Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Elemente einer wissensbasierten Clustertheorie 2
2.1 Cluster Definition 2
2.2 Das Wertschöpfungssystem 4
2.3 Theorie des innovativen Milieus 5
2.3.1 Intra- und interregionale Wissensflüsse 7
2.3.2 Lern- und Innovationsprozesse 8
3. Optische Technologien in Deutschland 11
3.1 Definition des Branchenfeldes der Optischen Technologien 11
3.2 Sektorale Strukturen der Optischen Technologien in Deutschland 11
3.2.1 Unternehmensstruktur 12
3.2.2 Welthandelsanteil 13
3.2.3 Ausbildung an Hochschulen 14
3.3. Räumliche Strukturen der Optischen Technologien in Deutschland 15
3.3.1 Unternehmensverteilung 15
3.3.2 Verteilung der Hochschulausbildung 17
3.3.3 Räumliches Beziehungsgeflecht und Patentverteilung 18
4. Fazit 20
Literatur 21
I
Abbildungs- und Kartenverzeichnis
Abbildung 1: Das Wertschöpfungssystem 4
Abbildung 2: Innovatives Milieu 5 7 Abbildung 3: Lokales Rauschen und Globale Pipelines Abbildung 4: Wissen und Lernen 9
Abbildung 5: Wertschöpfungskette in den Optischen Technologien 12
Abbildung 6: Beschäftigte der Optischen Technologien 13
Abbildung 7: Umsatzanteile am Weltmarkt 2005 13
Abbildung 8: Weltproduktionsvolumen 2005 14
Abbildung 9: Ausbildung nach Studienfächern 14
Abbildung 10: Verflechtungen der Optischen Technologien in Deutschland 18
Karte 1: Netzwerke in Deutschland und Europa 15
Karte 2: Unternehmen in Deutschland (nach OptecNet 2007) 16
Karte 3: Hochschulstandorte mit Lehrveranstaltungen zu Optischen Technologien 17 19 Karte 4: Patente Messen, Prüfen, Optik, Photographie 1992 - 94
II
1. Einleitung
Neben der Biotechnologie zählen die Optischen Technologien zu den Zukunftstechnologien des 21. Jahrhunderts. Auf diese forschungsstarke und wissensintensive Branche entfallen in Deutschland 110.000 Arbeitsplätze. Durch ihre Querschnittsorientierung besitzen Optische Technologien eine immense Ausstrahlungskraft auf andere Wirtschaftsbereiche. Indirekt beeinflussen sie 15% der Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe mit einem Umfang von einer Millionen Beschäftigten (Pantazis/ Schricke 2008: S.67). Auffällig für die Optischen Technologien sind die räumlichen Konzentrationen. Räumliche Nähe muss für wissensintensive Branchen vorteilhaft für die Wettbewerbsfähigkeit sein. Diese Hausarbeit erklärt theoretisch die positive Wirkung von räumlicher Nähe auf wissensintensive Branchen am praktischen Beispiel der Optischen Technologien in Deutschland. Der Umfang einer Hausarbeit macht es nicht möglich, die wissensbasierte Clustertheorie in vollem Umfang zu formalisieren. Die Fragestellung fokussiert, inwiefern das Clustern von Unternehmen Wissensströme generiert, die positive Wirkungen auf Innovationsprozesse und regionale Wettbewerbsfähigkeit haben. Beispielhaft für den theoretischen Komplex steht die Optische Branche in Deutschland.
