OTTO VON GUERICKE UNIVERSITÄT MAGDEBURG
Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften Institut für Sportwissenschaft
Seminar.
Semester: Datum: Thema:
"Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde"
Autorin: Lichtenauer, Jana
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 5
2 Die Dressur des Pferdes 5
2.1 Die Anatomie des Pferdes 6
2.2 Das Pferd im Reitsport 7
3 Der Mensch als Reiter. 10
3.1 Oberkörper und Kopf als Stabilisierungszentrum 10
3.1.1 Anatomie. 10
3.1.2 Zusammenspiel der Körperteile 14
3.1.3 Ideale Haltung auf dem Pferd - In Dressur- und leichtem Sitz 14
3.1.4 Balance in der Pferdebewegung. 15
3.2 Das Becken als Bewegungszentrum 16
3.2.1 Anatomie. 16
3.2.2 Zusammenspiel der Körperteile 16
3.2.3 Ideale Haltung auf dem Pferd 17
3.2.4 Balance in der Pferdebewegung. 17
3.3 Schultergürtel und Hände als Unabhängigkeitszentrum 18
3.3.1 Anatomie. 18
3.3.2 Zusammenspiel der Körperteile 18
3.3.3 Ideale Haltung auf dem Pferd 19
3.3.4 Balance der Einwirkung 19
3.4 Beine als Zentrum des Gleichgewichts und der Losgelassenheit. 20
3.4.1 Anatomie. 20
3
3.4.2 Zusammenspiel der Körperteile 20
3.4.3 Ideale Haltung auf dem Pferd 21
3.4.4 Gefühlsbalance in der Pferdebewegung 21
4 Bewegungen des Menschen und Anwendung beim Reiten 22
4.1 Therapeutisches Reiten 22
4.2 Transfer auf Alltagssituationen. 22
4.2.1 Sitzen 22
4.2.2 Stehen 23
4.2.3 Gehen. 23
4.2.4 Heben und Tragen 23
5 Zusammenfassung 23
6 Zitate 24
6.1 Reiten nach Dr. med. Klaus-Dieter Thomann (S.153-154) 24
6.2 Reiten nach Andrea Ernst. (S.66) 25
7 Abbildungsverzeichnis. 26
8 Literaturverzeichnis 27
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1 Einleitung
Der Reitsport hat seinen Reiz vor Allem in der Tatsache, dass er aus der Kombination von zwei Lebewesen besteht, von denen jeder für sich körperliche Leistungen bringen muss. Nur wer dieses Zusammenspiel der verschiedenen, zum Teil sehr defizilen Bewegungen des Reiters und den kräftigen, majestätischen Bewegungsabläufen des Pferdes beherrscht, kann das faszinierende am Reitsport verstehen und erleben. Bei der Betrachtung der Rückenschulung beim Reiten aus biomechanischer und motorischer Sicht, wird sowohl der Pferderücken wie auch der Reiterrücken betrachtet werden.
In dieser Arbeit soll es nicht darum gehen, neue oder alternative Lehren zu konzipieren. Vielmehr liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit darin, die von der Natur vorgegebene Anatomie und Biomechanik, gekoppelt mit der traditionellen Reitlehre, die schon im 17. -19. Jahrhundert ihren Ursprung fand (SCHULTE, BEATRIX) dahingehend zu nutzen, dass funktionelle Zusammenhänge und spezifische Möglichkeiten der osteopathischen Behandlung bei Reiter und Pferd aufbereitet werden.
Zu Beginn der Arbeit wird zunächst beschrieben werden, wofür das Dressurreiten dient und welche Lernziele für den Sportpartner Pferd damit verbunden sind. Nach einer Einführung in die Anatomie des Pferdes mit einem Vergleich zum menschlichen Skelett, wird die Erläuterung der Bemuskelung des Pferdes dabei helfen, Grundzusammenhänge der traditionellen Reitlehre zu verstehen. Es wird schon in der Literaturrecherche deutlich, welche bedeutende Rolle die Wirbelsäule des Pferdes sowie die Verlagerung des Körperschwerpunktes des Pferdes beim Reiten spielt. In gleicher Weise wird im Anschluss die menschliche Wirbelsäule unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, welche Rolle sie beim Reiten hat und welche Vor- und Nachteile sich aus dem Reitsport für die Wirbelsäule des Reiters ergeben.
2 Die Dressur des Pferdes
Das Wort ‚Dressur’ beinhaltet einen negativ geprägten Begriff, nämlich den des ‚Dressierens’. Das Dressieren hat inzwischen einen sehr fraglichen Ruf in der Zeit der modernen Pädagogik. Es stellt sich daher die Frage, warum eine Dressur im alten Sinne bei den Pferden noch immer betrieben wird. In der Bevölkerung wird des öfteren davon gesprochen, dass Pferde dressiert werden, damit sie bestimmte Lektionen abspulen um Turnierrichter oder unbedarfte Zuschauer zu beeindrucken. Nach dieser Interpretation sind alle Übungen nur Zirkuskunststückchen, vergleichbar mit dem Durchspringen eines brennenden Reifens. (GRIFFITHS, SIAN)
Im Reitsport hingegen wird mit der Pferdedressur eigentlich etwas ganz anderes bezweckt, nämlich die gymnastizierende Arbeit des Pferdes. Das Pferd ist von der Natur nicht als Reittier vorgesehen worden. Zwar haben Menschen im Laufe der Geschichte das Pferd nach ihren Ansprüchen als Reit- und Fahrpferd gezüchtet, dennoch ist das Pferd von seinem Rücken und seiner Anatomie her eigentlich nicht dazu geschaffen, Lasten auf seinem Rücken zu tragen.
