Inhaltsverzeichnis Seite II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. II
Abk ürzungsverzeichnis. IV
Abbildungsverzeichnis. V
1 Problemstellung. 1
2 Systematisierung des Weiterbildungsbereichs. 4
2.1 Weiterbildung - Begriffsklärung und Ziele. 4
2.1.1 Abgrenzung des Weiterbildungsbegriffs. 4
2.1.2 Ziele betrieblicher Weiterbildung 5
2.2 Weiterbildungsinhalte für die besonders bedeutsame Zielgruppe
der Führungskräfte. 7
2.2.1 Die besondere Relevanz der Führungskräfte-Weiter-
bildung. 7
2.2.2 Mögliche Inhalte in der Weiterbildung von Führungs-
kr äften. 8
2.3 Formen von Weiterbildungsmaßnahmen. 9
2.3.1 Differenzierung von Weiterbildungsformen nach ihrer
N ähe zum Arbeitsplatz. 9
2.3.2 Differenzierung von Weiterbildungsformen nach dem
Tr äger der Maßnahme. 10
3 Theoretische Ansätze der Erfolgsermittlung in der Weiter-
bildung. 12
3.1 Die pädagogisch-psychologische Perspektive. 13
3.1.1 Prozessorientierte Ansätze. 13
3.1.2 Ebenenorientierte Ansätze. 14
3.1.3 Handlungsorientierte Ansätze. 15
3.2 Die betriebswirtschaftlich-ökonomische Perspektive. 16
3.2.1 Kostenanalytische Ansätze. 17
3.2.2 Investitionstheoretische Ansätze. 18
3.2.3 Kennzahlenorientierte Ansätze 20
Inhaltsverzeichnis Seite III
4 Analyse der Kosten von Weiterbildungsmaßnahmen. 22
4.1 Empirische Ermittlung der Weiterbildungskosten in der
Literatur. 22
4.1.1 Ansatz des Bundesinstituts für Berufsbildung. 23
4.1.2 Ansatz des Instituts der deutschen Wirtschaft. 25
4.2 Ermittlung der Weiterbildungskosten im Unterne hmen. 27
4.2.1 Ansatzpunkte für eine Weiterbildungs-
Kostenrechnung. 27
4.2.2 Identifikation der Weiterbildungskosten anhand des Weiter-
bildungsprozesses. 31
4.2.3 Spezifische Kosten interner / externer Weiterbildungs-
ma ßnahmen. 32
4.3 Grenzen der Kostenermittlung. 35
5 Analyse des Nutzens von Weiterbildungsmaßnahmen. 36
5.1 Nutzenermittlung aus psychologisch-pädagogischer Sicht. 37
5.1.1 Ermittlung des Weiterbildungserfolgs im Lernfeld. 38
5.1.2 Ermittlung des Weiterbildungserfolgs im Funktionsfeld. 41
5.2 Betriebswirtschaftlich orientierte Nutzenermittlung. 45
5.2.1 Auf monetären Größen beruhende Verfahren der
Nutzenermittlung. : 45
5.2.2 Auf nicht-monetären Größen beruhende Verfahren der
Nutzenermittlung. 49
5.3 Grenzen der Nutzenermittlung. 51
6 Analyse der Wirtschaftlichkeit von Weiterbildung - Integration
der Kosten- und Nutzendaten. 53
6.1 Wirtschaftlichkeit entlang des Weiterbildungs-Management-
prozesses. 54
6.2 Ex ante - Kosten- und Nutzenschätzung. 56
6.3 Ex post - Evaluation und Kostenermittlung 58
7 Kritische Würdigung. 63
Literaturverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis Seite IV
Abkürzungsverzeichnis
BIBB Bundesinstitut für Berufsbildung BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung CIT Critical Incident Technique CREPID Cascio-Ramos Estimate of Performance in Dollars IW Institut der deutschen Wirtschaft
Abbildungsverzeichnis Seite
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Kostena rten.
Abbildung 2: Auswirkungen der Weiterbildung.
