Vorwort
An dieser Stelle möchte ich lediglich einige Danksagungen zur Sprache bringen. An erster Stelle gilt mein besonderer Dank der hilfreichen Unterstützung von Frau Josette Puhl, die es mir durch ihr unermüdliches Engagement ermöglicht hat, Provenzalisch sprechende Interviewpartner ausfindig zu machen, denen ich hier ebenso herzlich für ihre Zeit und Gastfreundlichkeit danke. Schlussendlich verdanke ich auch der guten Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Erlangen und Herrn Médéric Gasquet-Cyrus der Universität der Provence für seine Vermittlung der Kontaktdaten von Herrn Philippe Blanchet das Zustandekommen der vorliegenden Zulassungsarbeit.
Nürnberg, März 2007 Jonny Güldenpenning
2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Sprachwandel / Ziel und Aufbau der Arbeit 5
2. Begriffsklärungen 8
2.1. Bilinguismus und Diglossie 9
2.2. Dialekt und patois 9
3. Geschichte des Okzitanischen 11
3.1. Definitorische Vorbemerkungen: Zur Etymologie von
„Okzitanisch“, „Provenzalisch“ und langue d’oc 11
3.2. Geschichte bis zum Jahre 600 n. Chr. 12
3.3. Geschichte von 600 bis 900 12
3.4. Die Trennung langues d’oc und langues d’oïl 13
3.5. Das Okzitanische und seine Dialekte 14
3.6. Die okzitanische Schriftsprache und das
Vordringen des Französischen -
Entwicklungen bis zum 15. Jahrhundert 15
3.7. Entwicklungen im 15. und 16. Jahrhundert und die
Folgen des Edikts von Villers-Cotterêts 17
3.8. Entwicklungen vom 17. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution 20
3.9. Die Folgen der Französischen Revolution und Entwicklungen
im Napoleonischen Kaiserreich 22
3.9.1. Fazit: Soziolinguistische Folgen der französischen
Sprachpolitik - Sprachkonflikt 25
3.9.2. Neuer Aufschwung für das Okzitanische 27
3.9.3. Die Entstehung von Widerstandsgruppen -
der Félibrige als Begründer der Zweiten Renaissance 29
3.9.4. Antworten auf den Félibrige: Panokzitanische
Sprachkodifikationen und ihre Folgen bis heute 31
4. Das Okzitanische im 20. Jahrhundert 36
4.1. Entwicklungen bis zum Zweiten Weltkrieg 36
4.2. Entwicklungen nach dem Zweiten Weltkrieg 40
4.2.1. Regionalistische Entwicklungen 40
4.2.2. Der provenzalische Sprachgebrauch:
demo -und soziolinguistische Studien 49
3
4.3. Das Okzitanische im Schulwesen 60
5. Die okzitanische Kultur heute 67
5.1. Die provenzalische Kultur 67
5.2. Das okzitanische Theater 69
5.3. Die okzitanische Chanson 69
5.4. Die provenzalischsprachige Literatur 70
5.5. Das Okzitanische in den Medien 71
6. Subjektive Einschätzungen und Stellungnahmen von provenzalofonen Interviewpartnern 74
6.1. Arbeitshypothese - Arbeitsbedingungen 74
6.2. Synthese der wichtigsten Aussagen der Befragten 99
7. Fazit: Zusammenfassung und Ausblick 101 8. Bibliografie 107 9. Anhang 111
4
1. Einleitung: Sprachwandel / Ziel und Aufbau der Arbeit
Dass sich Sprachen im Laufe der Geschichte stetig ändern, ist gewiss unumstritten. Doch welche Faktoren müssen berücksichtigt werden, wenn wir die Auslöser für Sprachwandel ergründen wollen? Zum einen stehen sicherlich Sprachkontakte im Vordergrund. Aufgrund der Tatsache, dass Sprecher auf der Ebene der Diaphasik ihre Sprache den Kommunikationssituationen -und Kontexten anpassen, ist es praktisch unumgänglich, dass diese ihre Sprache sowie ihre Sprachwahl und Sprachgewohnheiten auf längere Sicht wandeln. Einen weiteren bedeutenden Einfluss auf den Sprachwandel haben auch die Einstellungen, welche Sprecher zu ihrer Sprache haben. Vor allem Gruppen mit gesellschaftlich hoher Dominanz prägen sehr stark die Einstellungen zu einer Sprache. Um sozial aufzusteigen, werden sich Sprecher gezwungenermaßen der Sprachform der sozial Bessergestellten anpassen. Demnach kann man sagen, dass eine Sprache sich wandelt, sobald es Veränderungen im sozialen Gefüge gibt, und somit die diastratischen Nivellierungen zum Ausdruck kommen. So kam es zum Beispiel in Frankreich auf der diastratischen und diaphasischen Ebene im 17. Jahrhundert zu einer Normsetzung durch eine kulturelle und politische Elite, die diese Arbeit näher erläutern wird. Was einen ganz besonderen Einfluss auf Sprachwandel ausüben kann, sind ferner Regelungen und Maßnahmen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Handel zwischen zwei Regionen, deren Sprachensysteme zu distanziert voneinander sind, kann nur schwer vollzogen werden, ohne dass es eine allgemeingültige Handels- und Verkehrssprache, eine lingua franca oder koinè gibt, die überregionale Interkomprehensibilität sicherstellt. Dass sprachpolitische Maßnahmen in diesen sowie in ideologischen und kulturellen Angelegenheiten eine dominante Rolle spielen, soll einer der Hauptaspekte dieser Arbeit sein. Ferner darf nicht vergessen werden, welche Schlagkraft medialer und technischer Wandel in Bezug auf Sprachwandel besitzt. So spielen der Buchdruck und die modernen Medien wie das Fernsehen, das Radio und das Internet eine ernstzunehmende Rolle 1 . Betrachtet man nun Sprachwandel hinsichtlich der Entwicklung der langues d’oc in Frankreich, so konstatiert man, dass die eben erwähnten Faktoren diesbezüglich maßgeblich daran beteiligt waren, dass das Französische die Oberhand über die okzitanischen Dialekte gewinnen konnte. Ziel dieser Arbeit soll es vorrangig sein, jene Einflüsse zu analysieren und auszuwerten, welche dazu beitrugen, dass die okzitanischen Dialekte heutzutage in Frankreich lediglich eine untergeordnete Rolle für die Kommunikation spielen. Um dieses Unternehmen
1 Monika Sokol. Französische Sprachwissenschaft (Tübingen, 2001), S. 181ff.
5
möglich zu machen, ist es selbstverständlich unumgänglich, sich einen Überblick über die historischen Ereignisse und Entwicklungen der langues d’oc zu verschaffen, wobei in dieser Arbeit stets das Provenzalische im Mittelpunkt stehen soll. Ich muss an dieser Stelle unbedingt darauf hinweisen, dass ich in den folgenden Darstellungen das Provenzalische als einen Dialekt des Okzitanischen und der langues d’oc ansehen werde, was aus linguistischer Sicht aufgrund der Ähnlichkeiten dieser durchaus seine Berechtigung hat. Allerdings wird sich im Verlauf der Arbeit zeigen, dass diese Zuweisung aus soziolinguistischer Sicht problematisch ist, denn “the identity of a language does not depend on linguistic structures alone, but on the way people use it and treat it on a sociopolitical basis” 2 . Demnach muss man immer auch die individuellen Sichtweisen und Einstellungen der Sprecher zu ihrer Sprache aus soziolinguistischer Sicht im Hinterkopf behalten. Andere wie Didier de Robillard gingen diesbezüglich sogar soweit zu behaupten, dass “sociolinguistic attitudes and ideas ALONE [Hervorhebung von mir; JG] can perfectly constitute a decisive criterion“ 3 .
