1 1 Einleitung
3 2 Stereotypen: Definitionen und Verwendungsarten
2.1. 3
2.1.1. Die Kompatibilität der linguistischen Stereotypenbegriffe 4
2.2. Der philosophische Stereotypenbegriff 6
2.3. Das sozialwissenschaftliche Stereotypenkonzept 11
3.1. Historische Einführung 13
3.2. 14
DVÄ9RU 8UWHLO
3.2.1. Das Vorurteil im hermeneutischen Kontext 14
3.3. Das Verhältnis von Vorurteil und Stereotyp 15
3.4. Die Veränderbarkeit von sozialen Vorurteilen 17
3.4.1. Die Beeinflussbarkeit von sozialen Vorurteilen durch persönliche Erfahrung 17
19 4 Die geschlechtsspezifische Sozialisation
4.1. Allgemeines 19
4.2. Gechlechtsidentitäten 20
4.2.1. Sex 21
4.2.2. Gender 21
4.2.3. Begehren und Sexualität 22
4.3. Weibliche Sozialisation und Geschlechterstereotypen 23
5.1. 1 Defizit: Die zentralen Begriffe 26
5.1.1. Begriffsdefinitionen in der feministischen Literatur 29
5.1.2. Die Zweigeschlechtlichkeit bei Hagemann-White 31
5.1.3. Die Geschlechterkonstruktion bei Knapp 33
5.2. 2 Defizit: Rollenbilder und Benachteiligung 34
5.2.1. Frauen und Männerrollen bei Beck-Gernsheim 37
5.2.2. Die Benachteiligung der Frau im historischen Kontext bei Fuchs 40
5.3. 3 Defizit: Das Hofieren und die Sexualität 41
5.3.1. Das Hofieren 43
5.3.2. Die Sexualität im historischen Kontext bei Gilbert und Roche 45
5.3.3. Sexualität Gewalt und Pornographie bei Benjamin 48
5.4. 4 Defizit: Die Höflichkeiten 50
5.4.1. Hofieren und Höflichkeiten 53
5.5. 5 Defizit: Die institutionelle Reflexivität 55
5.5.1. Arbeit und Geschlecht bei Krais und Maruani 62
5.5.2. Geschwister und Rollenverteilung bei Belotti 64
5.6. 6 Defizit: Die soziale Bedeutung der biologischen Unterschiede 65
5.6.1. Frauen-Körper Sport bei Palzkill Scheffel und Sobiech 70
5.7. 7 Defizit: Geschlechterrituale im öffentlichen Leben 73
5.7.1. Gewalt und Sprache bei Trömel-Plötz 77
5.7.2. Die männliche Dominanz in der Sexualität bei Benjamin 78
5.8. 8 Defizit: Die Symbiose von Geschlecht und Interaktion 79
1. Einleitung
Die vorliegende Magisterarbeit ist das Ergebnis einer langen Beschäftigung mit dem Thema ÄJHVFKOHFKWVVSH]LILVFKH 6WHUHRW\SHQ³ XQG GHUHQ :LUNXQJVEHUHLFKH, speziell in Verbindung mit der Interaktion. Diese Thematik hat für mich persönlich einen hohen Stellenwert, da ich zum einen durch das Soziologiestudium im Bereich der feministischen Theorie sehr geprägt wurde und zum anderen das Phänomen der geschlechtsspezifischen Stereotypen tagtäglich hautnah erlebe, wie auch alle anderen Frauen und Männer in der österreichischen bzw. der westlichen Gesellschaft. Nun lag es nahe, dieses alltägliche und weltumfassende Phänomen genauer zu untersuchen und zwar mit Hilfe eines populären soziologischen Autors, dessen Texte auch während meines Studiums immer wieder präsent waren: Erving Goffman. Sein :HUN Ä,QWHUDNWLRQ XQG *HVFKOHFKW³ (2001), sowie drei spezifische Forschungsfragen bilden nun die Grundlage dieser Arbeit:
1. Wozu dienen insbesondere geschlechtsspezifische Stereotypen?
2. Welche soziale Funktion/en haben Stereotypen?
3. Welche Rolle spielt die Sprache in Bezug auf das Geschlecht? (oder umgekehrt)
Aufgrund meiner impliziten These, dass ein Mann (hier Goffman) sicherlich nicht alle positiven und vor allem negativen Facetten in der Geschlechterfrage bzw. des Geschlechterverhältnisses in der westlichen Gesellschaft aufzeigen kann, entschloss ich mich, Goffman (2001) acht wesentliche Defizite ± auf der Grundlage seines Werkes ± zu unterstellen. Diese These der acht Defizite bildet den Hauptteil dieser Arbeit (Kapitel 5) und wird mit Hilfe bekannter feministischer Autorinnen und deren Werke zu den unterschiedlichsten Themengebieten untermauert. Aufgrund der Tatsache, dass Autorinnen der feministischen Theorie nicht zu all seinen Inhalten (beispielsweise dem Hofieren und den Höflichkeiten) Werke verfasst haben, begab ich mich sogleich in diese Rolle ± gerechtfertigt auf Grund der Tatsache, dass auch ich dem weiblichen Geschlecht angehöre und durch das Studium der Soziologie in diese Richtung geprägt wurde. So besteht das gesamte fünfte Kapitel einerseits aus den jeweiligen Defiziten Goffmans (2001) und den dazugehörigen feministischen Kritiken im Kontext der geschlechtsspezifischen Stereotypen in Verbindung mit der Interaktion. Um diese Thematik nun vollständig erfassen zu können, ist es notwendig, HLQH$UWÄ(LQIKUXQJ³]XJHZlKUHQ± hier in Form der Kapitel 2, 3 und 4.
Das zweite Kapitel, also das erste Themenkapitel dieser Arbeit, beginnt mit einer semantischen Analyse der verschiedenen Verwendungsarten des Stereotypenbegriffs, wobei hier speziell auf die beiden linguistischen Stereotypenbegriffe eingegangen werden soll, da ± Seite | 1
wie auch schon ersichtlich wurde ± GLH ,QWHUDNWLRQ DOV ÄIUDPH³ GHU 6WHUHRW\SHQ LQ GHU Linguistik am spezifischsten thematisiert wird. Weiters, aufgrund der Tatsache, dass diese Arbeit einen soziologischen Hintergrund aufweisen soll, werden zwei Konzepte des Stereotypenbegriffs erläutert, nämlich das philosophische und sozialwissenschaftliche, in denen die verschiedenen disziplinären Abgrenzungs- und Definitionsversuche aufgezeigt werden.