In Anlehnung an den raumwirtschaftlichen Ansatz von Schätzl (2003: S.14f.) differenziert die Arbeit Theorie, Empirie und Politik. Theoretisch einleitend grenzt die Cluster Definition die räumliche Ebene, in denen eingebettet neben wirtschaftlichen Prozessen, in Form von Wertschöpfungssystemen, Lern- und Innovationsprozesse ablaufen, ein. Die Theorie des innovativen Milieus verdeutlicht in drei Handlungsebenen die Kommunikations- und Lernprozesse, die in neuem Wissen münden. Empirisch werden anschließend die Optischen Technologien in Deutschland betrachtet. Aufgeteilt ist die Analyse in eine sektorale und eine räumliche Darstellung. Das abschließende Fazit fasst zusammen, kritisiert und empfiehlt. Die grundlegende Literatur wurde von Schricke (2007), Bathelt (2002; et al. 2004), Koschatzky (2001), Pantazis (2006) Drieling (2004), Malmberg/ Maskell (2001) und BMBF (2007) verfasst.
1
2. Elemente einer wissensbasierten Clustertheorie
Das theoretische Kapitel setzt sich mit der wissensbasierten Clustertheorie auseinander. Die Theorie wird mit Elementen, speziell auf den Wissensbezug, dargestellt. Weitere wichtige Bausteine werden angesprochen, jedoch nicht ausgeführt. Literaturverweise geben dem geneigten Leser Hinweise für die vertiefende Lektüre. Die wissensbasierte Clustertheorie wird unteranderem von Malmberg/ Maskell (2001), Bathelt et al. (2004), Pantazis (2006) und Schricke (2007) breiter dargestellt.
Einführend in das theoretische Kapitel wird, im wirtschaftsgeographischen Sinn, Agglomerationen definiert. Damit konkretisiert ist der Begriff Cluster. Das lokalisierte Wertschöpfungssystem als Grundlage des Clusters und der ersten Ebene des innovativen Milieus wird anschließend erläutert. Mit dem theoretischen Konstrukt, dessen grundlegende Mechanismen vorhergehend eingeführt sind, werden die Kommunikations- und Interaktionsprozesse veranschaulicht. Nachfolgend werden diese Abläufe vertieft, um daraus folgernd Lern- und Innovationsabläufe zu erklären.
2.1 Cluster Definition
Die Untersuchung räumlicher Konzentrationen wirtschaftlicher Entwicklung ist kein neues Phänomen, wurde aber erst wieder durch die Arbeiten von Michael Porter "Competitive Advantages of Nations (1990)" und Paul Krugman "Geography and Trade (1991)" wissenschaftlich populär (Koschatzky 2001: S.196f.). Seit dem Erscheinungsjahr des Standardwerkes von Porter sind die Publikationen mit dem Gegenstand Cluster stark angestiegen (Thomi/ Sternberg 2008 S.75f.).
Interpretiert wird die Renaissance von flexiblen und spezialisierten räumlich konzentrierten Produktionsregimen als ein Produkt des Übergangs von der Massenproduktion zum Postfordismus. Globalisierungs- und Regionalisierungsprozesse bilden eine Einheit, die in regionaler Ausprägung an die ökonomischen Raumformationen des 19. Jahrhunderts erinnern (Glassmann/ Voelzkow 2006: S.225). Schon die Forschungsarbeiten von Alfred Marshall beschäftigten sich im 19. Jahrhundert mit Agglomerationsvorteilen, die in Lokalisations- und Urbanisationsvorteile zu unterteilen sind (Schricke 2007: S.12; Pantazis 2006: S.18). Für einen ausführlichen Diskurs der räumlichen Vorteilseffekte sei auf Bathelt (2002: S.128), Koschatzky (2001: S.101-106) und Schricke (2007: S.18-21) verwiesen. Koschatzky (2001: S.197) definiert nach Porter das Cluster als "die räumliche Konzentration von vernetzten kleinen und großen Betrieben sowie Institutionen in einem speziellen Sektor. Ein Cluster beinhaltet vor- und nachgelagerte Produktions- und Dienstleistungsaktivitäten
2
