In der Reihe
Sammlung d diverser B Berichte B Band V V S
werden die Ergebnisse und Erfahrungen aus diversen Gutachten zu Wirtschaftlichkeits-und Organisationsanalysen verschiedenster Projekte präsentiert. Die Ergebnisse und Vorschläge zu den einzelnen Themen sollen die Basis sein, für Interessierte z. B. von betroffenen Einrichtungen und natürlich auch Anderen, u. U. das eigene Umfeld selbstkritisch zu Hinterfragen, Ansätze zu finden, die in diesen Berichten dargestellten Vorschlägen und Empfehlungen, für die Verbesserung ihrer Einrichtungen zu adaptieren und umzusetzen. Die Angaben zu den zu untersuchenden Einrichtungen wurden bewusst anonymisiert. Die Originaluntersuchungsunterlagen und Tabellen befinden sich beim Verfasser.
Der Band V beschäftigt sich mit dem immer wieder akuten Thema „Bereitschaftsdienstanalyse“ für ein Kreiskrankenhaus mit 363 Planbetten.
In dieser „Bereitschaftsdienstanalyse für die Bereiche: Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie, Röntgenabteilung, Labor, Pädiatrie, Anästhesie, OP-Dienst“ die einzelnen Belastungsstufen untersucht bzw. ermittelt.
Ziel dieser Analyse war die Lieferung von Daten für die vorgeschriebene Einstufung der tatsächlich geleisteten Arbeit während der Bereitschaftsdienste in die hierfür vorgesehenen Klassen eines mittleren Kreiskrankenhauses. Aufbauend hierauf wurden entsprechende Vorschläge und Hinweise zur Anpassung der Dienste der einzelnen Bereiche.
Die Schriftenreihe wird mit weiteren Themen fortgesetzt. Im Band VI beschäftigt sich der Verfasser mit einem hochbrisanten Thema bzw. einem Positionspapier, dass sich mit der Implementierung eines Senioren- und Pflegeheimes mit einer Abteilung „Betreutes Wohnen“ an einem bereits bestehenden „Boardinghaus befasst. Es wird untersucht, ob das bestehende Angebot des Boardinghauses, unter Berücksichtigung bestehender Synergieeffekte, entsprechend erweitert werden kann.
Wie das Boardinghaus selbst sollte die neue Anlage von seiner Konzeption dem gehobenen Standard entsprechen. Dies bedeutet, der hotelähnliche Charakter muß sich auch in der gesamten Anlage fortsetzen. Dabei ist eine weitere Voraussetzung, daß das bereits bestehende Serviceangebot erweitert wird, z. B. um eine Einkaufsmöglichkeit, Apotheke, Ärzte, Krankengymnastik, Reformhaus, Restaurant usw..
Dem Verfasser ist zwar bewußt, dass es sich bei dieser Schriftenreihe teilweise um Untersuchungen handelt, die zum Teil schon vor 10 Jahren gemacht wurden, die Ergebnisse und Hinweise sind aber noch immer von hoher Aktualität, wie neuere Untersuchungen zu relevanten und ähnlichen Themen beweißen.
