Inhaltsverzeichnis
1 Prozess der Diagnosestellung 03
1.1 Ursachen einer Depression 03
1.2 Diagnostisch wichtige Punkte 03
1.3 Diagnose 04
1.4 Differentialdiagnose 05
2 Symptome 06
2.1 Die konkreten Symptome der Frau D. und deren Bewertung 06
2.2 Weitere mögliche Symptome 07
3 Die Therapie der Depressionen 08
3.1 Die medikamentöse Behandlung 08
3.2 Die Psychotherapie 09
3.3 Das Ausdauertraining 09
3.4 Weitere Therapieformen 10
Quellverzeichnis 11
1 Prozess der Diagnosestellung
1.1 Ursachen einer Depression
In diesem Gebiet wird seit vielen Jahren geforscht und es existieren verschiedene Ansichten darüber, was ursächlich für das Auftreten dieser Krankheit ist. Zum einen spielt wohl die genetische Disposition eine Rolle: Weist zum Beispiel einer von zwei eineiigen Zwillingen eine Depression auf, so liegt die Chance, dass der andere ebenfalls eine Depression entwickelt bei siebzig Prozent. Bei Menschen ohne Depressionen in der nahen Verwandtschaft sieht es ganz anders aus: Hier beträgt die Chance einer Depressionsausbildung nur zwei bis drei Prozent.
Ein zweiter Aspekt ist die Biochemie. Man geht davon aus, dass eine Störung im Hirnstoffwechsel und damit ein Ungleichgewicht in der Konzentration wichtiger chemischer Stoffe im Gehirn vorliegt. Dieser organischen Ursache wird mittlerweile eine große Bedeutung beigemessen.
Der dritte Punkt der zu nennen wäre, sind der übermäßige Drogenkonsum, speziell Alkohol und Tabletten, sowie Entwicklungseinflüsse und andere Einflüsse von außen. Übermäßiger Alkoholkonsum kann ein Anzeichen dafür sein, dass der Mensch versucht seine Depressionen zu verschleiern. Andererseits kann aber auch der Alkoholmissbrauch in Verbindung mit Tabletten dazu führen, Depressionen zu verstärken.
Auch der Verlust wichtiger Bezugspersonen, Kommunikationsprobleme, Konflikte in den verschiedenen Lebensbereichen und Beziehungsprobleme können ebenfalls in eine Depression führen, sie müssen es aber nicht zwangsweise.
1.2 Diagnostisch wichtige Punkte
Die Patientin klagt über Schlafprobleme: „Sie werde in den frühen Morgenstunden wach und könne es im Bett nicht mehr aushalten.“
Weiterhin hat sie den starken Hang zum Grübeln: ...gehe im Zimmer auf und ab und zerbreche mir den Kopf über alle möglichen Dinge.“
Sie ist sehr unruhig und angespannt, „... und obwohl es ihr eigentlich den ganzen Tag nicht gut gehe, sei die schlimmste Zeit morgens früh.“
„...in diesen Stunden denke sie auch immer wieder mal daran, sich das Leben zu nehmen.“
„...bereits früher habe sie nach Belastungen im Betrieb oder auch privat Phasen gehabt, wo es ihr nicht gut ging.“
Sie verspürt kaum noch Lust an ihrem Hobby Golf. „...an gesellschaftlichen Terminen nehme sie kaum noch teil.“ Sie geht seit vier Wochen nicht mehr arbeiten, weil sie es nicht mehr schafft. Sie hat wenig Appetit, die Gewichtsabnahme beträgt über acht Kilogramm. Den Humor als Lebensstütze hat sie völlig verloren.
„Wenn ihr Enkelkind zu Besuch käme, müsse sie sich zwingen auf das Kindzureagieren.“ Sie beschreibt eine innere Gefühlsleere, fühle sich „innerlich tot“.
Sie spricht von sich selbst als ein Mensch der in ganzer Linie versagt habe, in ihrer Rolle als Mutter, Großmutter, Ehefrau und im Berufsleben.
„Sie entschuldigt sich im Gespräch ständig dafür, dass es ihr noch nicht besser gehe.“ „Ihre Mimik und Gestik ist im Gespräch sehr eingeschränkt.“
Zwingend erforderlich für die Diagnose einer Depression ist der Fakt, dass die genannten Symptome über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen auftreten, in ihrem Fall trifft das zu: Sie bestehen seit acht bis zehn Wochen.
1.3 Diagnose
Laut der für Deutschland verbindlichen Krankheitsklassifikation, ICD zehn, leidet Frau D. an einer schweren unipolaren Depression.
1.4 Differentialdiagnose
Folgende Merkmale lassen mich zu dem Schluss kommen, dass eine schwere unipolare Depression bei Frau D. vorliegt:
Bei der Form der unipolaren Depression erleiden die betroffenen Menschen mehrmals eine depressive Episode, die über Wochen und Monate anhalten kann. Frau D. schildert in ihren Ausführungen, dass sie auch früher solche Episoden erlebt hat.
Möglich wäre eventuell noch eine bipolare, affektive Depression oder Dysthymie. Doch diese Formen der Depression scheiden aus. Bei der bipolaren affektiven Störung berichtet der Patient auch von manischen Episoden, dies ist bei Frau D. nicht der Fall. Bei der Dysthymie
Arbeit zitieren:
Jan Schubert, 2001, Fallbearbeitung eines psychiatrischen Patienten - Depression, München, GRIN Verlag GmbH
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