Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Entstehung und Verlauf schwedischer Wohlfahrtspolitik. 3
2.1 Ideologische Voraussetzungen und sozialpolitische Gestaltung 3
2.2.Sozialpolitische Gestaltung 6
3. Das schwedische Wohlfahrtssystem in der Krise. 8
3.1 Das Ende des subventionierten Wirtschaftswunders 8
3.2 Die Systemkrise durch Öffnung des Kapitalmarktes 9
3.3 Wohlfahrtsmerkantilismus und freier Welthandel 11
4. Fazit 13
4. 13
5. Literaturverzeichnis. 15
5. 15
5. 15
5. 15
5. 15
5. 15
5. 15
5. 15
5. 15
5. 15
5. 15
5. 15
5. 15
5. 15
5. 15
5. 15
2
1. Einleitung
In Zeiten weltweiter Liberalisierungstendenzen im Zusammenhang mit einer wachsen‐ den internationalen wirtschaftlichen Integration von Schwellen‐ und Entwicklungslän‐ dern, stehen die europäischen Wohlfahrtsstaatmodelle unter erheblichen Handlungs‐ druck. Das schwedische Modell, welches als Urtypus des demokratischen Wohlfahrts‐ staates angesehen werden muss, bleibt hierbei nicht außen vor. Dennoch hat sich die‐ se Gesellschaft in erstaunlichem Maße der weltweit um sich greifenden Reduzierung staatlicher Umverteilungsleistungen widersetzt. Auf den Folgenden Seite soll darge‐ stellt werden, welchen Ursprung dieses System mit seiner starken gesellschaftlichen Solidarität hat, mit welchen Mitteln sie diese umsetzt und wie sie in Zeiten wirtschaft‐ licher Krisen diese aufrecht erhalten und fortsetzten konnte. Am Ende wird der Zu‐ sammenhang nationaler Interessenspolitik, im Bereich der Sozial‐ und Wirtschaftspoli‐ tik, den internationalen Entwicklungen und Herausforderungen gegenüber gestellt und Erklärungsmodelle gesucht, welche die Robustheit und vor allem Legitimität des schwedischen und allgemein einer breiten Wohlfahrtspolitik erklären können. Am En‐ de steht die Frage, ob sich nationale Solidarität, in Bezug auf staatliche Wohlfahrtspoli‐ tik, mit internationaler Chancengleichheit vereinbaren lässt und eine Politik, wie sie Schweden verfolgt zum Nachteil von weniger entwickelten Ländern gerät.
2. Entstehung und Verlauf schwedischer Wohlfahrtspolitik
2.1 Ideologische Voraussetzungen und sozialpolitische Gestaltung
Schweden gilt heute allgemein als Vorbild einer gut ausgebauten staatlichen Wohlfahrt in aller Welt. Allerdings ist das Land nicht nur seit Anfang der Nachkriegsjahre Vorbild, sondern war auch Vorreiter und Blaupause für alle skandinavischen Länder in Sachen staatlicher Fürsorge und aktiver Arbeitsmarktpolitik seit den 50er Jahren. Neben struk‐ turellen begünstigenden Faktoren, war auch ein ausgeprägter politischer Wille An‐ triebsfeder zum Ausbau des schwedischen Wohlfahrtsstaates. Dieser manifestierte sich im Abkommen von Saltsjöbaden 1938 zwischen Arbeitnehmer‐ und Arbeitgeber‐
vertreter, sowie in sozialpolitischen Grundsätzen wie der „Volksheim Theorie“ von Per Albin Hannson und dem Rehn‐Meidner Modell. Diese Prinzipien stellten die Grundlage für einen „Dritten Weg“ für die schwedische Gesellschaft dar, zwischen dem Span‐ nungsverhältnis eines freien Marktkapitalismus und eines staatlichen geführten Sozia‐ lismus. Diese politischen Ideologien konnten allerdings nur unter speziellen Vorausset‐ zungen eine bestimmende Meinungsmacht entwickeln. Hierzu zählen in erster Linie die Struktur der Unternehmenslandschaft Schwedens und das sich hieraus herausbil‐ dende soziale Profil des Landes, sowie eine daraus mögliche politische Koalition, wel‐ che die Durchsetzung des wohlfahrtstaatlichen Programmes nach sozialdemokrati‐ scher Prägung möglich machten.
Schweden war noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Land, welches sich hauptsäch‐ lich auf den Export von Rohstoffen und Halbfertigprodukte beschränkte. Aus diesem Umstand ergibt sich eine Unternehmenslandschaft mit sehr großen vertikal integrier‐ ten Unternehmen und entsprechend großer Belegschaft. Diese strukturellen Umstände ermöglichten es den Arbeitnehmern, welche zu dieser Zeit eine noch immer marginali‐ sierte Gruppe darstellen, sich schnell und zentral zu organisieren und ihre Macht in der daraus entstehenden Dachgewerkschaftsverband LO zu institutionalisieren (Stephens 1996, 39).Eine Folge hieraus waren zahllose Arbeitskämpfe und Streiks. Erst durch den Druck der sozialdemokratischen Regierung konnten Verhandlungen der beiden Streit‐ parteien vorangebracht werden, deren Ergebnisse letztendlich im Abkommen von Saltsjöbaden manifestiert wurden.
