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0 Inhaltsverzeichnis
0 INHALTSVERZEICHNIS 2
1 EINLEITUNG 3
2 QUELLENLAGE UND FORSCHUNGSSTAND 4
3 UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND 8
3.1 QUALITATIVE INHALTSANALYSE 9
3.2 ANFORDERUNGSPROFIL UND AUSWAHLKRITERIEN. 10
3.3 AUSWAHL UND HINWEISE ZUM QUELLENKORPUS 11
4 SACHTEXT UND NUTZEN IN DER RATGEBERLITERATUR 12
4.1 ZUR NÄHE DER SACHTEXTE/ DES SACHBUCHS 13
4.2 ZUM DILEMMA DER KATEGORISIERUNG 15
4.3 ENTWICKLUNG DER GATTUNG RATGEBER 16
4.4 ZIELE DER RATGEBER 17
4.5 EIN NEUER BEDARF FÜR MANAGEMENT- UND BENIMMLITERATUR? 19
5 ZUR ZIELGRUPPE DER RATGEBER: MANAGER 22
5.1 AUSLANDSEINSÄTZE VON MITARBEITERN IN FRANKREICH 22
5.2 DER GRUND FÜR DEN ERWERB : OPTIMALE VORBEREITUNG UND ERFOLG? 23
6 ZU DEN AUTOREN DER RATGEBER 26
6.1 DER MODERNE AUTOR 26
6.2 DIE VERFASSERBIOGRAPHIE ALS LEGITIMATION FÜR DAS ENTSTEHEN DES BUCHES 26
6.3 SELBSTVERWIRKLICHUNG ODER MARKETING? ZIELE DER AUTOREN 28
7 ZUM UNTERSUCHUNGSMATERIAL 29
7.1 TEXTSORTENANALYSE DER RATGEBERTEXTE 30
7.1.1 Text-, Textsortenbegriff und Textfunktion 30
7.1.2 Methodik nach Brinker 32
7.2 INHALTLICHER AUFBAU 37
7.2.1 Gliederungsstrukturen 37
7.2.2 39
7.2.3 Die Geschichte Frankreichs als prophylaktische Verständnissicherung d. frz. Mentalität? 40
7.3 SPRACHLICHE ASPEKTE UND GESTALTUNGSPRINZIPIEN 41
7.3.1 Der Anspruch an Verständlichkeit 41
7.3.2 Argumentationsstrukturen 43
7.4 DIE ANWENDUNG HOFSTEDES KULTURSTANDARDS IN GESCHÄFTSKULTUREN 45
7.5 DIE WIDERSPRÜCHLICHKEIT DER RATSCHLÄGE 48
7.6 SPEKTRUM DER RATGEBER - INHALTLICHE THEMENSCHWERPUNKTE 50
8 AUSBLICK RATGEBERLITERATUR 55
9 FAZIT DER UNTERSUCHUNG 58
10 LITERATURVERZEICHNIS 63
10.1 PRIMÄRLITERATUR 63
10.2 SEKUNDÄRLITERATUR 63
11 ANHANG 67
11.1 KRITERIEN ZUR AUSWAHL DES FINALEN QUELLENKORPUS 67
11.2 KATEGORIENVERTEILUNG AUF AMAZON DE 67
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1 Einleitung
Ein Zusammenwachsen der Wirtschaftsmärkte in den letzten Jahrzehnten setzt sich mit einer unglaublichen Intensität und Dynamik weiter fort. Internationale Kontakte, besonders im beruflichen Bereich, werden weiter ausgebaut. Mehr denn je kommt es im Handel darauf an, gekonnt grenzüberschreitend zu kommunizieren. Die Entwicklung der Massenmedien trug zur Ausbildung einer globalen Informationsgesellschaft bei. Im Vergleich zu vergangenen Jahr-hunderten ist die Kommunikation zwischen den verschiedenen Kulturen schneller und intensiver geworden (vgl. Lüsebrink, 2005: 3). Das Nachbarland Frankreich ist dabei nach wie vor Deutschlands wichtigster Handelspartner (vgl. Geistmann, 2002: 1ff). Allgemein stellen Ratgeber eine Grundlage für die Orientierung von Menschen in verschiedenen Situationen des Lebens dar. Ratgeber helfen dem Leser sich in sozialem Kontext zu Recht
Das ist, wie im Titel der Arbeit angedeutet, das Erfolgsversprechen, das uns Ratgeber suggerie-ren. Für alle diversen Lebensbereiche gibt es diese Orientierungshilfen. 1 Dies führte in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem wahren Boom in der Sachliteratur, die sich auf dem Buch-markt etablieren konnte (vgl. J.S. , 2008). 2 Sachbücher, Ratgeber, Essays und Reiseberichte gelten als die zentralen Medien von Wissensspeicherung, -verteilung und -vermittlung im späten 19. und 20. Jahrhundert (vgl. Sparenberg, 2006).