Wie umstritten die Zuordnung des Provenzalischen zum Okzitanischen tatsächlich ist, führt Blanchet in seinem Aufsatz „Provençal as a distinct language“ detailliert aus. Darin weist er darauf hin, dass selbst im Jahr 2003 keine Einigung darüber herrscht, ob das Provenzalische als ein Dialekt des Okzitanischen angesehen werden sollte oder eher als eine unabhängige eigene Sprache. Auf der einen Seite stehen zum Beispiel Okzitanisten, okzitanische Militante und das European Bureau for Lesser Used Languages, die das Provenzalische für einen okzitanischen Dialekt halten. Auf der anderen Seite finden sich fast alle Magazine, die auf Provenzalisch schreiben, viele provenzalische Politiker, darunter sogar Abgeordnete des Senats und der Generalversammlung sowie der Präsident des provenzalischen Generalrats, Michel Vauzelle, der sich in Briefen an die Regierung dagegen aussprach, dass das “Provençal [being; JG] considered as a secondary dialect of Occitan“ 4 . Was die Gliederung dieser Arbeit betrifft, so soll nach einer Erläuterung einiger linguistischer Grundbegriffe, die häufig zur Sprache kommen werden, zuerst ein Überblick über die geschichtlichen Entwicklungen des Okzitanischen geschafft werden, in dem prinzipiell die soziolinguistischen Folgen sprachpolitischer Entscheidungen im Fokus stehen werden. Ferner werden diesbezüglich Versuche einer Umkehr der sprachlichen Entwicklungen Erwähnung finden, die vorrangig im Entstehen von Widerstandsgruppen und
2 Philippe Blanchet. „Provençal as a distinct language? Sociolinguistic patterns revealed by a recent public and political debate” (Berlin / New York, 2004), S. 142
3 In: Blanchet 2004, S. 143
4 Blanchet 2004, S. 130ff.
6
Sprachkodifikationen Ausdruck fanden. Besonders beleuchtet werden verständlicherweise die sprachliche Situation und die Entwicklungen des 20. Jahrhunderts, wobei ich mich generell dabei zwar auf wissenschaftliche Forschungen stützen werde, doch werden ebenso persönliche Beobachtungen zur Sprache kommen.
Aufgrund der bedeutenden sprachpolitischen Veränderungen seitens des Schulwesens entschied ich mich außerdem dazu, das Thema „Okzitanisch in der Schule“ separat zu behandeln, da zumal eine Integrierung in die vorherigen Kapitel zu Verwirrung und Unklarheiten geführt hätte. Da eine Sprache eng mit seiner Kultur verbunden ist, findet sich im Anschluss daran ein Überblick über die kulturelle Situation des Okzitanischen in der heutigen Zeit, in welchem die Bedeutung des Theaters, des Chansons, der Literatur sowie der Medien näher betrachtet wird.
Bezüglich individueller Sichtweisen, Einstellungen und Sprachverwendungen behandelt das darauffolgende Kapitel die Inhalte von Interviews, die ich persönlich mit Sprechern des Provenzalischen in den Departements Var und Alpes-de-Haute-Provence durchgeführt habe. Diese sollen als zeitgenössische Belege dazu dienen, einen Einblick in subjektive Stellungnahmen zu zahlreichen Fragen rund um das Thema „Provenzalisch damals und heute“ zu bekommen. Jene Informationen sollen dann im Zusammenhang mit den objektiv-theoretischen Kapiteln ein Fazit ergeben, welches diese Arbeit gewissermaßen abrunden wird.
Hinweisen möchte ich abschließend noch darauf, dass es mir trotz hingebungsvoller Beschäftigung mit den hier erwähnten Themenbereichen nicht möglich sein konnte, eine ausführliche, lückenfreie Darstellung der Geschichte und Dynamik der okzitanischen Sprache zu erarbeiten. Die Gründe dafür liegen erstens darin, dass dieses Thema ein jahrelanges Befassen und Studieren der bereits erschienenen Werke dazu voraussetzen, und dass ich zweitens gezwungen bin, mich in dieser Arbeit relativ kurz zu fassen. Nichtsdestotrotz hatte ich es mir zur Aufgabe gemacht, essentielle Faktoren und bedeutende Themen anzusprechen und zu erläutern. Aus diesem Grund soll diese Arbeit in erster Linie dazu dienen, einen Einblick in die Entwicklungen und die aktuelle Situation des Okzitanischen, mit Hauptaugenmerk auf das Provenzalische, zu gewährleisten.
7
2. Begriffsklärungen
2.1. Bilinguismus und Diglossie
In diesem Abschnitt soll nun darauf eingegangen werden, was in dieser Arbeit unter Bilinguismus (neben Bilingualismus) und Diglossie in Bezug auf die Sprachen Französisch und Okzitanisch zu verstehen ist. Was die Situation in Frankreich betrifft, so bezieht sich der Begriff Bilinguismus 5 in dieser Arbeit auf den von Jardel angesetzten sozialen Bilinguismus, da im Sprachgebiet der langues d’oc mit dem Französischen und dem Okzitanischen zwei Sprachen innerhalb einer Gesellschaft existieren. Jardel betont, dass man mit dem Begriff bilinguisme für gewöhnlich einerseits einen état und andererseits ein comportement verbindet 6 . Mit der Zweisprachigkeit als Zustand meint er den individuellen Bilinguismus, d.h. die Beherrschung zweier Sprachen auf vergleichbarem Niveau. Dagegen verbindet er Zweisprachigkeit als Verhalten mit einer sozialen Komponente. Dieser soziale Bilinguismus beinhaltet, wie in unserem Falle, den Kontakt zweier Sprachen innerhalb einer Sprachgemeinschaft 7 . Da der hier erwähnte Bilinguismus in dieser Arbeit allein in den Bereich der Soziolinguistik fallen soll, setze ich diese soziale Zweisprachigkeit mit dem Begriff Diglossie gleich, wobei letzterer hier nach der Definition Fergusons verwendet werden soll. Dies jedoch mit der Ausnahme, dass Ferguson Diglossie anhand „varieties of the SAME [Hervorhebung von mir; JG] language“ 8 erläuterte, was beim Französischen und Okzitanischen nicht der Fall ist.