sowie eine spezialisierte Infrastruktur, die diese Aktivitäten wirkungsvoll unterstützt". Schricke (2007: S.11) übersetzt den Begriff Cluster mit Anhäufung oder Traube, womit die räumliche Ballung von wirtschaftlichen Aktivitäten in wirtschaftsgeographischen Untersuchungen beschrieben ist. Sie setzt damit drei Zusammenhänge in Verbindung: "räumliche Agglomerationen ähnlicher oder verwandter wirtschaftlicher Aktivitäten, vertikale Wertschöpfungsketten, die alle Akteure, Ressourcen und Aktivitäten umfassen, die dazu beitragen, Güter und Dienstleistungen zu entwickeln, zu produzieren und zu vermarkten [sowie] auf hohem Aggregationsniveau zusammengefasste Sektoren" (ebd.). Die Identifikation eines Cluster gestaltet sich als diffus und schwierig. Sie ist über mehrere Ebenen selektiv. Identifiziert werden kann ein Cluster über räumlich-administrative Grenzen, Wirtschaftszweigklassifikationen oder auch technologische Verflechtungen (Koschatzky 2001: S.197; Malmberg/ Maskell 2001: S.15). Nicht nur die räumliche, sektorale oder technologische Eingrenzung des Untersuchungsobjektes stößt an empirische Grenzen, sondern auch die empirische Messung der clusterinternen Mechanismen und Vorgänge, die die Existenz des Clusters begründen, ist extrem problematisch (Malmberg/ Maskell 2001: S.14).
Es zeigt sich schnell, dass nicht die eindeutig korrekte Definition eines Clusters, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen und übergreifender Ansätze vorliegen. Dabei steht vordergründig die Definition von Porter als das Synonym für Cluster (Schricke 2007: S.12). Flankiert ist diese Definition von weiter intensiv diskutierten Modellen zur Beschreibung der Bedeutung von räumlicher Nähe: die Industriedistrikte, die innovativen Milieus und die geographische Industrialisierung (Kulke 2006: S.113; Malmberg/ Maskell 2001: S.7; Koschatzky 2001: S.207). Insbesondere mit der evolutionär-dynamischen Theorie der geographischen Industrialisierung (nach Storper und Walker) erklären Moßig und Klein (2002) das Clustern der Optischen Technologien im Raum Wetzlar.
Da nach der Porterschen Definition Cluster nicht per se innovativ sind (was für die Optischen Technologien von Bedeutung ist), ist die Hausarbeit auf die Theorie der innovativen Milieus fokussiert. Analog zu Schricke (2007: S.13f.) definiert die vorliegende Arbeit Cluster als den lokalisierten Teil von Wertschöpfungssystemen, die die Grundlage für ein innovatives Milieu bilden (Bathelt 2002: S.191).
3
2.2 Das Wertschöpfungssystem
Das Wertschöpfungssystem ist
von drei
gekennzeichnet: Die vertikallineare, die horizontale und die diagonale Ebene (Schricke 2007: S.15). Die Dimension wird von der Wertschöpfungskette dargestellt. Die vertikalen
Verbindungen verlaufen in zweierlei Richtung. Es werden Zwischenprodukte aus Materialien zu Endprodukten verarbeitet, die spezifisch von Käufern beauftragt werden. Die spezifischen Aufträge der Käufer bestehen aus Informationen, die an die niederliegenden Produzenten weitergegeben werden (Schricke 2007: S.13). Neben dem Warenfluss findet diametral ein Informationsfluss (user-producer relationships) statt. Die Optischen Technologien lassen eine Ballung von Komponentenzulieferern, auftragsspezifischer Produkte und Abnehmern erwarten (Pantazis 2006: S.24; Schricke 2007: S.13).
Die horizontale Dimension ist dominiert von Unternehmen mit dem gleichen Geschäftsfeld (Technologie, Branche) auf der gleichen Produktionsstufe der Wertschöpfungskette (Schricke 2007: S.15).
Die diagonale Dimension wird von Schricke (2007: S.15) durch Unternehmenskooperationen mit insbesondere Dienstleistern, Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen sowie anderen Unternehmen beschrieben. Als herausgehoben zu betrachten, sind die Kooperationen mit wissensintensiven Dienstleistungen. Hierunter fallen die Forschung und Entwicklung sowie Design (ebd.).