Seit zirka 50 Jahren ist die Managementliteratur auf dem Markt existent. Seit etwa 20 Jahren ist ein explosionsartiger Anstieg der Literatur für Manager zu verzeichnen (vgl. Weber, 2005: 24). In dieser Arbeit möchte sich der Verfasser auf die Ratgeberliteratur für dt. (ab hier: dt.) Mana-ger konzentrieren, 3 die für das Frankreichgeschäft geschrieben ist. Diese Ratgeber wurden für dt. Führungskräfte verfasst, die mit der französischen (ab hier: frz.) Geschäftspraxis bereits in Berührung gekommen sind oder noch kommen werden oder es zumindest in Betracht ziehenein Werkzeug für die womöglich perfekte Vorbereitung zum t- haltim französischen Nachbarland?
Dass die Kategorie des Sachbuchs sehr eng mit den Ratgebern verwandt ist, soll in der vorliegenden Arbeit untersucht und bewiesen werden. Die Arbeit unternimmt den Versuch, die Gat-
1 Einekleine Übersicht zum Spektrum der Ratgeber befindet sich in Oelkers, 1995: 79f
2 Wendet man die weite Definition des Sachbuchs an, zählen hier Ratgeber dazu. Buchmarkt ein kümmerliches (J.S., 2008). Allein 84 Prozent macht der Anteil der Sachbücher am Gesamtumsatz der Hardcover-Ausgaben im Buchmarkt aus (vgl. J.S., 2008).
3 Der Begriff Manager wird hier für den Term Führungskraft synonym verwendet. Sie besitzen in der Regel lei-
tende Funktionen im Unternehmen, sind im oberen und mittleren Management tätig (vgl. Dudenredaktion, 1982: 246)
4
tung des Ratgebers für Manager zu definieren und sie unter inhaltlichen und formalen Aspekten darzustellen.
Die Nähe des Ratgebers zum Sachbuch und der Nutzwert dieser Gattung soll vornehmlich im Theorieteil in Kapitel 4 dargestellt werden. Dabei wird nicht allzu vereinzelt die Frage nach der Definition eines Ratgebers auftauchen. In Kapitel 7 folgt der praktische Teil der Analyse. Es werden in Kapitel 3 Ratgeber zur abschließenden, praktischen Analyse ermittelt. Diese werden den Untersuchungsgegenstand darstellen. Es wird deutlich, wie schwierig beziehungsweise gar unlösbar es ist, eine allgemeingültige Definition zu finden, wobei Ansätze in den Definitionsversuchen verschiedenster Autoren und Analyseverfahren durchaus erkennbar sind. Für die Zielgruppe der Manager stellt sich hier die Frage nach dem Zweck: Welches ist die Motivation der Leser für die Lektüre des Berufsratgebers? Es gilt das gewisse Erfolgsversprechen für die Konsumenten dieser Ratgeberliteratur. Ist dieser zielgerichtete propagierte Nutzen der Literatur wirklich ein Garant für den Erfolg im interkulturellen Management? Darauf soll hier im Kapitel 5 begrenzt eingegangen werden. Hinreichende Aussagen können hier ohne empirische Befunde nicht getroffen werden. In Kapitel 6 sollen die Beweggründe der Autoren für das Verfassen eines Ratgebers ergründet werden. Was ist ihre Motivation? Und welche Qualifikation ist ihre Legitimation als Ratgeberautor zu publizieren?
Das Untersuchungsmaterial soll im 7. Kapitel ausführlich untersucht werden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Textsortenanalyse der ausgewählten Ratgeber, sowie der Analyse der formalen und inhaltlichen Aspekte, ganz besonders nach den Kulturstandards von Hofstede im interkulturellen Management. Das vorletzte Kapitel soll cross-media pub-
auch eine zukünftige Entwicklung kurz andeuten.. Und schließlich soll der Schluss die Ergebnisse kurz und prägnant zusammenfassen.
2 Quellenlage und Forschungsstand
Erste s r UVK-Verlagsgesellschaft
stammt, die für journalistisches Fachwissen und Handwerk . Zwar wird nicht explizit zugegeben, dass die seit 14 Jahren erscheinende reihe für Journalisten ist, doch ist die Intention des Verlages mit der einleitenden Produktbeschreibung dieser Kate- gorie sehr eindeutig.
5
Ob Zeitungs- und Zeitschriftenredakteure, Rundfunk- und Onlinejournalisten oder PR-Leute UVK macht Bücher für alle, die in und mit den Medien arbeiten, die einen solchen Beruf gerade erlernen oder andere daanschaulich das journalistische Handwerk. (UVK, 2008)
I findet sich eine hinreichende Betrachtung von Sach- und
Ratgebertexten aus journalistischer Sicht, außerordentlich praktisch und zweckgebunden. Hier stellte sich eine wichtige Frage für den weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit: In welcher Wissenschaft bzw. Disziplin finden sich entsprechend exakte Antworten auf die Fragestellung der Untersuchung? Oft kann bei der Zugehörigkeit der Textproduktion des Sach- oder
Ratgebertextes kaum getrennt werden zwischen Journalismus und Literatur 4 . Die Analyse der induziert eine weitere Frage nach der
Gültigkeit beziehungsweise der Herkunft der Quellen. 5 Hier wurde festgestellt, dass sich ein beachtlicher Teil der angegebenen Quellen auf die eigene Ratgeberreihe bezog. Ist dies ein Hinweis auf eine nicht-hinreichende Forschung von Ratgeberliteratur oder ist das Verweisen auf andere Ratgeber eine gängige Praxis unter Ratgebern? Die erste Frage kann weitgehend mit
Ja beantwortet werden. 6 Für Ratgebertexte, oft zusammengefasst unter dem Aspekt der Sachliteratur (s. Punkt 4.1, Punkt 4.2), bedeutet dies:
Mit Sachliteratur tut sich die Literaturwissenschaft traditionell schwer. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Sachtexte eben keine literarischen Texte sind und sich stattdessen in einem schwer kartografierbaren Gebiet zwischen Fachbuch, Literatur, Publizistik, Lehrmittel, Gebrauchs- und Unterhaltungsliteratur bewegen, ohne sich eindeutig festlegen zu lassen. Die Literaturwissenschaft hat dieses Gebiet lange Zeit ignoriert. Das hat dazu geführt, dass sich keine genuin literaturwissenschaftliche Sachtextforschung entwickelt hat. (Anz, 2007: 155f)
Auch wenn die Journalistik für die Textproduktion von Sachliteratur durchaus keine unbedeutende Rolle spielt, soll in dieser Arbeit nicht weiter darauf eingegangen werden. Dies verdeutlicht die Vielfalt der Thematik. Es ist weitgehend unklar, an welchem Punkt die Geschichte des Sachbuchs begann. Darüber hinaus sind Textproduktion und rezeptionsverfahren ebenso wenig erforscht (ebd.: 156).
