Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung. 4
B. Begriffe und Motive 5
B.I. Begriff des Mittelstands und dessen wirtschaftliche Bedeutung für die
deutsche Volkswirtschaft. 5
B.I.1 Begriff des Mittelstands. 5
B.I.2. Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Wirtschaft. 6
B.II. Motive für M A im Mittelstand. 8
B.II.1. Begriff M A 8
B.II.2. Allgemeine Motive für M A Aktivitäten. 9
B.II.3. Motive im Mittelstand für M A Aktivitäten. 11
C. Der M A Prozess 12
C.I. Einleitung. 12
C.II. Die Phasen des M A Prozesses. 13
C.II.1. Die Strategiephase 13
C.II.1.a Die Strategiephase bei Großunternehmen 13
C.II.1b. Die Strategiephase bei mittelständischen Unternehmen 15
C.II.1.c. Die Strategiephase bei der Unternehmensnachfolge 15
C.II.2. Die Screeningphase 17
C.II.2.a. Die Sreeningphase bei Großunternehmen 17
C.II.2.b. Die Screeningphase beim Mittelstand 19
C.II.2.c. Die Screeningphase bei der Unternehmensnachfolge 19
C.II.3. Die Transaktionsphase. 25
2
C.II.3.a. Die Transaktionsphase bei Großunternehmen. 25
C.II.3.b. Die Transaktionsphase im Mittelstand 29
C.II.3.c. Die Transaktionsphase bei der Unternehmensnachfolge. 31
C.II.4. Die Integrationsphase 32
C.II.4.a. Die Integrationsphase bei Großunternehmen 32
C.II.4.b. Die Integrationsphase beim Mittelstand. 34
C.II.5. Der Einsatz von Beratern bei M A Transaktionen im Mittelstand. 35
D. Schlussbetrachtungen 37
Literaturverzeichnis 39
3
A. Einleitung
In den kommenden Jahren werden jedes Jahr rund 71.000 mittelständische Unternehmen mit rund 700.000 Arbeitsplätzen einen neuen Eigentümer suchen. Der Großteil von ihnen wird im Zuge einer Nachfolgeregelung an Familienangehörige übergeben werden. Jedoch erfährt auch der Verkauf an Dritte eine zunehmende Bedeutung. 1
Die Etablierung eines standardisierten Mergers and Acquisitions (M&A) Prozesses und die Einbeziehung von M&A Beratern ist für den Erfolg der M&A Transaktion von entscheidender Bedeutung. Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2004 waren nur knapp 40% der durchgeführten M&A Transaktionen erfolgreich. 2 Die Einhaltung eines standardisierten M&A Prozesses, ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Erfolgschancen einer M&A Transaktion zu erhöhen. Insbesondere im Mittelstand, wo in der Regel wenig Akquisitions-Know-how aus der Vergangenheit besteht, und vielfach intuitiv entschieden wird, erscheint die Orientierung an einer standardisierten Vorgehensweise unabdingbar. Von Seiten des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft wurde dieses Problem erkannt und deshalb zur Unterstützung des Mittelstands der Deutsche M&A Verband gegründet. Ziel dieses Verbands ist es, Qualitätsmerkmale hinsichtlich der Qualifikation von M&A Beratern zu definieren und einen einheitlichen Ablauf des M&A Prozesses festzulegen und zu etablieren. 3 Wie ein derartiger Prozess aussehen sollte und welche Besonderheiten beim Mittelstand im Vergleich zu Großunternehmen auftreten, ist Thema dieser Ausarbeitung.
Die Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut. In Kapitel zwei wird zunächst der Begriff Mittelstand definiert und anschließend dessen Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft aufgezeigt. Weiterhin wird in diesem Kapitel geklärt, was unter M&A zu verstehen ist und welche Motive einerseits bei Großunternehmen und andererseits im Mittelstand für M&A Aktivitäten bestehen. Im Hauptteil dieser Arbeit wird der M&A Prozess dargestellt. Dieser Teil ist so aufgebaut, dass jeweils die Vorgehensweise bei Großunternehmen erläutert wird und im Anschluss daran die Besonderheiten im Mittelstand allgemein sowie bei der Unternehmens-
1 Handelsblattv. 15.03.2006.
2 Vorlesung Gerds / Schewe, Post Merger Integration, Folie 5.
3 http://www.bm-a.de/.
