Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Der Begriff der Erziehung 6
2.1 In der Antike und dem Hellenismus 6
2.2 Im Mittelalter 7
2.2.1 Benedikt von Nursia und Thomas von Aquin 7
2.2.2 Karl der Große 8
2.3 In der Neuzeit 9
2.3.1 Martin Luther 9
2.3.2 Die Jesuiten 9
2.3.3 Johann Amos Comenius 10
2.4 Im Zeitalter der Aufklärung 11
2.4.1 John Locke 12
2.4.2 Immanuel Kant 12
2.4.3 Jean-Jacques Rousseau 12
2.4.4 Die Philanthropen 13
2.4.5. Johann H. Pestalozzi 14
2.5 In der deutschen Klassik (1800 1900 ) 15
2.5.1 Friedrich Wilhelm August Fröbel 16
2.5.2 Wilhelm von Humboldt 17
2.6 In der Zeit von 1900 1933 18
2.6.1 Die Reformpädagogik 19
2.6.1.1 Ellen Key 20
2.6.1.2 Berthold Otto und Georg Kerschensteiner 20
2.6.1.3 Maria Montessori 20
2.6.2 Die Jugendbewegung 21
2
2.7 Im Nationalsozialismus 23
2.8 In der Nachkriegszeit 23
2.8.1 In Ostdeutschland 23
2.8.2 In Westdeutschland 24
2.8.2.1 Exkurs: Wilhelm Dilthey 25
2.8.2.2 Exkurs: Herman Nohl 25
2.8.2.3 Exkurs: Wilhelm Flitner 25
2.8.2.4 Exkurs: Eduard Spranger 26
2.8.3 Theodor Litt 26
3 . Der Club der toten Dichter 28
3.1 Die Leitidee der Akademie 28
3.1.1 Die Schüler 28
3.1.2 John Keating 29
3.1.3 Die Konflikte der Schüler mit den Eltern 30
3.1.4 Das Erbe John Keatings 30
3.2 Die verschieden Erziehungsstile in Welton 31
3.2.1 Autoritärer Erziehungsstil 31
3.2.2 Erziehungsstil von John Keating 32
4. Resümee 33
5. Literatur 35
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1. Einleitung
Als ich vor vielen Jahren den Film "Der Club der toten Dichter" des australischen Regisseurs Peter Weir zum ersten Male gesehen habe, hat er mich sofort gefangen genommen. Da ich selbst in einem Internat groß geworden bin, ist mir vieles bekannt vorgekommen oder war mir sogar sehr vertraut. In den Jahren danach ist mir der Film immer wieder begegnet und ich habe mich entsprechend des Lebensabschnitts und der eigenen Entwicklung, in ganz unterschiedlichster Form damit auseinandergesetzt. Auch heute noch übt der Film eine große Faszination auf mich aus, denn in ihm werden grundlegende Fragen, mit denen sich die Erziehungswissenschaften auseinandersetzen, angesprochen.
Den Inhalt des Films "Der Club der toten Dichter" möchte ich gerne in der Einleitung kurz wiedergeben, da ich nicht davon ausgehe, dass der Film jedem bekannt ist.
Inhaltliche Zusammenfassung:
Der Film spielt im Jahre 1958 in den USA. Todd Anderson kommt als neuer Schüler an die traditionelle und konservative Welton Academie, einem Internat von Vermont. Er ist ein verschüchterter und introvertierter Junge, der im Schatten seines Bruders, der die Schule als einer der Besten absolviert hat, steht. Als Englischlehrer ebenfalls neu an der der Schule ist ein ehemaliger Schüler, John Keating. Die Leitidee der Schule ist: Tradition, Ehre, Disziplin und Leistung. Diese Werte bestimmen den Alltag der Jugendlichen, damit sie durch die Erziehung an der Schule zu beruflichem Erfolg geführt werden.