4 Ferner sei hier verwiesen auf den Kulturjournalismus, der journalistische und literarische Schreibweisen zu Tex-
ten vermischt (vgl. Porombka, 2005: 119). Der Kulturjournalismus repräsentiert zudem den Diskurs der Gegen- r (ebd.). Näher kann auf dieses Themengebiet aufgrund von Platzmangel nicht eingegangen werden.
5 Anz betrachtet es als bedeutenden Schritt der Analyse von Sachliteratur, die Quellen eines jeden Sachtextes zu
untersuchen (vgl. 2007: 159).
6 Mehr als andeute vgl. Oels, 2005).
6
Die zweite Frage nach der Quellengültigkeit kann leider nicht wirklich hinreichend beantwortet
werden. 7 Die Quellenangabe bei zwei untersuchten Ratgebern verwiesen jedoch auf einige weitere typische Ratgeberformate. Zusätzlich kann für den Ratgeber der Wissenshorizont des Au-tors als Quelle gelten, der in ratgebenden Texten als Experte oft von seinen Erfahrungen berichtet (s. Punkt 6.2). e
hindurch als symptomatischer Knotenpunkt von Erzählungen entschlüsselt werden [und] in was für eine neue Erzählung diese Erzählungen im Hinblick auf was für eine Zielgruppe trans(Anz, 2007: 159). Zum wichtigen Bezugspunkt werden dabei die Absichten vom Autor und die Wünsche der Rezipienten (vgl. ebd.: 159).
Aber wie noch gezeigt werden soll, tauchen viele wissenschaftliche Disziplinen auf, die die Fragestellung berühren werden. Besonders junge Wissenschaften, wie die der Textlinguistik, der Managementtheorie oder der Medien- und Kulturwissenschaft schienen im Verlauf der Bearbeitung des Themas mögliche Antworten auf ein vielschichtiges Untersuchungsobjekt zu geben.
Es sollte beachtet werden, dass das Zusammenspiel der verschiedenen Disziplinen im gesellschaftlichen Gefüge nicht aus dem Auge zu verlieren ist (vgl. Pott, 1976: 32). So stellte sich jedoch während der Quellensuche der Sekundärliteratur heraus, dass die Untersuchung der Ratgeberliteratur äußerst trans- und interdisziplinär erfolgen müsste. Die folgende Aussage durch Bremerich-Vos zur Untersuchung von Ratgeberliteratur veranschaulicht den Umfang des Themas:
Wer Ratgeberliteratur untersucht, betätigt sich m.E. notgedrungen als Grenzgänger. Psychologische, soziologische, pädagogische und andere Gesichtspunkte kommen ins Spiel; folglich muß man sich vorhalten (lassen), dass man sich überhebe. (Bremerich-Vos, 1991: 1)
Es kann in dieser Arbeit keine zufriedenstellende Untersuchung der Ratgeberliteratur für alle genannten Fachbereiche erfolgen. Der Fokus soll hier vorwiegend auf einer linguistischen und kulturwissenschaftlichen Analyse liegen.
Bremerich-Vos und der Linguistikprofessor von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Gerd Antos sind mit ihrer Analyse zu Sprach- bzw. Rhetorikratgebern Vorbild für meine Untersuchung für linguistische Aspekte. Antos und Bremerich-Vos können mit ihren Studien zur Ratgeberliteratur in ihrer Ausführlich- und Genauigkeit der Untersuchung als be-
7 Oelkersbehauptet, dass die Ratgeber durch ihre weite Verbreitung und ihrer Erschließung sämtlicher Themen a-
(1995: 82) wird (vgl. ebd.).
7
deutend angesehen werden; nicht nur deshalb, weil sie eine der wenigen sind, die sich so ein-gehend mit Ratgebertexten beschäftigten. 8
Der Teilbereich der Linguistik, die Textlinguistik, nimmt in dieser Arbeit eine bedeutende Rolle ein. Hier sei auf die Methodik der Textsortenklassifikationen von Brinker verwiesen (Punkt 7.1.2).
