Stimmung:
- sie steht im Hintergrund, kann als Grund-Phänomen betrachtet werden, da sie weniger intensiv ist und das Verhalten nicht direkt beeinflusst; „Barometer des Ich“ (Jacobsen 1957), d.h. informiert über den aktuellen Zustand zwischen Person und Umwelt - dennoch kann sie längerfristig bestehen oder auch kurzfristig
Auslösebedingungen:
Hedonische Ereignisse:
- d.h. erfreuliche, lustvolle Ereignisse, Vergnügungen - in intersozialen Situationen, im Leistungsbereich und bei ästhetischen Reizen Imaginative Tätigkeiten:
- vorgestellte hedonische Ereignisse, Über-sich-Nachdenken Physiologische Veränderungen:
- hormonelle Schwankungen, körperliche Aktivität bzw. Desaktivität, Drogenkonsum, Tages-und Jahresrhythmus ( Abele, Brehm & Gall, 1991, Clark & Watson, 1988, Watson, 1988)
Das Netzwerk-Modell von Bower und Cohen (1982)
- Abb. 3 aus der Zeitschrift für Psychologie
- es wird versucht, Emotionen in das propositionale Netzwerk des Langzeitgedächtnisses, bekannt aus der Kognitionspsychologie, zu integrieren
- Konzepte werden als Knoten und die Beziehungen zwischen den Knoten werden als Relationen angesehen
- der Namensknoten umfasst Aspekte wie Wortklang, Schreibweise, etc. - der Emotionsknoten „fear itself“ repräsentiert die erlebte Emotion, in diesem Knoten sind Ausdrucksverhalten, physiologische Erregung und emotionsbezogene Erlebnisse gespeichert - hier treten ausschließlich Aspekte auf, die nur in den Zusammenhang mit dem Erleben des spezifischen emotionalen Zustandes gebracht werden
- der Konzeptknoten „concept of fear“ kann unabhängig von der momentanen emotionalen Befindlichkeit aktiviert werden, genauso wie der Namensknoten „word fear“ - dieser Konzeptknoten hat Relationen zu anderen Konzeptknoten und zu Knoten, die die Auslösungsbedingung der spezifischen Emotionen beinhalten - diese Relationen sind unabhängig von der momentanen erlebten Emotion - Konzept- und Namensknoten repräsentieren das emotionsbezogene Wissen - aber Emotionsknoten stehen in direkter Beziehung zu eigenen Erlebnissen, weisen also einen starken Eigenbezug auf
- Bsp. von Bower -> Verbindung von Emotionsknoten „Trauer“ zum Ereignisknoten „Begräbnis des Vaters“
- Bower und Cohen nehmen an, dass der Mechanismus der Aktivationsausbreitung (Aktivation durch kognitive Bewertungen, bestimmte Ausdrucksverhalten, physiologische Reaktionen und durch Erwähnung eines spezifischen Emotionsbegriffs) ausschließlich den Namensknoten aktiviert
- bevor aber der Emotionsknoten aktiviert werden kann, müssen einfachste kognitive Prozesse ablaufen, die dann emotionale Interpretation bewirken, die schließlich den entsprechenden Emotionsknoten aktiviert
- d.h. dass die kognitiven Prozesse eine Interpretation herleiten, die besagt „was passiert alles auf der Welt“ und die emotionalen Interpretationen daraufhin „was man deshalb empfinden sollte“ besagen
- Bsp.: „Wenn ein Teilziel bereits erreicht ist, dann erhöhe die Intensität der Emotion Freude“ - jeder Emotionsknoten verfügt über eine Grundaktivation, dessen Intensität durch die emotionalen Interpretationen verändert wird
Empirische Befunde zum Phänomen des „mood-state-dependent memory“ Effektes
Definition:
- Gelerntes wird dann am besten erinnert, wenn sich eine Person beim Abrufen dieser Informationen in demselben emotionalen Zustand wie beim Erlernen befindet (Bower, 1981; Bower, Monteiro & Gilligan, 1978; Gilligan & Bower, 1984; Isen, Shalker, Clark & Karp, 1978; Laird, Wagener, Halal & Szegda, 1982; Leight & Ellis, 1981; Mecklenbräuker & Hager, 1984; Snyder & White, 1982; Teasdale & Fogarty, 1979; Teasdale, Tayler & Fogarty, 1980; Ucros, 1989)
- wenn sich eine Person beim Lernen in einer bestimmten Stimmung befindet, entsteht eine Verknüpfung im Langzeitgedächtnis zwischen dem Lerninhalt und der Emotion - beim Erinnern dieser Informationen in demselben emotionalen Zustand, dient die Emotion als Hinweisreiz, der den Emotionsknoten aktiviert, dessen Aktivation sich dann zum assoziierten Lerninhaltsknoten ausweitet und dadurch das Erinnern des Erlernten erleichtert wird
- wenn beim Erinnern diejenige Person sich aber nicht in der selben Stimmung wie beim Erlernen befindet, so wird das Erinnern erschwert, da sich die Aktivation des momentanen Emotionsknotens zu anderen erlernten Informationsknoten ausbreitet und dadurch der Zugang zum eigentlichen Erlernten erschwert wird
- aber der „mood-state-dependent memory“ Effekt tritt nur dann auf, wenn die Person ihren emotionalen Zustand auf das erlernte Material zurückführen kann (Bower & Mayer, 1991)
Einfluss von Stimmungen auf das Ausmaß verfügbarer kognitiver Verarbeitungskapazität
- in negativer Stimmung erfolgt kognitive Verarbeitung durch weniger komplexe Strategien, da sie aufgrund ihrer Stimmung nur über reduzierte Verarbeitungskapazität verfügen (Ellis & Ashbrook, 1988)
- beim Auftreten einer positiven Stimmung jedoch steigt die Verarbeitungskapazität an, da positive Emotionen die Aktivationsausbreitung im Netzwerk des Langzeitgedächtnisses fördern und dadurch der Zugriff auf Informationen erleichtert wird
Arbeit zitieren:
Hülya Bayram, 2003, Gute Stimmung - gute Leistung, schlechte Stimmung - schlechte Leistung?, München, GRIN Verlag GmbH
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