Erreichen die Akteure eine kritische Masse in räumlicher Nähe zueinander, dann definiert Schricke (2007: ebd.) dieses Wertschöpfungssystem als Clusterstruktur. Innerhalb dieses Systems agieren Akteure unterschiedlicher Dimension mit gleichen Akteuren unterschiedlicher Dimensionen.
Zwei Beziehungsformen sind in diesem System imminent: Kooperation und Wettbewerb (Schricke 2007: S.41; Malmberg/ Maskell 2001: S.11). Die kooperative Form ist schon durch den Waren- und Informationsaustausch der vertikalen Dimension einer Wertschöpfungskette impliziert. Neben der vertikalen Kooperation sind vor allem Kontakte mit Forschungs- und
4
Arbeit zitieren:
Michael Rehberg, 2008, Elemente einer wissensbasierten Clustertheorie am Beispiel der Optischen Technologien in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Visualization of Hierarchical Clustering: Graph Types and Software Too...
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Einsatz von XML Topic Maps im Wissensmanagement - Definition und Visua...
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Seminararbeit, 23 Seiten
Ontologien für Multiagentensysteme
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Ansätze zur Clusterförderung durch die Politik und der Beitrag von Unt...
Seminararbeit, 33 Seiten
Wissensmanagement - Ordnungsysteme und Methoden zur Organisation mensc...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 26 Seiten
Informatik - Internet, neue Technologien
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Bildung von Innovationsclustern anhand der Technologie Wind
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 28 Seiten
Knowledge Networks als Form des Wissensmanagements in transnationalen ...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 13 Seiten
Die Entstehung eines Medienclusters in Leipzig
Probleme, Chancen, Strategien
Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie
Seminararbeit, 21 Seiten
Multivariate Analysemethoden. Faktoren-, Clusteranalyse und multidimen...
Medien / Kommunikation - Methoden und Forschungslogik
Hausarbeit (Hauptseminar), 41 Seiten
Stellenmärkte im Internet: Bedrohung für Tageszeitungen?
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Magisterarbeit, 135 Seiten
Personalrecruiting im Internet
Vorteile und Nachteile aus Sic...
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 15 Seiten
Aktuelle Bedeutung des Electronic Recruiting im Rahmen der externen Pe...
BWL - Personal und Organisation
Studienarbeit, 34 Seiten
Von Marshall zu Porter: Cluster und regionale Wettbewerbsfähigkeit
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Seminararbeit, 16 Seiten
The analysis of scientific disciplines and their development using a S...
Collaborative Innovation Netwo...
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Essay, 22 Seiten
ISO/IEC 13250 Topic Maps - Neue Wege des Wissensmanagements
Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
Studienarbeit, 74 Seiten
Begriffsbestimmung und Theorie...
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Essay, 15 Seiten
Michael Rehberg's Text Elemente einer wissensbasierten Clustertheorie am Beispiel der Optischen Technologien in Deutschland ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Michael Rehberg hat den Text Elemente einer wissensbasierten Clustertheorie am Beispiel der Optischen Technologien in Deutschland veröffentlicht
Michael Rehberg hat einen neuen Text hochgeladen
Arbeits- und Gesundheitsschutz in klein- und mittelständischen Unterne...
Praktische Umsetzung rechtlich...
Mathias Bauer, Alois Engeldinger
Internationalisierung der Absatzmärkte für kleine und mittelständische...
Erfolgsfaktoren für KMU
Phillipp Kruse
Liquiditätsmanagement für mittelständische Unternehmen
Wie Sie Liquiditätsenge vermei...
Christoph Graf von Bernstorff
Aufbau eines betriebswirtschaftlichen Risikomanagements am Beispiel ei...
Martin Retzlaff, Prof. Dr. Jost W. Kramer
0 Kommentare