Abbildung 3: Weiterbildungs-Managementprozess.
Abbildung 4: Vorteile interner bzw. externer Weiterbildung.
Abbildung 5: Konzept zur Wirtschaftlichkeitsermittlung in der
Weiterbildung
Problemstellung Seite 1
1 Problemstellung
Die Komplexität der Umwelt, mit der Unternehmen umgehen müssen, nimmt seit geraumer Zeit zu. So wurde bereits 1971 vom Deutschen Bildungsrat die Notwendigkeit permanenter Weiterbildung für die erfolgreiche Anpassung an sich verändernde Anforderungen aus der Umwelt erkannt. 1 Heute sind Unternehmen stärker denn je einem ständigen wirtschaftlichen und technischen Wandel ausgesetzt. 2 Die (Weiter-) Bildung von Mitarbeitern gewinnt dabei in Zeiten starker Veränderungen und ständigen Wandels auc h weiterhin an Bedeutung für die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und damit die Zukunftssicherung des Unternehmens im weltweiten Wettbewerb. 3 Weiterbildung muss deshalb zur Sicherung und Steigerung der Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens aktiv als Instrument eingesetzt werden. 4 Von besonderer Relevanz ist in diesem Z usammenhang die Weiterbildung von Führungskräften. „Management is constantly on the firing line of impending change, trying to anticipate it, making judgments on the basis of incomplete knowledge of the facts [...].“ 5 Um seine Führungskräfte dazu zu befähigen, ist die Bereitstellung von Möglichkeiten sowohl zur Anpassung fachlicher, vor allem aber zur Entwicklung überfachlicher Fähigkeiten zu gewährleisten. Dem Unternehmen als Entscheidungsträger stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, welche Weiterbildungsmaßnahmen vor diesem Hinter-grund geeignet sind zur Existenzsicherung beizutragen, und welche ausschließlich Kostenpositionen ohne positiven Nutzwert für die Zukunft des Unternehmens darstellen. In Zeiten sich ständig verändernder Anforderungen und damit einher gehe ndem steigenden Weiterbildungsbedarf bei gleichzeitig zunehmenden Budgetrestriktionen stellt sich verstärkt die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Weiterbildungsinvestitionen.
1 Vgl. Deutscher Bildungsrat (1971), S. 51.
2 Vgl. Bötel, Ch. / Krekel, E. M. (1999), S. 5.
3 Vgl. Kuwan, H. / Gnahs, D. / Seidel, S. (2000), S. III.
4 Vgl. Weiß, R. (2000b), S. 9.
5 Moulton, H. W. / Fickel, A. A. (1993), S. 57f.
Problemstellung Seite 2
Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, wie die Wirtschaftlichkeit von Weiterbildungsmaßnahmen sichergestellt werden kann. Soll die Wirtschaftlichkeit gewährleistet werden, sind zwei Entscheidungsprobleme gezielt zu adressieren. Ex ante ist die Entscheidungsfindung bei der Auswahl von Weiterbildungsmaßnahmen und die Bereitstellung von Kontrollgrößen auf eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung hin auszurichten. Ex post ist eine Bewertung der durchgeführten Maßnahmen mit dem Ziel der Identifikation von Optimierungspotenzialen zur Steigerung von Effizienz und Effektivität des Weiterbildungsangebots für die Zukunft vorzunehmen. Zur Bewältigung dieser Aufgaben ist zu klären, welche Daten wo erhoben und wie analysiert werden sollen. 6 Es wird daher untersucht, welche Ansätze zur Handhabung dieser Problematik existieren, und welche konkreten Methoden und Instrumente eingesetzt werden können.
In Kapitel 2 wird zunächst der Weiterbildungssektor systematisiert. Nach einer kur zen Abgrenzung des Weiterbildungsbegriffs und Darstellung einiger mit Weiterbildung verfolgter Ziele werden mögliche Inhalte von Weiterbildungsmaßnahmen, insbesondere für die Führungskräfte eines Unternehmens, dargestellt. Anschließend werden verschiedene Weiterbil-dungsformen anhand der Kriterien ‚Nähe zum Arbeitsplatz’ und ‚Träger der Maßnahme’ kurz charakterisiert.
