Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Untersuchungen zur Lehrersicht 3
2.1 Unter Berücksichtigung multikultureller Wirklichkeit 3
2.2 Verhaltensauffälligkeit der Schüler im Urteil von LehrerInnen 5
3 Institutionelle Diskriminierung 7
3.1 Bsp. „Ali Gymnasium“ 7
3.2 Gründe und Folgen. 7
4 Lehrerausbildung. 8
4.1 Interkulturelle Kommunikation. 9
4.2 Zielsetzung der Ausbildung 10
5 Fazit und Aussicht. 11
Literatur. 12
Referenzquellen. 12
2
1 Einleitung
„Nationale und internationale Studien (Lehmann et al. 1997; Dt. PISA-Konsortium 2001) belegen unisono, dass die Mitte des 20. Jahrhunderts einsetzende Arbeitsmigration in die Bundesrepublik Deutschland schulisch noch immer nicht hinreichend bewältigt ist: SchülerInnen mit familiären Migrationshintergrund sind in ihren Bildungsverläufen benachteiligt und schneiden in Schulleistungstests im Durchschnitt schlechter ab als Schüler ohne Migrationshintergrund.“ 1
Dieser Aussage von Walter kann ich nur zustimmen, bezeichnet sich Deutschland doch noch immer nicht als Einwanderungsland. Woher sollte da also die koordinierte Steuerung eines solchen Eingliederungsprozesse kommen? Ob man der folgenden Aussage genauso zustimmen kann, soll nun in dieser Hausarbeit erörtert werden.
„Die Hinweise, die den beiden mit großem Aufwand betriebenen PISA-Studien zu den Bildungsbiographien von SchülerInnen mit Migrationshintergrund zu entnehmen sind, hätte man längst aus Aussagen der Lehrpersonen vor Ort erschließen können, hätte man diese Aussagen nicht ignoriert oder als tendenziell ethnozentrisch klassifiziert.“ 2
Trifft die Perspektive der Lehrer wirklich so klare und sichere Aussagen, wie hier suggeriert wird? Haben Lehrer einen ungetrübten Blick auf die Fakten? Ist die Ausbildung des Lehrpersonals überhaupt ausreichend um eine solche Einschätzung treffen zu können? Warum wurden ihre Aussagen ignoriert oder nicht beachtet? Diese Fragen werde ich hier nun versuchen zu klären.
2 Untersuchungen zur Lehrersicht
2.1 Unter Berücksichtigung multikultureller Wirklichkeit
Schon in den 1990iger Jahren wurden einige Befragungen von Lehrern durchgeführt, um deren Sichtweise genauer betrachten zu können. So zum Beispiel die schriftliche Befragung 180 hessischer LehrerInnen durch Diehm und Kordorn 1990 3 , oder die Befragung 185 Hamburger LehrerInnen durch Gogolin 1994 4 . Was diese Befragungen gemein haben, ist das der Lehrer an sich immer in ein „gut oder böse“ Schema gezwängt wird. So stellt man die Lehrer entweder als vorurteilsfrei oder vorurteilsbehaftet dar, als diskriminierend oder nicht diskriminierend. Eine Abstufung dazwischen scheint nicht zu existieren. Dabei wird außer
1 Walter, Paul (2005) , S.55
2 Walter, Paul (2005) , S. 59
3 In Walter, Paul (2005)
4 In Walter, Paul (2005)
3
Acht gelassen, dass Lehrer ihre Sichtweise häufig aus Unsicherheit und mangelnder Ausbildung entwickeln müssen.
Dies umgehend führt Walter im Jahr 2001 5 eine weitere Befragungsstudie durch, bei der er 91 Erziehungspraktiker 20 pädagogische Maßnahmen nach der pädagogischen Priorität ordnen lässt. Dabei zielt er vor allem darauf ab zu erfassen, wie die Erziehungspraktiker die multikulturelle Wirklichkeit in ihrem Unterricht berücksichtigen. Die bei der Befragung gefällten Urteile wurden dann einer Hauptkomponentenanalyse unterzogen, die 3 Hauptkomponenten, auch Faktoren genannt, mit jeweils 3 Unterpunkten ergaben. Faktor I: Integration 6
• Deutschkenntnisse fördern
• Förderkurse /-klassen einrichten
• Elternarbeit verbessern
Dieser Faktor wurde mit der höchsten Priorität eingestuft und umfasst hauptsächlich herkömmliche Anpassungsleistungen. Faktor II: Chancengleichheit
• Ausreichende Kindergartenplätze
• Beachten der Gleichwertigkeit von Kulturen
• Kleinere Klassen
Dieser Faktor hat eine geringere Priorität wie Faktor I und beinhaltet vor allem die Voraussetzungen der schulischen Chancengleichheit von SchülerInnen aus Migrantenfamilien. Faktor III: Diversität
• Bedeutung Muttersprachlichen Unterrichts hervorheben
• Berücksichtigung kultureller Gewohnheiten
• Zusammenarbeit mit Migrantengruppen
Faktor III hat die niedrigste Priorität und zeichnet sich vor allem durch die Hervorhebung kultureller Vielfalt aus.
Als Schlussfolgerung aus der Studie kann man ablesen, dass je höher der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in einer Kasse ist, desto unwichtiger werden Maßnahmen zur kulturellen Vielfalt in einer Klasse. Je höher der Anteil einer Minorität aber, desto mehr steigt die Priorität der Chancengleichheit und integrativen Förderung der SchülerInnen in einer Klasse.
5 Mehr in Walter, Paul (2001)
6 In Walter, Paul (2005), S.57
4
Arbeit zitieren:
Tina Gentsch, 2008, Migrantenjugendliche im Bildungssystem, München, GRIN Verlag GmbH
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