INHALTSVERZEICHNIS
EINLEITUNG. 3
1. Terminologischer Ursprung und begriffliche Vielfalt 4
2. Das Problem der terminologischen Definition 4-7
3. Die auf Fehlertypen beruhenden Sprachmodelle 7-8
4. Klassifikationen von „falschen Freunden“ 8
4.1. Semantische Gruppe 8-9
4.2. Formale Kategorie 9
4.3. Grammatische Divergenzen 10
4.4. Syntaktische Unterschiede 10
5. Arten interlingualer Bedeutungsrelationen zwischen „falschen Freunden“ 10-12
6. „Falsche Freunde“ und Internationalismen 12-13
7. Die trügerische Nähe 14
8. Der Umgang mit „falschen Freunden“ innerhalb der Interkomprehensionsmethode 14
SCHLUSSFOLGERUNGEN 15
LITERATURVERZEICHNIS 16-17
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EINLEITUNG
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit widmet sich dem Problem der „falschen Freunde (des Übersetzers)“ unter besonderer Berücksichtigung des theoretischen Blickwinkels auf diese sprachliche Erscheinung. Die theoretische Auseinandersetzung mit diesem komplexen Thema wird durch Beispiele aus unterschiedlichen Sprachenpaaren ergänzt, damit deutlich wird, dass „faux amis“ sowohl in genetisch verwandten, als auch nicht miteinander nah verwandten Sprachen vorkommen können. Das ist auch wichtig unter dem Aspekt der Interkomprehension, deren Methode Sprachbenutzer mit diversen Brückensprachen verwenden, um zusätzliche Kompetenzen in einer (weiteren) Fremdsprache zu erwerben.
Die Gliederung der Arbeit umfasst acht Punkte. Da dieses sprachwissenschaftliche Problem sehr breit gefächert ist, war eine Einschränkung auf einige Themenbereiche nötig. Zunächst wird auf die begriffliche Vielfalt und terminologische Definition der „falschen Freunde“ eingegangen. Dann geben die auf Fehlertypen beruhenden Sprachmodelle erste Einblicke in die anschließende Klassifikation, die auf vier Divergenzen, nämlich den semantischen, formalen, grammatischen sowie syntaktischen, beruht. Folgend werden Arten interlingualer Bedeutungsrelation und die Beziehung zwischen Internationalismen und „falschen Freunden“ analysiert. Eigene Überlegungen zum Umgang mit dieser sprachwissenschaftlichen Erscheinung innerhalb der
Interkomprehension schließen den Hauptteil der Hausarbeit ab. Alle Zitate und Beispielwörter wurden nicht transliteriert, sondern in der Beschreibungssprache bzw. Sprache des Originals belassen.
Die vorliegende Hausarbeit verfolgte das Ziel, zu verdeutlichen, dass es sich sowohl aus theoretischer Perspektive als auch praktischen Gründen lohnt, diesem Problem große Aufmerksamkeit zu schenken. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema zeigt auch, dass die „falschen Freunde“ nicht nur als eine unerschöpfliche Fehlerquelle und somit auch als Hindernis beim Erwerb von Sprachkenntnissen betrachtet werden dürfen, sondern in vieler Hinsicht als eine Bereicherung.
Die Aktualität des zu untersuchenden Themas besteht darin, dass man im zusammenwachsenden und zunehmend mehrsprachigen Europa nicht auf Kosten des Sprachverständnisses an seiner Einsprachigkeit festhalten, sondern u. a. die Interkomprehensionsmethode dazu nutzen sollte, sich sprachlich fortzubilden und damit auch kulturell weiterzuentwickeln.
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1. Terminologischer Ursprung und begriffliche Vielfalt
Die deutsche Variante des Ausdrucks der „falschen Freunde (des Übersetzers)“ ist eine Lehrübersetzung aus der französischen Sprache und geht auf den im Jahre 1928 von Maxime Koessler und Jules Derocquigny eingeführten Terminus „faux amis (du traducteur)“ zurück, der von ihnen für den Vergleich zwischen dem englischen und französischen Vokabular verwendet wurde (vgl. Koessler / Derocquigny 1928). Entsprechende Begrifflichkeiten, die mit Hilfe der Lehnübersetzung geschaffen wurden, existieren inzwischen in sämtlichen europäischen Sprachen: engl. false friends (of a translator), it. falsi amici, sp. falsos amigos, rum. falsi prieteni, russ. ложные друзья (переводчика), ukr. фальшиві друзі (перекладача), poln. fałszywi przyjaciele (tłumacza), tsch. falešni přátelé (překladatele) usw. Die in Klammern angegebene Ergänzung dient einerseits der Verdeutlichung dieses Begriffs, wobei sie ebenso weggelassen werden kann. Andererseits betrifft dieser Terminus nicht nur den Bereich des Übersetzens, darum werden in der Linguistik für dieses sprachliche Phänomen auch andere Begrifflichkeiten vorgeschlagen und gebraucht. Um hier nur einige zu nennen sind es z. B. (1) dt. zwischensprachliche Homonyme, engl. interlingual homonyms, russ. межъязыковые омонимы, ukr. міжмовні омоніми; (2) dt. Tautonyme, poln. tautonimy; (3) dt. Approximat, pl. aproksymat; (4) dt. Pseudo-Analogonyme, russ. псевдо-аналогонимы und andere. Auf diese Bezeichnungen wird im nächsten Kapitel detaillierter eingegangen.
