2. Sachanalyse
2.1 Ausdauer
2.1.1 Ausdauer bei Kindern
Für den Ausdauerbegriff gibt es bis heute keine eindeutige Definition. Grosser/ Zintl beschreiben Ausdauer als „die Fähigkeit physisch und psychisch lange einer letztlich ermüdenden Belastung zu widerstehen und/oder sich nach physisch oder psychischen Belastungen rasch zu erholen.“ 1
Im Gegensatz zu früheren Thesen, wird heute die Annahme vertreten, dass das Ausdauertraining anders als das Krafttraining zum Beispiel, ein prinzipielles Muss im Kindesalter darstellt. Dies ist möglich, weil leistungsbestimmende Faktoren der Ausdauer, wie das Herz-Kreislaufsystem oder das Atmungs- und Blutsystem von Kindern in gleicher Weise trainierbar sind, wie die Erwachsener. Demzufolge ist es wichtig, bereits im Primärbereich mit Ausdauerschulung zu beginnen.
2.1.2 Ausdauer (medizinischer Begriff)
Ausdauer ist die Fähigkeit, körperliche Belastungen über einen möglichst langen Zeitraum auszudehnen und der eintretenden Ermüdung widerstehen zu können. Sie ist die Basiskomponente für alle Ausdauerformen und ist polysportive Grundlagenkomponente. Das heißt: Eine gute Ausdauerbasis ist die Grundvoraussetzung für gute sportliche Leistungen in allen Bereichen. 2 Bei der aeroben Ausdauerfähigkeit handelt es sich vor allem „um zyklische Bewegungen, bei denen mindestens ein Sechstel der Skelettmuskulatur unter dynamischen Arbeitsbedingungen beteiligt ist. Als Belastungsintensität wird eine Pulsfrequenz von 130 - 160 Schlägen/min. (bei Kindern auch etwas mehr) angegeben, wobei die Belastungsdauer nicht unter zehn Minuten betragen soll.“ 3
1 Grosser, Manfred/ Zintl, Fritz: Training der konditionellen Fähigkeiten. Schorndorf: Hofmann 1994. S.
15.
2 Josef Kloker: Leichtathletik in der Schule- Eine Materialsammlung für die LA Kurs 27. Seminar
Laupheim
3 Ebd.
2
2.1.3 Trainingsformen
Dauermethode: Hier findet eine länger andauernde Belastung ohne Unterbrechung statt mit einer konstanten Belastungsintensität. Da eine zu schnelle Ermüdung die Belastungsdauer verkürzen würde, sollte die Energiezufuhr aerob stattfinden.
Wiederholungsmethode: Bei dieser Methode wird eine gewählte Strecke, nach einer jeweils vollständigen Erholung, mit max. möglicher Geschwindigkeit wiederholt durchlaufen.
Intervallmethode: Die Intervallmethoden zeichnen sich dadurch aus, dass der Trainingsablauf von kurzen Pausen unterbrochen wird. Die Pausen werden im Intervalltraining so gewählt, dass sie nicht zur vollständigen Erholung führen. Sie ist vielmehr so gestaltet, dass sich der Körper wieder bis zu zwei Dritteln erholen kann. Die Pausenlänge ist meist umso kürzer, je besser der Trainingszustand und je kürzer die Belastungszeit ist. Man nennt solche Pausen lohnende Pausen, weil der Körper zu dem genannten Zeitpunkt den wesentlichen Anteil der Erholung nach der vorangegangenen Belastung geschafft hat. 6
4 http://www.sportunterricht.de/lksport/ausme.html (18.11.08)
5 Ebd.
6 Vgl.: Blum/Friedmann: Trainingslehre-Theorien in der Sekundarstufe II. Schorndorf: Hofmann 1995.
S. 47
7 http://www.sportunterricht.de/lksport/ausme.html (18.11.08)
3
2.1.4 Ausdauer im Hinblick auf die Unterrichtsstunde
In dieser Unterrichtsstunde kommt die Intervallmethode zum Einsatz, d.h. die Schülerinnen und Schüler haben eine so genannte lohnende Pause, während sie die Rätselaufgaben lösen. Diese Pause sollte ca. eine Minute betragen. Bei der Intervallmethode sind besonders die Kurz- sowie die Mittelzeitausdauer von Bedeutung.
Für die Kurzzeitausdauer gelten in der Regel Belastungszeiten zwischen 35 Sekunden und zwei Minuten. Der Energiebedarf pro Zeiteinheit ist sehr hoch, es überwiegt die anaerob-laktazide Energiegewinnung.
Die Mittelzeitausdauer wird gefordert bei Belastungszeiten zwischen zwei und zehn Minuten. Die Energiegewinnung erfolgt etwa zu gleichen Teilen anaerob und aerob. Bei zunehmender Laufstrecke verschiebt sich dieses Verhältnis mehr und mehr zum aeroben Zweig. Kraft- und Schnelligkeitsfähigkeiten spielen eine untergeordnete Rolle.
Bei Tempoverschärfungen wird der anaerob-laktazide Energiestoffwechsel in Anspruch genommen. 8
2.2 Die Orientierungsfähigkeit
Sie zählt zu den koordinativen Fähigkeiten und ist die Fähigkeit zur Bestimmung und zielangepassten Veränderung der Lage und Bewegung des Körpers im Raum. 9
3. Didaktische Analyse
3.1 Bezug zum Bildungsplan
3.1.1 Leitgedanken
Dem Bildungsplan folgend, eröffnet Bewegung den Kindern den Zugang zur Welt und „…ist ein elementares Prinzip jeglichen Lernens und trägt zum Wohlbefinden bei.“ 10 Es ist die Aufgabe von Sportunterricht, dass „die Kinder grundlegende körperliche, materielle, sinnliche und soziale Erfahrungen sammeln“ 11 sowie diese entwickeln. Anschaulichkeit, Lebensnähe und kindgemäße Aufgabenstellungen sind
8 Vgl.: http://www.sportunterricht.de/lksport/ausdau11.html (18.11.08)
9 Vgl. http://www.sportunterricht.de/lksport/kofae1.html (18.11.08)
10 Bildungsplan Grundschule, S. 112
11 Ebd.,S. 113
4
Arbeit zitieren:
Tanja Lauinger, 2008, Unterrichtsstunde: Spielerische Ausdauerschulung in der Grundschule, München, GRIN Verlag GmbH
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