In Kapitel 3 sind konzeptionelle Überlegungen dargelegt, wie betriebliche Weiterbildungsarbeit zielgerichtet zu gestalten ist. Es werden z unächst einige aus pädagogisch-psychologischer Forschung kommende Ansätze vorgestellt, die sich, teils schon seit längerem unter dem Stichwort ‚Evaluation’, mit der Bewertung des Erfolgs von Weiterbildung beschäftigen. Anschließend werden Überlegungen z ur Übertragung betriebswirtschaftlicher Methoden auf die Bewertung von Weiterbildungserfolg dargestellt. Um die Wirtschaftlichkeit von Weiterbildung beurteilen zu können, sind Kosten- und Nutzengrößen zu einander in Beziehung zu setzen. Im Folgenden wird daher der hohe Abstraktionsgrad der vorgestellten Ansätze verlassen und eine isolierte, methodisch orientierte Untersuchung der
6 Vgl. Hentze, J. / Kammel, A. (1993), S. 114f.
Problemstellung Seite 3
Kostenseite (Kapitel 4) sowie der Nutzenseite (Kapitel 5) von Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt. Es wird gezeigt, welche Methoden zur Lösung von Teilproblemen bei der Ermittlung der Kosten und des Nutzens von Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung stehen und von Unterne hmen zum zielgerichteten Management ihrer Weiterbildungsaktivitäten genutzt werden können.
In Kapitel 6 werden die Kosten- und Nutzenaspekte der Weiterbildung wieder integriert. Es wird unter Rückgriff auf die vorangegangenen Kapitel ein ganzheitlich orientiertes Konzept vorgestellt, das Unternehmen bei der Lösung der eingangs dargelegten Entscheidungsprobleme unterstützt. Dieses Konzept wird in den Kontext eines umfassenden Weiterbildungsmanagementprozesses eingebettet und beinhaltet Methodenkombinationen die geeignet erscheinen, die spezifischen Problemlösungs-anforderungen der adressierten Entscheidungsprobleme zu erfüllen. Abschließend werden wichtige Ergebnisse der Arbeit kurz zusammengefasst und offene Fragestellungen im Bereich der betrieblichen Weiterbildung skizziert.
Systematisierung des Weiterbildungsbereichs Seite 4
2 Systematisierung des Weiterbildungsbereichs
2.1 Weiterbildung - Begriffsklärung und Ziele
2.1.1 Abgrenzung des Weiterbildungsbegriffs
Für den Begriff der Weiterbildung, den sog. „Vierte Bereich“ 7 der Bildung, existiert in der Literatur keine einheitliche Definition. So konstatiert das Bundesinstitut für Berufsbildung: „Bisher fehlt eine übereinstimmend verwendete, theoretisch fundierte und empirisch überprüfte Definition von Weiterbildung“. 8 Vielfach wird die Definition des Deutschen Bildungsrates als ‚Ausgangsdefinition’ gewählt. 9 Dort wird Weiterbildung verstanden als „[...] Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluß einer unterschiedlich aus gedehnten ersten Bildungsphase[...].“ 10 Darauf aufbauend findet in der Literatur i. d. R. eine Erweiterung oder Ausdifferenzierung des Verständnisses von Weiterbildung bzw. eine Fokussierung auf bestimmte Aspekte statt.
Bei einer Unterscheidung der in der Weiterbildung vermittelten Inhalte nach deren Anwendungsfeld wird differenziert in berufliche und allgemeine 11 Weiterbildung, oder etwas detaillierter in berufliche, allgemeine und politische Weiterbildung 12 . Für die nicht-berufliche Weiterbildung werden synonym auch die Begriffe allgemeine Weiterbildung 13 oder Erwachsenenbildung 14 verwendet. In der beruflichen Weiterbildung wird regelmäßig unterschieden in Fortbildung und Weiterbildung. Einige Au-toren halten unter Berücksichtung der Anwendbarkeit der Begrifflichkeiten in der Praxis eine derartige Unterscheidung jedoch für nahezu unmöglich,
7 Loeber, H. D. (1996), S. 20.
8 v. Bardeleben, R. / Böll, G. / Kühn, H. (1986), S. 33.
