Anlagenverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Politische Schocks 1
2.1 Was ein Schock ist 1
2.2 Besonderheit politischer Schocks 2
2.3 Political Economy Channel: Die Übertragung politischer Schocks 3
3. Der empirisch-ökonometrische Modellansatz von M. Fratzscher und L. Stracca 4
3.1 Kategorisierung und Gewichtung der politischen Schocks 4
3.2 Datengrundlage 5
3.3 Untersuchungs- und Vergleichsgruppe 6
3.4 Kurze Beschreibung des Modells 7
4. Zentrale Ergebnisse der Forschungsarbeit von M. Fratzscher und L. Stracca 7
4.1 Ergebnisse in der Untersuchungsgruppe 7
4.2 Verarbeitung politischer Schocks in der Vergleichsgruppe 9
5. Institutioneller Erklärungsansatz nach M. Fratzscher und L. Stracca 9
5.1 Qualität der Geldpolitik 10
5.2 Qualität der Fiskalpolitik 11
5.3 Änderung institutionaler Rahmenbedingungen außerhalb des Eurosystems 11
6. Profiteure des Eurosystems und Moral-Hazard-Verhalten der politischen
Akteure 12
7. Resümee 13
Literatur- und Quellenverzeichnis VIII
I
Anlage1: Untersuchte Länder IV
Anlage 2: Reaktion der Kapitalmärkte auf nationale Schocks in den
Ländern des Eurosystems IV
Anlage 3: Reaktion der Kapitalmärkte auf Schocks aus Ländern des
Eurosystems V
Anlage 4: Zeitabhängige Heterogenität der Kapitalmarktreaktionen auf
Schocks in Ländern des Eurosystems V
Anlage 5: Reaktion der Kapitalmärkte auf nationale Schocks in allen
Ländern VI
Anlage 6: Mittelwert und Streuung der Inflationsraten in den Ländern des
Eurosystems VI
Anlage 7: Mittelwert und Streuung der Defizitquoten und der Staatsschulden-
quoten der Länder des Eurosystems VII
Anlage 8: Indikator der Weltbank für politische Stabilität VII
II
- Abkürzungsverzeichnis - EGV Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft EMU Economic and Monetary Union EU Europäische Union
EWWU Europäische Wirtschafts- und Währungsunion EZB Europäische Zentralbank i. d. R. in der Regel i. V. m. in Verbindung mit o. g. oben genannt
III
1. Einleitung
Rahmenbedingungen bestimmen das Ob und das Wie des Wirtschaftens. Stabile Rahmenbedingungen sorgen darüber hinaus für ein effizienteres Wirtschaften. Hierdurch ist es für die Wirtschaftssubjekte einfacher sich innerhalb des vorgegebenen Rahmens zu bewegen. Unsicherheiten und Kosten der Anpassung, die jede Veränderung in den Rahmenbedingungen mit sich bringt, kommen in einem stabilen Umfeld nur reduziert vor. Die Wirtschaftssubjekte können sich auf das beschränken, was ihr primäres Ziel ist: zu wirtschaften.
Die Rahmenbedingungen der Wirtschaft werden insbesondere durch die Politik vorgegeben. Somit besteht zwischen der Politik und der Wirtschaft eine Interaktion. Mit diesem Wechselspiel befasst sich die Arbeit. Dabei wird einerseits der Einfluss unvorhergesehener politischer Ereignisse auf das Wirtschaftssystem in einem engen zeitlichen Wirkungszusammenhang betrachtet. Andererseits wird im Zeitverlauf beobachtet, inwieweit es zu einer Veränderung dieser Interaktionen kam.
Seit Mitte der 90er Jahre erfolgte in der nationalen Wirtschaftspolitik ein enormer Autonomieverlust, wodurch nationale Institutionen durch supranationale Institutionen des Eurosystems ersetzt wurden. Gibt es zwischen dem Autonomieverlust und der Entwicklung bei der Schockübertragung auf die Realwirtschaft einen Zusammenhang? Diese Fragestellung soll anhand einer Reflexion des Arbeitspapiers „The political economy under monetary union - has the Euro made a difference?“ von M. Fratzscher und L. Stracca untersucht werden.