:HQQYRQ6WHUHRW\SHQJHVSURFKHQZLUGVRVFKZLQJWLPSOL]LWGHU%HJULIIÄ9RUXUWHLO³PLW'LHVH implizite Beziehung soll im 3. Kapitel explizit veranschaulicht werden, und eine definitions-und kontextbedingte Abgrenzung beider Begriffe, soll auch hier ihren Raum finden. So werden unter anderem das Verhältnis von Vorurteil und Stereotyp, sowie die Veränderbarkeit von sozialen Vorurteilen aufgezeigt. Darüber hinaus muss der Entstehungsfrage von Stereotypen bzw. Vorurteilen nachgegangen werden. Diese sehe ich in der Sozialisation verankert, welcher im 4. Kapitel nachgegangen werden soll: Nach einer allgemeinen Einführung in die geschlechtsspezifische Sozialisation wird ein Überblick über die Geschlechtsidentitäten, wie Ä6H[³ Ä*HQGHU³ VRZLHÄ%HJHKUHQ XQG6H[XDOLWlW³IROJHQ ZREHL zuletzt auf die weibliche Sozialisation und den damit verbundenen Geschlechterstereotypen im Speziellen eingegangen wird.
Den Abschluss dieser Arbeit bildet das 6. Kapitel, in dem die wichtigsten Argumentationslinien beider Blöcke zusammengefasst und miteinander in Verbindung gebracht, sowie die Forschungsfragen resümiert werden sollen. Darüber hinaus soll in der Conclusio erläutert werden, welche Themenbereiche der Arbeit noch ungenügend ergründet wurden und an dem anknüpfend, weiterführende Fragen gestellt werden.
Idealerweise stellt dieser Schluss ein umfassendes interdisziplinäres Bild über die gegenwärtige Literatur über die Beziehung von Interaktion und geschlechtsspezifische Stereotypen dar.
Darüber hinaus ist es ein persönliches Motiv, die Leserinnen und Leser mit Hilfe meines Werkes dazu anzuregen, ihren Alltag intensiver zu erleben und möglichst alles, was um sie herum geschieht kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren ± hinsichtlich der geschlechtsspezifischen Unterschiede, sowie den damit verbundenen Stereotypen, die tagtäglich produziert und reproduziert werden. Erst durch das Sichtbar- und Bewusstmachen dieser Unterschiede können Veränderungen geschehen, und so kann die Welt ein wenig fairer gestaltet werden.
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2. Stereotypen: Definitionen und Verwendungsarten
Viele sprechen von Stereotypen, aber nur die meisten meinen und verstehen unter dem Begriff dasselbe. In diesem Kapitel soll nun zu Beginn eine semantische Analyse Aufschluss GDUEHU JHEHQ ZLH GHU %HJULII Ä6WHUHRW\S³ LQ GHU ZLVVHQVFKDIWOLFKHQ /DQGVFKDIW VHLQH Verwendung findet, wobei das Augenmerk hier auf den beiden linguistischen Verwendungsarten liegt. Anschließend werden die beiden populärsten und für den Kontext dieser Arbeit wichtigsten Konzepte der Stereotypenbegriffe aufgezeigt: der philosophische Ansatz und das sozialwissenschaftliche Konzept.
2.1. 6HPDQWLVFKH$QDO\VHYRQ9HUZHQGXQJHQGHV$XVGUXFNVÄ6WHUHRW\S³
Wird der semantiktheoretische Begriff des Stereotyps auf GDV :RUW Ä6WHUHRW\S³ VHOEVW DQJHZHQGHWVRHUJHEHQVLFKGDUDXVVWHUHRW\SLVFKH(LJHQVFKDIWHQYRQÄ6WHUHRW\S³XQG]ZDU quer über die meisten Bedeutungsvarianten in der Standardsprache und in psychologischer, philosophischer, soziologischer, kommunikationswissenschaftlicher und linguistischer Fachsprache:
Ä6WHUHRW\S! ZLUG W\SLVFKHUZHLVH YHUZHQGHW XP HLQH PHQWDOH 2SHUDWLRQ XQGRGHU körperliche Verhaltensweise in ihrem Verhältnis zu den Objekten oder Sachverhalten, auf die sie bezogen sind, zu charakterisieUHQ>«@³ (Klein 1998: 25)
Die Psychiatrie versteht unter dem Begriff starre motorische Verhaltensweisen. Die Sozialwissenschaften und insbesondere die Sozialpsychologie wiederum interessieren sich für Stereotype mentalen Charakters, also jene mit Wertungen und Einstellungen verknüpfte Personen- und Gruppenkonzepte von mehr oder weniger großer gesellschaftlicher Wirkmächtigkeit. Als sprachliche Entitäten betrachtet die Linguistik Stereotype, die dem Doppelcharakter des sprachlichen Zeichens entsprechend neben der mentalen eine materiale Seite, die so genannte Ausdrucksseite, haben. Eine wertneutrale Verwendung des Ausdrucks ist eher die Ausnahme, denn in der Regel wird es mit negativem deontischen Beigeschmack verwendet, wobei dies vor allem für den Gebrauch in der Alltagskommunikation, in den Sozialwissenschaften, in der Literaturästhetik und in gesellschaftskritisch orientierten linguistischen Kontexten gilt. Es wird nicht nur eine Differenz ]ZLVFKHQGHP *HKDOW GHV 6WHUHRW\SVXQGGHU ÄZDKUHQ 5HDOLWlW³JHVFhaffen, sondern diese Differenz wird sogleich als Mangel, und somit als Negativum, bewertet. (vgl. Klein 1998: 26) Vor allem in sozialwissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Diskursen, deren Teilnehmer sich in der Tradition der Aufklärung sehen, wird der Stereotypenbegriff in Seite | 3
kritischer Absicht verwendet. Dies gilt, wenn die Referenzobjekte der Stereotype Personen(gruppen) sind und zwar so, dass ihnen einerseits überwiegend oder ausschließlich jene Eigenschaften attribuiert werden, die negative oder feindselige Einstellungen ihnen gegenüber provozieren. Andererseits in dergestalt, dass diese Eigenschaftsattributierung entweder überhaupt nicht oder nicht in der impliziten Pauschalität gerechtfertigt ist und/oder die Relevanz dieser Eigenschaften etwa überbetont wird. (vgl. Klein 1998: 26) Im kritischen Gebrauch des Stereotypbegriffs wird vor allem die Verzerrung und die damit, gegebenfalls bis zur rassistisch motivierten Vernichtung, verbundenen Konsequenzen für die stereotypisierten Personen(gruppen) betont. In der neutralen oder positiven Verwendung des Ausdrucks hingegen, wird die kognitive Entlastungsfunktion hervorgehoben, die Stereotype als Modi der Kategorisierung der Welt für die stereotypisierenden Subjekte erfüllen. Speziell in der Linguistik werden sowohl wertneutrale als auch kritische