9 Vgl. z. B. Diederich, A. (1988), S. 25, Sauer, J. / Buggenhagen, H. J. (1993) S. 109,
Pawlowsky, P. / Bäumer, J. (1996), S. 8.
10 Deutscher Bildungsrat (1971), S. 197.
11 Vgl. zur Unterscheidung berufliche / allgemeine Weiterbildung: Institut der deutschen
Wirtschaft (1990), S. 11, Pawlowsky, P. / Bäumer, J. (1996), S. 8f.
12 Vgl. zur Unterscheidung berufliche / allgemeine / politische Weiterbildung: Bank, V. (1997), S. 24.
13 Vgl. Diedrich, A. (1988), S. 26.
14 Vgl. Bank, V. (1997), S. 20.
Systematisierung des Weiterbildungsbereichs Seite 5
da „beide Felder vielfach untrennbar miteinander verbunden sind.“ 15 So hebt auch BRAND Weiterbildung als „Aneignung neuer Kenntnisse nach einem erlernten Beruf“ 16 hervor, verzichtet jedoch auf die Differenzierung in Fortbildung als Fortsetzung der fachlichen Ausbildung und Weiterbildung als Vermittlung überfachli cher, allgemeiner Qualifikationen 17 , da ihm eine klare Abgrenzung weder möglich noch sinnvoll erscheint. 18
Im Folgenden soll Weiterbildung weit gefasst als Vermittlung von mit dem Beruf in Zusammenhang stehenden, neuen Kenntnissen, Fähigkeiten und Einstellungen mit verschiedenen Inhalten in unterschiedlichen Lernkonte xten verstanden werden.
2.1.2 Ziele betrieblicher Weiterbildung
Bei einer Betrachtung der Ziele betrieblicher Weiterbildung sind die Interessengruppen Unternehmen und Mitarbeiter mit ihren jeweiligen Zielen sowie das gesellschaftliche bzw. gesellschaftspolitische Interesse 19 zu berücksichtigen, da teils divergierende Zielsetzungen bestehen. Im Rahmen dieser A rbeit findet eine Betrachtung der Unternehmens perspektive statt, im Folgenden wird daher ausschließlich auf die Unternehmensziele eingegangen.
Vordringlichstes Ziel der Weiterbildung ist die Anpassung der Qualifikationen von Arbeitnehmern an sich verändernde wirtschaftliche und technische Erfordernisse 20 aktueller oder zukünftiger Aufgaben 21 , um die Deckung des interne n Qualifikationsbedarfs im Inte resse der Erhaltung
15 Diedrich, A. (1988), S. 26f, Institut der deutschen Wirtschaft (1990), S. 11, sowie Bank, V. (1997), S. 24.
16 Brand, J. (1994), S. 40.
17 Gemäß der von Brandt gegebenen Inhaltsbeschreibung wird Fortbildung hier als Synonym für die berufliche Weiterbildung verstanden. Vgl. zu alternativen Ansichten
bzgl. der Differenzierung von Fort- und Weiterbildung: Schulte, Ch. (1989), S. 21,
Meier, H. (1995), S. 9.
18 Vgl. Brand, J. (1994), S. 40. Diese Ansicht wird ebenfalls vertreten bei Diedrich, A.
(1988), S. 26, Pawlowsky, P. / Bäumer, J. (1996), S. 8.
19 Vgl. Strombach, M. E. / Thom, N. (1982), S. 21, Jaehrling, D. (1985), S. 233, Sauer, J. / Buggenhagen, H. J. (1993), S. 112f., Pawlowsky, P. / Bäumer, J. (1996), S. 11.
