Auf den folgenden Seiten sollen unterschiedliche Anlageprodukte näher beleuchtet und ihr Zusammenhang mit der Entwicklung des Deutschen Aktien Index (DAX) untersucht werden. Spätere Praxisbeispiele dienen der Unterlegung der Ausarbeitungen.
Doch was diese Investments den Anlegern tatsächlich gebracht haben – welche Vor- und Nachteile hinter den einzelnen Produkten liegen – darüber sagt dies alles zunächst noch nichts aus.
Die (Erfolgs-)Geschichte der Indexprodukte
„Auch Nobelpreisträger fangen klein an. 1952 veröffentlichte ein 25-jähriger Student der Betriebswirtschaftslehre an der amerikanischen Universität Chicago in der Fachzeitschrift ‚Journal of Finance’ einen Aufsatz mit dem unscheinbaren Titel ‚Portfolio Selection’. Fast die Hälfte des 14 Seiten umfassenden Artikels bestand aus mathematischen Gleichungen.“1
Niemand vermutete damals - und auch sicher der Autor nicht - dass diese Veröffentlichung wegweisend sein würde. Heute wissen wir, dass sie vielleicht sogar die berühmteste Kapitalmarkttheorie des zwanzigsten Jahrhunderts formuliert. Harry M. Markowitz, so der Name des Autors, bekam 1990 zusammen mit den amerikanischen Finanzökonomen William Sharpe und Merton Miller den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Nach Meinung der Jury war den Preisträgern etwas Einzigartiges gelungen: Die Entwicklung einer komplexen Investmentstrategie, der sog. „Modernen Portfolio Theorie (MPT)“, die aber auch von ganz normalen Privatanlegern umgesetzt werden kann. Die praktische Umsetzung dieser Investmentstrategie ist so einfach, dass sie unabhängig von Vorbildung und finanziellen Mitteln für jeden Anleger einfach anzuwenden ist. Der Schlüssel für diesen vermeintlichen Gegensatz liegt darin, dass die MPT die Basis für die Anlage in Indexprodukte gelegt hat.
Und wie aus einer Kurzstudie des Deutschen Aktieninstitutes (DAI) hervorgeht, ist die Entwicklung der indexbasierten Fondsanteile selbst in Zeiten einer eher schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage als positiv zu bewerten.2
Das sieht nach einer Erfolgsgeschichte aus.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Basis aller Indexpapiere
1.1 Indizes – Repräsentanten ganzer Märkte
1.2 Wo die Elite sich trifft: Der DAX
2. Die Indexpapiere stellen sich vor
2.1 Indexfonds (indexorientierte Wertpapierfonds)
2.1.1 Definition von Indexfonds
2.1.2 Arten von Indexfonds
2.1.2.1 Indexnahe Fonds
2.1.2.2 Klassische Indexfonds
2.1.3 Die Kosten eines Indexfonds
2.2 Index-Zertifikate
2.2.1 Definition von Indexzertifikaten
2.2.2 Arten von Indexzertifikaten
2.2.3 Die Kosten von Indexzertifikaten
2.3 Index-Aktien (Exchange Traded Funds)
2.3.1 Definition von Index-Aktien
2.3.2 Besonderheiten von Index-Aktien
2.4 Alles auf einen Blick
3. Indexpapiere in der Praxis
3.1 Bedeutung von Indexpapieren für den Anleger
3.1.1 Indexfonds im Praxistest
3.1.2 Die Alternative: Indexaktien
3.1.3 Last but not least – Indexzertifikate
3.2 Bedeutung von Indexpapieren für Kreditinstitute
4. Resümee
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Charakteristika, Vor- und Nachteile sowie die praktische Anwendung von Indexpapieren wie Indexfonds, Indexzertifikaten und Indexaktien. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie diese Produkte unter Berücksichtigung ihrer Kostenstrukturen und Eignung für verschiedene Marktphasen als Anlagealternative für private Anleger und Kreditinstitute fungieren.
