Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort. 3
2 Definition 4
3 Erscheinungsbild. 5
4 Phasen des Burnouts. 6
4.1 Einteilung nach Pines/Maslach. 6
4.2 Einteilung nach Edelwich/Brodsky. 6
4.3 Einteilung nach Burisch 7
5 Verbreitung, Ätiologie. 8
5.1 Betroffener Personenkreis 8
5.2 Ursachen 9
5.3 Fokus Lehrer 11
6 Erklärungsmodelle 11
6.1 Konzept von Cherniss. 12
6.2 Konzept von Maslach 12
7 Diagnose. 13
8 Prävention. 13
8.1 Persönlich, individuenzentriert. 13
8.2 Organisationsbezogen. 14
9 Intervention, Therapie 15
10 Literaturverzeichnis. 16
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1 Vorwort
Burnout ist ein Thema, welches seit einigen Jahren wieder verstärkt in den öffentlichen Blickpunkt geraten ist. Lehrer im Kreuzfeuer von PISA und Burnout... Doch dieser Belastungszustand betrifft nicht nur die Berufsgruppe der Lehrer, sondern kann eigentlich jeden treffen: Psychologen, Geistliche, Erzieher, Selbstständige, Manager,... Sogar viele Studenten sind von Burnout betroffen. Die Arbeitsbelastungen und Anforderungen während des Studiums sind teils enorm hoch, dazu kommt, dass sich viele Studenten nebenbei ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Die Studentenwerke verzeichnen einen steigenden Beratungsbedarf; Stresssymptome und psychosomatische Beschwerden nehmen zu.
In meiner Seminararbeit beschäftige ich mich näher mit dem wichtigen Thema Burnout, das mich sowohl als Studentin sowie auch als angehende Lehrerin und Pädagogin betrifft.
„Wer je ein ausgebranntes Gebäude gesehen hat, der weiß, wie verheerend so etwas aussieht. Ein Bauwerk, eben noch von pulsierendem Leben erfüllt, ist nun verwüstet. Wo früher Geschäftstätigkeit herrschte, finden sich jetzt nur noch verkohlte Überreste von Kraft und Leben. Ein paar Ziegel und Zementbrocken mögen stehen geblieben sein, ein paar leere Fensterrahmen. Vielleicht ist sogar die äußere Hülle des Gebäudes noch erhalten. Wer sich jedoch hinein wagt in die Ruin, wird erschüttert vor dem Werk der Vernichtung stehen.“
(Freudenberger, H.-J./Richelson, G. (1980): Ausgebrannt - Die Krise der Erfolgreichen. Gefahren erkennen und vermeiden. München.
S.13)
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2 Definition
Der Begriff „Burnout“ wurde erstmals 1974 vom Psychoanalytiker Freudenberger verwendet. Er beschreibt Burnout als „…ein Energieverschleiß, eine Erschöpfung aufgrund von Überforderungen, die von innen oder von außen - durch Familie, Arbeit, Freunde, Liebhaber, Wertesysteme oder die Gesellschaft- kommen kann und einer Person Energie, Bewältigungsmechanismen und innere Kraft raubt. Burnout ist ein Gefühlszustand, der begleitet ist von übermäßigem Streß, und der schließlich persönliche Motivationen, Einstellungen und Verhalten beeinträchtigt“. Burnout, im deutschen „Ausgebranntsein“, ist ein Zustand der (chronischen) Erschöpfung und Frustration, verursacht durch unrealistische Erwartungen in der Arbeit mit Menschen. Es ist „eine ganzheitliche Befindungsbeeinträchtigung eines Individuums aufgrund übermäßiger Belastungen“ (Knauder 1996, 10). Die Sozialpsychologin Maslach definiert Burnout als Emotionale Erschöpfung (Emotional Exhaustion), Depersonalisierung (Depersonalization) und reduzierte Persönliche Leistungsfähigkeit (reduced Personal Accomplishment) (vgl. Lauck 2003 17f).