2. Politische Schocks
Das Arbeitspapier von M. Fratzscher und L. Stracca befasst sich zentral mit dem Einfluss politischer Schocks auf das Wirtschaftssystem ohne eine nähere Erläuterung zu bringen, was politische Schocks sind.
2.1 Was ein Schock ist
Der Begriff „Schock“ findet in der Volkswirtschaftslehre häufig Verwendung. Befasst man sich mit diesem Begriff jedoch näher, muss man feststellen, dass in der Fachlitera-
1
tur der Begriff „Schock“ nicht definiert ist. In der Regel werden Angebots-, Nachfrage-und Geldmengenschocks unterschieden. 1 Doch was haben diese unterschiedlichen Schocks gemein? Der Begriff „Schock“ - aus dem französischen „choc“ kommendbedeutet Stoß oder Schlag. 2 Als Metapher kann man diese Beschreibung übertragen auf die Begrifflichkeit „Schock“ in der Volkswirtschaftslehre: Schocks werden in Modellen beobachtet und haben den Zweck Ereignisse widerzuspiegeln, die exogen auftreten und dann in die Modellwelt „hineinstoßen“. Herauszuheben ist, dass die Ursachen von Schocks nicht durch das Modell erklärt werden können, sondern nur die Wirkung der Schocks innerhalb des Modells. Aus dem Modell betrachtet, ereignen sich Schocks überraschend und sind im Gegensatz zu den endogenen Ereignissen und Abläufen in einem Modell nicht prognostizierbar. Sie fließen somit nicht in die Erwartungsbildung der einzelnen Subjekte ein.
2.2 Besonderheit politischer Schocks
Dass politische Schocks existieren können, impliziert folgende Überlegung: Politisches System wie auch Wirtschaftssystem sind als zwei bedingt abhängige (Teil-) Systeme 3 zu verstehen, wobei die Kommunikation zwischen beiden Teilsystemen nicht uneingeschränkt erfolgt sondern reduziert. 4 Eine gewisse Interaktion ist somit möglich. Bestimmte Ereignisse, die eine das Teilsystem übergreifende Bedeutung haben, werden nicht nur im anderen Teilsystem wahrgenommen, sondern auch in der Handlung der einzelnen Akteure berücksichtigt.
Da aber die Kommunikation zwischen den Teilsystemen nicht vollständig ist und folglich Informationsasymmetrie zwischen den Teilsystemen herrscht, werden in der Erwartungsbildung der einzelnen Akteure nicht alle zukünftigen Ereignisse des anderen Teilsystems berücksichtigt. Zum Zeitpunkt der Erwartungsbildung liegen somit nicht alle Informationen über das Eintreten künftiger Ereignisse vor. Kommt es nun zu unberücksichtigten Sachverhalte mit einem für das andere Teilsystem bedeutenden Inhalt, so werden dessen Akteure das Geschehen als unvorhergesehen und exogen - also als einen Schock - betrachten und entsprechend ihre Handlungsabsichten anpassen.
1 So z. B. Bofinger, P./ Reischle J. / Schächter A. (1996), S. 100 ff.
2 Kluge F./ Seebold M. (1999), S. 739.
3 Unter 2.1 wurde der Zusammenhang Modell und Schock erläutert. Da Modelle Vereinfachungen von
komplexen Systemen sind, wird im weiteren Verlauf der Arbeit für die Erklärung politischer Schocks
vereinfachend davon ausgegangen, dass Modelle und Systeme deckungsgleich sind.
4 Luhmann, N. (1998), S. 78 ff.
2
Arbeit zitieren:
Diplom-Verwaltungswirt (FH) Matthias Will, 2009, Einfluss politischer Schocks auf Wirtschaftssysteme unter Berücksichtigung der Institutionen des Eurosystems, München, GRIN Verlag GmbH
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