Varianten des Stereotypbegriffs verwendet. Diese hat dabei jeweils Konzepte aus verwandten Disziplinen aufgegriffen, insbesondere aus der Philosophie und der Sozialpsychologie. Jedoch bewegt sich hier die Sprachwissenschaft nicht auf fremden Boden, denn auch die meisten SozialpsychologInnen und PhilosophInnen, die den Begriff theoretisierend oder empirischexperimentell behandeln, gehen von der Sprachgebundenheit von Stereotypen aus, was sich auch in dieser Arbeit widerspiegelt. (vgl. ebd.: 26f.) Es existieren zwei Traditionsstränge in der Linguistik: der sozialpsychologische und der semantiktheoretische. Der semantiktheoretische Gebrauch knüpft an der Zeichengestalt an. SR ZLUG GHU %HJULII Ä6WHUHRW\S³ KLHU IU Gie Bedeutung oder für bestimmte Bedeutungselemente von Wörtern verwendet, d.h. der Begriff wird mit Bindung an eine bestimmte Formklasse, also Wörter eines bestimmten Typs, gebraucht. Es könnte gesagt werden, dass er aus einer semasiologischen Perspektive bestimmt ist. Demgegenüber steht die Perspektive der sozialpsychologischen Tradition, in der gefragt wird, in welchen sprachlichen Formen sich die Sachverhalte konstituieren. Analog könnte diese Perspektive der sozialpsychologisch inspirierten linguistischen Verwendung des Begriffs onomasiologisch genannt werden, wenn damit jedoch nicht eine Festlegung sprachlicher Stereotyp- .RQVWLWXWLRQDXI GDV )RUPDW Ä:RUW³ YHUEXQGHQ ZlUH (V ]HLJW VLFK QlPOLFK GDVV VLFK Stereotype im Sinne der sozialpsychologisch inspirierten Tradition auch per Text und per Satz, also nicht nur per Wort, konstituieren. (vgl. ebd.: 27)
2.1.1. Die Kompatibilität beider linguistischer Stereotypbegriffe
In folgender Hinsicht haben Entwicklungen den semantiktheoretischen Stereotypbegriff (=Sem-Stereotyp) mit dem sozialpsychologisch inspirierten (=Soz-Stereotyp) kompatibel gemacht:
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Der Sem-Stereotypbegriff ist in theoretisch fundierter Weise, sowohl im Hinblick auf kognitive Bestände des Individuums, als auch im Hinblick auf kollektive Geltungsbestände benutzbar. Die von der Prototypentheorie beeinflusste Auffassung, dass das Sem-Stereotyp als ÄJHVWDOW³-artiges Schema auftritt, entspricht dem sozialpsychologischem Konzept des (personenbezogenen) Soz-Stereotyps, in dem seit je der Ganzheitscharakter betont ist. So ist die Vorstellung, dass unterschiedliche Kontextklassen bei demselben Lexem zur Aktivierung unterschiedlicher Sem-Stereotype führen können, kaum vertreten, ist jedoch damit kompatibel: Beispielsweise dürften TeilnehmerInnen, BeobachterInnen und Medien im Kontext von Verhandlungen mit VertreterInnen Polens über Polens Nato-Beitritt, ein Soz-Stereotyp der Polen und Polinnen DNWLYLHUHQ ]X GHVVHQ +DXSWEHVWDQGWHLOHQ ÄYHUJDQJHQH =XJHK|ULJNHLW]XPNRPPXQLVWLVFKHQ2VWEORFNÄ$QJVWXQG0LVVWUDXHQJHJHQEHU5XVVODQG³ RGHU ÄEULVDQWHV KLVWRULVFKHV 9HUKlOWQLV ]X 'HXWVFKODQG³ JHK|UHQ 'LHV LVW VRPLW HLQ Y|OOLJ anderes Soz-Stereotyp über PolInnen als das traditionell deutsche Polen-Stereotyp. (vgl. Klein 1998: 35f.) Trotz der Annäherung der beiden in der Linguistik gebräuchlichen Stereotypbegriffe bleiben zwei wesentliche Differenzen. Zum einen betreffen sie die Sachverhaltsdomänen, auf die sich die Begriffe beziehen, und zum anderen die linguistischen Domänen, denen sie zuzuordnen sind. So ist der Sem-6WHUHRW\SEHJULII DXI GLH OLQJXLVWLVFKH (LQKHLW Ä:RUW³ XQG damit auf die linguistische Domäne Lexikon festgelegt. Umgekehrt ist der Soz-Stereotypbegriff hinsichtlich der Sachverhaltsdomäne fixiert und in Hinblick auf die linguistischen Domänen nicht bzw. kaum eingeschränkt: Die Sachverhaltsdomäne ist hier begrenzt auf den Referenzbereich Personen(gruppen) ± einschließlich Institutionen und ähnlicher Personen beinhaltender Kollektivgebilde. Andererseits sind hier alle linguistischen Domänen berührt, in denen sich Bedeutung konstituieren kann: Text, Satz und Wort. So kann gesagt werden, dass die reichhaltige linguistische Literatur der letzten Jahre zu nationalen und sozialen Vorurteilen und zum sprachlichen Umgang mit MigrantInnen, eine Vielzahl empirischer Belege für die Konstitution der Soz-Stereotype im gesellschaftlichen Diskurs erbracht hat: von der Neu-Etablierung über die bestätigende Verstärkung bis zur Verwendung als purer Selbstverständlichkeit, und zwar im privaten Gespräch wie in der Massenkommunikation. (vgl. Klein 1998: 36) In der Gegenüberstellung beider Stereotypbegriffe ist der linguistische Status der sozialpsychologischen Begriffsvariante deutlich geworden. Es ist vor allem eines deutlich geworden, nämlich dass dieser linguistische Status nicht nur und nicht einmal in erster Linie darin besteht, die Bedeutung bestimmter auf Personengruppen referierender Wörter sein zu können:
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Ä,Q VSUDFKOLFKHU +LQVLFKW VLQG 6R]-Stereotype Syndrome von Zuschreibungen, die keineswegs der Lexikondomäne angehören müssen, sondern auch in Einheiten der 'RPlQHQ7H[W*HVSUlFKXQG6DW]UHDOLVLHUEDUVLQG³ (Klein 1998: 38)
Dies bedeutet wiederum, dass der Sem-Stereotypbegriff als Analysewerkzeug im Rahmen empirischer Untersuchungen zur sprachlichen Konstitution von Soz-Stereotypen nur einem eher begrenzten Sektor nützlich ist, nämlich speziell bei der Analyse von Bezeichnungen für Personen(gruppen) ± etwa im Hinblick auf die Abhängigkeit der Stereotypverwendung von Kontextklassen. (vgl. ebd.: 38)