20 Vgl. Deutscher Bildungsrat (1971), S. 52.
21 Vgl. Strombach, M. E. / Thom, N. (1982), S. 20.
Systematisierung des Weiterbildungsbereichs Seite 6
der eigenen Wettbewerbsfähigkeit 22 sicherzustellen. Die Mitarbeiter müssen mit der nötigen Handlungskompetenz ausgestattet werden, die ihnen gegenwärtig und zukünftig die Erfüllung ihrer Aufgaben ermöglicht. 23 Darüber hinaus wird jedoch auch verstärkt die Förderung und Entwicklung allgemeiner, überfachli cher Fähigkeiten der Mitarbeiter, wie bspw. Kommunikations -, Kooperations- und Konfliktfähigkeit, gefordert. 24 Neben der Kompensation von Qualifikationsdefiziten und dem Erwerb von zusätzlichen (Spezial-)Qualifikationen 25 können als Weiterbildungsziele genannt werden: die Förderung der Arbeitsmotivation und ein verbessertes Betriebsklima 26 , die Vermittlung von Wissen über andere Bereiche oder die Umwelt des Unternehmens 27 , die Vorbereitung von Mitarbeitern auf höherwertige Tätigkeiten, die Gewinnung von Nachwuchsführungskräften aus den eigenen Reihen und damit einhergehend eine Verringerung der Abhängigkeit vom (externen) Arbeitsmarkt 28 . Eine vollständige Auflistung möglicher Weiterbildungsziele erscheint weder möglich, noch sinnvoll. Zusammenfassend kann als Kernziel der Weiterbildung die vorausschauende Bereitstellung der für das Unternehmen relevanten Qualifikationen genannt werden. 29
22 Vgl. Sauer, J. / Buggenhagen, H. J. (1993), S. 112.
23 Vgl. Becker, F. G. (1999), S. 198.
24 Vgl. Bronner, R. / Schröder, W. (1983), S. 23.
25 Vgl. Dieterle, W. K. M. (1983), S. 6, Pawlowsky, P. / Bäumer, J. (1996), S. 13.
26 Vgl. Leuzinger, D. (1985), S. 155.
27 Vgl. Allesch, J. / Preiß, D. / Roggan, D. (1981), S. 70.
28 Vgl. Mentzel, W. (1994), S. 26f.
29 Vgl. Jaehrling, D. (1985), S. 234.
Systematisierung des Weiterbildungsbereichs Seite 7
2.2 Weiterbildungsinhalte für Führungskräfte als
besonders bedeutende Zielgruppe
2.2.1 Die besondere Relevanz der Führungskräfte-Weiterbildung
Als Zielgruppen von Weiterbildungsmaßnahmen werden an- und ungelernte Arbeiter, Facharbeiter, technische und kaufmännische Angestellte sowie Führungskräfte 30 genannt. 31 Die Kategorie der Führungskräfte wird dabei teilweise in obere, mittlere und untere Führungskräfte unterteilt 32 , ohne diese Unterteilung jedoch klar zu definieren 33 .
Es ist festzustellen, dass die Beteiligung an Weiterbildung mit steigendem beruflichem Qualifikationsniveau zunimmt. 34 Weiterbildungsangebote konzentrieren sich oftmals vor allem auf Führungs- und Nachwuchsführungskräfte, obgleich die aus dem verstärkten Wandel resultierende Notwendigkeit zur Weiterbildung für Mitarbeiter aller Hierarchieebenen gleichermaßen gilt. 35
Führungskräfte sind jedoch Träger von Schlüsselfunktionen, die aufgrund ihrer strategischen, interpretativen und sozialen Arbeitsinhalte noch weniger als andere Mitarbeitergruppen durch andere Produktionsfaktoren ersetzt werden können. 36 Ihre Bedeutung ist zudem aufgrund zunehmender Spezialisierung der Mitarbeiter und einer daraus resultierenden steigenden Notwendigkeit zur Förderung von Kooperation gewachsen. 37 Eine besondere Bedeutung der Weiterbildung von Führungskräften kann daher als berechtigt anerkannt werden, sind diese doch direkt und indirekt
30 Die Begriffe Führungskraft, Vorgesetzter und leitender Angestellter werden synonym verwendet. Vgl. zur synonymen Verwendbarkeit der genannten Begriffe Grunwald, W.