2. Das Problem der terminologischen Definition
In der Sprachwissenschaft herrscht teilweise Uneinigkeit über den Begriff der „falschen Freunde (des Übersetzers)“, der eher metaphorischer Natur ist und daher von einigen Wissenschaftlern für nicht prädestiniert gehalten wird. Aus diesem Grund verbindet man mit diesem wissenschaftlichen Terminus verschiedene Vorstellungen und schlägt neue Bezeichnungen für diese sprachliche Erscheinung vor. Da dieses Thema hauptsächlich in Hinblick auf die romanischen und germanischen Sprachen erforscht wurde, kann man die Ergebnisse der Untersuchung auch auf die slawische Sprachgruppe anwenden.
Einigkeit besteht darüber, dass die „falschen Freunde“ einen Nährboden für Interferenzfehler bilden. Zumeist wird ihre semantische Gruppe (franz. „faux amis de sens“) unter die Lupe genommen, weil diese „den wichtigsten Kerntyp“ (Breitkreuz 1991, S. 224) darstellt und hier möglicherweise die allergrößten Schwierigkeiten zustande
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kommen. In der Kommunikation kann es aber auch zu Fehlleistungen kommen, wenn das Wort falsch geschrieben, ausgesprochen, betont oder mittels falscher Morpheme gebildet wurde. Auf die damit verbundene Klassifikation der „falschen Freunde“ wird ein wenig später eingegangen, zunächst aber auf ihre definitorische und terminologische Problematik.
Die Bezeichnung „falsche Freunde (des Übersetzers)“ bezieht sich immer auf ein bzw. mehrere Sprachenpaare aus gleichen oder unterschiedlichen Sprachgruppen. Darunter werden lexikalische Einheiten verstanden, die bei Formähnlichkeit bzw. Formäquivalenz Unterschiede folgender Art aufweisen: Abweichungen in phonologischgraphischen, semantischen, grammatischen und stilistischen Merkmalen sowie im Wortbildungsbereich. Jedoch überwiegt das generelle Modell „gleiche Form bei verschiedener Bedeutung“ (Tęcza 2000, S. 404). Uneindeutig ist die Behandlung des Aspekts der etymologischen
Sprachverwandtschaft in Hinblick auf die „falschen Freunde“. Barnickel (1990) schlägt vor, die Definition um das Kriterium der gemeinsamen Herkunft zu ergänzen, da es Einblicke in die sprachhistorische Entwicklung der vergleichenden Sprachen verschafft (Barnickel 1990, S. 154). Andere Autoren, wie Lipczuk (1991, S. 406), lassen die Herkunft der Wörter außer Acht, da sie keine notwendige Bedingung darstellt, und legen Wert darauf, dass, erstens, zwischen Wörtern verschiedener Sprachen eine ähnliche bzw. übereinstimmende Form bei unterschiedlicher Bedeutung festzustellen ist, und zweitens, die Interferenzgefahr dahinter verborgen ist.
Unter den „faux amis“ werden meistens lexikalische Einheiten gleicher Wortart behandelt, es kommen sowohl einzelne Wörter als auch phraseologische Wendungen mit ähnlicher Struktur, aber unterschiedlichen Bedeutungen in Frage, z. B. dt. den Kopf verlieren („nicht wissen, was man tun soll“) - poln. stracić głowę (auch „dem Charme einer Person erliegen“) (vgl. Lipczuk 1991, S. 404-405).
Die Sprachwissenschaftlerin Kiyko (2005) schlägt für das Projekt eines Wörterbuchs der ukrainisch-deutschen und deutsch-ukrainischen „falschen Freunde des Übersetzers“ eine Definition vor, auf die sich auch diese Hausarbeit stützen wird: „FF [falsche Freunde] sind Wörter, die in zwei oder mehreren Sprachen vorkommen, formale Ähnlichkeit aufweisen, in der Regel einer gemeinsamen Herkunft oder Entlehnungen aus der Drittsprache sind und […] eine bedeutende Interferenzquelle auf der phonetischen, morphologischen, grammatischen oder semantischen Ebene darstellen“ (Kiyko 2005, S. 7).
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Arbeit zitieren:
M.A., Mag. Oksana Czarny, 2008, Die "falschen Freunde" auf dem Weg zur Interkomprehension, München, GRIN Verlag GmbH
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