2. 2. Der philosophische Stereotypbegriff Der Philosoph Adam Schaff (1980) beschäftigt sich insbesondere mit dem gesellschaftlichen Phänomen der Stereotypen aus einer marxistischen Sichtweise heraus, wobei er Stereotype als ein Element des subjektiven Faktors im menschlichen Erkenntnisprozess sieht. Seine These, die als Ausgangspunkt für seine Überlegungen dient, bestimmt gewissermaßen den erkenntnistheoretischen Status der Stereotypen. Wenn nämlich gesagt wird, dass sie ein Element des subjektiven Faktors im Erkenntnisprozess sind, kann gleichzeitig implizit festgestellt werden, dass dieser Prozess an sich nicht subjektiv, sondern objektiv ist, und ]ZDULQGHP6LQQGDVVHULPPHUHLQH]ZHLJOLHGULJHÄ6XEMHNW-Objekt-5HODWLRQ³GDUVWHOOWYJO Schaff 1980: 27) Weiters muss der Zusammenhang zwischen Subjekt und Objekt in diesem Prozess betont werden, wenn von Stereotypen als Elementen des subjektiven Faktors im Erkenntnisprozess gesprochen wird:
Ä'DV 2EMHNW H[LVWLHUW ]ZDU REMHNWLY GDV KHLW DXHUKDOE GHV HUNHQQHQGHQ 6XEMHNWV und unabhängig von ihm, aber das Produkt des Erkenntnisprozesses ist ein Konstrukt, bei dessen Entstehung verschiedene Bedingtheiten der Wahrnehmung und Interpretation der Wirklichkeit seitens des Subjekts eine Rolle spielen: physiologische, psychologische, soziale, besonders im Zusammenhang mit der 6WUXNWXU GHU 6SUDFKH GHUHQ GDV 6XEMHNW VLFK LQ VHLQHQ 'HQNSUR]HVVHQ EHGLHQW³ (Schaff 1980: 28)
Werden nun alle Elemente als subjektiver Faktor bezeichnet, die das Subjekt in spezifischer Weise in die Erkenntnis und in die Konstruktion ihres Produkts hineinträgt, gehören die Denkstereotypen eben zu dieser Klasse von Erscheinungen. Dadurch, dass die Erkenntnis einen objektiv-subjektiven Charakter hat, ist es möglich, die Denkstereotypen organisch in Seite | 6
ihren Rahmen einzubauen. Auf einem anderen, nicht weniger hohen Niveau der Abstraktion steht für Schaff der pragmatische Kontext, was soviel heißt, wie die Theorie des Handelns, wovon die Kommunikationstheorie ein Teil ist. Eine wichtige Frage, die sich nicht nur der Autor stellt ist, welche Rolle die Stereotypen in der Herausbildung der menschlichen Haltungen, die als Bereitschaft zum Handeln verstanden werden spielen ± welche Rolle spielen sie im Prozess der Verständigung zwischen den Menschen? (vgl. Schaff 1980: 28) Schaff unterscheidet hier drei Kontexte, die er mit den Stereotypen in Verbindung bringt: den psychologischen, den soziologischen und den linguistischen Kontext. Der psychologische Kontext, der besonders im Bereich der Sozialpsychologie auftritt, hängt mit der Reflexion über die Genese der Stereotypen zusammen: der sozialen, welche dem Individuum von seinem Milieu im Prozess der Sozialisation im weitesten Sinn vermittelt wird, sowie der individuellen, besonders wenn es sich um charakterologische Faktoren handelt, welche die Internalisierung und Rezeption von Stereotypen durch das betreffende Individuum begünstigten. Der soziologische Kontext steht in organischem Zusammenhang mit der oben erwähnten Ebene. Wie besprochen, haben die psychologischen Faktoren eine genetische Grundlage in den sozialen Bedingungen, die sie hervorrufen, wobei ihre Erkenntnis zur Vertiefung unseres Wissens über die Gesetzmäßigkeiten des Funktionierens der Stereotypen beiträgt. Der linguistische Kontext wirkt sowohl in dem Sinn, dass die Struktur der Sprache eines der Elemente des subjektiven Faktors bildet, wie das der (Neo-) Humboldtismus lehrt, sowie in einem engeren Sinn, der schon im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Interessensgebiet steht: ÄGD QlPOLFK GLH 6WHUHRW\SHQ LPPHU! verbaOVLQGZHLOVLHLPPHU!DOV,QKDOWHLQHVEHVWLPPWHQ:RUWVRGHU$XVGUXFNVDXIWUHWHQ³ (ebd.: 29) 'DV :RUW Ä6WHUHRW\SHQ³ ZLUG LQ GHU *HVHOOVFKDIW VHKU KlXILJ VR YHUZHQGHW DOV ZlUH HV völlig klar und allgemein bekannt, worum es geht, beispielsweise in Diskussionen, in der Presse, ja sogar in anderen wissenschaftlichen Arbeiten. Oft wird dabei vergessen, dass die Geschichte des Wortes verhältnismäßig jung ist, da der Terminus von Walter Lippmann Anfang der zwanziger Jahre eingeführt wurde und dass der Sinn, der ihm jeweils zugeschrieben wird, äußerst differenziert ist. Dies zeigt etwa auch die Vielfältigkeit, ja geradezu die Widersprüchlichkeit der in der Literatur gebräuchlichen Stereotypentheorien. Schaff geht in seinen Ausführungen von den konkreten Anwendungen des Ausdrucks Ä6WHUHRW\S³ LQ GHU 3UD[LV GHU 8PJDQJV- und Wissenschaftssprache aus. In Bezug auf eine Definition des Begriffs, arbeitete er verschiedene Begriffselemente des Ausdrucks heraus, als sofort eine allgemeingültige Definition zu formulieren. (vgl. ebd.: 30)
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Von einem Stereotyp kann nach Schaff dann gesprochen werden,
ÄZHQQ XQVHUH (PRWLRQHQ :HUWXUWHLOH XQG +DOWXQJHQ LP 6LQQ GHU %HUHLWVFKDIW ]X entsprechendem Handeln nicht eine Reaktion auf eigene diesbezügliche Erfahrungen sind, sondern auf einen Wort-Namen, der in uns diese Empfindungen, Urteile und +DOWXQJHQKHUYRUUXIW³(ebd.: 31)
Dieser angesprochene Wort-Name ist jedem in der einen oder anderen Weise von der Gesellschaft, also von der Familie oder dem Milieu, übermittelt worden, unabhängig von der jeweiligen eigenen empirischen Erfahrung auf dem betreffenden Gebiet, manchmal sogar bei einem völligem Fehlen einer solchen Erfahrung. In diesem Sinn treten Stereotypen in klassischer Weise bei Beziehungen zwischen nationalen Gruppen in Erscheinung, wobei ein Stereotyp nicht unbedingt negativ sein muss ± diese kann durchaus positiv sein. Hierzu gehören auch chauvinistische Stereotypen der eigenen nationalen Gruppe, wie EHLVSLHOVZHLVH GHU $XVGUXFN ÄGHU 8QVULJH³ 6RZRKO LP )DOO GHU QHJDWLYHQ als auch der positiven Stereotypen handelt es sich dabei immer um hauptsächlich emotionale Reaktionen auf einen durch das Signal, also durch den Wort-Namen aktualisierten gesellschaftlichen Inhalt, der im betreffenden Milieu damit verbunden ist, nicht aber um Reaktionen auf persönliche Erfahrung des reagierenden Subjekts. (vgl. ebd.: 31) Dies gilt auch für Klassen-Stereotypen, wie etwa Proletarier, Aristokrat usw., wobei es sich in diesem Fall um Stereotypen handeln kann, die bezüglich der Beurteilung, der emotionellen Reaktionen und der Haltungen geradezu entgegengesetzt sind, je nachdem, im Rahmen welcher gesellschaftlicher Klasse das Stereotyp herausgebildet wurde. Eines ist hier sehr wichtig:
ÄGHU0HFKDQLVPXVLVWGHUVHOEHZLHLP)DOOGHUQDWLRQDOHQ6WHreotypen ± sie sind mehr oder weniger unabhängig von den eigenen Erfahrungen und stützen sich auf Inhalte, GLHDXIVR]LDOHP:HJHEHUPLWWHOWZRUGHQVLQG³ (ebd.: 32)
*DQ]lKQOLFKLVWHVLP)DOOYRQ%HUXIVJUXSSHQÄGHU]HUVWUHXWH3URIHVVRU³RGHUÄGHUVFKODue %DXHU³6WHUHRW\SHQWUHWHQDEHUDXFKLP)DOOYRQHLQDQGHUEHNlPSIHQGHQVR]LDOHQ*UXSSHQ oder auch in Urteilen über das jeweils andere Geschlecht. So stößt man im gesamten gesellschaftlichen Leben und in den damit verbundenen Problemen auf Stereotypen, wobei ihr Mechanismus immer der gleiche ist:
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Ä3ULRULWlW GHV JHVHOOVFKDIWOLFK 9HUPLWWHOWHQ YRU GHU HLJHQHQ (UIDKUXQJ XQG GHP persönlichen Urteil, wenn es sich um eine emotionelle Reaktion, um eine Bewertung von und eine Einstellung zu bestimmten Arten sozLDOHU3UREOHPHKDQGHOW³ (ebd.: 32)
Zweitens spricht Schaff (1980) dann von Stereotypen, wenn ein bestimmtes Signal, also ein bestimmter Wort-Name emotionelle Reaktionen hervorruft, die wiederum ihren Ausdruck in Urteilen und Haltungen des Individuums finden, die mechanisch auf alle Exemplare der mit diesem Wort bezeichneten Kategorie bezogen werden. Dies erklärt sich daraus, dass sie nämlich unabhängig von der persönlichen Erfahrung des gegebenen Subjekts aufgrund einer gesellschaftlichen Vermittlung wirken. Dies ermöglicht zu verstehen, warum Lippmann die %H]HLFKQXQJ Ä6WHUHRW\S³ JHZlKOW KDW GD HU VLFK GDEHL DXI GLH 7HUPLQRORJLH GHV Druckereigewerbes stützte, das mit diesem Wort die gegossene Druckplatte bezeichnet, mit der man eine beliebige Anzahl von Abzügen herstellen kann. So vervielfältigen die ,QGLYLGXHQ HWZD DXFK PHFKDQLVFK LKUH Ä3ODWWH³ ZHQQ VLH DXI EHVWLPPWH :|UWHU VWHWV PLW derselben Phobie reagieren, unabhängig von persönlichen Erfahrungen, die den Voraussetzungen dieser Reaktion widersprechen. Hierbei geht es jedoch nicht nur um die PHFKDQLVFKH :LHGHUKROEDUNHLW HLQHU VR]XVDJHQ ÄYHUYLHOIlOWLJWHQ³ 5HDNWLRQ VRQGHUQ DXFK XPLKUHÄ=lKOHELJNHLW³6WHUHRW\SHQODVVHQVLFKLP$OOJHPHLQHQQXUVFKZHUYHUlQGHUQGHQQ selbst wenn ihre Gegenstandslosigkeit erkannt wurde, wie etwa bei rassistischen Vorurteilen, EOHLEW LPPHU QRFK HLQ JHZLVVHU HPRWLRQHOOHU Ä*HVFKPDFN³ ]XUFN GHU VLFK PHLVW ELV DQV Lebensende des Subjekts nicht völlig ausmerzen lässt. Der Grund befindet sich in der Genese der Stereotypen, speziell in der Art und Weise, wie das Individuum sie sich durch Erziehung, Druck der öffentlichen Meinung in bestimmten Angelegenheiten usw. angeeignet hat. Von anderen Produkten des menschlichen Bewusstseins unterscheidet sie die Resistenz gegen Veränderungen, insbesondere die schwache Wirkung vernünftiger Argumente, sowie die spezifische Verknöcherung der Haltungen, die mit Stereotypen zusammenhängen. (vgl. ebd.: 33) Drittens meint Schaff (1980), dass sich die Produkte des Bewusstseins, also Stereotypen, immer und ausschließlich auf Probleme des gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen beziehen. Sie haben durch die Art und Weise wie sie im menschlichen Bewusstsein in Erscheinung treten, gesellschaftlichen Charakter:
Ä'LH 6WHUHRW\SHQ WUHWHQ LP PHQVFKOichen Denken ausschließlich im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen auf, und zwar solcher, die einen besonderen Charakter haben ± bei denen es sich um Werturteile und Einstellungen gegenüber
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bestimmten menschlichen Gruppen handelt. In diesem Sinn sind Stereotypen immer JHVHOOVFKDIWOLFKH6WHUHRW\SHQ³(ebd.: 32f.)
Speziell diese Charakteristik gilt für Stereotypen in einem weiteren, besonders qualifizierten Sinn: insofern, als sie sich als Bewusstseinsprodukte immer auf die soziale Basis ihrer Träger stützen. Dieser Umstand wird verständlich, wenn die soziale Genese und die soziale Bezugsebene berücksichtigt werden, die das Individuum auf dem Weg gesellschaftlicher Vermittlung, also durch Erziehung in einem bestimmten Milieu, unabhängig von der persönlichen Erfahrung internalisiert. So sind es die Individuen, die in ihrem Denken und Handeln mit Stereotypen operieren, denn gerade sie sind das biologische Sein, das existiert, GHQNWXQGKDQGHOW+LHUEHLJLEWHVDEHUNHLQHÄLQGLYLGXHOOHQ6WHUHRW\SHQ³XQGzwar deshalb,
ÄZHLOHLQ6WHUHRW\SXPYRP,QGLYLGXXPLQWHUQDOLVLHUW]XZHUGHQLKPJHVHOOVFKDIWOLFK vermittelt worden sein muß, es also vorher im Bewußtsein vieler Menschen, in dem, was wir als gesellschaftliches Bewußtsein bezeichnen, existiert haben mu³ (ebd.: 35)
Laut Schaff (1980) ist ein Stereotyp viertens immer mit einem Wort, einem sprachlichen Ausdruck verbunden ± averbale Stereotypen gibt es nicht. Allgemein gilt folgendes:
ÄGDV :RUW GLHQW KLHU DOV 6LJQDO IU EHVWLPPWH LQWHOOHNWXHOOH ,QKDOWe und emotionelle Zustände mitsamt den entsprechenden Haltungen, aber das Wort oder der Ausdruck expliziert das Stereotyp nicht, so wie das auch beim Begriff nicht der Fall ist; expliziert wird es erst durch einen Satz, oft durch ein ganzes System von SätzHQ³(ebd.: 35)
Schließlich merkt Schaff (1980) fünftens an, dass Stereotypen immer bestimmte Werturteile und eine emotionelle Ladung enthalten. (vgl. ebd.: 35)