Im Zusammenhang mit Sachbuch und Ratgebern ist ohne Zweifel die Forschungsgruppe
9 um beispielsweise David Oels und Stephan Porombka zu nennen, die ebenso in der eigens innerhalb des Projekts Beiträge veröffentlichen. Stephan Porombka agiert darüber hinaus als Herausgeber des Online-
Literaturmagazins lit06.de Magazin für Literaturkritik und literarische Öffentlichkeit. 10 Fredmund Malik wird im deutschsprachigen Raum als wichtiger Autor, in Verbindung mit Managementpraktiken, gebracht (vgl. Gorus und Zoll, 2006: 38). Da sich die Untersuchung ausschließlich auf die Betrachtung der deutschen Managementratgeber zu Frankreich bezieht, ist dieser Buchbereich sehr ausdifferenziert. Pionier für die Berufsratgeber zu Frankreich ist Klaus W. Herterich, -Geschäft
erfolgreicher Autor aktuellerer Ausgaben gilt der Managementberater Norbert J. Breuer, der, zu
dieser Thematik, schon drei Frankreichratgeber veröffentlichte. 11
Da weder eine Kanonisierung, noch eine wirkliche Sachbuchforschung vorhanden ist, 12 gibt es im Deutschen ein Sammelsurium von Begrifflichkeiten für die Non-fiction Literatur. 13 Pott untertreibt nicht, wenn er im Zusammenhang von der Begriffsbildung spricht und bemerkt (vgl. Pott, 1976: 19):
Es liegt nun auf der Hand, daß der Begrifflichkeit immer auch schon Fixierungen des Gegenstandes selbst wie der zu seiner Aufschließung anzuwendenden Verfahrungsweisen inhärent sind. (ebd.)
8 Weitere weniger umfangreichere Studien zu Ratgebern sind Bergmann (1999), Oelkers (1995), Becker, (2001). 9 Sachbuchforschung das populäre Sachbuch im 20. Jahrhundert (1918-2000), Geschichte, Theorie und Praxis
einer literarischen Gattung. Ein Forschungsprojekt der HU zu Berlin und der Universität Hildesheim mit Unterstützung der Fritz-Thyssen-Stiftung (vgl. Sachbuchforschung - das Sachbuch).
10 Lit06.de (http://www.lit06.de) ist ein von Stephan Porombka und Prof. Steffen Martus betreutes Online-
Kulturmagazin, in dem Texte von Studierenden publiziert werden, die von einem Projektmitarbeiter als Herausgeber lektoriert und redigiert werden. Alle sechs Monate gibt es ein Schwerpunktthema für die monatlich erscheinenden Ausgaben des jeweils nächsten halben Jahres. Von April 2006 bis zum Oktober 2007 war das Schwer-
11 Eine Publikationsübersicht findet sich auf der Internetpräsenz des Autors http://www.breuer-exportmarketing.de/ (Zugriff am 06.09.2008, 15:26)
12 Oels behauptet eine große Uneinigkeit der Forscher im Bezug zum Sachbuch, was zu einem Abbruch der Geschichtsschreibung sind (ebd.)
13 Die englische Entsprechung für Sachliteratur. Die Unterscheidung fällt in der englischen Sprache leichter, da hier fictionnon-fictioni-
ten wie im Deutschen (vgl. Hahnemann und Oels, 2008: 112, vgl. auch Oszuszky, 2007).
8
So sind m.E. folgende Begriffe in naher Verwandtschaft zu setzen, die sich in ihrer Definition minimal variieren könnten, aber nicht eineindeutig voneinander abzugrenzen sind. Bei einem solchen Versuch würde dies mindestens den Umfang dieser Arbeit einnehmen. Es handelt sich hierbei um folgende Begrifflichkeiten: Sachtexte, Gebrauchstexte, expositorische Texte, nichtfiktionale Texte, Trivialliteratur, außerliterarische Texte, pragmatische Texte, dokumentarische Texte, Konsumliteratur (vgl. Pott, 1976: 19), Nutzwerttexte (Fasel, 2004: 14), der Begriff des Sachbuchs als Tatsachenroman (vgl. Naumann, 1976: 6), Literarische Zweck- und Gebrauchsformen (vgl. Hickethier, 1976: 58) oder der Begriff Non-fiction (vgl. Oszuszky, 2007: 2).
Ich werde hier, wie Oszuszky, den Begriff Sachliteratur als großen Sammelbegriff für die oben genannten Termini verwenden, mit der Maßgabe, Ratgeber als Unterkategorie dessen zu betrachten. Der Begriff Mangagementliteratur bzw. Berufsratgeber steht für den etwas umständlicheren Begriff interkulturellen Managementratgeberliteratur oder soll für Ratgeber für Manager im Frankreichgeschäft verwendet werden. Bezieht sich der Begriff eindringlich auf die allgemeine Managementliteratur, soll, ausgenommen von Punkt 4.5, explizit darauf hingewiesen werden. Wenn eine Eindeutigkeit gegeben ist, wird schlicht der Begriff Ratgeber ebenso verwendet.