(1990), S. 161.
31 Vgl. z. B. Allesch, J. / Preiß, D. / Roggan, D. (1981), S. 69, v. Bardeleben, R. / Böll, G. / Kühn, H. (1986), S. 54.
32 Vgl. Stiefel, R. Th. / Flöther, E. (1976), S. 16, Tönsmann, W. (1984), S. 86.
33 Vgl. Strombach, M. E. / Thom, N. (1982), S. 14.
34 So haben im Jahr 1997 bspw. 71% aller leitenden Angestellten an Weiterbildungs-
maßnahmen teilgenommen, aber nur 47% der ausführenden Angestellten und 28%
der An-/Ungelernten. Vgl. Kuwan, H. / Gnahs, D. / Seidel, S. (2000), S. 128ff.
35 Vgl. Mentzel, W. (1994), S. 23f.
36 Vgl. Kirsch, A. (1995), S. 5f.
37 Vgl. Heidack, C. (1993), S. 83.
Systematisierung des Weiterbildungsbereichs Seite 8
für den Erfolg und das zukünftige Bestehen eines Unternehmens mit ver-antwortlich. 38 Wenn das Unternehmen von seinen Mitarbeitern im Zuge der langfristigen Existenzsicherung die Bereitschaft einfordert, l ebenslang zu lernen, muss es gleichzeitig Perspektiven für den Einsatz dieser Leistung eröffnen. Das Mana gement ist daher zunehmend verantwortlich für die Arbeitsgestaltung und muss darüber hi naus ein Führungsverhalten an den Tag legen, das die Identität und Identifikation des Mitarbeiters mit seiner Arbeit fördert. 39 Sollen die Führungskräfte eines Unternehmens diesen neuen Anforderungen gerecht werden, erfordert dies eine umfassende, zielgerichtete und planvolle Weiterbildung.
2.2.2 Mögliche Inhalte in der Weiterbildung von Führungskräften
In der Literatur existieren vielfältige Systematisierungen möglicher Inhalte bzw. Themen von Weiterbildungsmaßnahmen. So können nach WEIß in der Weiterbildung a) kaufmännische, b) gewerbliche, naturwissenschaftlich-technische und gestalterische sowie c) fachübergreifende Themen und d) Informations - und Kommunikationstechniken behandelt werden. 40 STIEFEL / FLÖTHER unterscheiden hingegen nach der Arbeitsleistung, auf die Einfluss genommen werden soll, in Arbeitsweise, Fachkenntnisse, Einstellung zu Arbeit und Betrieb, Umgang mit Menschen sowie Führungsverha lten. 41
In der Literatur weit verbreitet ist die Unterscheidung nach Kompetenzbereichen in Fachkompetenz, S ozialkompetenz und
Methodenkompetenz. 42 BECKER nennt zusätzlich noch das Wollen der Mitarbeiter und (bei Führungskräften) die Führungskompetenz 43 , LANG hingegen die physische und die persönliche Kompetenz. 44 Eine steigende Bedeutung wird auch der Entwicklung von traditionell eher
38 Vgl. Brandt, J. (1994), S. 128.
39 Vgl. Bauer, G. (1985), S. 215f.
40 Vgl. Weiß, R. (2000b), S. 13.
41 Vgl. Stiefel, R. Th. / Flöther, E. (1976), S. 20.
42 Vgl. beispielhaft Janisch, R. (1993), S. 389, Sauer, J. / Buggenhagen, H. J. (1993), S. 114, Becker, F. G. (1999), S. 198, Lang, K. (2000), S. 35.
