Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Karl der Große und Papst Hadrian I. 4
2.1. Karls Sieg gegen Desiderius und sein erster Romzug. 4
2.2. Karls zweiter Romzug. 10
2.3. Karls dritter Romzug. 12
3. Schlussbemerkung. 14
4. Literatur. 17
4.1. Primärquellen 17
4.2. Sekundärliteratur 17
4.3. Online-Recherche. 18
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1. Einleitung
Karl der Große, welcher seit 786 König der Franken und seit 774 König der Langobarden war, regierte das karolingische Frankenreich in seiner Blütezeit. Sein Vater, Pippin der Jüngere, war der erste König der Franken und ebnete seinem Sohn durch die Königserhebung dahingehend den Weg. Aufgrund des allmählichen und keineswegs geradlinigen Aufstiegs der Karolinger verfolgt die karolingische Historiographie erkennbar den Zweck der Herrschaftslegitimierung. So antwortete Papst Zacharias auf die Frage, ob es gut sei, dass die Könige im Frankenreich keine königliche Macht mehr besäßen, dass es besser sei, denjenigen als König zu bezeichnen, der die Macht habe und dass daher kraft apostolischer Autorität Pippin König werden solle. 1 Daraufhin wurde Pippin von den fränkischen Großen in der alten merowingischen Königsstadt Soissons zum König erhoben. Damit begann ein entscheidendes Bündnis zwischen den Karolingern und den Päpsten, wobei die Päpste einen Schutzherren gegenüber den Langobarden suchten. 2 So wie Papst Zacharias, Papst Stephan II., Papst Paul I. und Papst Stephan III. das Bündnis dahingehend für sich nutzten, diente es Papst Hadrian I. ebenso. Hadrian I. war seit dem 9. Februar 772 bis zu seinem Tode am 25. Dezember 795 Papst, er entstammte der römischen Aristokratie und war ein Neffe des Dux und Primicerius Theodotus. 3 Anfangs versuchte Hadrian eine freundliche Politik sowohl gegenüber den Karolingern als auch den Langobarden, doch durch Desiderius’ Forderungen nach einer persönlichen Begegnung mit ihm, der Salbung der Söhne Karlmanns zu Frankenkönigen, um eine unüberbrückbare Kluft zwischen Karl und dem Papst zu schaffen 4 , und der Besetzung von Faenza, den Dukat 5 von Ferrara sowie Comacchios und der Einschließung Ravennas, war Hadrian zu entschiedener Parteinahme gezwungen. In den ersten Monaten der Regierung Hadrians wird noch keine Verbindung zu Karl gesehen, da Hadrian den Weg durch die zuständigen Rechtsinstanzen einschlagen ließ. 6 Dabei traf er eine politische Entscheidung, die ihn zunächst aus der Abhängigkeit von den lokalen Parteien und deren fränkischen und langobardischen Freunden befreite. Nach der Hinrichtung von Paulus Afiarta 7 besetzte
1 Goetz, Hans-Werner: Europa im frühen Mittelalter 500 - 1050. Handbuch der Geschichte Europas Band 2. Stuttgart: Ulmer 2003. S.58-59.
2 Ebd. S.59.
3 Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 1988 2 . S.14.
4 Dies behauptet auch der Liber pontificalis. Auch nachzulesen bei McKitterick, Rosamond: Karl der Grosse. Darmstadt: Primus 2008. S.106.
5 Ein Dukat ist ein byzantinischer Verwaltungsbezirk.
6 Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 1988 2 . S.15-16.
7 Nach ersten Versuchen von Seiten Desiderius’ das Bündnis, wie es mit Papst Stephan III. herrschte, zu erneuern, schickte Hadrian trotz mancher Bedenken Paulus Afiarta als Gesandten nach Pavia. Die Abwesenheit
3
Desiderius Pentapolis und das römische Tuszien. Er erschien vor Rom, um bei Hadrian erneut seine Forderungen durchzusetzen. Hadrian seinerseits versuchte immer wieder mit Desiderius zu verhandeln, lehnte es aber ab, sich Desiderius’ Druck einfach zu beugen und somit wandte er sich erstmals in seiner Not an Karl. 8 Von da an begannen die Verwebung ihrer beider Leben.
Das Ziel der Arbeit ist die Beziehung zwischen Karl dem Großen und Papst Hadrian I. anhand der drei entscheidenden Begegnungen darzustellen.
2. Karl der Große und Papst Hadrian I.
2.1. Karls Sieg gegen Desiderius und sein erster Romzug
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, Karl Martell und Pippin, befand sich Karl der Große durch das Hilfegesuch des heiligen Petrus nicht in einem Zwiespalt, da keine freundschaftliche Beziehung zu den Langobarden bestand. Demnach musste Karl in einen Krieg gegen Desiderius ziehen 9 , denn der König der Langobarden gefährdete die politische Position der Franken in Italien und ebenso die Legitimation Karls Königtums, zumindest in der Hälfte des Reiches. Hätten die Langobarden gesiegt, hätte die Niederlage der Franken die von Karls Vater geschaffenen Verhältnisse auf den Kopf gestellt und die Langobarden zur Vormacht im Abendland erhoben. Demnach führte Karl diesen Krieg nicht nur für Hadrian, sondern auch zur Festigung der fränkischen Königsherrschaft. 10 Nach dem Bericht der Annales regni Francorum traf im März 773 der von Papst Hadrian Gesandte Legat Petrus bei Karl ein, um Hilfe gegen Desiderius zu ersuchen. 11 Anschließend folgte eine Beratung mit den Großen der Franken und der Entschluss Karls aufzubrechen, um der Bitte Hadrians nachzukommen 12 , da auch die sofort eröffneten Verhandlungen Karls und
Afiartas erleichterte Hadrian in Rom die Kontrolle zu erlangen. Er ließ die mysteriöse Ermordung des gefangenen und geblendeten Sergius vor Papst Stephans Tod untersuchen und gab, als sich die Schuld Afiartas herausstellte, Befehl nach Ravenna, dass Afiarta nach seiner Rückkehr aus Pavia zu verhaften und ins Exil nach Konstantinopel zu senden sei. Damit wollte Hadrian verhindern, dass Afiarta überhaupt wieder Rom betrat. Erzbischof Leo ließ Afiarta jedoch nicht nach Konstantinopel ausliefern, sondern unter einem Vorwand hinrichten. (Aus Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 1988 2 . S.15-16.).