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2.1 Die Anatomie des Pferdes
Betrachtet man das Pferd einmal von der Seite, so fällt auf, das die Hauptmasse des Körpers, weit vorne aufgehängt ist. (sh. Abb1)
Abb. 1 Die äußeren Körperteile (aus HÖLZEL, WOLFGANG, S. 47)
Die Brust- und Lendenwirbelsäule des Pferdes sind von ihrer natürlichen Haltung her flitzebogenförmig vom Kreuzbein (Kruppe) nach vorne zu den Schultern gespannt und dort aufgehängt. Bei der genauen Betrachtung der Wirbelsäule kann man sehen, dass die Dornfortsätze im Bereich des 14. -16. Brustwirbels nahezu senkrecht stehen, während die Dornfortsätze davor nach hinten zeigen, und die Dornfortsätze dahinter nach vorne. Der Höhepunkt der Aufwölbung der Wirbelsäule liegt also an dieser Stelle, so wie bei einem Gewölbe der Schlussstein der wichtigste Punkt für die Stabilität darstellt, so ist es auch mit dem Höhepunkt der Aufwölbung des Pferdedrückens (sh. Abb. 2).
Abb. 2 Wirbelsäule und Rücken, (aus HÖLZEL, WOLFGANG, S. 49)
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Da die Hüftgelenke höher liegen, als die Schultergelenke ergibt sich, dass das größte Gewicht des Pferdes auf der Vorhand liegt. Das ist für das Pferd kein Problem, da es mit seiner Anatomie auf diese Lastenverteilung eingestellt ist. Kommt nun aber das Gewicht des Reiters zusätzlich auf den Pferderücken, so steigt die Belastung der Vorhand in unnatürlichem Maße an. Daher hat man sich von jeher Gedanken gemacht, wie man das Pferd vor Überbelastung der Vorhand schützen kann. Wie SIAN GRIFFITHS auf der Internetseite www.distanzreitenonline.de veröffentlicht, war man bisher in dem Glauben, die Vorhand des Pferdes durch ein
vermehrtes trainieren der Hinterhand entlasten zu müssen. Untersuchungen haben nach ihren Angaben jedoch ergeben, dass das praktisch nicht möglich ist und sogar in der stärkeren Versammlung (hierbei tritt das Pferd mit der Hinterhand vermehrt unter seinen Körperschwerpunkt, wobei das Tempo verlangsamt, der Rhythmus aber beibehalten bleibt) eher eine stärkere Belastung der Vorhand auftritt. „Falsch wäre nun jedoch die Schlussfolgerung, die gymnastische Arbeit des Pferdes wäre damit hinfällig und man könne sein Pferd einfach vor sich hin laufen lassen (GRIFFITHS, SIAN).“ Bei näherer Betrachtung des Bewegungsablaufs wird deutlich, dass durch das vermehrte Untertreten der Hinterhand das Pferd gezwungen ist, den Rücken runder zu machen. Dieses Rundmachen des Rückens in der Bewegung wird auch als Bascule bezeichnet. Das Gegenteil wäre der durchhängende Rücken oder das Hohlkreuz des Pferdes, allgemein als weggedrückter Rücken bezeichnet (SCHULTE, BEATRIX). Wichtig ist, dass das Genick, der Atlaswirbel, immer höchster Punkt bleibt und das Pferd niemals im 3.oder 4. Halswirbel abknickt. Man spricht sonst von einem falschen Knick, mit dem kein Aufwölben des Rückens möglich ist.
2.2 Das Pferd im Reitsport
Soll das Zusatzgewicht des Reiters nun mit von dem Pferderücken getragen werden, so müssen Rücken und Bauchmuskulatur des Pferdes verstärkt trainiert werden und nicht wie früher angenommen die Hinterhandmuskulatur. Das Pferd hat mehr als 200 Muskelpaare. An den Muskeln können viele verschiedene Verletzungen, wie z.b. Muskelrisse, Zerrungen, Blutergüsse, etc. auftreten. Ein guter Muskelaufbau ist wichtig, damit das Pferd den Reiter und sein Gewicht tragen kann, ohne Schäden, z.b. am Rücken davonzutragen. (sh. Abb. 3)
Abb. 3 Die Muskulatur des Pferdes (aus www.pferdesaloon.de/anatomie.htm)
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Arbeit zitieren:
Jana Beauvais, 2002, Rückenschulung beim Reiten, München, GRIN Verlag GmbH
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