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass erstens die Stereotypen - und darin besteht die Ähnlichkeit mit den Begriffen - bestimmte Merkmale der Wirklichkeit generalisieren, auf die sie sich beziehen, obwohl es sich dabei um eine einseitige, von gewissen subjektiven Interessen bedingte Generalisierung handelt. Deshalb können sie nicht einfach als falsch angesehen werden. Zweitens sind jedoch die Stereotypen immer ± und das unterscheidet sie von den Begriffen ± Träger gesellschaftlicher Sympathien oder auch Phobien. So sind sie Träger von Werturteilen und den damit verbundenen emotionalen Zuständen und Haltungen. (vgl. ebd.: 36f.) Seite | 10
2.3. Das sozialwissenschaftliche Stereotypenkonzept
Die Sprachwissenschaftlerin Uta Quasthoff (1973), die sich im Speziellen mit den linguistischen Stereotypen auseinandersetzt, meint, dass die umgangssprachliche Verwendung GHV %HJULIIV Ä6WHUHRW\S³ QXU PLWWHOEDU PLW GHU ZLVVHQVFKDIWOLFKHQ zusammenhängt. Denn während der Begriff in der Alltagssprache meistens als Adjektiv oder Adverb zur Beschreibung monotoner, sinnentleerter Wiederholungen gebraucht wird, ist er in der Sozialwissenschaft zu einem Terminus geworden, für den das Moment der Wiederholung nicht mehr in derselben Weise konstitutiv ist. Wie auch schon Schaff (1980) ZHLWHU REHQ DQPHUNWH VR LVW GHU %HJULII Ä6WHUHRW\S³ PLW GHP 1DPHQ :DOWHU /LSSPDQQ verbunden, der ihn als erster, allerdings noch sehr unscharf, zur Bezeichnung sozialpsychologischer Gegebenheiten verwendet. Der Gebrauch des Ausdrucks in theoretischen Abhandlungen und empirischen Studien lässt jedoch darauf schließen, dass die einzelnen AutorInnen mit dem gleichen Begriff häufig Verschiedenes meinen. (vgl. Quasthoff 1973: 17) Mit ein Grund für die unterschiedliche Verwendungsweise des Stereotypbegriffs in der wissenschaftlichen Literatur mag bereits in der Art zu suchen sein, in der er als sozialpsychologische Kategorie eingeführt wurde: äußert Diffus. Aus diesem eher unscharfen Stereotypbegriff Lippmanns, der als Bezeichnung für ein Konglomerat von Einstellungen, Meinungen und Überzeugungen, das die Wahrnehmung strukturiert und selektiv steuert, kristallisierte sich weiters ein engerer Begriff heraus, der sich auf die Typisierung von Menschen und Gruppen und damit auch auf die entsprechende Erwartungshaltung bezieht. Um diesen Rahmen, der immer noch sehr vage scheint und der als Grundlage für die Begriffsbildung im sozialwissenschaftlichen Sinn anzusehen ist, zu präzisieren, sollen im folgenden zunächst einige Definitionen des Stereotyps aus der sozialwissenschaftlichen Literatur betrachtet werden, die das ganze Spektrum der gegenwärtigen Verwendung des Begriffs wiedergeben. Es fällt jedoch außerordentlich schwer, das verworrene Bild der verschiedenen Definitionen und Verwendungsweisen des Ä6WHUHRW\SV³]XV\VWHPDWLVLHUHQ
Ä(LQ JUREHU (LQWHLOXQJVYHUVXFK HUJLEW GDVV HLQLJH $XWRUHQ GDV 6WHUHRW\S DOV
<Überzeugung>, andere als
Eine letzte Gruppe von Definitionen sind solche, die ausgehend von dem Moment der Generalisierung das Stereotyp mit dem Begriff verbinden. Diese Art des Verständnisses von Ä6WHUHRW\S³ VW|W DP HKHVWHQ DXI GDV ,QWHUHVVH YRQ /LQJXLVWHQ ± so geht auch Schaff in seinen Überlegungen (siehe oben) von einer Parallelität zwischen Begriff und Stereotyp aus. (vgl. Quasthoff 1973: 20) Zusammenfassend kann nun also gesagt werden, dass obwohl eine Ableitung und Bestimmung des Stereotypenbegriffs in der Weise, wie es hier versucht wurde, in der sozialwissenschaftlichen Literatur nicht nachzuweisen ist, gibt es doch vereinzelte Hinweise auf den sprachlichen Aspekt des Stereotyps. In der Ableitung des Stereotyps aus einer spezifischen Form der Überzeugung, die einer Klasse von Personen oder Gegenständen, im grammatischen Sinn also einem Subjekt, Eigenschaften zu- oder abspricht, ist bereits LPSOL]LHUWGDVVHVVLFKEHLP%HJULIIÄ6WHUHRW\S³XPHin Urteil handeln muss. Die linguistische Kategorie für das Urteil ist der Satz und nicht das Wort. So kann das Stereotyp für die hier vorliegende Arbeit folgendermaßen definiert werden:
Ä(LQ 6WHUHRW\S LVW HLQ YHUEDOHU $XVGUXFN HLQHU DXI VR]LDOH *UXSSHQ Rder einzelne Personen als deren Mitglieder gerichteten Überzeugung. Es hat die logische Form eines Urteils, das in ungerechtfertigt vereinfachender und generalisierender Weise, mit emotional-wertender Tendenz, einer Klasse von Personen bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensweisen zu- oder abspricht. Linguistisch ist es als Satz EHVFKUHLEEDU³ (Quasthoff 1973: 28)
So konnte hier das Kriterium einer bestimmten Höhe des Verbreitungsgrades in einem quantitativen Sinn, als konstitutives Merkmal des Stereotyps außer Acht gelassen werden, denn wo soll, auf einer kontinuierlich anwachsenden Kurve des prozentualen Übereinstimmungsgrades von Versuchspersonen, bei der Zuordnung eines Merkmals als Eigenschaft einer Gruppe, HLQH*UHQ]H]LHKHQ ]ZLVFKHQÄ6WHUHRW\S³ XQG Ä1LFKW-6WHUHRW\S³ gezogen werden, ohne willkürlich vorzugehen? Doch trotz der Schwierigkeit, hier eine begründbare Grenze zu ziehen, scheint die Frage des Übereinstimmungsgrades von Urteilen für eine sozialpsychologische Forschung von größter Wichtigkeit zu sein:
Ä%HLGHU)XQNWLRQVEHVWLPPXQJGHV6WHUHRW\SV!VSLHOWGLH7DWVDFKHGDHVVLFKEHL
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Jedoch scheint die Anzahl von Personen, die einen bestimmten Typ von Urteil äußern, für eine eingehende linguistische Beschreibung und Analyse zunächst unerheblich.
3. Stereotypen und Vorurteile
Aufgrund der verwirrenden Verwendungsvarianten im wissenschaftlichen Feld, wird der %HJULIIÄ6WHUHRW\S³RIWLQ9HUELQGXQJPLWGHPÄ9RUXUWHLO³YHUZHQGHW,QZHOFKHU$UWXQG:HLVH und ob sich diese beiden Begriffe unterscheiden bzw. welchen Ursprung diese besitzen soll nun erläutert werden.