4
nachfolge im Besonderen angeführt werden. Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse.
B. Begriffe und Motive
B.I. Begriff des Mittelstands und dessen wirtschaftliche Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft
B.I.1 Begriff des Mittelstands
Der Mittelstand bildet das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Diese oder ähnliche Formulierungen werden des Öfteren von Politikern oder den Medien verwandt. Der Begriff Mittelstand ist jedoch nicht eindeutig definiert. In der Literatur werden sowohl quantitative als auch qualitative Kriterien zur Begriffsbestimmung und zur Abgrenzung von Großunternehmen herangezogen. Die derzeit in Deutschland regelmäßig verwandte quantitative Abgrenzung ist die des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn. Das Institut zählt alle Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten und einem Umsatz bis zu 50 Millionen Euro zu den kleinen- und mittleren Unternehmen. Dabei zählen zu den kleinen Unternehmen alle Unternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten und unter 1 Million Euro Umsatz 4 . Die qualitativen Kriterien zur Abgrenzung von Großunternehmen sind unschärfer, so dass nachstehend nur einige den Mittelstand kennzeichnende Merkmale angeführt werden sollen:
- Einheit von Leitung und Eigentum. Mittelständische Unternehmer haben sowohl die kontrollrechtliche Mehrheit im Unternehmen als auch einen wesentlichen Einfluss auf das operative Geschäft.
- Nähe zum Kunden und zu den Mitarbeitern. Aufgrund der Größe des Unternehmens und der langjährigen Tätigkeit des Inhabers besteht ein enger persönlicher Kontakt des Inhabers zu den wichtigsten Kunden und Lieferanten. Ebenso ist das Unternehmen durch flache Hierarchien, einen geringen Formalisierungsgrad der Prozesse und Entscheidungen, mithin einer hohen Konzentration auf den Inhaber gekennzeichnet.
4 Institut für Mittelstandsforschung, Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Familienunterneh-
men, S. 12-15.
5
- die Haftungsmasse und damit verbunden das unternehmerische Risiko ist im Mittelstand in der Regel nicht auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt, sondern schließt aufgrund der Rechtsform des Unternehmens oder persönlicher Bürgschaften der geschäftsführenden Gesellschafter das private Vermögen mit ein. 5
Der in dieser Arbeit im Weiteren verwandte Begriff Mittelstand orientiert sich vor allem an den genannten qualitativen Kriterien. Diese Definition entspricht mehr dem allgemein vorherrschenden Begriffsverständnis als eine Klassifizierung nach Umsatz und Mitarbeiterzahl. 6 Darüber hinaus erleichtert diese qualitativ orientierte Definition den Vergleich und die Abgrenzung zu Großunternehmen in den folgenden Kapiteln dieser Arbeit, da hierzu ebenfalls häufig qualitative Merkmale herangezogen werden.
Ein Rückgriff auf die erwähnte quantitative Definition erfolgt dann, wenn Studien betrachtet werden, denen eine Einteilung in Umsatz- und Mitarbeitergrößen zu Grunde liegt. Grundsätzlich ist jedoch davon auszugehen, dass beide Definitionen eine hohe Schnittmenge an Unternehmen vereinen. Eine vollständige Trennung von Eigentum und Leitung findet erst ab einer gewissen Unternehmensgröße statt und somit ist die starke Einbindung des Inhabers ein den Mittelstand kennzeichnendes Merkmal.
B.I.2. Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Wirtschaft
Die Verwendung des Begriffs „Rückgrat“ verdeutlicht die Wichtigkeit des Mit-telstands für die deutsche Wirtschaft. Das Institut für Mittelstandsforschung ermittelte in einer im April 2007 veröffentlichten Studie, dass im Jahr 2003 insgesamt
5 Institut für Mittelstandsforschung, Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Familienunterneh-
men, S. 19.