Gemäß Fergusons Erläuterungen herrscht dann eine Diglossiesituation vor, deren Zustandekommen vor allem mit der Beschränkung der Lese -und Schreibfähigkeit auf eine kleine Elite einhergeht 9 , wenn zwei stabile (!) unterschiedliche Sprachformen nebeneinander existieren, wobei eine von beiden mehr Prestige als die andere besitzt. Diese angesehenere, dominante Sprache bezeichnet er als high variety (H), die andere, dominierte Sprache, als low variety (L) 10 . Bezüglich der Funktionen beider Varietäten hält er fest, dass die „hohe Varietät“ zum Beispiel in der Schule, in der Verwaltung, bei politischen Reden und in der Presse verwendet wird und über einen hohen Kodifiziertheitsgrad verfügt. Die „niedrige Varietät“ hingegen würde ausschließlich bei „informal activities“, d.h. in nicht-formalen
5 allgemeingültige Definition: „individuelle Zweisprachigkeit […], […] die Beherrschung zweier oder mehrerer Sprachen durch einen Menschen“ (In: Trudel Meisenburg. Die soziale Rolle des Okzitanischen in einer kleinen Gemeinde im Languedoc (Lacaune / Tarn) (Tübingen, 1985), S. 32)
6 Jean-Pierre Jardel. „De quelques usages des concepts de ‘Bilinguisme’ et de ‘Diglossie’“ (Paris, 1979), S. 25
7 Jardel, S. 26f.
8 Charles A. Ferguson. „Diglossia“ (New York, 1959), S. 325
9 Ferguson, S. 338
10 Ferguson, S. 327
8
gesprochen 11 . Kommunikationssituationen Laut Ferguson akzeptiert eine
Sprechergemeinschaft eine Diglossiesituation solange, bis sich die Lese -und Schreibfähigkeit in der Bevölkerung ausweitet, bessere Kommunikationsmöglichkeiten zwischen verschiedenen regionalen und sozialen Schichten der Sprechergemeinschaft vorhanden sind, sowie der Wunsch nach einer „Nationalsprache“ als Zeichen von Autonomie 12 . Gewinnen diese Aspekte an Stärke, so könnte das laut Ferguson zu einem Wandel der Diglossiesituation führen 13 . In diesem Falle kann sich die H-Varietät nur dann durchsetzen, wenn sie bereits die Standardsprache einer anderen Sprechergemeinschaft ist, und die diglossische Sprechergemeinschaft bereits irgendwie mit dieser Gemeinschaft stark verbunden ist 14 . Wie später gesehen werden wird, waren diese Voraussetzungen im okzitanofonen Sprachraum erfüllt.
2.2. Dialekt und patois
Was den Begriff patois anbelangt, so ist es unerlässlich, auf die unterschiedliche Sichtweise von Linguisten und den normalen französischen Bürgern hinsichtlich der Definition dieses Wortes einzugehen. Als Definitionen hierzu findet man zum Beispiel „franz.[ösische; JG] Bez.[eichnung; JG] für Sprechweise der Landbevölkerung“ 15 oder “a highly localised vernacular unwritten language“ 16 . Während sich die meisten Linguisten darüber einig sind, dass ein patois eine Sprache ist, welche in einem geografisch begrenzten Gebiet von einer kleinen Anzahl von Sprechern gesprochen wird, und dass man eine Gruppe von patois, die einige Charakteristika teilen, ein Dialekt genannt wird und somit Teil einer eigenständigen Sprache sind, erhielt der Begriff patois für den Normalbürger Frankreichs häufig eine pejorative Konnotation.
Blanchet und Armstrong machen deutlich, dass im Französischen der Begriff dialecte für eine zweitklassige Sprache stünde, welche nicht wirklich eine Sprache sei, doch immerhin noch besser als ein patois sei. Um den Status einer wahren Sprache zu haben, bedürfe diese
11 Ferguson, S. 329
12 Ferguson, S. 338
13 Ich verweise bereits an dieser Stelle darauf, dass zu dem Zeitpunkt, als diese drei Punkte besonders auf die okzitanischsprachige Sprechergemeinschaft zutrafen, der Wunsch nach einer Kodifizierung der okzitanischen Dialekte seinen Höhepunkt erreichte, mit der Absicht, diese Dialekte als Gegenpol zum Französischen zu etablieren.
14 Ferguson, S. 339
15 Duden. Die deutsche Rechtschreibung (Mannheim, 2006), S. 769
16 Philippe Blanchet / Nigel Armstrong. „The sociolinguistic situation of ‘contemporary dialects of French’ today: an overview of recent contributions on the dialectalisation of Standard French” (Cambridge, 2006), S. 252
9
eines geschriebenen Standards 17 . Was waren die Auslöser dafür? Der Grund dafür liegt zum größten Teil an einer sprachpolitischen Maßnahme, welche in den Schulen angewandt wurde:
Older people today bitterly recall some of their unpleasant school classes when the first child who let a
patois word slip was instantly given a card featuring a cow or another animal, or a filthy shoe, or any
object intended to stand as a symbol of shame. When the next child was caught saying another word in
the forbidden language, he or she was compelled to take the “symbol” and to keep it until he or she was
able to hand it on to the next offendant. And when the bell rang at break time, it was the hapless child
holding the “symbol” who was punished. / When these children grew up and became parents
themselves, these men and women kept like an open wound the memory of this humiliating treatment
and made a point of avoiding speaking patois to their children. They wanted to spare them the shameful
moments they themselves had suffered. 18
Das angesprochene ostentative Symbol in verschiedenen Formen ist im okzitanischen Sprachgebiet als senhal 19 bekannt, welches, wie später gesehen werden wird, den Menschen auch heute noch ein Begriff ist, mit dem Demütigung, Schande und Bestrafung assoziiert werden. Daher ist die pejorative Sichtweise auf ein patois nicht sehr verwunderlich. In dieser Arbeit möge der Begriff patois stets mit dieser abwertenden Konnotation verbunden werden, und „Dialekt“ bezieht sich im Folgenden auf eine sprachliche Subkategorie des Okzitanischen, worunter zum Beispiel das Provenzalische oder Languedokische fallen.
17 Blanchet / Armstrong, S. 252
18 Henriette Walter. „On the trail of France’s regional languages” (Louvain-la-Neuve, 1999), S.16
19 Meisenburg, S. 16
10
3. Die Geschichte des Okzitanischen
3.1. Definitorische Vorbemerkungen: Zur Etymologie von „Okzitanisch“, „Provenzalisch“ und langue d’oc
Bevor nun unmittelbar die Geschichte des Okzitanischen behandelt werden soll, scheint es wichtig zu klären, woher der Name Okzitanisch ursprünglich stammt. Ganz zu Beginn, d.h. zirka im 12. Jahrhundert wurde der Begriff roman respektive lenga romana verwendet, der allerdings die Volkssprache der gesamten Romania zur Abgrenzung von der lateinischen Sprache bezeichnete. Im 13. Jahrhundert ging man, zur Unterscheidung zu den Francigenae und zum frances dazu über, die Sprache der Südfranzosen proensal oder proensales (provençal) zu nennen, wobei zu beachten ist, dass mit dieser Bezeichnung nicht nur die Sprache der Region Provence gemeint war. Der Begriff provençal entstand nämlich aus dem Begriff Provinciales, so wurden die Bewohner des südlichen Galliens, der Provincia romana, genannt 20 . Letztlich verdankt die Sprachbezeichnung ihren Namen Okzitanisch dem einfallsreichen „Geniestreich“ der Kapetinger, ergo der französischen Krone, welche in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts den Namen provençal durch occitanus substituierten. Ihr Beweggrund war der Wunsch, für alle neuen Regionen, die nun zur französischen Krone zählten, eine unbestreitbare Bezeichnung zu finden 21 .