Burnout zu fassen und eine allgemeingültige Definition zu finden, ist recht schwierig, was vor allem auffällt, wenn man verschiedene Literatur zu diesem Thema durchblättert: eine operationale Definition fehlt. In der Literatur überwiegend übereinstimmend sind die Symptomatik und der Verlauf von Burnout: − „Burnout erscheint auf der individuellen Ebene
− Burnout ist eine interne psychologische Erfahrung, die Gefühle, Einstellungen, Motive, Erwartungen einschließt
− Burnout ist eine negative Erfahrung für das Individuum, in der es um Probleme, Unannehmlichkeiten, Leiden, Dysfunktion und negative Konsequenzen geht“ (Kramis-Aebischer 1995, 44).
Hillert und Schmitz (2004) versuchen, Burnout zu Stress, Depression und innerer Kündigung abzugrenzen (vgl. 62f). Werden Arbeitsanforderungen als subjektiv belastend wahrgenommen und sie übersteigen die adaptiven Ressourcen, so sprechen die Autoren von beruflichem Stress. Reaktionen können auf psychischer und psychophysiologischvegetativer Ebene stattfinden. Burnout hingegen beinhaltet einen Veränderungsprozess durch lang anhaltende Unausgewogenheit von Anforderungen und Ressourcen und bedarf einer Therapie. Depression und Burnout sind auf den ersten Blick im Endstadium nicht
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unterscheidbar. Während Depression jedoch die ganze Person betrifft, unabhängig von der Situation und dem Bereich, ist dies bei Burnout-Betroffenen nicht der Fall. Eine andere Reaktion auf Belastungen und Diskrepanzen ist die innere Kündigung. Konsequenz ist nicht das Festhalten an beruflich bedeutsamen Sollvorstellungen, sondern eher ein Aufgaben, indem man sich aus der Verantwortung zurückzieht.
Mittlerweile ist Burnout auch in der ICD-10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten) als Krankheit bzw. psychische Störung aufgelistet. „Z73.0: Ausgebranntsein, Burn-out, Zustand der totalen Erschöpfung“ gehört als Problem mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung zu den Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen (vgl. ICD-10, XXI, Z73.0). Allerdings ist dies nicht als Diagnose aufgeführt, was beispielsweise bei der Kostenübernahme von Therapien etc. der Krankenkasse eine Rolle spielt.
3 Erscheinungsbild
Wie Burisch (2006) feststellt, ist das Symptombild von Burnout zwar vielschichtig, jedoch in diversen Studien recht einheitlich. Er stellt (in Anlehnung an Edelwich und Brodsky) eine Zusammenstellung von ca. 130 Symptomen auf, unterteilt nach sieben Kategorien bzw. Phasen des Burnouts (vgl. Burisch 2006, 25f; siehe auch Anhang): Warnsymptome der Anfangsphase (überhöhter Energieeinsatz, Erschöpfung), reduziertes Engagement und erhöhte Ansprüche, emotionale Reaktionen (Depression, Aggression) und
Schuldzuweisung, Abbau (der kognitiven Leistungsfähigkeit, Motivation und Kreativität, Entdifferenzierung), Verflachung (des emotionalen, sozialen und geistigen Lebens), psychosomatische Reaktionen sowie Verzweiflung.
Nach Knauder gehen „Energielosigkeit, chronische Müdigkeit, Unausgeschlafenheit und unkontrolliertes Eßverhalten Hand in Hand mit Aufmerksamkeitsstörungen, abrupten Stimmungsschwankungen, Ärger, negativer Einstellung zum Selbst und zum Anderen“ (Knauder 1996, 10). Je nachdem reagieren Menschen mehr mit somatischen, andere mit affektiven Symptomen. Burnout wird von Betroffenen als sehr negativ empfunden: Hilflosigkeit, das Gefühl von Ausgeliefertsein und Alleinsein sowie Unzufriedenheit dominieren. Nur wer einmal „gebrannt“ hat, kann nach Knauder ausbrennen, also an Burnout leiden (vgl. 1996, 11). Das heißt, wer sich mit seinem Beruf nicht so identifiziert und keinen Idealismus hat, leidet wahrscheinlich nicht so an Symptomen des Burnouts.
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Arbeit zitieren:
Kirsten Michels, 2008, Das Burnout-Syndrom: Ein Blick auf die Lehrer-Krankheit, München, GRIN Verlag GmbH
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