Die Gattung Ratgeber soll hier möglichst in Punkt 4.2 und teilweise auch Punkt 4.1 theorethisch abgegrenzt werden. Es kann hier ebenfalls keine historische Entwicklung dieser Literatur nachgezeichnet werden, da dies den Umfang der Arbeit deutlich sprengen würde, zu-dem durch verschiedene Disziplinen äußert komplex dargelegt werden müsste. 14 Durch die spezifische Ausrichtung der Arbeit können kaum Vorformen gefunden werden. Die Managementliteratur ist vielmehr an einem neuen Bedarf entstanden (Punkt 4.5).
3 Untersuchungsgegenstand
In diesem Kapitel soll die Methodik der Quellenauswahl offen gelegt werden. Dabei wurde ein
eigenes Verfahren auf der Basis paratextueller Kriterien entwickelt 15 . Somit konnte trotz Schwierigkeiten bei der Quellensuche, aufgrund oft fehlender Systematik im Onlinebuchhandel
14 Sie dazu die historisch-systematische Untersuchungsmethoden von Ratgeberliteratur für Rhetorik durch
Bremerich-Vos (1991). Zur weiteren historischen Analyse vom Höflichkeitsbegriff und Umgangsliteratur, siehe Werke von Alain Montadon, Nobert Elias oder Dominique Picard (zitiert bei Röseberg, 2001: 93).
15 Zum Paratext gehört der Buchtitel, die Autoren- und Verlagsangaben, sowie Motto, Vor- und Nachwort, Klap-
pentext und Waschzettel (vgl. Schütz E. , Das BuchMarktBuch, 2005: 289)
9
und in Bibliotheksverbänden, das relevante Untersuchungsmaterial ausgewählt werden. Vorerst soll jedoch die Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse dargelegt werden. Sie strukturiert den Verlauf der Arbeit.
3.1 Qualitative Inhaltsanalyse
Der unten erwähnte Stichprobenumfang soll sich an einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring orientieren.
Bremerich-Vos kritisiert in seiner Untersuchung zu Ratgeberliteratur bisherige Verfahrensweisen mit ungenügender Beachtung für semiotische Analyseverfahren (vgl. Bremerich-Vos, 1991: 21f). Er schlägt das Konzept der qualitativen Inhaltsanalyse vor und fasst diese Methodik in folgenden Worten zusammen:
Primär interessieren Exemplare des jeweils am häufigsten vorkommenden Typus; zuweilen können aber profilierte kontroverse Positionen au m theoretischen Interesse sind. (ebd.: 29).
Es soll im Folgenden genau beschrieben werden, welche theoretischen Bedingungen der Ratgeberliteratur zu Grunde liegen. Es stellt sich die Frage: Wo ist dabei die Ratgeberliteratur momentan zu situieren und welche Ziele hat sie sich selbst vorgegeben? Der spezifische Schwerpunkt ist hierbei die berufliche Orientierung für das Management. Ziel der hier angewendeten strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse ist es, eine bestimmte Struktur aus dem Textkorpus herauszufiltern (vgl. Mayring, 2002: 122). Eine angemessene Beurteilung kann nur bei Berücksichtigung der Beziehung zwischen Produzenten und Rezipienten und der damit verbundenen Darstellungsformen erfolgen. Somit interessiert in erster Linie die Zielgruppe, in deren Richtung das Material verfasst wurde. Welche Motivation könnten sie in Form von Bedarf zur Entstehung beigetragen haben? Zweiter wichtiger Aspekt ist der emotionale, kognitive Handlungshintergrund des Autors. Die Feststellungen für diese zwei Untersuchungspunkte sollen, wenn möglich, mit Textstellen aus dem Stichprobenumfang belegt werden (vgl. Mayring, Qualitative Inhaltsanalyse, 2008: 24ff; vgl. auch Mayring, 2002: 121).
Das sollen formale und inhaltliche Aspekte darstellen. Hinzu kommt die Methodik der Textsortenanalyse, wonach die Methodik nach Brinker angesetzt werden soll. Zusätzlich sollen die Ratgeber nach der Spezifik der Kulturstandards nach Hofstede untersucht werden. Dies soll ein weiteres Indiz für die Darstellung die unterschiedliche Typologie der hier ausgewählten Ratge- ber sein.
10
Aus diesen Ergebnissen heraus soll ein gewisses Kategoriensystem (vgl. ebd.), eine Typologie der Berufsratgeber erstellt werden. Dabei soll auf Abgrenzungsprobleme zwischen Kategorien hingewiesen werden, um eine möglichst eindeutige Zuordnung zu ermöglichen.
3.2 Anforderungsprofil und Auswahlkriterien
Da eine Feststellung von handfesten Merkmalen für die Ratgeberliteratur schwer fällt (s. Punkt
4.1, 4.2), ist weder im Onlinebuchhandel (Amazon.de), 16 noch in den Bibliotheksverbänden (LBS, 17 GBV, 18 DNB 19 ) eine Ratgeberrubrik eineindeutig auszumachen. Hinzu kommt hier die berufliche Spezifik der Ratgeber für Manager im Frankreichgeschäft, was die Auswahl geringfügig erschwert, aber gleichzeitig erleichtert, da hier zusätzliche Suchbegriffe zur Ausdifferenzierung des Materials führen. Amazon.de in allen Kategorien
ergab eine Trefferzahl von insgesamt 69.502 Büchern. Geht man mit den zusätzlichen Begrif-
- differenzierter vor, so
ergaben sich 50 Treffer. Bei diesem Begriffspaar war jedoch nicht das Merkmal des Ratgebers -a - a- nage-Natürlichgab es weitere Variationen von französ---, die der Analyse weitere Ergebnisse brachten. Insgesamt konnte aber festgestellt werden, dass ca. 20-40 Ratgeber für die vorliegende Untersuchung relevant wären. Hier konnte wiederum ein Großteil nach Aktualität und Bestellverfügbarkeit aus dem erweiterten Quellenkorpus als nicht relevant betrachtet werden.