Es war Dante, der als Erster den Begriff lingua d’oco verwendete und sich damit auf die Sprache des Gebietes Okzitaniens bezog. Aufgrund der Tatsache, dass mit provençal, welches ursprünglich nicht nur die Sprache in der Region Provence, sondern des ganzen okzitanischen Raumes bezeichnete, und langue d’oc, einem Homofon der gleichnamigen Region Languedoc, zwei Bezeichnungen für ein und dieselbe Sprache existierten und gleichzeitig Namen der Dialekte einer Region waren, ergab sich die Notwendigkeit, eine Bezeichnung zu finden, die alle okzitanischen Dialekte umfasste. Wie später noch gesehen werden wird, lehnt der Félibrige, das traditionsreichste Sprachrohr der provenzalischen Sprache und Kultur, die Bezeichnung Okzitanisch für das Provenzalische bis heute strikt ab 22 .
20 Pierre Bec. La langue occitane (Paris, 1967), S. 65f.
21 Bec, S. 66
22 Bec, S. 66f.
11
3.2. Geschichte bis zum Jahre 600 n. Chr.
Um schließlich den heutigen Status des Okzitanischen untersuchen zu können, ist es unerlässlich, die lange Geschichte dieser Sprache zu betrachten und zu erläutern. Der folgende Abschnitt kann allerdings nur einen knappen Überblick über die historischen Ereignisse, welche das Okzitanische langfristig beeinflusst hatten, verschaffen. So nimmt die Geschichte des Okzitanischen ihren Anfang nach der Eroberung des heutigen Südfrankreichs, der Gallia Transalpina durch die Römer (125-118 v. Chr.), die dieses Gebiet zuerst Provincia nostra 23 tauften und zu späteren Zeitpunkten in Provincia Romana 24 und Gallia Narbonnensis umbenannten, wobei es zwangsläufig dazu kam, dass die vorlateinischen Substrate wie jene des Keltischen, Ligurischen, Iberischen, Aquitanischen sowie des Griechischen vom späten Vulgärlatein beeinflusst wurden. Während die Herrschaft der Westgoten (413-507) nur von kurzer Dauer war, und die Franken kein Interesse am Süden zeigten, weshalb davon auszugehen ist, dass direkte germanische Einflüsse kaum vorhanden waren, war die Schlagkraft des Arabischen umso größer. Kremnitz spricht diesbezüglich sogar von einem arabischen Superstrat in Gebieten der Mittelmeerküste 25 .
3.3. Geschichte von 600 bis 900
Von 600 bis 900 n. Chr. war die lingua franca in Institutionen wie der Kirche, dem Schulwesen sowie den Wissenschaften und der Verwaltung das latin médieval, welches allerdings schon regionale Markiertheiten aufwies. Da Karl der Große darauf bedacht war, dass das klassische Latein wieder stärker durchgesetzt werden sollte, bemerkte man zum ersten Mal die relativ große Diskrepanz zwischen diesem klassischen Latein und den jeweiligen gesprochenen romanischen Idiomen. Die ersten Belege, welche ein Vorhandensein einer romanischen Volkssprache beweisen, sind die Niederschriften des Konzil von Tours von 813, auf dem beschlossen wurde, Predigten in romanischen und germanischen Idiomen zu verfassen. Die Straßburger Eide aus dem Jahre 842 gelten als Schriftstück, welches als erstes in einem galloromanischen Idiom verfasst wurde 26 .
23 Peter Cichon. Einführung in die okzitanische Sprache (Bonn, 1999), S. 9
24 Georg Kremnitz. Versuche zur Kodifizierung des Okzitanischen seit dem 19. Jahrhundert und ihre Annahme durch die Sprecher (Tübingen, 1974), S. 30
25 Georg Kremnitz. Das Okzitanische: Sprachgeschichte und Soziologie (Tübingen, 1981), S. 21
26 Sokol, S. 194ff.
12
3.4. Die Trennung langues d’oc - langues d’oïl
Aufgrund der zeitlich nicht parallel ablaufenden Romanisierung Nord- und Südfrankreichs entstanden zwischen zirka 800 und 1300 zwei verschiedene romanische Sprachen. Die lingua d’oc (langue d’oc), das Altokzitanische in Südfrankreich und die lingua d’oïl (langue d’oïl), das Altfranzösische in Nordfrankreich, deren Sprachgrenze von Bordeaux nach Lussac, von Lussac nach Montluçon bis zum Süden des Departement Isère verläuft. Allerdings muss betont werden, dass diese Sprachtrennungslinie nur Gültigkeit in Bezug auf die Literatursprachen hat 27 . Im Süden bejahte man mit dem Partikel oc, abgeleitet vom lateinischen hoc, im Norden mit dem Partikel oïl, vom lateinischen hoc ille. Konsequenterweise weisen daher das Okzitanische und das Französische gravierende Unterschiede auf. So kann man auf der phonetischen Ebene anmerken, dass im Französischen das lateinische ca- einer Palatalisierung unterworfen wurde (lat. carricare > nfrz. charrier [∫]), während es im Okzitanischen, das Nordokzitanische wegen seiner geografischen Nähe ausgenommen, der lateinischen Lautung treu bleibt (okz. carrejar [ka]) 28 . Im Französischen wurde zudem ein langes e oder o in offenen, betonten Silben diphthongiert, ein auslautendes, unbetontes a wurde zu [ə] (lat. tela > nfrz. toile). Diese Entwicklung wird der im damaligen Nordfrankreich vorherrschenden Superstratsprache, dem Fränkischen 29 , zugesprochen, woraus sich eine gewaltige Distanzierung vom Latein vollzog 30 . Ein weiteres Beispiel ist die häufige Elision von Personalpronomina, die im Französischen nicht vorkommt und welche dank der Nähe der okzitanischen Sprache zu den lateinischen Konjugationenformen nicht zu Missverständnissen führt (okz. Sès en vacanças?; fau / fas versus nfrz. Es-tu en vacances?; je fais / tu fais) 31 . Auch die Perfektbildung der okzitanischen Hilfsverben zu den deutschen sein und haben gleicht sich in beiden Sprachgruppen nicht, da im Okzitanischen das Perfekt von okz. èsser / èstre mit eben demselben Hilfsverb konstruiert wird und nicht mit okz. aver (nfrz. j’ai été / okz. soi estat) 32 . Was die syntaktischen Unterschiede betrifft, so schreibt man dem Okzitanischen eine weniger rigide Reihenfolge als dem Französischen zu, was sich erneut durch seine Nähe zum sehr synthetischen Latein begründen lässt 33 . Diese wenigen Beispiele sollten ausreichen, einige bemerkenswerte Differenzen zwischen dem Französischen und dem Okzitanischen aufzuzeigen.
27 Francis Manzano. „Situation and use of Occitan in Languedoc” (Berlin / New York, 2004), S. 67
28 Cichon, S. 61
29 germanisches Idiom, Superstratsprache durch Eroberungen der Franken (3.Jh., v.a. unter Chlodwig im 5./6. Jh.)