Der Verfasser
Launsdorf im Mai 2009
Inhaltsverzeichnis
Bereitschaftsdienstanalyse im Kreiskrankenhaus MUSTER 1992
1. Auftrag, Auftragsdurchführung 5
1.1 Auftrag 5
1.2 Auftragsdurchführung 6
2. Kurzdarstellung der Ergebnisse der Bereitschaftsdienstanalyse -1992- 7
2.2 Zusammenfassende Darstellung der vom Krankenhaus kurzfristig zu
ergreifenden Maßnahmen 8
3. Rechtsgrundlagen, angewandte Methodik 9
3.1 Rechtsgrundlagen 9
3.2 Angewandte Methodik 14
4. Die Ergebnisse im Überblick 18
4.1. Chirurgie 18
4.2. Gynäkologie 20
4.3. Innere Medizin 21
4.4. Röntgenabteilung (Funktionsdienst) 22
4.5. Labor (Funktionsdienst) 23
4.6. Chirurgischer Operationsdienst (und Chirurgische Ambulanz)
(Funktionsdienst) 24
4.7. Anästhesie 25
4.8. Pädiatrie 26
4.9. Operationsdienst Gynäkologie (Funktionsdienst) 27
4.10. Anästhesie (Funktionsdienst) 28
5. Vorschläge zur Einteilung in die Bereitschaftsdienststufen, zur Organisation
und zur Abrechnung des Bereitschafts dienstes 29
1. Auftrag, Auftragsdurchführung
1.1 Auftrag
Am 15. April 1992 erhielten wir durch den Landrat des Landkreises MUSTER den Auftrag zur Durchführung einer Bereitschaftsdienstanalyse im Kreiskrankenhaus MUSTER. Ziel dieser Analyse soll sein die Lieferung von Daten für die vorgeschriebene Einstufung der tatsächlich geleisteten Arbeit während der Bereitschaftsdienste in die hierfür vorgesehenen Klassen gemäß §15 BAT-O (Tarifvertrag zur Anpassung des Tarifrechts) und SR 2a BAT-O (Sonderregelungen für Angestellte...) für die folgenden Bereiche
Impulsgebend war der Wunsch der Kostenträger des Krankenhauses in den Budgetverhandlungen für das Budgetjahr 1992 nach einer detaillierten Analyse der gezahlten Beträge für die Bereitschaftsdienste. Bei den Verhandlungen selbst wurde, laut Aussage der Kostenträger, der vergleichsweise hohe Anteil für die Abgeltung des Bereitschaftsdienstes an den Gesamtausgaben des Krankenhauses für Personal diskutiert.
Bis 30.06.93 wird für die einzelnen Bereiche wie folgt Vergütung/Freizeitausgleich gewährt:
- Chirurgie D - Anästhesie D - Gynäkologie D - Pädiatrie D - Labor
- Röntgenabteilung (Funktionsdienst)
- OP-Dienst (Chirurgie und Gynäkologie FD) auf monatlichen Einzelnachweis - Anästhesie (Funktionsdienst) auf monatlichen Einzelnachweis
Das Krankenhaus verpflichtete sich in der Vereinbarung zum Pflegesatz 1992 zur Durchführung dieser Analyse und Vorlage der Ergebnisse für die Budgetverhandlungen für das Budgetjahr 1993.
1.2 Auftragsdurchführung
In einer Vereinbarung zwischen Auftraggeber und der WiG consult GmbH wurde Festgehalten, daß die Analyse anhand von mehreren Beobachtungszeiträumen durchgeführt werden sollte. Es waren dies:
Hiermit sollte ein repräsentativer Querschnitt der Belegung und damit impliziert die Belastung der Mitarbeiter des Krankenhauses festgestellt werden. Die Zeiträume waren so gewählt, daß sowohl belastungsarme (z. B. Sommerferien) wie auch belastungsstarke Monate (z. B. Oktober) durch die Mitarbeiter der betroffenen Bereiche hinsichtlich der durchgeführten Tätigkeiten erfaßt wurden.
Es gab wiederholt Besprechungen zwischen der WiG consult GmbH und den Verantwortlichen des Krankenhauses während der Erhebungsphase, um die erhobenen Daten frühzeitig auf Validität und Vollständigkeit stichprobenartig zu überprüfen.
Die Aufzeichnungen wurden durch alle Beteiligten in der Regel sorgfältig und den wahren Tatbeständen entsprechend vorgenommen. Schwierigkeiten ergaben sich nur im Bereich des Funktionsdienstes Anästhesie sowie dem Funktionsdienst Gynäkologischer Operationsdienst, bei welchen vermehrt Probleme bei der Auswertung infolge unleserlicher Darstellung und unlogischer Daten auftraten. Die Ursache hierfür lag wohl darin, daß die Datenerfassung nicht fortlaufend durch vorgesetzte Stellen kontrolliert, sondern (wie im Falle des Gynäkologischen OP-Dienstes) meist nur "entgegen genommen" und mit "gesehen" gezeichnet wurde.
