Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Anfänge der „großen Trinker“ 4
3 Die „Barbaren“, also über die russische Trinkkultur 7
4 Alkoholkonsum unter der Bevölkerung. 8
4.1 Bauern. 8
4.2 Arbeiter. 9
4.2.1 Alkoholkonsum als Bremsfaktor in dem Industrialisierungsprozess? 9
4.3 Frauen 10
5 Volk ohne Wodka? Maßnahmen gegen den Alkoholismus im Zarenreich Ende
des 19 Anfang des 20. Jahrhunderts 11
6 Zusammenfassung. 13
7 Abstract 16
8 Literaturliste. 18
2
1 Einleitung
„Ohne Wodka gäbe es kein Russland“ wagen viele Russen zu sagen. Und es mag auch stimmen. Ohne ihn hätte der Zar Peter I. keine Erfolge, denn mit ihm belohnte er seine Soldaten.
Die Russen werden auch meistens mit dem Wodka assoziiert. Der betrunkene Russe ist außerdem der Held vieler Witze. In Russland wird zu viel Alkohol getrunken sagen viele. Aber wo sind die Ursprünge des enormen Alkoholverzehrs? Wie war es in Russland Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts?
Das Ziel dieser Arbeit ist es zu überprüfen, ob der übermäßige Alkoholkonsum als Folge des Industrialisierungsprozesses zu sehen ist, d.h. dem Volk war es schlecht und es ertränkte seine Frust in dem Wodka, oder ihm ging es so gut, dass es seinen Erfolg mit dem Wodka feierte? Wer trank überhaupt Alkohol? In Deutschland und Frankreich trank man seit hunderten Jahren immer Wein und Bier zu den Mahlzeiten. Was wurde in Russland getrunken? Und zu welchen Anlässen? Kann man von der russischen Trinkkultur sprechen? Was heißt es?
Und schließlich soll die Antwort auf die Frage gegeben werden, wie ist es dazu gekommen, dass wir von den Russen- Alkoholikern sprechen. Hat das die Regierung- der Zar nicht gesehen? Wurden irgendwelche Maßnahmen unternommen, um das Problem zu beseitigen? Und hat es geklappt?
3
2 Anfänge der „großen Trinker“
Die Einführung in das Buch von Sonja Margolina scheint eine passende Einführung auch für diese Arbeit zu sein.
In einem Dorf bricht ein Brand aus. Die Einwohner versuchen, die Kirche vor dem Feuer
zu retten. Da taucht der Schankwirt auf und ruft den Leuten zu, er würde ihnen ein Fass
Wodka spendieren, wenn sie statt der Kirche die Schänke retten. Und so geht die Kirche
in Flammen auf, die Schänke aber wird gerettet.
Margolina bezieht sich auf einen Bericht in einer Moskauer Zeitung aus dem Jahre 1873. Es heißt, den Bauern war es wichtiger, die Schänke zu retten, um dann Wodka trinken zu können, als den Brand in der Kirche zu löschen. 1 Ein anderes passendes Zitat wäre der Bezug auf die Worte von Y. Georg in der Introduction in dem Buch von David Christian:
Without vodka the Russian people simply cannot live. It is their elixir of life, the living
water [zhiznennyi eliksir, zihaya voda], the universal cure. Also noch mal ein Zeichen dafür, dass für die Russen das Leben ohne Wodka überhaupt nicht möglich ist und dass er eine bedeutende und wichtigste Rolle in ihrem Leben spielt. 2
Wodka sei für die Russen Grundnahrungsmittel zur Mahlzeit, so wie Wein und Bier in anderen Ländern. Die Geschichte zeigt, dass es kaum möglich ist, ein Fest ohne Wodka zu organisieren und der Alkoholkonsum wurde durch eine Trinkkultur manifestiert.
Dass in Russland viel Alkohol getrunken wird und getrunken wurde ist keine Neuheit. Es ist keine Reaktion auf die Änderungen in den inneren Strukturen, weder auf die Abschaffung des Zarentums noch auf den Übergang zum Kommunismus. Schon in den Reiseberichten aus dem 15. und 16. Jahrhunderts finden wir Informationen darüber, dass die Russen „große Trinker“ genannt wurden und dass sie beim Trinken nie maßgehalten hätten. Unabhängig von der Gesellschaftsschicht, egal ob das Morgen oder Abend war, ob das ein Mann oder eine Frau war- Betrunken sein, sei ein gewöhnlicher Zustand der russischen Bevölkerung gewesen.