30 Sokol, S. 195
31 Cichon, S. 38
32 Cichon, S. 40
33 Cichon, S. 83
13
3.5. Das Okzitanische und seine Dialekte
Was die Einheit des Okzitanischen als gesprochene Sprache anbelangt, so darf man nicht davon ausgehen, dass diese Sprache im gesamten okzitanisch-romanischen Sprachgebiet dieselbe war. So kann man, der Einteilung Becs folgend 34 , zu dieser Sprachgruppe das Nordokzitanische, das Mittelokzitanische, das Gaskognische und das Katalanische zählen, wobei zu den ersten beiden auch wieder jeweils zwei Subklassen zählen, wie folgendes Organigramm aufzeigt:
Organigramm 1: Subkategorien des Okzitanischen
Abb. 1: Geografische Verteilung der okzitanischen Dialekte 35
34 Bec, S. 37ff.
35 http://fr.wikipedia.org/wiki/Occitan
14
Das Provenzalische selbst lässt sich wiederum nochmals in vier Untergruppen, je nach Region, unterteilen 36 :
Organigramm 2: Subkategorien des Provenzalischen
Das Nordokzitanische zeichnet sich im Gegensatz zu den anderen okzitanischen Dialekte dadurch aus, dass es, wie in den Sprachen der langues d’oïl, meist zu einer Palatalisierung der lateinischen ca- und ga- kam, die zu cha- und ja- wurden (lat. cantat > chanta / lat. gaudire > jauvir, neben gausir). Der von dem klassischen Okzitanischen des Mittelalters am wenigsten entfernte Dialekt ist das Mittelokzitanische, zu dem auch das Provenzalische gehört und in welchem zum Beispiel die lateinischen ca und ga nicht palatalisiert wurden und welches das -s- in Wörtern wie escòla und tèsta beibehielt. Der von den anderen okzitanischen Dialekten am weitesten entfernte, ist der gaskognische Dialekt, in welchem sich zahlreiche, den anderen Varianten unbekannte Wandlungen vom Lateinischen vollzogen. Zum Beispiel entfiel das intervokalische n und das f wurde zu einem behauchten h (prov. una > gask. ua / prov. farina > gask. haria) 37 . Die Zuordnung des Katalanischen zu den okzitanischen Dialekten gab viel Anlass zu Diskussionen, auf die hier allerdings nicht näher eingegangen werden soll 38 .
3.6. Die okzitanische Schriftsprache und das Vordringen des Französischen -
Entwicklungen bis zum 15. Jahrhundert
Was die okzitanische Schriftsprache betrifft, so entwickelte sich im Gegensatz zu Nordfrankreich während der altfranzösischen Periode in Südfrankreich zudem eine weit verbreitete, einheitliche 39 und geregelte literarische Schrift-Koinè 40 , was zur Folge hatte, dass
36 übernommen von: Barbara Nowakowski. Zu Sprache und Sprachideologie bei Vertretern der okzitanischen Renaissance in der Provence. Ergebnisse einer Befragung (Trier, 1988), S. 31
37 Bec, S. 37ff.
38 siehe hierzu z.B. Bec, S. 53ff.
39 im Gegensatz zu den verschieden Dialekten ; siehe : Bec, S. 69: „[…] une assez grande unité: les différences dialectales y sont en effet minimes et sans aucun rapport […] avec la provenance dialectale du troubadour; l’idiome est sensiblement le même du Limousin jusqu’à la Méditerranée. Nous assistons donc à ce miracle d’une langue classique qui n’a pas été […] précédée par un stade littéraire dialectale, comme cela a été le cas en
15
sich das Okzitanische im 12. Jahrhundert zu einer Urkunden- und Literatursprache entfalten konnte, wobei Guilhèm VII. (frz. Guillaume VII.) von Poitiers und IX. von Aquitanien 41 dabei als der erste Troubadour (okz. trobador) gilt. Durch die Dichtkunst des Hochmittelalters etablierte sich das ziemlich einheitliche Okzitanische ebenso in Bereichen, die vorher dem Lateinischen vorbehalten waren. Fortan wurden auch Grammatiken und Regelwerke des Okzitanischen verfasst 42 . Dieser Schrift- und Literaturkoinè widerfuhr allerdings durch die Erweiterung der französischen Krone unter Philippe Auguste, Louis VIII. und Saint Louis sowie durch die Albigenserkreuzzüge 43 (1209-1229), welche die okzitanische Hochkultur zerschlugen, ein herbes Ende 44 . Der Grund dafür lag darin, dass das Languedoc und die Grafschaft von Toulouse in das Gebiet der französischen Krone eingegliedert wurden, wobei Südfrankreich bis auf einige unbedeutende Gebiete einen Teil seiner politischen Autonomie aufgeben musste und es damit in der Folge einer Fremdherrschaft gegenüberstand 45 . Durch das Verschwinden der Troubadourdichtung änderte sich nun auch allmählich das Sprachbewusstsein der okzitanischsprechenden Bevölkerung. So gab es 1356 durch die Leys d’amor 46 einen, „nicht von Erfolg gekrönten“ 47 Versuch, das okzitanofone Toulouse als Gegenpol zum frankofonen Paris zu etablieren. Diese „Liebesgesetze“ stellen eine Sammlung von Regeln dar, die von der Orthografie, der Phonetik, der Grammatik bis hin zur Stilistik des Provenzalischen reichen 48 . Trotz des Verblassens des Okzitanischen in der Literatur, was ebenso an einem Mangel an neuen Themen und Flexibilität lag 49 , setzt sich die Sprache als Verwaltungs- und Distanzsprache auch gegenüber dem Lateinischen bis zum 15. Jahrhundert erfolgreich durch, weshalb man durchaus von einer okzitanisch-lateinischen Diglossiesituation sprechen könnte. Soziologisch betrachtet wurden die romanischen Lokalidiome äußerst selten schriftlich festgehalten, was auf die sehr hohe Analphabetenrate zurückzuführen ist, wohingegen das Lateinische als Schriftsprache diente, dessen sich besonders der Klerus und die dominierenden Klassen bedienten 50 . Erst danach lässt sich ein häufigeres, nicht nur auf den nördlichen Teil Okzitaniens begrenztes Zurückgreifen auf das
français. C’est d’emblée les troubadours, de quelque région qu’ils soient […], adoptent la koinê […] de l’époque.“ 40 Kremnitz 1974, S. 94
41 Meisenburg, S. 9
42 Cichon, S. 9
43 Cichon, S. 10; Papst Innozenz III. rief zum Kreuzzug gegen diese Glaubensgruppen der Katharer auf
44 Sokol, S. 198
45 Cichon, S. 10
46 Schule von Dichtern mit dem Ziel einer normativen Kodifikation des Okzitanischen in Toulouse
47 Kremnitz 1974, S. 113
48 André Dupuy. Historique de l’Occitanie (Montpellier, 1976), S. 64
49 Philippe Blanchet. Le provençal, essai de description sociolinguistique et différentielle (Louvain-la-Neuve, 1992), S. 54
50 Blanchet 1992, S. 54
16
Französische als Schrift- und Administrativsprache konstatieren 51 , was den Einfluss von französischer Grafie und Struktur sowie von Gallizismen verstärkte 52 .