16 des Schlagwortes
(vgl. Amazon.com):
In der Kategorie Business & Karriere 3.755 Treffer, in der Kategorie Fachbücher 1.514 Treffer, in der Kategorie Lernen & Nachschlagen 4.361 Treffer und in der Kategorie Ratgeber selbst ergab die Suche 43.716 Treffer. e- raturkritik lit07.de zur Erfassung satirischer Literatur, angewendet. Siehe hierzu
www.lit06.de/head/thema/thema_0616.html (Zugriff am 13.07.2008, 17:25).
17 Lokales Bibliothekssystem Halle-Merseburg
18 Gemeinsamer Bibliotheksverbund
19 Deutsche Nationalbibliothek
11
Mit Ausnahme vom Börsenblatt.net - Onlinemagazin für den Deutschen Buchhandel 20 und Focus sind die Bestseller m.E. in den bekannten Bestsellerlisten (nach Empfehlung oder Verkaufszahlen) nicht in eine Rubrik Ratgeber unterteilt.
Es stellte sich heraus, dass hierzu das Onlineportal Amazon.de mit seiner Suchfunktion am besten geeignet war, da es auf die meisten Schlagwörter ansprach. Der GBV oder die DNB lieferten in diesem Vergleich eine eher mäßige Ausbeute. Einerseits, weil die Anzahl der angegebenen Stichwörter neben Titel und Untertitel meist nur gering war. Andererseits besitzt Ama- zon.dedie größte Auswahl an Büchern als Internet-Marktführer (vgl. Amazon.com). Auch wenn digitale Quellen (E-Books) ebenfalls gelistet werden und somit das Repertoire sehr um-
fangreich werden lässt. 21
3.3 Auswahl und Hinweise zum Quellenkorpus
Um die weitere Relevanz der auf Amazon.de gefundenen Managementliteratur zu bestimmen, wurde ein eigenes Quellenauswahlverfahren entwickelt. Es wurden Kriterien mit Hilfe einer Excel-Tabelle erstellt, um hier einen kompakten Überblick über wichtige Merkmale der Werke zu erhalten. Hier wurden hauptsächlich paratextuelle Kriterien herangezogen, ein Verfahren, das im Rahmen der Sachbuchforschung zunehmend an Bedeutung gewinnt (vgl. Anz, 2007: 198f). Eine wissenschaftliche Methodik, an der sich orientiert werden kann, wurde aus
verschiedenen Gründen nicht gewählt. 22
Demnach wurden elf Ratgeber ausgesucht, unter denen vier für den finalen Quellenkorpus bestimmt werden sollten. Dabei wurden folgende Kriterien zu Rate gezogen (s. Anhang 11.1):
- Schlagwörter- und Sachgebietsangabe im GBV
- Stichwörterhäufigkeit verschiedener Variablen in Titel/Untertitel, Buchrücken/Einleitung bzw. Vorwort oder Gliederung
- Sachgebietsverortung bei Amazon.de
- Angaben zu Autor und Verlag
- Beschaffenheit des Buches (Seitenanzahl, Größe)
- Jahr der (Erst-)Auflage
- Verkaufsrang auf Amazon.de
20 Börsenblatt.net ist die Online Ausgabe des Börsenblatts, das Wochenmagazin für den deutschen Buchhandel.
Das Börsenblatt ist die auflagenstärkste Fachzeitschrift der deutschen Buchbranche. Es erfolgt eine Auflistung der am meisten verkauften Ratgeber in Zusammenarbeit mit dem Focus (vgl. Boersenblatt.net).
21 Hausarbeiten.de bietet bspw. seine schulischen oder wissenschaftlichen Abschlussarbeiten ebenfalls auf Ama-
zon.de an (vgl. Hausarbeiten.de).
22 Zumal sich die Literaturwissenschaft in der Konzeption paratextueller Begrifflichkeiten uneins ist (vgl. Anz,
2007: 199). Zudem würde eine Analyse nach z.B. Genette, 2001 den Umfang der Arbeit deutlich erweitern.
12
Es wurden hier für die Werke Plus- und Minuspunkte für die Erfüllung der einzelnen Kriterien verteilt. Eine abschließende Punktzahl, sowie der Amazon-Verkaufsrang und das Jahr der Erstauflage hatten entscheidenden Einfluss auf die abschließende Wahl des Untersuchungsmaterials. Darüber hinaus bestand die Vermutung, mit den vier ausgewählten Ratgebern mindestens zwei sehr unterschiedliche Typen von Berufsratgebern vorliegen zu haben (s. Punkt 7.6). Im Anhang 11.2 wird die Kategorienzuteilung auf Amazon.de dargestellt. Es überwiegt die
Bei näherer Betrachtung weist die Systematik Widersprüchlichkeiten auf. So ist z.B. das Werk
& Sparte Business & Karriere und in der Rubrik zu finden.