3.1. Historische Einführung
Im Allgemeinen stammt der Ausdruck aus dem 16. Jahrhundert und zwar abgeleitet aus dem ODWHLQLVFKHQ :RUW ÄSUDH-MXGLFLXP³ (U ZDU ]XQlFKVW GHP MXULVWLVFKHQ =XVDPPHQKDQJ zugehörig, wo er auf eine Zwischen-Erkenntnis in einem längeren Prozess der End-Urteilsfindung bezogen war. Erst seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert erfolgte seine massenhafte Übertragung in den allgemeinen öffentlichen Diskurs. Dadurch, dass schon die Aufklärung die Vorurteile bekämpft, indem sie diese durchleuchtet und durchschaubar macht, ist die Vorurteilskritik zu einer zentralen Tätigkeit der Aufklärung bzw. des Aufklärers/der Aufklärerin geworden. Dies hat sich bis heute als Bestimmung gehalten. Weiters war die Vorurteilskritik enzyklopädisch wirksam als ein Kampfmittel gegen die Feudalherren. (vgl. Ehlich 1998: 16f.) So definiert Ehlich die Vorurteile im Kontext des 17. Jahrhunderts wie folgt:
Ä9RUXUWHLOH ZDUHQ DOV QXU JHULQJIJLJ PRGLIL]LHUWH )RUP GHV $EHUJODXEHQV OHLFKW denunzierbar, und ihre Kritik wurde begierig aufgenommen ± freilich nur überall dort, wo der Sturz der bestehenden feudalen Verhältnisse selbst fällig, ja überfällig war. Wo dies nicht und nicht mehr der Fall war, tat sich die Vorurteilskritik schwer.³ (Ehlich 1998: 17)
Folglich erwiesen sie sich als zählebig und dauerhaft, und zeigten eine handlungsleitende Kraft in immer neuen Applikationen bis sie, massenpropagandistisch wirksam bestärkt, erneuert, die nationale und nationalsozialistische Selbstbornierung voranzutreiben halfen. Deshalb wurde die Nachaufklärung zum Tummelplatz der Vorurteile. Später, im Nationalismus und Rassismus, wurden sie wissenschaftlich entwickelt, begründet und systematisiert. So blieb die Vorurteilskritik ein gesellschaftlich hilfloses Programm, wobei sich Seite | 13
die aufklärerische Figur selbst perpetuierte, sodass sie so an dem Anteil gewinnt, und was sie mit guten Gründen kritisiert, bleibt undurchschaut. Infolgedessen stehen im Ergebnis Vorurteil und Vorurteilskritik in einer Weise gegenüber, die gerade deshalb nach einer reflexiven Auflösung der ihnen beiden gemeinsamen Basis ruft. (vgl. Ehlich 1998: 17)
3'DVÄ9RU-8UWHLO³
'HU$XVGUXFN9RUXUWHLOZHLVWDQGHUVDOVEHLVHLQHPPRGHUQLVLHUHQGHQ3HQGDQWÄ6WHUHRW\S³ eine semantische Spur auf, die in der Herausbildung der aufklärerisch-kritisch-pejorativen Verwendung nicht aktualisiert, aber in dem ursprünglich juristischen Gebrauch präsent ist, denn auch das Vorurteil ist ein Urteil. Wobei es als solches auf Erkenntnis abzielt, genauer gesagt auf eine handlungsverbindliche Erkenntnis, exemplarisch eben im Richterspruch. Durch die negative Konnotationen hat das Vorurteil so einen Stellenwert im Erkenntnisgewinnungsprozess ± einerseits im juristischen, andererseits in dem des Verstehens eines Textes. Aus dieser Bedeutungsform hat das Vorurteil einen einigermaßen DQGHUHQ6WHOOHQZHUWLQGHUÄ7KHRULHGHV9HUVWHKHQV³JHIXQGHQVRGDVVGLH9HUZHQGXQJGHV Ausdrucks gegenwärtig in zwei gegensätzliche Richtungen auseinanderfällt. So hat die +HUPHQHXWLNLQGHP9HUVXFK3UR]HVVHGHV9HUVWHKHQV]XUHNRQVWUXLHUHQÄ9RU-8UWHLOH³DOV notwendige Schritte von Verstehensprozessen identifiziert. Damit hat sie auf eine neue 'LPHQVLRQ YHUZLHVHQ GLH GHP DXINOlUHULVFKHQ Ä9RUXUWHLOVGLVNXUV³ IUHPG ZDU (KOLFK beschreibt die Situation wie folgt:
Ä)U MHQHQ ZDU GDV 9RUXUWHLO! LQ VHLQHU QHJDWLYHQ (YDOXDWLRQ GDV YRQ GHU *UXSSH von den Herrschenden, aber auch vom Negativ-Set der eigenen psychischen Disposition geschaffene Ensemble einer verwerflichen und verderblichen geistigen 7lWLJNHLWE]ZGHU$ENHKUYRQLKU³(ebd.: 18)
+LQJHJHQOlVVWPDQVLFKLPKHUPHQHXWLVFKHQ.RQ]HSWGHVÄ9RU-UrWHLOV³LPPHUKLQVRZHLWDXI den Umstand einer mentalen Tätigkeit ein, dass man nach der spezifischen Qualität und Leistung jener vorgreifenden Urteile fragt, die ein unaufgebbarer Schritt in der komplexen mentalen Verstehenstätigkeit sind. (vgl. ebd.: 18)
3.2.1. 'DVÄ9RU-8UWHLO³LPKHUPHQHXWLVFKHQ.RQWH[W
Eine sehr wichtige Frage, ist jene, was es bedeutet zu urteilen. Ehlich (1998) beantwortet diese Frage wie folgt:
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Ä'DV 8UWHLOHQ LVW HLQ 3UlGL]LHUHQ XQG LQVRIHUQ HLQH PHQWDOH $NWLYLWlW KLQ DXI GHP Wege zu GHP ZDV PDQ >«@ XPIDVVHQG HLQH %HJULIIVELOGXQJ QHQQHQ NDQQ GLH mentale Repräsentanz von Welt. Begriffe aber, Urteile und Handlungen stehen PLWHLQDQGHULQHLQHPXQDXIJHEEDUHQXQGXQDXIO|VOLFKHQ=XVDPPHQKDQJ³(ebd.: 18)
