Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Bewegungsbild und Bewegungsbildung 4
2.1. Konstruktion von Bewegungsbildern 4
2.2. Empfinden und Wahrnehmen von Bewegungen 5
3. Bewegungen sehen und beurteilen 7
3.1. Dominanz der äußeren Bilder 8
3.2. Phänomenologische Sicht 9
4. Bewegungshandeln im Sport 10
5. Literaturverzeichnis 12
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1. Einleitung
Um Bewegungen darzustellen, wird die Biomechanik als wissenschaftliche Grundlage verwendet. Im Mittelpunkt dieser Betrachtung stehen Bewegung und Belastung des menschlichen Körpers. Hierbei werden physikalische Gegebenheiten genutzt, um Bewegungsvorgänge zu beschreiben oder zu optimieren. Dies führt dazu, den Körper zu mechanisieren und das Empfinden des Individuums außer Acht zu lassen. Gordjin sagt hierzu, dass Kinder im Sportunterricht keine sich bewegenden Körper darstellen, sondern Kinder sind, die sich mit der Bewegung auseinander setzen (vgl. Gordjin, 1968). Somit wird das innere Bild zum Erlernen bestimmter Bewegungen wichtiger als das äußere. Dies wird von Paul Christian und dessen phänomenologischer Sicht aufgegriffen. Bewegungen können demnach nur durch die Auseinandersetzung mit ihr entstehen. Im Bereich der Sportpädagogik hat die phänomenologisch orientierte Betrachtungsweise Einzug gehalten, verbleibt allerdings in der Auseinandersetzung mit der physiologisch-anatomisch orientierten Biomechanik. Die Frage ist, ob sich die biomechanische und die phänomenologische Sicht ausschließen oder miteinander verknüpft werden müssen. Welche Konsequenzen hat das für den Leistungssport und den Schulunterricht mit Kindern? Die nachfolgende Arbeit bietet zunächst einen Überblick über Bewegungsbild und Bewegungsbildung. Hierbei wird genau erklärt, wie sich ein bestimmtes Bewegungsbild konstruiert und sich dessen Wahrnehmung gestaltet. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf den Möglichkeiten Bewegungen zu sehen und zu beurteilen. Dabei sollen die Biomechanik und die phänomenologische Sicht kritisch gegenüber gestellt werden. Das Zusammenfügen von inneren und äußeren Bildern in der Sportpraxis führte zu neuen Erkenntnissen im sportlichen Leistungstraining und im Schulunterricht. Diese werden unter Punkt vier als Ergebnis dargestellt.
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2. Bewegungsbild und Bewegungsbildung
2.1. Konstruktion von Bewegungsbildern
In der heutigen Betrachtung wird die Bewegung nicht mehr als das letzte ausführende Glied gesehen, sondern stellt eine wichtige Rolle für das Entstehen psychischer Vorgänge dar. Wahrnehmung erzeugt nicht nur Bewegung. Auch umgekehrt ist dieser Prozess möglich (vgl. Ennebach, 1991). Zum Untersuchungsgegenstand gehört, dass ein stehendes Abbild im Betrachter eine Bewegung auslöst und wie man dieses gezielt im Sport einsetzen kann. Ennebach sagt, dass das Bewegungsbild eine angemessene Körperhaltung entscheidender Phasen einer Gesamtbewegung als Mitbewegung auslösen soll, die dann andere Bewegungen organisiert (vgl. Ennebach, 1991). Die Frage ist, wie solch ein Bewegungsbild aussehen soll? Beispiel können Bildreihen sein. Dem Sportler wird eine Bildreihe über den zu erlernenden Überschlag beim Turnen gezeigt. Hieraus entnimmt er die Haltung der Arme beim Abdruck vom Boden und kann somit während diesem entscheidenden Moment den Überschlag zum Gelingen bringen. Er organisiert also die Gesamtbewegung aus einer Abbildung heraus. Was genau muss aber dem Sportler gezeigt werden, damit er eine Bewegung richtig ausführt?
„Ein Bewegungsbild sollte so gestaltet werden, dass es über … (die) Wahrnehmungstätigkeit beim Betrachter vorhandene Bewegungsvorstellungen und Mitbewegungen aktualisiert oder aufbaut, die für die zu erlernende Gesamtbewegung entscheidend sind (Ennebach, 1991, S 11).“ Wenn demnach ein gutes Bewegungsbild vorhanden ist, kann die in unserer Einbildung aufsteigende Bewegung zu einer uns ergreifenden Vorstellung werden, welche eine als virtuelle Bewegung innerlich vollzogene Mitbewegung auslöst. Was nichts anderes heißt als ein Bild zu sehen und in Gedanken nachzumachen. Die Wirkung des Bewegungsbildes hängt von der Gestaltung und der psychischen Verfassung des Betrachters ab. Bei der Gestaltung ist eine angemessene Betonung dominierender Züge wichtig, während bei der psychischen Verfassung des Betrachters der oben genannte Herstellungsprozess gemeint ist (vgl. Ennebach, 1991, S 209).
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Arbeit zitieren:
Martin Krauße, 2009, Die Wahrnehmung von Bewegungen, München, GRIN Verlag GmbH
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