Ein weiteres Indiz, das die Kategorienverteilung auf Amazon.de unlogisch erscheinen lässt, ist dass nur zwei n.
Folgende vier Titel wurden für die Untersuchung ausgewählt: 1. Zeiler, Rudolf (2006). Managerwissen kompakt: Frankreich. München : Hanser. Wird im Folgenden mit MW abgekürzt.
2. Barmeyer, Christoph, Stefanie von Wietersheim (2007). Business Know-how Frankreich: So wird Ihre Geschäftsreise zum Erfolg. Heidelberg : Redline. Wird im Folgenden mit BKH abgekürzt.
3. Oppel, Kai (2006). Business Knigge International : der Schnellkurs. Freiburg : Haufe. Hier sind für die Untersuchung die Seiten 1 - 35, sowie S. 161 - 190 relevant. Wird im Folgenden mit BK abgekürzt.
4. Uhl, Gerhard; Elke Uhl-Vetter (2007). Business-Etikette in Europa. Stilsicher auftreten, Umgangsformen beherrschen. Wiesbaden : Gabler.
Hier sind für die Untersuchung die Seiten 5 - 36, sowie S. 262 - 266 relevant. Wird im Folgenden mit BE abgekürzt.
Wie ersichtlich ist, handelt es sich hier um aktuelle Werke der letzten zwei Jahre. In dieser Arbeit möchte der Verfasser einen historischen Vergleich vermeiden. Ferner will der Verfasser einen aktuellen Ausschnitt an verfügbaren Werken für diese Managementliteratur geben.
4 Sachtext und Nutzen in der Ratgeberliteratur
In diesem Kapitel soll vorwiegend der Theorieteil der Arbeit abgehandelt werden. Dargestellt
13
werden soll das komplexe Verhältnis der Ratgeberliteratur zum Sachtext bzw. zur Sachliteratur. Danach soll eine Abgrenzung der Ratgeber zur übergeordneten Gattung gefunden werden und die Spezifik für die Managementliteratur herausgearbeitet werden. Es existiert eine unkonkrete Trennung zwischen Sachbuch und Sachliteratur, so dass der Begriff Sachbuch oft auch für die nichtfiktionale Literaturgattung schlechthin steht. Dabei wird der Ratgeber mit eingeschlossen
(vgl. Gorus und Zoll, 2006: 53). 23
4.1 Zur Nähe der Sachtexte/ des Sachbuchs
Im Buchhandel wird unterschieden zwischen Ratgeber im engeren und im weiteren Sinne. Dabei soll erstere Kategorie, die Lebensratgeber besser
(vgl. Porombka, lit06.de, 2006) in sich tragen. Ratgeber im weiteren Sinne sollen zugleich Sachbücher sein (vgl. ebd.), geberanteil so gut verstecken, dass er selbst von Buchhä(ebd.). so stellt er fest: ebd.: 6).
Oszuszky hingegen unterscheidet die Sachliteratur in folgende vier Arten: Wissenschaftliche Literatur, Fach- und Lehrbuch, Populärwissenschaftliches Sachbuch , Ratgeber und Auskunftsliteratur (vgl. Oszuszky, 2007: 2) ebd.: 4). 24
Gorus und Zoll unterteilen die nichtfiktionale Literatur in die drei Gattungen Fachbuch, Ratgeber und Sachbuch. Ihre Differenzierungskriterien konzentrieren sich auf die Zielgruppen des jeweiligen Genres (vgl. Gorus und Zoll, 2006: 52f). Folgende Kriterien gelten für den Ratgeber:
- Zielgruppe ist vorhanden, die von einem Thema unmittelbar betroffen ist
- Der Autor ist Experte zum Thema
23 Auch wenn im folgenden Punkt 4.1 der Ratgeber im Spannungsfeld der Sachliteratur näher differenziert werden
kann, gibt es jedoch, wie schon Anfangs erwähnt kein eindeutiges Bild in der Forschung. Von Wehrenalp unterscheidet z.B. den Ratgeber deutlich vom Sachbuch (vgl. von Wehrenalp, 2005: 21)
24 Die Frage kann hier nach der Bedeutung des Freizeitaspektes gestellt werden, da z.B. auch im Onlinebuchhandel ine der neun übergeordneten Kategorien existiert (vgl. Amazon.com). Ist
der Begriff Ratgeber kein würdiger Begriff für die Managementliteratur? Kaum ein Ratgeber des Untersuchungs-korpus (zwei von elf Werken) erklärt sich in den Paratexten als Ratgeber, s - 7.6 mitHilfe des Untersuchungsmaterials ge- nauer beantwortet werden soll.
14
- Höhere Auflagen
- Laufzeiten von mehreren Jahren
- Aktives Handelsmarketing der Verlage (Reihenausgabe, aktive Platzierungen) (ebd.)
,die] im Augenblick ihrer Abspaltung vom Stamm noch eingezeichnet sind, (2006: 3), zählt Sachbuchforscher
Schikowski die Ratgeber zum Stamm der Sachbücher. Als eine der mindestens zwölf Unterkategorien (vgl. ebd.).
