Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG. 3
2. DIE DEUTSCHE GESELLSCHAFT NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG 5
2.11GrundsteinnderrDemokratie 5
2.22DieeRepublikkformttsich. 7
3. DIE DEUTSCHE GESELLSCHAFT IN DEN 1950ER UND 60ER JAHREN9
3.11DieeSpiegellAffäre 11
3.22WillyyBrandttwirddBundeskanzler 12
3.33Studentenunruhenn(APO,,RAF) 14
4. DIE GESELLSCHAFT HAT SICH VERÄNDERT - DER WANDEL WIRD
ZU BEGINN DER 1980ER JAHRE SICHTBAR 19
5. FAZIT. 27
6. LITERATUR 30
1. Einleitung
Durch den Besuch des Filmes „Der Baader Meinhof Komplex“ nach der Vorlage von Stefan Austs Standardwerk mit dem gleichen Titel und einer grundsätzlichen Affinität mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in der Bundesrepublik Deutschland, wurde beim Verfasser ein Interesse für die Thematik geweckt. Nachdem durch ein Referat ein Einblick in diesen Abschnitt der jüngeren Geschichte gewonnen werden konnte, soll durch diese Arbeit eine vertiefte Untersuchung einiger Teilaspekte erfolgen.
Im Kern dieser Auseinandersetzung sollen die gesellschaftlichen Veränderungen in den 1960er und 1970er Jahren stehen. Dabei ist am Anfang die Ausgangssituation zu beschreiben, d.h. die gesellschaftliche Situation in der Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg bis zum Ende der Wirtschaftswunderzeiten. Jedoch soll dieser Abschnitt nur einen kurzen Überblick geben. Die Personen und Tendenzen werden eingeführt, die für die zentralen Betrachtungen der Arbeit eine Rolle spielen.
Der zentrale Teil dieser Arbeit setzt sich mit den Jahren 1965 bis 1978 in der Bundesrepublik Deutschland auseinander und beschreibt, welche Einflüsse auf die Gesellschaft gewirkt haben. Ein zentrales Augenmerk wird hierbei auf die Studierende und ihre Aktivitäten gelegt. Allerdings kann das Agieren der „Roten Armee Fraktion“, der Vietnamkrieg und der Regierungswechsel von einer Regierung der Parteien CDU/FDP über eine Große Koalition hin zu einer sozial-liberalen Koalition nicht unberücksichtigt bleiben.
3
Abschließend soll dargestellt werden, dass die Veränderungen in der Gesellschaft nicht sofort wirkten, sondern zum Teil noch viele Jahre vergehen mussten, bevor ein Wandel bei der Bevölkerung sichtbar wurde. An dieser Stelle soll neben anderem die Gründung der „GRÜNEN“ Berücksichtigung finden, aber auch weitere Effekte, die aus den Veränderungen der 1960er und 1970er Jahre abgeleitet werden können.
4
2. Die deutsche Gesellschaft nach dem zweiten Weltkrieg
2.1 Grundstein der Demokratie
Nach dem Selbstmord Adolf Hitlers am 30. April 1945 war der grausamste und blutigste Krieg der Neuzeit durch die bedingungslose Kapitulation des deutschen Reiches am 08.Mai 1945 beendet. Dieser Zeitpunkt wird als „Stunde Null“ für Deutschland beschrieben. Allerdings, schreibt Zolling, sei dies natürlich nur bedingt richtig, weil das Leben immer weiter ginge und der Alltag der Menschen sich oftmals weit entfernt von den großen Ereignissen der Geschichte abspiele. 2
Dennoch wurde die deutsche Gesellschaft schon allein durch die Teilung des ehemaligen deutschen Reiches in vier Besatzungszonen und zwei unterschiedliche Staatenmodelle immens verändert. Durch die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse konnte ein Neustart für die Gesellschaft ermöglicht werden. Manchen geht dieser Anfang jedoch nicht weit genug. Willy Brandt soll, damals als Journalist bei den Prozessen anwesend, gefordert haben, dass die deutschen Nazi-Gegner mindestens als Mitankläger auftreten können, damit sie mit ihren Peinigern abrechnen können. 3
Bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland vergehen nach dem Ende des Weltkrieges noch vier Jahre. Auf die Initiative der Amerikaner wurden die drei westlichen Besatzungszonen
2 vgl. Zolling(2005); S. 235
3 vgl. Merseburger(2004); S. 229 5
zusammengeführt und es sollte eine vorläufige deutsche Regierung gebildet werden. Der US-Außenminister James Francis Byrnes, sagte im September 1946, „dass das »amerikanische Volk« den Deutschen helfen wolle, »seinen Platz zurückzufinden […]unter den freien und friedliebenden Nationen der Welt«“ 4 Der „Marshall-Plan“ wurde ebenfalls aufgrund des Einsatzes der amerikanischen Regierung hin aufgestellt. Dieses Wiederaufbauprogramm für Europa sicherte 17 westeuropäischen Ländern von 1947 bis 1952 Unterstützung in Höhe von 13 Milliarden Dollar zu. Wahrscheinlich wurde erst durch diese Subventionen der Aufstieg der Bundesrepublik zu einer der größten Volkswirtschaften der Welt möglich.