3.7. Entwicklungen im 15. und 16. Jahrhundert und die Folgen des Edikts von Villers-Cotterêts
In der mittelfranzösischen Periode dehnte sich nach dem Hundertjährigen Krieg im Jahre 1453 der Begriff état als Zeichen der Regionen, die unter der französischen Krone standen, zum Beispiel durch die Annexion der Gebiete Anjou und Provence, aus. Die regionalen Gerichtshöfe, die parlements, begannen dann ihren Schriftverkehr mit der französischen Krone auf das Französische umzustellen (in Südfrankreich v.a. das Parlement de Toulouse 1442, das Parlement de Bordeaux 1470 und das Parlement d’Aix-en-Provence 1523) 53 . Aufgrund der französischen zentralistischen Politik waren nun Möglichkeiten für eine Sprachpolitik geschaffen worden. Als erste sprachpolitische Maßnahmen in der Geschichte der okzitanischen Sprache, die die steigende Bedeutung des Französischen als Schriftsprache 54 untermauern, gelten die in der Folge ab 1490 veröffentlichten Ordonnanzen des Louis XII., François I. und Charles VIII. 55 , welche das Französische und das Lateinische als Verwaltungs-, Urkunden- und Justizsprachen propagierten, wobei diese allerdings auch die vulgaires des Landes, worunter somit okzitanische Mundarten zählten, billigten:
[…] en langage françois ou maternel » (Charles VIII.)
[…] que doresnavant tous les procès criminels et lesdites enquestes en quelque manière que ce soit,
seront faites en VULGAIRE ET LANGAGE DU PAIS où seront faits lesdits procès criminels et
enquestes, autrement ne seront d’aucun effet ni valeur. » (Anordnung des Louis XII. im Juni 1510)
[…] Ordonnons et enjoignons auxdits notaires passer et escripvre tous et chascuns les contractz en
LANGUE VULGAIRE DES CONTRACTANS […] » (François I. im Jahre 1531) 56
51 Kremnitz 1974, S. 96ff.
52 Bec, S. 75f.
53 Cichon, S. 11
54 Blanchet weist hier darauf hin, dass das Provenzalische in der Provence in dieser Periode weiterhin die allgemeine Kommunikationssprache blieb, wohingegen das Lateinische und Französische nur in gewissen Domänen und Kreisen, zumeist von den dominierenden Klassen, und als Schriftsprache gebraucht wurden. Die Provence stellte ihre Schriftsprache als LETZTE Region des okzitanofonen Raumes auf das Französische um, und selbst am Ende des 16. Jahrhunderts finden sich noch offizielle Texte in provenzalischer Sprache. (In: Blanchet 1992, S. 56f.)
55 Ordonnance de Moulins (1490), Ordonnance de Juin 1510, Lettres patentes pour le Languedoc (1531)
56 Alain Nouvel. L’Occitan, langue de civilisation européenne (Montpellier, 1977), S. 90
17
Das zweite, durchaus folgenreichere politische Eingreifen in Sprachbelange war die von François I. im Jahre 1539 erlassene Anordnung, die Ordonnance de Villers-Cotterêts, welches die französische Sprache als einzig zulässige Justiz- und Administrationssprache propagierte:
Art. 111.-[…] nous voulons d’oresnavant que tous arrests, ensemble toutes autres procédures […] soient
prononcés, enregistrés et délivrés aux parties en langage maternel françois et non autrement. 57
Dieser Erlass war nicht nur gleichzusetzen mit dem Ende des Lateinischen im französischen Königreich, sondern besiegelte ebenso das Schicksal der vulgaires du pays, deren Sprecher ein immer stärker sinkendes Sprachbewusstsein entwickelten, obwohl aus dem Edikt nicht eindeutig hervorgeht, ob sich diese Sprachpolitik, neben dem Kampf gegen das Lateinische, auch gegen Sprachen wie das Okzitanische richtete 58 .
Was die Gültigkeit des Ediktes in der Provence anbelangt, so ist festzuhalten, dass der französische König, Louis XI., im Jahre 1481 die provenzalische Krone vom Grafen Charles III. de Provence erbte und dessen Testament unter dem Vorbehalt, die Pakte, Konventionen, Privilegien, Freiheiten, Statuten etc. der Provence aufrechtzuerhalten, im Jahre 1482 annehmen konnte. 1483 wurde Louis’ Sohn Charles VIII. König und unterschrieb diese „provenzalische Verfassung“, welche 1487 von der Assemblée des Etats de Provence notariell bekräftigt wurde und die der Provence einen Autonomiestatus gewährte. Der französische König galt in dieser Region lediglich als Graf der Provence. Aus diesem Grund hatte das Edikt von Villers-Cotterêts in der Provence keinerlei Gültigkeit, was somit das Vorhandensein offizieller Texte in provenzalischer Sprache selbst am Ende des 16. Jahrhunderts erklärt 59 .
Was das okzitanofone Sprachgebiet betrifft, so bildeten sich infolge der schonungslosen französischen Sprachpolitik gezwungenermaßen Résistancebewegungen, deren Maxime es war, dem französischen Kulturmodell die Stirn zu bieten und ihrer Sprache einen angemessenen Status anerkennen zu lassen. Bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden in der Provence und in der Gaskogne, hauptsächlich begründet durch das Edikt von Villers-Cotterêts, literarische Renaissancebewegungen, zu deren bedeutungsvollsten Urhebern zum Beispiel Bellaud de La Bellaudière, Arnaud de la Salette und Pey de Garros zählen. Viele Schriftsteller dieser frühen Résistancebewegung wehrten sich gegen das sich verändernde Sprachbewusstsein und gegen die Anlehnung an französische Konventionen im Bereich der Orthografie, indem sie, wie de Garros oder de la Salette, die
57 Nouvel, S. 90
58 Kremnitz 1981, S.134-142
59 Blanchet 1992, S. 58f.
18
alten okzitanischen Grafieformen beim Schreiben beibehielten oder, wie Nostredame und Larade, durch das Verfassen stark nationalistischer Werke 60 . Das folgende Zitat von Pey de Garros offenbart in unverblümter Weise seine Enttäuschung darüber, dass dem Okzitanischen zuwenig Anerkennung zukam:
O praube liatge abusat, / digne d’èste despaïsat, / qui lèishas per ingratitud / la lenga de la noiritud…
/ … E non hès compte de l’ajuda / au païs naturau deguda. 61
(O arme missbrauchte Generation, würdig vom Lande gejagt zu werden, die du aus Undankbarkeit die
nährende Sprache im Stich lässt…und nicht die Hilfe berücksichtigst, die du deinem Herkunftsland
schuldest.)
Bezüglich der Folgen des Edikts schreiben Meisenburg und andere, dass es im 16. und frühen 17. Jahrhundert eine leichte Renaissance der okzitanischen Literatur gab, welche sich jedoch durch das Fehlen einer panokzitanischen Literatursprache und durch wenig abwechslungsreiche Inhalte nicht festsetzen konnte 62 . Hierzu muss man jedoch anmerken, dass es sich um eine sehr geringe Anzahl von Publikationen handelte, die nicht mit der Troubadourlyrik des Mittelalters verglichen werden kann. Was die provenzalische Literatur anbelangt, so spricht Blanchet eher von einer „Geburt“ anstatt von einer „Renaissance“, da das in dieser Epoche geschriebene Provenzalische nicht mit den okzitanischen Idiomen des Mittelalters verglichen werden könne 63 . In der Provence war die literarische Produktion in französischer Sprache zu dieser Zeit geringer als jene in provenzalischer Sprache, deren Autoren aus volksnahen kleinaristokratischen und kleinbürgerlichen Schichten stammten 64 . Auch im universitären Bereich war das Okzitanische rechtlich am Schwinden. So blieb zum Beispiel an den Universitäten von Aix und Avignon das Lateinische die einzige Unterrichtssprache 65 , und in den Statuten der 1582 gegründeten Université et Collège des Arts von Nîmes liest man: „Tous les écoliers seront tenus de parler en latin […]. Il sera néanmoins défendu à ceux-ci de parler jamais languedocien.“ 66