- Struktur und Funktionsweise von Indexfonds, Zertifikaten und Indexaktien
- Kosteneffizienz und Performance im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds
- Bedeutung der Indexpapiere für private Anleger bei unterschiedlichen Marktbedingungen
- Strategische Relevanz und Implikationen für Kreditinstitute
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Die Alternative: Indexaktien
Eigentlich sind sie nichts anderes als börsengehandelte passive Indexfonds, daher treffen die meisten der obigen Merkmale auch hier zu. Aber gerade dieser Börsenhandel ermöglicht es, den Wert der Indexaktien minütlich festzustellen und danach zu handeln, wodurch sich präzise Limitierungen eingeben lassen, die das Kursrisiko deutlich verringern. Als praktisches Beispiel soll das Produkt DaxEX (WKN 593393) vom Emittenten Indexchange dienen.
Dieser ETF hat ein Bezugsverhältnis von 1/100 und kostet somit bei einem DAX-Stand von 2.500 Punkten 25,00 Euro. Hinzu kommen lediglich noch 0,5% p.a. des Net Assest Value, das heißt, des fairen Nettoinventarwertes, sowie der sog. Spread – die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs – der in diesem Beispiel lediglich 0,12% beträgt. Somit ist diese Indexaktie nicht nur schneller handelbar, sondern in der Anschaffung auch wesentlich günstiger als aktive Indexfonds was sich durch das nicht vorhandene Management erklärt. Somit eignet sie sich sehr gut für das kurzfristige Ausnutzen von Marktchancen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Basis aller Indexpapiere: Einführung in die Bedeutung von Indizes als Marktbenchmarks und die Rolle des DAX als zentraler Indikator für den deutschen Aktienmarkt.
2. Die Indexpapiere stellen sich vor: Detaillierte Darstellung der Funktionsweisen, Kostenstrukturen und Unterschiede zwischen Indexfonds, Indexzertifikaten und Indexaktien.
3. Indexpapiere in der Praxis: Analyse der Anwendung der verschiedenen Indexpapiere aus der Sicht von Privatanlegern und Kreditinstituten unter Verwendung konkreter Beispiele.
4. Resümee: Fazit zur Eignung der Produkte in verschiedenen Marktphasen und Ausblick auf die wachsende Bedeutung dieser Anlageklasse für den deutschen Finanzmarkt.
Schlüsselwörter
Indexpapiere, Indexfonds, Indexaktien, Indexzertifikate, DAX, passive Investmentstrategie, ETF, Kostenstruktur, Performance, Risikostreuung, Performance-Index, Preisindex, Börsenhandel, Kapitalanlage, Finanzinstitute.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Formen indexorientierter Wertpapiere und deren Rolle im modernen Investmentgeschäft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition und Abgrenzung von Indexfonds, Indexzertifikaten und Indexaktien, deren Kostenstrukturen sowie deren Anwendungsmöglichkeiten für Anleger und Banken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Vor- und Nachteile dieser Produkte zu analysieren und aufzuzeigen, wie sie sich in der Praxis als kostengünstige und transparente Alternative zu aktiv gemanagten Produkten etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse der Produktmerkmale sowie praxisorientierte Fallbeispiele zur Veranschaulichung der Vor- und Nachteile unter Berücksichtigung von Marktdaten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der Instrumente und eine praxisnahe Untersuchung ihrer Bedeutung für Anleger und Kreditinstitute.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Indexpapiere, ETF, Indexzertifikate, Kostenstruktur, Performance und Risikoreduktion.
Warum bieten Bär-Zertifikate eine interessante Anlagealternative?
Sie ermöglichen Anlegern, auch von fallenden Kursen zu profitieren, indem sie eine inverse Wertentwicklung zum Basiswert aufweisen.
Worin liegt der Hauptvorteil von Indexaktien gegenüber klassischen Fonds?
Sie vereinen die Transparenz und Kostenstruktur eines passiven Indexfonds mit der Flexibilität des börsentäglichen Handels wie bei einer Aktie.
- Quote paper
- Thomas Henschke (Author), 2003, Anlage in indexorientierte Produkte. Fonds, Aktien und Zertifikate im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13256