 5
Eraserhead 6
Blue Velvet. 7
Lost Highway 8
Inland Empire. 9
Schluss 11
Literaturverzeichniss 12
Einleitung
„[…] Und zu den Menschenrechten gehörte für die Surrealisten das Ergründen der düsteren Abgründe ebenso wie die Freiheit des Geistes und der Empfindungen, ja die Veränderung des Menschen.“ 1
So kann man die surrealistische Art in David Lynchs Filmen beschreiben. Doch um die surrealen Stilmittel in seinen Welten zu entdecken und zu verstehen, muss man vorerst frühe Werke und Arten dieser Epoche analysieren, um einen genauen Bezug herstellen zu können. „Nähern kann man sich dem Surrealismus auf mannigfache Weise. Man kann sein eigentliches Wesen auszumachen suchen oder den Zeitpunkt, zu dem sein Wirken einsetzt. Man kann ihn im Hinblick auf das untersuchen, was seither an dichterischen Bemühungen entstanden ist.“ 2 Der Ursprung dieser Kunstart liegt nämlich nicht im Film, sondern entwickelte und manifestierte sich in Lyrik und Malerei. In dieser Hausarbeit sollen, durch Bezüge zu den frühen surrealistischen Künstlern und ihrem sehr eigenwilligen Stil, die verschiedenen Welten, in die David Lynch seine Zuschauer leitet, analysiert und erklärt werden. Dabei soll auch die Frage geklärt werden, wie und wann er sich gewisser Stilmittel dieser Epoche bedient und ob er, auch eigene surrealistische Mittel kreiert und verwendet hat. Die Filme „Eraserhead“, „Blue Velvet“, „Lost Highway“ und „Inland Empire“ dienen als passende Grundlange für eine Untersuchung von David Lynchs Stil, da sie zahlreiche surrealistische Stilmitteln aufweisen. "Was genau Traum und was im Film real ist, lässt David Lynch im Unklaren, eindeutig ein surrealistisches Element.“ 3 „Je undurchdringlicher das Geheimnis, desto schöner ist es.“ 4
1: Uwe M. Schneede: Die Kunst des Surrealismus . Malerei, Skulptur, Dichtung, Fotografie, Film . München 2006, S. 13
2: Maurice Blanchot: „Überlegungen zum Surrealismus“, in: Peter Bürger: Wege der Forschung . Surrealismus . Darmstadt 1982, S. 37
3: Vera Schröder: „David Lynchs Lost Highway als surrealistischer Film“, in: Michael Lommel, Isabel Maurer Queipo, Volker Roloff: Surrealismus und Film . Von Fellini bis Lynch . Bielefeld 2008, S. 303
4: David Lynch: David Lynch . Talking . Berlin 2008, S. 36
2
1 Surrealismus: Erläuterung, Formen, Anwendungsbereiche
„Der Surrealismus gehört heute zu den populärsten Kunstrichtungen. Die Faszination entspringt dem Rätselhaften und Phantasievollen, welches surrealistische Kunst im Allgemeinen verbindet.“ 5 1916: „Zum ersten Mal befasste er [ André Breton ] sich mit Pierre Janets und Sigmund Freuds Deutungen des Unbewussten und der Träume. Damit war einer der Grundsteine für das surrealistische Projekt gelegt.“ 6 1919 gründete der Berühmte Schriftsteller André Breton die Zeitschrift „Littérature“ und schrieb 1924 sein „Manifeste du Surréalism“, womit er den Weg für die neue und revolutionäre Kunstform ebnete. 1922 wurde mit Breton und einigen Anhängern das erste surrealistische Experiment durchgeführt, das „automatische Schreiben“. In einem abgedunkelten Raum, wurde in völliger Trance geschrieben, gezeichnet und geredet. Somit entwickelten sich die ausschlaggebenden Stilmittel der surrealistischen Kunst: Träumen, mit freiem Geist arbeiten um somit die tiefsten Gedanken aus dem Verborgenen hervorzuholen, dem Unterbewusstsein freien Lauf lassen. „Freiheit und Imagination sind die neuen […] Begriffe. Gepriesen werden daneben der Wahnsinn, die Halluzination, das Wunderbare, der Traum.“ 7
Die Surrealisten wollten sich gegen jegliche Norm von Staat und Gesellschaft indirekt auflehnen, indem sie nämlich das rationale, „normale“ Denken auflösen, um neue, innere Welten zu erforschen. Es ging darum unbewusste Geisteszustände, in Träumen und Fehlleistungen anschaulich und analysierbar zu machen. „Die Surrealisten wollten nicht Teilbereiche der Natur oder der Zivilisation oder der Kultur revidieren, sondern die Sicht auf das Ganze des Menschen eröffnen.“ 8 Als Werkzeug im „Kampf“ gegen die festgefahrene Logik, nahmen sich die Surrealisten das Wunderbare vor. Da es allgegenwärtig sein soll, liegt es nahe, dass es die Wirklichkeit ersetzten könnte.
5: Ulrike Johnson: „Surrealismus oder die innere Revolution“, in: http://www.ulrikejohnson.gmxhome.de/uli/writing/clickart/surrealismus.html
6: Uwe M. Schneede: Die Kunst des Surrealismus . Malerei, Skulptur, Dichtung, Fotografie, Film . München 2006, S. 19
7: Ebd. S. 41
8: Ebd. S. 45
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Arbeit zitieren:
Denis Pavlovic, 2009, Welcome to Lynchworld - Surrealismus in David Lynchs Filmen, München, GRIN Verlag GmbH
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