60 Kremnitz 1974, S. 116ff.
61 In: Bec, S. 86
62 Meisenburg, S. 12
63 Blanchet 1992, S. 62
64 Blanchet 1992, S. 62f.
65 Blanchet 1992, S. 61
66 Nouvel, S. 90
19
3.8. Entwicklungen vom 17. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution
Berücksichtigt man die Tatsachen, dass, erstens, die okzitanischen Provinzen alle separat voneinander vom Königreich verwaltet wurden, wodurch eine Trennung dieser und gleichzeitig eine stärkere Verbindung zum Französischen entstehen konnte, zweitens, die Ausdehnung des französischen Beamtentums gen Süden sowie die königliche Sprachpolitik, so musste es zwangsläufig zu einer Umstellung auf die französische Sprache kommen, auch wenn dies zuerst auf den distanzsprachlichen Bereich, hier auf die administrative Schriftsprache, zutreffen sollte 67 . Das Edikt löste im Nachhinein eine Welle von puristischen Aktionen aus. So verfocht der Hofdichter François de Malherbe in seiner 1605 erschienenen Doktrin seinen Wunsch, die französische Dichtersprache von Archaismen, Xenismen, Fachtermini, Homonymen, Synonymen und Dialektismen zu reinigen, und schließlich war es dann auch nicht verwunderlich, dass 1635 von Richelieu die Académie française gegründet wurde, die noch bis heute eine umstrittene Sprachnormierung betreibt. Ein Akademiemitglied, Claude Favre de Vaugelas, setzte sich in seiner Grammatik Remarques sur la langue française von 1647 für den bon usage ein, welcher seiner Meinung nach bei gaskognisch verseuchten Höflingen ein Desiderat darstellte 68 . Das Französische gewann aus diesen Gründen enormes kulturelles Prestige an den Höfen und unter den Intellektuellen Europas, woraus zwangsläufig resultierte, dass die Sprachnormierung im 18. Jahrhundert endgültig in den Händen des gehobenen Bürgertums, der Gelehrten und Literaten (vor allem seien hier Corneille, Racine und Molière genannt) lag 69 . Allerdings darf auf keinen Fall außer Acht gelassen werden, dass diese Sprachnormierung des Französischen bis zur Französischen Revolution lediglich in den distanzsprachlichen Bereich fiel, was aufgrund der hohen Analphabetenrate bedeutete, dass zum Beispiel in Südfrankreich nicht nur die Unterschicht weiterhin Okzitanisch sprach. Simultan hierzu vollzog sich aber auch eine verstärkte Dialektalisierung aufgrund des lokal-und situationsbedingt restringierten Sprachgebrauchs, was Folgen auf das National- sowie das Sprachbewusstsein der Sprecher des Okzitanischen, denen eine universelle Hochsprache fehlte, hatte. Die Divergenzen zwischen dem Gebrauch der Nähe- und der Distanzsprache in Südfrankreich, wobei die Distanzsprache das Französische war, resultierten schließlich in einer medialen Diglossiesituation 70 oder, wie Blanchet es ausdrückt, in einer „situation
67 Kremnitz 1974, S. 113ff.
68 Achim Stein. Einführung in die französische Sprachwissenschaft (Weimar, 1998), S. 106
69 Sokol, S. 203
70 Cichon, S. 11f.
20
diglossique ‘modérée’ avec certains écrits en français et le reste de l’espace sociolinguistique en provençal (avec ici ou là un peu de latin et d’italien )“ 71 . Diese Diglossie beinhaltete, dass das Französische den dominierenden Klassen, die eine Schulbildung genießen konnten, vorbehalten und eine unumgängliche Voraussetzung für Machterwerb war. Sie ist kein Indiz dafür, dass es eine Rivalität zwischen Franzosen und zum Beispiel Provenzalen gab, sondern für das Vorhandensein verschiedener sozialer Schichten mit verschiedenen Sprachgewohnheiten 72 . Besonders zeigte sich diese Ambiguität in den Bereichen Kirche und Schulwesen, in denen die gesprochene Sprache im Süden Frankreichs weiterhin das Okzitanische blieb, und es waren lediglich die lokalen Akademien darum bemüht, das Französische, welches den Platz des Lateinischen eingenommen hatte, auch auf nähesprachlicher Ebene zu etablieren 73 .
Es ist im besonderen Maße für die Provence festzuhalten, dass das Französische nur sehr langsam als gesprochene Sprache Fortschritte machte, denn jene, die dieser Sprache mächtig waren, die führenden Klassen, hatten kein Interesse daran, es in der Bevölkerung zu verbreiten. In dieser Region offenbart sich die Diglossiesituation sehr schön in zeitgenössischen Theaterstücken, in denen nur sozial höhergestellte Personen Französisch sprechen, wobei sich provenzalofone Personen, die versuchen, die soziale „Leiter“ zu erklimmen, sich durch gebrochenes Französisch lächerlich machten, weshalb man diesem Stereotypen den Namen Méridional ridicule 74 gab. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gewinnt das Französische vorerst in den großen Städten wie Marseille mehr Sprecher in der Bourgeoisie, da sich durch Industrialisierung, Kommerzialisierung und Presse neue Möglichkeiten der Verbreitung ergaben. Auch die Protestanten trugen zu einer Annäherung an das Französische bei, indem sie auf Französisch predigten und die Bibel in dieser Sprache verbreiteten. Zudem trug die Landflucht, begründet durch die erbärmliche Lage der Bauern dazu bei, dass mehr und mehr Provenzalen in den Städten mit der französischen Sprache in Kontakt kamen. Viele von ihnen achteten darauf, ihren Kindern ein besseres Leben zu bieten und schickten sie somit in die Städte. Eine sprachwissenschaftliche Folge daraus waren wechselseitige Entlehnungen. Das begründet die Feststellung, dass sich in das Provenzalische französische Wörter aus dem politischen, religiösen, schulischen, administrativen Bereich, und in das Französische provenzalische Wörter mischten. Doch blieb das Französische für den Großteil der Bevölkerung eine Fremdsprache, denn selbst in den Städten blieb die
71 Philippe Blanchet. Langues, cultures et identités régionales en Provence. La métaphore de l’aïoli (Paris, 2002), S. 14
72 Blanchet 1992, S. 60
73 Kremnitz 1974, S. 125f.
74 Kremnitz 1981, S. 26
21
dominierende Sprache das Provenzalische. Aus diesem Grund verwundert es auch nicht, dass sich drei aus dem 18. Jahrhundert stammende provenzalische Wörterbücher und eine Grammatik finden lassen 75 .