43 Vgl. Becker, F. G. (1999), S. 198.
44 Vgl. Lang, K. (2000), S. 35.
Systematisierung des Weiterbildungsbereichs Seite 9
vernachlässigten Faktoren wie kognitiven Fähigkeiten,
Verhaltensdispositionen, sozialen Fähigkeiten und Werthaltungen zugebilligt. 45
2.3 Formen von Weiterbildungsmaßnahmen
Weiterbildungsmaßnahmen existieren in vielfältigen Gestaltungsformen. Bei der Entwicklung jeder Maßnahme ist daher über eine Vielzahl von Ausgestaltungsmöglichkeiten zu entscheiden, z. B. über die Lerninhalte, einzusetzende Lehr- und Lernmedien und anzuwendende Methoden. 46 Im Folgenden werden beispielhaft Weiterbildungsformen anhand ihrer Nähe zum Arbeitsplatz sowie dem Träger der Maßnahme charakterisiert.
2.3.1 Differenzierung von Weiterbildungsformen nach ihrer Nähe
zum Arbeitsplatz
Weiterbildung findet in vielfältigen Ausgestaltungsformen und an unterschiedlichen Orten s tatt. So können Weiterbildungsmaßnahmen bspw. nach ihrer Nähe zum Arbeitsplatz in Weiterbildung ‚on-the-job’, ‚offthe -job’ und ‚near-the -job’ unterschieden werden. 47 Weiterbildungsmaßnahmen ‚on-the -job’ sind i. d. R. eng mit dem Tagesgeschäft verknüpft, finden am Arbeitsplatz oder in dessen Nähe statt 48 und sind meist unmittelbar mit der Ausführung produktiver Tätigkeiten gekoppelt. 49 Beispielhaft sind hier Unterweisung, Coaching, Job rotation oder Einführungsprogramme zu nennen. 50 In den letzten Jahren ist diese Art der Integration von Lern- und Arbeitsprozessen verstärkt zu beobachten. 51
Im Gegensatz dazu sind ‚off-the-job’-Maßnahmen losgelöst von der eigentlichen Aufgabe 52 und durch räumliche Entfernung vom Arbeitsplatz
45 Vgl. Wächter, H. (1993), S. 403.
46 Vgl. Hentze, J. (1991), S. 340.
47 Vgl. Weinert, A. B. (1998), S. 715.
48 Vgl. Lang, K. (2000), S. 52.
49 Vgl. Brandt, J. (1994), S. 124f.
50 Vgl. Mentzel, W. (1994), S. 174.
51 Vgl. Kuwan, H. / Gnahs, D. / Seidel, S. (2000), S. 4.
52 Vgl. Brandt, J. (1994), S. 124.
Systematisierung des Weiterbildungsbereichs Seite 10
gekennzeichnet, um eine bessere Planung der Lernprozesse zu ermöglichen und pädagogisch-didaktische Prinzipien einfließen lassen zu können 53 . Der Bezug zum Arbeitsalltag wird ggf. durch Simulationen hergestellt. 54
Mittels ‚near-the-job’-Trainings wird versucht, die Vorteile von ‚on-the-job’ und ‚off-the -job’ zu verbinden, indem in geplanten und geleiteten Grup-penarbeitsformen, wie z. B. Erfahrungsaustauschgruppen oder Qualitätszirkeln, die Gruppe anhand konkreter Probleme aus dem Arbeitsalltag als Problemlösungs- und Umsetzungsraum fungiert. 55
2.3.2 Differenzierung von Weiterbildungsformen nach dem Träger
der Maßnahme
Nach dem Träger der Maßnahme kann Weiterbildung grob in interne (betriebliche) und externe (außerbetriebliche) Weiterbildung unterschieden werden. 56 Die Vielfalt mögli cher Weiterbildungsträger reicht vom Unternehmen selbst über Verbände und gewerkschaftliche Einrichtungen oder öffentliche und kirchliche Träger bis hin zu einer großen Anzahl privater, kommerzieller Träger. 57
Vom Unternehmen selbst geplante und durchgeführ te Weiterbildungen ne hmen einen großen Teil des gesamten Weiterbildungsvolumens ein. 58 Die besondere Stärke interner Maßna hmen ist dabei in der Möglichkeit zu sehen, den Lehrplan genau auf den ermittelten Entwicklungsbedarf auszurichten. 59 Allgemein werden die Vorteile der internen Weiterbildung gesehen in der besseren Berücksichtigung der betrieblichen Bedürfnisse, einer Förderung des Firmengeistes, der Verbesserung innerbetrieblicher Kooperationen, einem homogenen Teilnehmerkreis, einfacherer Erfolgskontrolle und geringeren Kosten sowie der Vermeidung externer Beein-