Dies lässt sich so zusammenfassen, dass ohne Urteile, ohne Begriffe menschliche Handlungen nicht möglich sind. Dies hat auch anthropologische Gründe, dadurch, dass der Mensch als Mangelwesen für seine Handlungen nicht hinreichend durch Instinkte abgesichert ist. Weiters stellt sich nun diH )UDJH ZHOFKHQ 6WHOOHQZHUW GHP Ä9RU-8UWHLO³ DQJHVLFKWV GLHVHU 6WUXNWXU ]XNRPPW" )DNW LVW GDVV GDV Ä9RU-8UWHLO³ LQ GHQ 3UR]HVV GHU Begriffsbildung unumgänglich eingebunden ist, wobei es als solches die pejorative Wertung nicht verdient. So beginnen die Probleme dort, wo seine Transformation, nämlich die %HUHLWVFKDIW ]XP 9HUVWHKHQ VXVSHQGLHUW ZLUG ZR DOVR GLHVHV Ä9RU-8UWHLO³ QLFKW LQ GHQ Prozess der Erkenntnisgewinnung kontinuierlich eingebunden bleibt, denn dann tritt das Ä9RU-8UWHLO³DQGLH6WHOOHYRQdessen Ergebnis. Der Motor hierfür, sodass derartiges eintritt, liegt im Vorhandensein der Bereitschaft zum Verstehen begründet, sozusagen in einer Transformationsverweigerung. (vgl. ebd.: 18)
3.3. Das Verhältnis von Stereotyp und Vorurteil
Die NotwendigkHLWVLFKGLH)UDJHQDFKGHP9HUKlOWQLVGHUEHLGHQ%HJULIIHÄ6WHUHRW\S³XQG Ä9RUXUWHLO³ ]X VWHOOHQ OHLWHW VLFK DXV GHU 7DWVDFKH DE GDVV EHLGH HLQHUVHLWV DOV 6\QRQ\PH definiert und verwendet werden, andererseits andere AutorInnen jedoch eine begriffliche Abgrenzung zwischen ihnen vorzunehmen versuchen. Dadurch wird eine Trennung der *HOWXQJVEHUHLFKH EHLGHU %HJULIIH HUVFKZHUW VRGDVV DXFK GHU %HJULII Ä9RUXUWHLO³ LQ GHU Sozialpsychologie ± sei es implizit oder explizit ± LP 6LQQH YRQ ÄVR]LDOHV 9RUXUWHLO³ verstanden wird, das auf menschliche Gruppen oder auch einzelne Personen als deren 0LWJOLHGHU JHULFKWHW LVW 6R LVW EHLP Ä6WHUHRW\S³ GHU ZLVVHQVFKDIWOLFKH *HEUDXFK PLW %H]XJ auf soziale Gruppen fast durchgängig. Es lässt sich also keine Unterscheidung nach dem %H]XJVREMHNW]ZLVFKHQ9RUXUWHLOXQGÄ6WHUHRW\S³WUHIIHQ'LHPHLVWHQ$XWRU,QQHQGHILQLHUHQ das Vorurteil, so Quasthoff (1973),
ÄDOV HLQH )RUP GHU (LQVWHOOXQJ GHUHQ %HVRQGHUKHLW HV LVW GD VLH VLFK ± in meist negativer Weise ± auf soziale Gruppen richtet. Nur vereinzelt werden Vorurteile in YROOVWlQGLJDQGHUHU:HLVHNODVVLIL]LHUW³ (Quasthoff 1973: 25)
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Uta Quasthoff (1973) meint weiters, dass jene Position, die das Vorurteil so sieht, als dass es aus zwei Komponenten ± der Einstellung und der Überzeugung ± zusammengesetzt ist, um einiges korrekter und genauer zu sein scheint, als jene, die im Vorurteil nur eine Einstellung sieht. Die Autorin sieht es jedoch nicht für nötig, eine begriffliche Trennung zwischen ÄEinstellung³ und ÄÜberzeugung³ in diesem Bereich zu ziehen, da die beiden ± sowohl in einer allgemeinen Einstellung der Antipathie gegenüber Schwarzafrikanern etwa als auch in der Überzeugung, sie würden schlecht riechen ± ein Voraus-Urteil über eine gesamt Gruppe von Menschen begründen, welches in jedem Fall wertender Natur ist, ganz unabhängig davon, ob der Einstellungs- oder der Überzeugungsfaktor überwiegt. Aufgrund GHVVHQ GDVV GLH EHLGHQ .DWHJRULHQ Ä(LQVWHOOXQJ³ XQG ÄhEHU]HXJXQJ³ GHILQLHUW VLQG XQG GDPLW DXFK Ä]XU 9HUIJXQJ³ VWHKHQ LVW HV DEgesehen davon jederzeit möglich, eine analytische Trennung zwischen beiden vorzunehmen, ohne die sinnvolle Einheit des Vorurteilsbegriffs zu zerstören. (vgl. Quasthoff 1973: 25f.) Quasthoff (1973) NRQNUHWLVLHUW ZHLWHUV GDVV ZHQQ QXQ GDV Ä6WHUHRW\S³ QXU DOs Einstellung klassifiziert wird, so würde es weder den vorhandenen definitorischen Ansätzen, noch den zu seiner Erfassung angewandten empirischen Methode entsprechen. Deshalb stellt sich also GLH )UDJH RE GDV Ä6WHUHRW\S³ HEHQVR ZLH GDV 9RUXUWHLO DXV (LQVtellungs- und Überzeugungsfaktoren zusammengesetzt oder lediglich Bezeichnung für eine Art Überzeugung ist. Die Entscheidung dieser Frage ist jedoch willkürlich, da sie von einer definitorischen Setzung abhängt: Sollen Sätze des Typs ± Ä,FK NDQQ PlQQOLFKH 6FKZDU]DIULNDQHU QLFKW OHLGHQ³ QRFK DOV $XVGUFNH HLQHV Ä6WHUHRW\SV³ JHOWHQ RGHU QLFKW" Quasthoff (1973) meint hierzu:
Ä'DV9HUVWlQGQLVGHV%HJULIIVGDVGHUEHUZLHJHQGH7HLOGHUVR]LDOSV\FKRORJLVFKHQ Literatur erkennen läßt sowie das Interesse an einer deutlichen Abgrenzung vom sozialen Vorurteil im Sinne einer kategorialen Einheitlichkeit, die der linguistischen Beschreibung und Analyse zugute kommt, spricht dafür, den Einstellungsfaktor aus GHU'HILQLWLRQGHV6WHUHRW\SV!DXV]XVFKOLHHQ³ (ebd.: 26)
Jedoch ist aus der beschriebenen funktionellen Verflechtung der beiden abzuleiten, dass DXFK GDV VR GHILQLHUWH Ä6WHUHRW\S³ QLFKW RKQH GLH .DWHJRULH GHU (LQVWHOOXQJ ]X HUNOlUHQ LVW Deshalb steht fest, dass wenn Überzeugungen im Allgemeinen Rationalisierungen von Einstellungen sind, sie ohne den Begriff der Einstellung nicht vollständig zu erfassen sind. So VWHOOWVLFKGLH)UDJHREÄ6WHUHRW\SHQ³PLWhEHU]HXJXQJHQGLHHLQ%HVWDQGWHLOYRQVR]LDOHQ Vorurteilen sind, gleichgesetzt werden können. Hierzu ist festzustellen, dass Überzeugungen, gemeinsam mit Einstellungen, das soziale Vorurteil bilden und dass Seite | 16
Arbeit zitieren:
Mag. Andrea König, 2008, Das Defizit bei Goffman, München, GRIN Verlag GmbH
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Andrea König's Text Das Defizit bei Goffman ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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