Im Frühjahr und Sommer 1993 fanden die Besprechungen zu den Ergebnissen der Analyse statt. Aufgrund dieser wurden die Auswertungen nochmals verfeinert. Insbesondere im Bereich des Funktionsdienstes wurde eine getrennte Bewertung der einzelnen Bereiche (Chirurgie und Gynäkologie) durch das Krankenhaus gefordert und dann auch ausgeführt.
Bei den Besprechungen zeigte sich, daß erheblicher Informationsbedarf seitens der Mitarbeiter bezüglich des Verfahrens vorhanden war. So wurde durch die Mitarbeiter (vertreten durch den Personalrat) das bisherige System der Selbstaufschreibung (Notierung der sogenannten "Aktivstunden" durch den Mitarbeiter selbst) in Vergleich zur vorgenommenen Tätigkeitsanalyse gesetzt, was methodisch falsch war und zu falschen Rückschlüssen führte.
Der Träger kündigte rechtzeitig die bestehenden Vereinbarungen mit den Mitarbeitern und wird nach unseren Informationen die Ergebnisse dieser Auswertung bereits zum 01.07.1993 umsetzen.
Es ist mit dem Krankenhaus vereinbart, daß die Umsetzung durch die WiG consult GmbH nachvollzogen wird.
In der Inneren Medizin wurden die Zeitanteile für ambulante Tätigkeiten zwar erfaßt, jedoch nicht mit der Kennzeichnung
für ambulant (0) versehen.
Die Belastung liegt im Bereich der Schichtdienstnotwendigkeit (über 50%), jedoch wurde eine Eingruppierung nach Stufe D vorgenommen, da erhebliche Plausibilitätsprobleme bei der Auswertung auftraten. Insbesondere unter Berücksichtigung von plausiblen Werten je Tätigkeit und den zwischen den Tätigkeiten liegenden Warte-und Rüstzeiten die gewöhnlich in jedem Fachbereich vorliegen, erscheint eine Einstufung in die höchste Stufe D angemessen. Für die Chirurgie gilt Gleiches. Jedoch wurde in diesem Bereich durch eine präzise und stichhaltige Dokumentation der Anteil an Zeiten für ambulante Tätigkeiten plausibel und nachvollziehbar dargestellt. In der Anästhesie , wie auch in der Inneren Medizin wurden die geleisteten Dienste auf dem Notarztwagen (NAW) erfaßt, für die Beurteilung der Tätigkeiten im eigentlichen Untersuchungsbereich, dem Krankenhaus nicht hinzugerechnet. Diese geleisteten Zeiten müssen einer gesonderten Betrachtung vorbehalten bleiben. In der Pädiatrie, wie auch in der Gynäkologie / Geburtshilfe werden durch die Mitarbeiter des ärztlichen Dienstes Ruf- wie auch Bereitschaftsdienste geleistet. Ursache hierfür ist die relativ geringe Personaldecke, die anderes (nach Aussage der Leitenden Ärzte) nicht zuläßt. Dieser Umstand zwingt zu schwierigen Abrechnungs- weisen und problematischen Organisationsaufgaben, da der BAT-O erhebliche Auflagen bei der Vermischung dieser Bereitschaftsdienstarten macht.
Arbeit zitieren:
BBA/MBA Dieter F.-W. Freiherr von Münster-Kistner, 1992, Sammlung diverser Berichte - Band V: Bereitschaftsdienstanalyse an einem Kreiskrankenhaus über alle med. Bereiche, München, GRIN Verlag GmbH
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