53 Vgl.Lang, K. (2000), S. 53.
54 Vgl. Mentzel, W. (1994), S. 172.
55 Vgl. Lang, K. (2000), S. 53.
56 Vgl. Sauer, J. / Buggenhagen, H. J. (1993), S. 115f, Mentzel, W. (1994), S. 196.
57 Vgl. Schlaffke, W. (1985), S. 132f.
58 So wurden im Jahr 1997 48% aller beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen vom Ar-
beitgeber selbst durchgeführt. Vgl. Kuwan, H. / Gnahs, D. / Seidel, S. (2000), S. 220.
59 Vgl. Ladendorf, J. (1974), S. 162.
Systematisierung des Weiterbildungsbereichs Seite 11
flussung. 60 Den Anforderungen, die an effiziente Weiterbildung zu stellen sind 61 , kann interne Weiterbildung aufgrund dieser Vorteile daher am ehesten gerecht werden. 62
Externe Weiterbildung überwiegt mit 52% aller Teilnahmefälle 63 knapp die innerbetriebli che Weiterbildung, das Gesamtvolumen verteilt sich jedoch auf eine große Anzahl von Trägern 64 . Externe Träger werden häufig unter Kostengesichtspunkten bei kleinen Teilnehmerzahlen sowie nicht ausreichenden internen Ressourcen herangezogen. 65 Die Vorteile externer Weiterbildung sind vor allem in der Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und einer Überwindung von Betriebsblindheit, der gezielten Nutzung der Erfahrungen der externen Träger und ungezwungenerem Lernverhalten und größerer Motivation zu sehen. 66 Darüber hinaus verfügen externe Trainer oftmals über einen breiten, betriebsübergreifenden Erfahrungsschatz sowie eine hohe Professionalität und können einfacher als interne Trainer neue Impulse initiieren. 67 Es ist jedoch darauf zu achten, dass externe Weiterbildung den gleichen Anforderungen, die an die Effizienz interner Weiterbildung g estellt werden, gerecht wird. 68
60 Vgl. Allesch, J. / Preiß, D. / Roggan, D. (1981), S. 70.
61 Dies sind bspw. die Vermittlung des jeweils neuestens Wissensstandes, die schnelle Entwicklung und Weitergabe von neuem Wissen und eine zielgruppengerechte
Ausgestaltung der Weiterbildungsmaßnahme. Vgl. Fehling, G. (1985), S. 112f.
62 Vgl. Fehling, G. (1985), S. 113f.
63 Vgl. Kuwan, H. / Gnahs, D. / Seidel, S. (2000), S. 220.
64 Davon entfallen 11% auf private Institute, 10% auf Kammern und 6% auf
Berufsverbände. Vgl. Kuwan, H. / Gnahs, D. / Seidel, S. (2000), S. 220.
65 Vgl. Allesch, J. / Preiß, D. / Roggan, D. (1981), S. 70.
66 Vgl. Allesch, J. / Preiß, D. / Roggan, D. (1981), S. 70.
67 Vgl. Lang, K. (2000), S. 58.
68 Vgl. Fehling, G. (1985), S. 113f.
Arbeit zitieren:
Anja Schmitt, 2003, Wirtschaftlichkeit der Weiterbildung von Führungskräften - Methoden zur Fundierung betrieblicher Weiterbildungsentscheidungen, München, GRIN Verlag GmbH
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