Selbsterhaltungstrieb, sondern haben eine andere Ursache. Was könnte die Wurzel des Übels durch Menschen sein? Ich denke, dass das Übel da anfängt, wo Menschen sich über andere erhöhen und ausschließlich auf ihre eigenen Vorteile bedacht sind. Kriege beispielsweise haben eine gemeinsame Ursache: Sie entstehen nämlich dadurch, dass ohne Rücksicht auf Verluste und mit aller Gewalt die eigenen Interessen durchgesetzt werden sollen. Es lässt sich weiter feststellen, dass der Mensch ein zum Egoismus neigendes Wesen ist, so dass das Wohl der Mitmenschen nicht mehr von Belangen ist. Der Mensch wird als soziales Wesen angesehen, was aber nicht der Fall ist, wenn der Mensch dem Egoismus verfallen ist. Beispielsweise die Medien und Bildungssysteme suggerieren förmlich den heutigen Menschen, besser zu sein als der andere. Das Bewerten von Leistungen nach dem Notensystem fördert unhinderlich die Mentalität der Leistungsgesellschaft. Ebenso suggeriert die Werbung in den Medien, etwas besitzen zu müssen, um nicht auf der Verliererseite zu stehen. Der Mensch kann als Krönung der Schöpfung gesehen werden, wenn er mit der Schöpfung in Einklang und Frieden lebt sowie Rücksicht auf das Wohl seiner Mitmenschen nimmt. In Bezug auf seinen Mitmenschen heißt es, sich über nicht über andere zu erhöhen und nicht vehement nur an seine eigenen Vorteile zu denken. Dass der Mensch rücksichtsvoll zu seinen Mitmenschen sein soll, drückt sich im kategorischen Imperativ von Kant aus. Seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben, findet sich jedoch schon früher wie zum Beispiel in der Bibel und beim islamischen Religionsstifter Mohammed. In der Summe dieser Betrachtungen kann der Mensch als Schwellenwesen angesehen werden, das einerseits Trieben sowie der Neigung zum Egoismus unterliegt und andererseits die Gabe besitzt, sich zum Guten zu entwickeln. Der Mensch kann erst in dem Moment als Krönung der Schöpfung gesehen, wo der Mensch in Frieden mit seinen Mitmenschen und der Schöpfung lebt. Es wird deutlich, dass der Mensch als Teil der Schöpfung zu sehen ist, über die der Mensch nicht steht. Erhebt sich jedoch der Mensch über die Schöpfung, ist er keineswegs als der Schöpfung Krönung zu sehn. Gewiss kommt dem Menschen eine Sonderstellung in der Schöpfung zu, weil sich das menschliche Wesen durch Vernunftbegabung und Intelligenz auszeichnet. Missbraucht er seine Stellung in der Schöpfung, wird er zum Feind der Schöpfung und verwirkt damit, Krönung der Schöpfung zu sein. Als was für ein Wesen ist der Menschen nun zu erachten? Auf der einen Seite als Vernunftwesen und auf der anderen Seite als Gefühlswesen. Gefühle und Verstand sind es, die den Menschen steuern können. Ich glaube, dass der Verstand auch dazu dient, dass der Menschen sich begreifen soll mit seinen Schwächen und aus seinen Fehlern zu lernen. Negative Gefühle wie Neid, Wut oder Eifersucht bringen den Menschen dazu, Untaten zu begehen. Positive Gefühle wie Glück und Freude hingegen haben die Eigenschaft, die Menschen zum Positiven zu bewegen. Nun stellt sich die Frage, wodurch Gefühle ausgelöst werden. Mit Sicherheit lässt sich sagen, dass Gefühle durch äußere Faktoren ausgelöst werden. Ich gehe an dieser Stelle davon aus, dass jeder Mensch das Produkt seiner Umwelt bzw. seines Umfeldes ist. Es ist Tatsache, dass der Mensch durch äußere Einflüsse vor allem in der Kindheit sowie Jugend geprägt wird. Die Liebe im weitesten Sinne ist eines der höchsten Tugenden der Menschen. Wer niemals Liebe erfährt, wird niemals Liebe geben können. Ebenso ist es mit Menschen, die nie Herzenswärme von ihren Eltern erfuhren in ihren jungen Jahren. Diese Menschen haben Probleme, Gefühle offenherzig zu zeigen. Der Mensch ist daher nur dazu im Stande, was ihm gelehrt wurde und womit er viel Erfahrung machte. Kommt ein Mensch nie in die Erfahrung von Liebe, Geborgenheit, Angenommensein und Verständnis, stumpft dieser Mensch
Arbeit zitieren:
Wilhelm Weber, 2008, Der Mensch als Krönung der Schöpfung, München, GRIN Verlag GmbH
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