3.9. Die Folgen der Französischen Revolution und Entwicklungen im Napoleonischen Kaiserreich
Dieser Zustand sollte sich allerdings nach der Französischen Revolution, die aus Profitgründen zunächst von den okzitanischen Oberschichten begrüßt 76 , später allerdings von den Girondisten durch Autonomieverlust angefochten wurde 77 , wandeln. Obwohl das Französische im Gegensatz zu den Bauern-, Arbeiter- und Handwerkerklassen bereits seit Beginn des 18. Jahrhunderts in den oberen Strati auch im umgangssprachlichen Bereich immer fester Fuß gefasst hatte, konnte man das Okzitanische zwar vorerst nicht ausklammern, da man das Volk Südfrankreichs andernfalls nicht in die Politik hätte mit einbeziehen können. Doch änderte sich diese okzitanophile Sprachpolitik rasch aufgrund der Tatsache, dass dem Volke, welches sich gegen die Steuerpolitik und den Zentralismus schon seit dem 16. Jahrhundert durch Aufstände wehrte 78 , nur über eine gemeinsame Sprache die Ideale der jungen Republik einverleibt werden konnten, und dass es nur durch eine gemeinsame Sprache möglich gewesen wäre, jedes Individuum am politischen Leben teilhaben zu lassen 79 . Gleichzeitig stieg auch in den unteren Schichten das Interesse am Französischen, da auch für jene nun ein sozialer Aufstieg möglich gemacht wurde. Allerdings war die Grundvoraussetzung hierfür das aktive Beherrschen des Französischen. Man ging dazu über, regionale Idiome im Zuge der Sprachpolitik als Überreste des ancien régime anzusehen,
75 Blanchet 1992, S. 64ff.
76 „La Révolution […] plaît aux cadres des provinces. La noblesse éclairée y trouve son heure […]. Elle plaît aussi aux nouveaux riches de l’industrie, qui saluent une possibilité de libération des échanges. L’occasion est alors belle de profiter […].“ (In : Robert Lafont. Clefs pour l’Occitanie (Paris, 1977), S. 116)
77 „Au temps de la Grande Peur, les cités se sont organisées dans l’autonomie […], ont éprouvé un système fédératif spontané. […] C’est une insurrection occitane dont les points forts sont les villes d’affaires, Bordeaux, Marseille, Nîmes, Toulon, Lyon. Elle exprime les aspirations d’une « classe de pouvoir » qui s’était constituée au Midi et qui aurait pu effectivement instaurer un régime capitaliste moderne dans un cadre d’autonomie régionale […] Mais la France […] montagnarde et, au nom de la « Nation », la petite bourgeoisie du Nord fait la guerre aux troupes girondines. En […] 1793, […] celles-ci sont défaites.“ (In : Lafont, S. 116f.)
78 Der letzte, 1710 niedergeschlagene Volksaufstand im okzitanischen Gebiet gegen die französische Fiskalpolitik war die Revolte der „Camisards“ unter der Führung des Bäckers Jean Cavalier und des Handwerkers Gédéon Laporte, die sagten, dass „notre patrie nous ayant déclaré la guerre, nous ne pouvons plus la regarder que comme notre ennemie.“ (In: Lafont, S. 109ff.)
79 Dekret vom 14.1.1790: Beschluss der Übersetzung der Gesetze in „tous les idiomes qu’on parle dans les différentes parties de la France“ (In : Meisenburg, S. 13 ; dort zitiert nach Mathée Giacomo : „La politique à propos des langues régionales: cadre historique“. In : Langue française 25 (1975), S. 17)
22
wodurch der Begriff patois eine pejorative Konnotation erhielt, welche häufig noch bis heute in den Köpfen der Bürger existiert.
Wie es sich mit der demolinguistischen Situation in Frankreich nach der Revolution verhielt, beschreibt der Bericht Rapport sur la nécessité et les moyens d’anéantir les patois et d’universaliser l’usage de la langue française aus dem Jahre 1794, welche sich auf eine Fragebogenstudie des Abbé Henri Grégoire, der das Französische als einzige Sprache durchsetzen wollte, bezieht. Laut seiner Resultate konnten sechs Millionen Menschen des Landes, d.h. 50 Prozent der Bevölkerung, überhaupt kein Französisch, ebenso viele konnten sich auf Französisch nicht unterhalten, und nicht einmal drei Millionen, d.h. 12 Prozent der Bevölkerung, sprachen die Sprache, wobei darunter viele selbst die Orthografie nicht beherrschten:
[…] au moins six millions de Français, surtout dans les campagnes, ignorent la langue nationale ; […]
un nombre égal est […] incapable de soutenir une conversation suivie ; […] le nombre de ceux qui la
parlent n’excède pas trois millions, […] le nombre de ceux qui l’écrivent correctement encore moindre.
[…] 80
Es wurde offensichtlich, dass das Okzitanische weiterhin die führende Sprache im Süden war, gleichwohl die Oberschichten das Französisch auch aktiv beherrschten 81 . Man kann als signifikanten politischen Hintergrund für die Sprachsubstitution in der Wirtschaftspolitik konstatieren, dass das einst industrialisierte Okzitanien nach und nach vernachlässigt wurde, sowohl in Bezug auf den infrastrukturellen Ausbau als auch bezüglich subventorischer Maßnahmen 82 , was eine starke Abwanderung gen Norden 83 zur Folge hatte, wobei der Erhaltung des Okzitanischen somit große Steine in den Weg gelegt wurden. Erst an zweiter Stelle für die Gründe des Zurückdrängens des Okzitanischen kann man somit weitere sprachpolitische Maßnahmen nach dem Leitmotiv der Jakobiner „eine Nation, eine Sprache“ 84 ansetzen, worunter man die spätere Einrichtung staatlicher, kostenpflichtiger Volksschulen im Jahre 1830 zählt, um die patois überall durch das Französische ersetzen zu können, indem man die Alphabetisierung des Volkes vorantreibt. Doch bereits 1793 und 1794 wurden erste sprachpolitische Vorkehrungen getroffen:
80 Kremnitz 1981, S. 27
81 Kremnitz 1974, S. 128
82 Meisenburg, S. 14f.: selbst im 20. Jahrhundert gibt es Proteste, von denen besonders die niedergeschlagene Winzerrevolte im Languedoc 1907 erwähnt werden muss, die mit okzitanischen Bannern und Plakaten gegen die französische Agrarpolitik durchgeführt wurde;
83 für statistische Belege siehe André Dupuy: Petite encyclopédie occitane. Montpellier (2. Auflage), 1972
84 Blanchet 1992, S. 69
23
Arbeit zitieren:
Jonny Güldenpenning, 2007, Geschichte und Dynamik der okzitanischen Sprache und Kultur, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jonny Güldenpenning's Text Geschichte und Dynamik der okzitanischen Sprache und Kultur ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Jonny Güldenpenning hat den Text Geschichte und Dynamik der okzitanischen Sprache und Kultur veröffentlicht
Jonny Güldenpenning hat einen neuen Text hochgeladen
Sprache, Kultur und Zielgruppen
Bedingungsgrößen für die Kommu...
Christopher Michael Schmidt, Dagmar Neuendorff
Sprache - Kultur - Darstellungsformen
Methodenprobleme in der Philos...
Bettina Kremberg, Rainer Totzke
Die subtile Sprache der Kultur
Interkulturelle Kommunikation ...
Klaus Antoni, Elisabeth Scherer
Französischunterricht als Lernort für Sprache und Kultur
Prinzipien und Praxisbeispiele
Eynar Leupold
Sprachen und Kulturen sichtbar machen
Interkulturelle Kompetenzen be...
Ergin Focali, Susanne Viernickel, Petra Völkel
0 Kommentare