6 Die in der Öffentlichkeit vorherrschende Definition nimmt den Mittelstand als Gesamtheit wahr, womit die Heterogenität innerhalb des Mittelstands keine Berücksichtigung findet. Da eine Differenzierung jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, soll im Folgenden ebenfalls auf diese Definition zurückgegriffen werden.
6
3.172.771 Unternehmen in Deutschland existierten. 7 Von diesen Unternehmen fielen 10.482 Unternehmen in die Kategorie Großunternehmen, da sie über 500 Mitarbeiter beschäftigen und/oder einen Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro generieren. Insgesamt sind 99,7% aller deutschen Unternehmen den kleinen und mittleren Unternehmen zuzurechnen. Kleine Unternehmen stellen dabei mit 2.766.697 (87,2%) Unternehmen die größte Gruppe dar. Den mittleren Unternehmen sind insgesamt 395.592 (12,46%) Unternehmen zuzuordnen und 10.486 (0,33%) Unternehmen sind nach der KMU-Definition Großunternehmen. Die nachstehende Tabelle verdeutlicht die Verteilung nach Umsatzgröße und Mitarbeiterzahl.
Anlehnung an: Instititut für Mittelstandsforschung, Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Familienunternehmen, Folie 27
7 Vgl. Institut für Mittelstandsforschung, Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Familienunter-
nehmen S.12-17.
8 Vgl. Institut für Mittelstandsforschung, Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Familienunter-
nehmen, S. 13.
7
In derselben Studie wurde ermittelt, dass die kleinen und mittleren Unternehmen insgesamt 14,2 Millionen Personen bzw. 61% aller sozialversicherungspflichtigen Personen in Deutschland beschäftigen. Ferner sind 83% der Auszubildenden in Unternehmen dieser Größenklasse tätig, womit ein wesentlicher Anteil am Ausbildungsniveau der Volkswirtschaft den kleinen und mittleren Unternehmen zugerechnet werden kann. Letztlich werden insgesamt 41,2% aller steuerpflichtigen Umsätze in Deutschland vom Mittelstand erwirtschaftet. Allein aufgrund dieser Zahlen wird die Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Volkswirtschaft deutlich. Darüber hinaus sollte erwähnt werden, dass der Mittelstand weit weniger global verflochten ist als die Großunternehmen. Infolgedessen ist die Abhängigkeit von globalen Entwicklungen geringer, mithin trägt der Mittelstand zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stabilität der deutschen Volkswirtschaft bei. 9 Wurde in diesem Kapitel der Mittelstand definiert und dessen hohe Bedeutung für die deutsche Wirtschaft dargestellt, soll im nächsten Kapitel die Relevanz von M&A Aktivitäten im Mittelstand erläutert werden
B.II. Motive für M&A im Mittelstand
B.II.1. Begriff M&A
Der Begriff M&A hat in den Medien und in der Öffentlichkeit spätestens seit der Fusion von Daimler/Chrysler und der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone eine hohe Präsenz. Umso erstaunlicher ist es, dass sich bis heute keine klare Begriffsdefinition für M&A etabliert hat. In Anlehnung an Wöhe 10 erscheint die Bindungsintensität, der Grad indem die Unternehmen ihre rechtliche und wirtschaftliche Selbstständigkeit aufgeben, ein geeignetes Klassifizierungsmerkmal für M&A Aktivitäten zu sein. Danach ist zu unterscheiden zwischen Kooperationen und Konzentrationen. Unter Kooperationen fasst man beispielsweise Joint Ventures, Forschungsgemeinschaften und Konsortien. Da diese Unternehmensverbindungen den später ausgeführten M&A Prozess nicht oder nur teilweise durchlaufen, soll an dieser Stelle nur auf die Konzentration eingegangen werden.
9 Möller, Unternehmensnachfolge, S. 24.
10 Wöhe, Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, S. 320.
8
Arbeit zitieren:
Alexander Wichmann, 2008, M&A im Mittelstand. Eine Darstellung des M&A Prozesses im Vergleich zum Prozess bei Großunternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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