Es besteht ein undurchschaubarer Zusammenhang des Ratgebers zur Sachliteratur. Nicht uninteressant ist dabei die Entwicklung einer (lit06.de, 2006) des Sachbuchs,
(ebd.) (ebd.)
(ebd.). Fasel spricht indes von der Möglichkeit, Textsorten generell
(2004: 59) zur Seite steht (vgl. ebd.).
Zum Punkt Gebrauch stellt Oels fest, dass die Abstraktionsebene bei Sachbüchern für die Leser
(Schütz und
Wegmann, 2002: 101). Demnach liegt ein hoher Gebrauchswert vor, der ebenso für Ratgeber gilt. Fasel - (Fasel, 2004: 59) . Er fügt jedoch hinzu, dass ese Kategorie eingeengt werden darf (vgl. Fasel, 2004: 61).
Eigenschaften, die die Ratgeber gemeinsam mit den Sachbüchern besitzen, sind u.a. der Bezug zur Aktualität (s. Punkt 4.4). In der Non-Fiktion Ausgabe von 2007 werden Sachbücher als
Sie nehmen aktuelle Themen und Stimmungen auf und übersetzen sie in größere Erzählformate. Dabei wird das jeweilige Thema so aufbereitet, dass es sich mit dem Leben des Lesers verbinden lässt. (Oels, Porombka und Schütz, Non Fiktion. Arsenal der anderen Gattungen, 2007: 110)
Die Definition des Sachbuchs fällt schwer. Eine Mehrheit der existierenden Definitionen sind nicht differenziert genug und schließen den Ratgeber mit ein. Eine Abgrenzung gelingt meist nur mit Hilfe einer negativen Definition (vgl. Schütz und Wegmann, 2002: 83): So sei das
(ebd.). Wichtig ist also die Handlungsabsicht eines Ratgebers. Fasel merkt
25 Fasel spricht hier vom Nutzwerttext, der eine persönliche Bedeutung transportiert (vgl. 2004: 41).
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dazu an, dass sich hier eine neue Beziehung zwischen Autor und Leser demonstriert (vgl. Fasel, 2004: 45).
[Der Nutzwerttext] geht über den Charakter der Mitteilung hinaus. Er versucht, die Leser zu aktivieren, anzuspornen, dafür bereit zu machen, neue Sichtweisen anzunehmen und Verhaltensweisen auszuprobieren. (ebd.).
Was die Sachtexte klar vom Ratgeber abgrenzt, ist der erzählerische Faktor, die narrative Ummantelung des klar faktischen in gewisse Fiktion (vgl. Schütz und Wegmann, 2002: 105).
4.2 Zum Dilemma der Kategorisierung
In den Anfängen der linguistischen Forschung zu diesem Themenbereich zeichnet sich oft die Trennung in hohe Literatur und Trivialliteratur ab (vgl. Fischer, Hickethier und Riha, 1976: 10). In dem Aufsatz Potts von 1976 wird vermerkt, dass die ehemaligen literarischen
Gebrauchsliteratur (Pott, 1976: 26). 26
Gebrauchsliteratur ist der Name für eine Verlegenheit, in welcher Theorie und Wissenschaft von der Literatur geraten sind, als sie sich begriffslos Texten zuwandten, die nun gar nicht mehr mit den traditionellen Gattungen zu tun haben. (Ueding 1974 : 13; zitiert bei Pott, 1976: 27). So ist der Beginn der Forschung zur so genannten Trivialliteratur, die viele weitere Begrifflichkeiten kennt, um die 60er / 70er Jahre zu verorten (vgl. Fischer, Hickethier und Riha, 1976: 1). Pott weist auf eine Erweiterung des Literaturbegriffs seit den 60er Jahren hin, mit der Frage (Pott, 1976: 26). Diese
Begriffserweiterung soll die gegenwärtigen Probleme und Fragestellungen der Alltags- und Populärkultur aufgreifen (vgl. HU zu Berlin, Sachbuchforschung - NL 12/06, 2006). Eine
spezifische Forschung zur Ratgeberliteratur lässt sich dabei nicht nachzeichnen. 27 Das Dilemma der Kategorisierung vollzieht sich nicht nur in der Theorie der Forschung, denn Autor und Verleger sind in der Praxis meist nicht interessenskonform. Der Verlag bestimmt heutzutage die Warengruppe und kann das Buch mit sachbuchähnlichem Charakter aufgrund von Marketingaspekten dem Bereich der Belletristik zuteilen. Die Gattungseinteilung in Bellet- 26 Hiersind die drei traditionellen Gattungen bestehend aus Epik, Lyrik und Dramatik gemeint. Diese Dreiteilung
gerät jedoch schon um ca. 1850 in den Zweifel vom Begriff her ausreichend gefasst zu sein (vgl. HU zu Berlin, Sachbuchforschung - NL 12/06, 2006). Das ist der Beginn einer umfassenden Entwicklung populärer Sachbücher ab dem 19. Jahrhundert, die sich parallel zu den unterhaltenden Massenmedien entwickeln, Massenmedien, die (vgl. HU zu Berlin, Sachbuchforschung - NL 12/07, 2007).
27 Siehe hierzu auch Heimerdinger, 2007
Arbeit zitieren:
Hermann Hetzer, 2008, Erfolgreich im deutsch-französischen Management?, München, GRIN Verlag GmbH
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