1 Margolina, Sonja (2004: 9)
2 Christian, David (1990: 1)
4
Ivan IV. der Schreckliche ließ im 16. Jahrhundert so genannte „Kabaks“ einrichten, also staatliche Brauereien, die die Einflüsse in die staatliche Kasse bedeutend vermehrten, was dem Zaren die Möglichkeit gab, seine Investitionen zu finanzieren. Die Bestimmung der Kabaks war also, dass die Besucher kommen, möglichst viel trinken und möglichst viel Geld da lassen. Es sei so zusagen ein Zwang geworden, die Kabaks zu besuchen. Derjenige, der dieser Pflicht nicht nachkam, wurde bestraft. Das sind die traurigen Anfänge der Verbreitung des Alkoholismus in Russland. Danach wurde gesetzliche verboten, in den Häusern Wodka herzustellen, wobei im 17. Jahrhundert auch die Privatpersonen die Kabaks mieten konnten, um eigene Gewinne zu erhöhen. Das führte dann dazu, dass diese Mieter noch mehr gewinnen wollten, deshalb bedienten sie sich bei der Wodka- Herstellung billiger Stoffe, was Alkoholvergiftungen verursachte. Minderung solcher Probleme sicherte erst die Wiedereinführung des Staatsmonopols für Alkoholika.
Katharina II. ging sogar weiter und meinte, dass „das betrunkene Volk leichter zu verwalten“ sei. Mit dem stetigen Aufstieg des Alkoholkonsums vergrößerte sich auch die Staatskasse. Ein dramatischer Schluss war dann das 1914 eingeführte „trockene Gesetz“. 3
Dostojewski, der sehr über die Situation in Russland empört war und der seine Meinung nicht verheimlichte, schrieb:
Fast die Hälfte unseres jetzigen Budgets bezahlen wir mit der Schnapssteuer, d.h. mit
der Versoffenheit und der Verderbtheit des Volkes.
Margolina bezieht sich weiter auf seine Worte und gibt zu, dass zwar Russland eine Großmacht geworden ist und dazu benötigte man eine Menge Geld, aber wie viel musste es dafür zahlen? Der Staatschatz ist voll vom Geld vom Wodka. Er ruiniert aber die Menschen und reduziert ihre Möglichkeiten. Deshalb sei Wodka eher als Verhängnis zu sehen.
Er war auch der Meinung, dass die Tatsache, dass der Staat nur dank der Trunksucht seiner Bevölkerung so gut funktioniert, die größte Sperre sei, eine moderne Nation zu werden.
3 Biss, Claudia (2006: 2-7)
5
Arbeit zitieren:
Marlena Biadala, 2008, Alkoholkonsum im Zarenreich Ende des 19. Jahrhunderts Anfang des 20. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
M. B.'s Text Alkoholkonsum im Zarenreich Ende des 19. Jahrhunderts Anfang des 20. Jahrhunderts ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
M. B. hat den Text Alkoholkonsum im Zarenreich Ende des 19. Jahrhunderts Anfang des 20. Jahrhunderts veröffentlicht
M. B. hat einen neuen Text hochgeladen
Das Klassenzimmer vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute / The classr...
Das Katalogbuch zum VS-Schulmu...
Thomas Müller, Romana Schneider
Das Schloß der Kinderfrau - Kleine Beiträge zur Literatur des 19. Und ...
Kleine Beiträge zur Literatur ...
Helmuth Nürnberger
Der Anfang von Himmel und Erde hat keinen Namen
Eine Selbsterschaffung in sieb...
Heinz von Foerster, Albert Müller, Karl H. Müller
Ein 'neues' Deutschland? Eine deutsch-französische Bilanz 20 Jahre nac...
Une 'nouvelle' Allemagne? Un b...
Reiner Marcowitz
Preußen - Deutschland und Rußland vom 18. bis zum 20. Jahrhundert
Winfried Baumgart, Uwe Liszkowski, Werner Markert
Politik und Moral am Ende des 20. Jahrhunderts
Rede an der Internationalen Ak...
Alexander Solschenizyn
0 Kommentare