In den Jahren bis zur endgültigen Gründung der Republik übernahm der Parlamentarische Rat die Geschicke der drei westlichen Besatzungszonen und verabschiedete am 08. Mai 1949, also genau vier Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation, das Grundgesetz der Bundesrepublik. 5
Im August des gleichen Jahres fanden die ersten freien Wahlen statt. Konrad Adenauer wurde mit einer Stimme Mehrheit am 15. September 1949 zum ersten Bundeskanzler gewählt. Erster Bundespräsident und damit formales Staatsoberhaupt wurde der liberale Theodor Heuss. Dieser hatte allerdings 1933 für die Ermächtigungsgesetzgebung im Weimarer Parlament gestimmt, was seine Akzeptanz in einigen Teilen der Bevölkerung schmälerte und aus
4 vgl. Zolling(2005); S. 249
5 vgl. Zolling(2005); S. 252f 6
dieser Perspektive noch nicht zu einem vollständigen Bruch mit der Vergangenheit führte. 6
2.2 Die Republik formt sich
In den drei westlichen Besatzungszonen wird in allen Städten und Orten, aber auch quer durch die gesellschaftlichen Schichten versucht, eine „normales“ Staatssystem aufzubauen. Von elementarer Bedeutung an dieser Stelle war es, Menschen zu gewinnen, die keine Naziverbrecher waren. Dies war eine Grundproblematik, der sich auch die erste Regierung Adenauers stellen musste. Walter und Müller beschreiben in „Graue Eminenzen der Macht“ die Personen, welche hinter den jeweiligen Regierungschefs standen. In dem Abschnitt über Konrad Adenauer arbeiten sie heraus, welche Verknüpfungen es zwischen den engsten Mitarbeitern 7 des ersten deutschen Bundeskanzlers und dem Nationalsozialismus gab. So hat Hans Globke, der als Staatssekretär im Bundeskanzleramt agierte, 1933 den Kommentar zur Rassengesetzgebung verfasst. Auch der
Pressesprecher Adenauers, Felix von Eckardt und sein „Mann für die Verträge: Walter Hallstein“ 8 hatten Verbindungen zur NSDAP. Eine Staatsgründung wie sie bspw. Platon in seinem Standardwerk „Politeia“ 9 vorschlägt, war also schlechterdings nicht möglich 10 . Die
6 vgl. Zolling(2005); S. 255
7 Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird überall die männliche Sprachform gewählt. Die weibliche ist bei nicht eindeutig definierten Gruppen ebenso gemeint.
8 siehe Müller, K.; Walter, F.(2004); S. 31
9 vgl. Platon „Politeia“
10 An dieser Stelle wird insbesondere auf die Konstitution der Regierten und Regenten abgehoben, wie Platon sie in den ersten fünf Büchern der Politeia beschreibt. Auf einen ausführlichen Exkurs soll jedoch verzichtet werden, da es 7
Regierenden und die westlichen Alliierten mussten mit den Menschen agieren, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hatten und nicht als Kriegsverbrecher verurteilt worden waren. Selbstverständlich gab es auch Gegenentwürfe. SPD-Vorsitzender in dieser Zeit wurde Kurt Schumacher, der „fast zehn Jahre lang […] unter dem Nationalsozialismus in Zuchthäusern und Konzentrationslagern gelitten“ 11 hatte.
Der wirtschaftliche Aufschwung in der Bundesrepublik führte jedoch dazu, dass sich der Großteil der Bevölkerung mit diesen Problemen nicht befasste. Die Gesellschaft begann sich allerdings zu verändern, obwohl „die Zahl der Beschäftigten und die jährliche Wirtschaftsleistung unentwegt stiegen“ 12 . Schon seit den 1910er Jahren hatte sich die Gesellschaft von einer landwirtschaftlichen Orientierung zu einer Industriegesellschaft gewandelt. Diese Veränderungen setzen sich jetzt immer mehr fort. Zolling schreibt hierzu, dass „der Anteil der Arbeiter und Selbständigen“ 13 allmählich zurückging, „dafür nahm die Schicht der Angestellten und Beamten zu, während die Landwirtschaft an Bedeutung einbüßte.“ 14 Die Demokratie festigte sich im folgenden Jahrzehnt immer weiter.
nicht Thema dieser Arbeit ist.
11 siehe Walter(2002); S. 131
12 siehe Zolling(2005); S. 271
13 ebd.
14 ebd. 8
Arbeit zitieren:
Bjoern Gluesen, 2009, Die Werte der "Kulturrevolution" um 1970, München, GRIN Verlag GmbH
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