Ergebnis der Verhandlungen war eine Tarifautonomie mit zentralen Tarifverhandlun‐ gen und festgeschriebenen Verhandlungsregelungen, welche den Einfluss der Regie‐ rung auf Tarifverhandlungen verhindern sollte. Weiterhin wurde den Arbeitnehmern ein größeres Mitspracherecht auf Produkte, eine größere Kontrolle des Produktions‐ prozesses und Mitsprache bei der Richtung von Investitionen eingeräumt, um einen dauerhaften sozialen Frieden durch eine gesicherte Inklusion der Arbeiterschicht zu gewährleisten. So war das Ziel der Verhandlungen einerseits eine Befriedung der Ar‐
beiter, durch bessere Arbeitsbedingungen und größere Mitsprache, und auf der ande‐ ren Seite die Grundlage für ein Wachstum der nationalen Volkswirtschaft zu schaffen, welches sich in folgenden Jahrzehnten auch einstellen sollte (Stephens 1996, 40). Das Abkommen von Saltsjöbaden kann somit als Grundlage für den skandinavischen Wohl‐ fahrtsstaat geltend gemacht werden.
Die ideologischen Voraussetzungen dieses schwedischen Modells gehen auf die Volks‐ heimtheorie von dem sozialdemokratischen Parteivorsitzenden Per Albin Hannson zu‐ rück, welcher seinen „Dritten Weg“ 1928 in einer Rede im Reichstag wie folgt um‐ schreibt:
Das Fundament des Heimes ist die Gemeinschaft und das Einigkeitsgefühl. Das gute Heim kennt keine Privilegierten oder Vernachlässigten, keine Hätschelkinder oder Stiefkinder. Im guten Heim herrscht Gleichheit, Fürsorge, Zusammenarbeit, Hilfsbereitschaft. Auf das große Volk-und Bürgerheim angewandt, würde es Abbau aller sozialen und ökonomischen Schranken bedeuten, die jetzt die Bürger in Privilegierte und Vernachlässigte, in Herrschende und Abhängige, in Reiche und Arme, Begüterte und Verarmte, Ausbeuter und Ausgebeutete trennen. (Strath 2003, 175)
Hannson verbindet in seiner Rede die konservative Werthaltung des Heimes als Grund‐ lage der Gesellschaft, mit einer gesellschaftlichen Verpflichtung. Er schafft dies durch eine Anhebung des familiären Heimes auf eine gesellschaftspolitische Ebene. Unter Herauskehren einer nationalen bürgerlichen Solidarität und der Einbeziehung der mar‐ ginalisierten Arbeitnehmer, der sogenannten Stiefkinder, schafft er es die Wähler zu überzeugen, die Unsicherheiten des Strukturwandels der Industrialisierung im 19. Jahrhunderts durch dieses Programm des Volksheimes zu bewältigen und auch kon‐ servative politische Kräfte weitgehend mit einzubinden. Aufbauend auf dieses Pro‐ gramm, welches später unter dem Namen „starke Gesellschaft“ und heute unter „sozi‐ aldemokratischer Wohlfahrtsstaat“ bekannt ist, konnte das vorher angesprochene Ab‐ kommen von Saltsjöbaden unter dem so aufgebauten gesellschaftlichen Druck und dem erklärten politischen Willen realisiert werden. Der demokratischen Partei be‐
Arbeit zitieren:
Andreas Blendinger, 2008, Demokratische Wohlfahrtspolitik in Zeiten postindustrieller Globalisierung am Beispiel Schweden, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Schweden im Wandel - Grundlagen der Krise des sozialdemokratischen Woh...
Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa
Bachelorarbeit, 38 Seiten
Eine Diskussion der Grundprämissen der ökonomischen Theorie der Politi...
Wie realistisch sind Downs Gru...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Andreas Blendinger's Text Demokratische Wohlfahrtspolitik in Zeiten postindustrieller Globalisierung am Beispiel Schweden ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Andreas Blendinger hat den Text Demokratische Wohlfahrtspolitik in Zeiten postindustrieller Globalisierung am Beispiel Schweden veröffentlicht
Andreas Blendinger hat einen neuen Text hochgeladen
Individualarbeitnehmerschutz- & Sozialrecht Deutschland - USA in Zeite...
Eine kritische Analyse des deu...
Bernd Deffland
Der Dito - das beste Lernbuch....
Christoph Hohl, Roswitha Hirzel, Kaspar Flück, Michelle Panza
Geschichte Der Vereinigten Staaten. Von Den Frhesten Zeiten Bis Zur Ad...
Jesse Ames Spencer
0 Kommentare