8 Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 1988 2 . S.16.
9 Schließlich zerbrach Karl selbst das Bündnis mit Desiderius. Außerdem stellte dieser die Forderung nach der Weihe der verdrängten Neffen und somit Karls Herrschaft im Frankenreich in Frage.
10 Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 1988 2 . S.16-17.
11 Kurze, Friedrich: Annales regni Francorum inde ab a. 741 usque ad a. 829, qui dicuntur Annales Laurissenses maiores et Einhardi. Hannover: 1895. S.34.
12 Ebd.
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Hadrians mit dem inzwischen nach Pavia zurückgekehrten Desiderius ergebnislos verliefen. 13 Infolgedessen sammelte Karl im Spätsommer sein Heer, teilte es in Genf 14 und eröffnete den Krieg. 15 Nachdem Karl die Alpen überquert hatte, schlug er mit seiner Heerschar unterhalb des Passes sein Lager auf, wo Desiderius ihm entgegenzog, dann aber wieder zurückging, ohne dass es zu einem militärischen Aufeinandertreffen gekommen wäre. Er zog dann mit seinen Truppen in Italien ein und belagerte Pavia. 16 Die zentralen Behörden- und Finanzorganisationen der Langobarden liegen im Zentrum des Langobardenreiches, in der Residenz Pavia. Diese Politik birgt eine große Schwäche, denn wem es gelang, sich Pavias zu bemächtigen, der hatte das Reich gewonnen. 17 Beinahe neun Monate hatte der König der Langobarden seine Residenz halten können bis er sich dem König der Franken ergeben musste. Im Juni 774 steckte Karl Desiderius als Gefangenen in ein Kloster und Karl machte sich ohne besondere Wahl, Weihe oder Krönung selbst zum König der Langobarden. Doch erst nach dem endgültigen Sieg, also nach dem Fall von Pavia, trat Karl als König der Langobarden auf. Aber schon vorher, während sein Heer vor Pavia lag, war er nach Rom gezogen, um am Grab St. Petri zu beten und um rechtzeitig zu Ostern mit dem Papst über die zukünftigen Geschicke Italiens zu reden. 18 Wenn Hadrians Biographen Glauben geschenkt werden kann, war der Papst höchst erschrocken über das plötzliche Kommen Karls am Karsamstag, den 2. April 774, und dürfte wohl nicht sehr erfreut gewesen sein. So sehr Hadrian zwar den Sieg der Franken über die Langobarden benötigt hatte, so wenig wollte er es, dass die Franken zu den faktischen Beherrschern Roms werden. Denn Hadrian verfolgte das Ziel die Herrschaft des Papsttums in Italien zu festigen und durch erste Siege Karls zu erweitern. 19 Nun stand erstmals ein fränkischer König vor Rom und Hadrian konnte nur in
13 Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 1988 2 . S.17.
14 Wobei sein Onkel Bernhard den einen Flügel des Heeres über den Großen St. Bernhard führte, während Karl den Weg über den Mont Cenis nahm.
15 Der Bearbeiter der Annales regni Francorum setzte einen anderen Schwerpunkt und lässt die Geschichte damit beginnen, dass Hadrian die Unterdrückung durch die Langobarden nicht mehr ertragen konnte und beschloss, bei Karl dem Großen um Hilfe zu bitten. Danach kommt Legat Petrus vor Karl, aber nun untersucht Karl allein die Vorgänge zwischen Römern und Langobarden und beschließt in den Krieg zu ziehen. Er führt sein Heer nach Genf und erst jetzt hält er eine Beratung über die Feldzugsplanung ab. Also schmückte der Überarbeiter die päpstliche Rolle fantasievoll aus, was im Übrigen darauf schließen lassen könnte, dass ihm Kopien von Briefen Papst Hadrians aus dem Codex epistolaris Carolinus vorlagen. Es ist zu erkennen, dass dem Überarbeiter wichtig ist, dass es sich bei Karls Entscheidung in den Krieg gegen die Langobarden zu ziehen, um seine eigene Entscheidung handelt. Weiterhin erscheint der Widerstand des Langobardenkönigs noch schwächer als in der Originalfassung. (Aus: McKitterick, Rosamond: Karl der Grosse. Darmstadt: Primus 2008. S.40.)
16 Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 1988 2 . S.17.
17 Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 1988 2 . S.17.
18 Hartmann, Florian: Hadrian I. (772-795). Päpste und Papsttum Band 34. Stuttgart: Hiersemann 2006. S.113.
19 Er nutzte diese ersten Siege dazu, die freiwillige Unterwerfung der Spoletiner entgegenzunehmen, die die römische Haartracht anlegten, Hadrian den Treueid schworen und mit päpstlichem Konsens den neuen Herzog
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Arbeit zitieren:
Katharina Ströhl, 2009, Karl der Große und Papst Hadrian I., München, GRIN Verlag GmbH
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