Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Verbindung zur Schwarzen Romantik 2
2.1. Die Einwirkung der Schwarzen Romantik auf die Neuromantik 2
2.2. Die femme fatale als Motiv in der Neuromantik 3
2.3. Unheimlich, phantastisch oder wunderbar? 4
2.4. Herangehensweise 5
3. Hauptteil 6
3.1. Kurze Inhaltszusammenfassung 6
3.2. Spinnen- und Vampirsymbolik 7
3.2.1. Das Bild der Spinne 7
3.2.1.1. Arachne 7
3.2.1.2. Das äußere Erscheinungsbild 7
3.2.1.3. Die Parabel der Spinnenhochzeit 7
3.2.2. Vampirismus 8
3.2.2.1. Äußerliche Merkmale und Vampirkrankheit 8
3.2.2.2. Vampiristische Sexualität 9
3.2.2.3. Hypnose 10
3.3. Eros und Thanatos 11
3.4. Die Femme Fatale 13
3.4.1. Wahnsinn 13
3.4.2. Schönheit 13
3.4.3. Das Schicksal der femme fatale 14
3.5. Das Rätsel der Sphinx 14
3.6. Die Muttersymbolik 15
4. Zusammenfassung 15
2
1. Einleitung
Das Thema der Erotik, die Frauen ausstrahlen, ist natürlich nicht nur in der Neuromantik und im Jugendstil, den Ewers vertritt, von großer Wichtigkeit. Besonders wird die Erotik erst durch die Faszination, der sich das lyrische Ich nicht entziehen kann. Doch die Frau wird hier nicht als Objekt der Begierde angesehen, sondern verkörpert erstmals einen anderen Typ Frau - den der „femme fatale“, die durch ihre Trieb-haftigkeit charakterisiert wird. Sie agiert als Täterin und das literarische Ich - der Mann - befindet sich in der Opferrolle.
In Hanns Heinz Ewers Novelle „Die Spinne“ wird die femme fatale mit den symptomatischen Merkmalen eines weiblichen Vampirs und den finsteren Absichten der Arachne - einer Spinne - verknüpft.
2. Verbindung zur Schwarzen Romantik
2.1. Die Einwirkung der Schwarzen Romantik auf die Neuromantik
Das Oberthema des Seminars, in Rahmen dessen diese Hausarbeit entstanden ist, ist die Schwarze Romantik. Die Epoche der Romantik begann etwa 1795 und endete in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Dem-nach gehört die Novelle „Die Spinne“, die erstmals 1907 in einer Beilage des Berliner Tagblattes erschien, nicht in diesen Zeitraum. 1 Die Schwarze Romantik spannt jedoch den Bogen über einen weitaus größeren Zeitraum, da die Vertreter eine gewisse Weltanschauung ver-treten, die die Literaten zum Ende des 19. Jahrhunderts wieder auf-nahmen. So entstand die Strömung der Neuromantik. Die Themen und Motive der Romantik wurden übernommen und ihrer Zeit angepasst. 2 Die Werke Hanns Heinz Ewers sind in eine Unterkategorie der Neu-romantik einzuordnen - der literarische Jugendstil. 3 Bereits in der Romantik hatten die Künstler Angst vor dem Fortschritt der Industri-alisierung und davor, dass sie sich Normen unterwerfen sollten und das Irrationale und Wahnsinnige keinen Platz mehr in dieser geordneten Welt haben soll.
1 Lindemann: Zwischen Eros und Thanatos, S. 55.
2 Schweikle (Hg.): Metzler Literatur Lexikon, S. 326.
3 Sennewald: Hanns Heinz Ewers, S. 28ff.
3
2.2. Die femme fatale als Motiv in der Neuromantik
Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert war die Auf-klärung abgeschlossen und die Industrie hatte sich einigermaßen etabliert. Doch die Künstler wollten einen Gegenpol zu den Strömungen der Wissenschaft und Technik schaffen. Ein neues modernes Gespenst hielt Einzug in den Geist der Literaten. Die Frau emanzipierte sich und drang durch soziale Veränderungen, die die Industrialisierung mit sich brachte, in sicher geglaubte Männerdomänen ein. Das weibliche Ge-schlecht wurde mystifiziert und ein Motiv der bildenden Künste.
Es entstand der Begriff der „femme fatale“. 4 Als Vorlage dient hierbei das biblische Bild der Lilith, die „offenbar die bekannteste und am längsten nachwirkende Dämonengestalt im jüdischen Glauben und Aberglauben“ ist. 5 Einerseits verkörpert sie eine hochsexualisierte Muttergottheit, aber auch den bösen würgenden und männerver-führenden Dämon. Lilith ist in nebenbiblischen Deutungen die erste Frau Adams, die dem Mann nicht unterlegen sein will. Adam ist „von ihrer Schönheit, Einfachheit und vielleicht ihrer naturhaften Triebhaftigkeit und ungezügelten Wildheit angezogen. [...] Aber (es) entwickelt sie ihm gegenüber einen Macht- und Überlegenheits-anspruch, dem Adam sich nicht beugen will. Er darf es auch nicht tun, wenn er nicht riskieren will, völlig in ihre Abhängigkeit zu geraten und damit seine Männlichkeit zu verlieren. Lilith musste sich nach der missglückten Verbindung mit Adam auf die Nachtseite zurückziehen, da sie Adam ernsthaft gefährdet hatte. Aber genauso, wie Lilith einst Adam verführen wollte, so versucht sie bis zum heutigen Tage immer wieder, alle Männer zu verführen.“ 6 In der Literatur des 19. Jahrhunderts nahmen die Künstler das Bild der Lilith wieder auf und passten es ihrem Zeitgeist an.
2.3. Unheimlich, phantastisch oder wunderbar
In der Rahmenhandlung der Novelle, die sich außerhalb der Tagebuchniederschriften des Helden Richard Bracquemont bewegt, wird eine
4 Huvenne/Twist: Foreword, S. 7.
5 Gutjahr: Lulu als Prinzip, S. 163.
6 Meurer: Der dunkle Mythos, S. 58f.
4
Arbeit zitieren:
Simone Scholz, 2003, Erotische Faszination und Bedrohung - Weiblicher Vampirismus in Hanns Heinz Ewers *Die Spinne*, München, GRIN Verlag GmbH
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