Mit unkonventionellen Unterrichtsmethoden fordert Keating seine Schüler zu selbständigem Denken und freiem Handeln auf. Seine Schüler sollen die Welt aus neuen Blickwinkeln betrachten. Dazu lässt er die Schüler auf sein Pult steigen, um ihnen zu zeigen, dass ein Klassenraum von einer anderen Perspektive betrachtet, ein ganz anderes Bild abgibt. Besonders Todd wird von Keating immer wieder herausgefordert, sich mehr zuzutrauen und seinen eigenen Möglichkeiten zu vertrauen. Keating will seinen Schülern die Welt der Poesie und der schönen Dinge des Lebens nahe bringen. Er fordert die Schüler auf, Poesie mit dem Herzen nach-
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zuvollziehen, sie in sich zu entdecken und nicht nur zu wiederholen, was sie zuvor gelernt haben. Auch den Wert der Nonkonformität bringt er den Schülern nahe. Damit stößt er bei seinen konservativen Kollegen und den Eltern der Schüler auf wenig Verständnis. Die Schüler jedoch sind von dieser neuen Weltanschauung, dieser neuen Sichtweise begeistert. Unter dem Motto "Carpe Diem - Nutze den Tag! Macht etwas Ungewöhnliches aus eurem Leben!" erwacht in ihnen der Wunsch, sich eigen Ziele zu setzen und Schritte zu ihrer Verwirklichung zu gehen. Von Keating erfahren sie von dem - geheimen - "Club der toten Dichter". Der Name beruht auf der These, dass erst Verstorbene diesem Club angehören können, lebende Philosophen und Literaten sind Kandidaten, die durch ihr Leben ihre Berechtigung zum Beitritt erst beweisen müssen. Diesem Club gehörte früher auch schon Keating an. Einige Schüler gründen diesen Club neu, treffen sich in einer Steinhöhle, tragen sich Gedichte vor und genießen die Gemeinschaft jenseits der engen und direktiven Mauern der Schule.
Einer der Schüler, Neil Perry, entdeckt seine Leidenschaft fürs Theaterspielen und widersetzt sich damit den Anordnungen seines Vaters. Es kommt zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn. Als der Vater ihm ankündigt, dass er von der Schule zu gehen hat und zukünftig in einer Kadettenanstalt ausgebildet wird, fühlt sich Neil so in die Enge gedrängt, dass er Selbstmord begeht. Obwohl Keating keine Schuld trifft, denn er hat Neil nicht zum Theater gedrängt, sondern ihm lediglich geraten, mit seinem Vater über den Theaterwunsch offen und ehrlich zu sprechen, muss er die Schule verlassen. Man braucht einen Schuldigen, denn der Selbstmord eines hoffnungsvollen Schülers ist ein Skandal für das Eliteinternat.
Als Keating während des Unterrichts noch persönliche Sachen aus dem Nebenraum holt, steigt Todd Anderson auf sein Pult und erweist mit der Anrede "oh Captain, mein Captain! Keating seinen Respekt. Ihm schließen sich auf gleiche Weise nach und nach fast die Hälfte der Schüler an, während der Rektor drohend und schreiend durch die Tischreihen läuft. Keating bedankt sich in der Schlussszene bei "seinen" Jungs mit einem kurzen "Danke Jungs - danke!" und geht (http://de.wikipedia.org/wiki/Club_der_toten_Dichter, Bosold, S.3).
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Für mich stellt sich hier ganz zentral die Frage: Was ist Erziehung und welches Ziel wird mit ihr verfolgt? In der vorliegenden Arbeit möchte ich versuchen, mich mit dieser Frage auseinanderzusetzen und anhand des Buches (Buch zum Film) beispielhaft zu veranschaulichen, wie unterschiedlich Erziehung verstanden werden kann: Einmal als Weitergabe von Tradition, wobei hier der Begriff der Autorität eine Rolle spielt, oder als Erziehung hin zum Freidenker. Dazu werde ich mich dem Erziehungsbegriff historisch nähern, seine Entwicklung aufzeigen und am Ende der Arbeit versuchen, die Dinge zu benennen, die in der Erziehung für mich von großer Wichtigkeit sind.
2. Der Begriff der Erziehung
Erziehung, in der praktischen Ausübung, findet schon so lange statt, wie es menschliches Leben gibt, da die Bearbeitung der Generationenfolge von Beginn an zur Entwicklungs- und Kulturgeschichte des Menschen gehört. Ein erstes konkretes Nachdenken über Ziele, Inhalte und Formen von Erziehung setzte im europäischen Raum aber erst mit der klassischen Antike (5.Jh.v.Chr.) durch die Sophisten ein (vgl. Krüger/Grunert S. 154).
2.1 In der Antike und dem Hellenismus
Traditionell hat Erziehung die Aufgabe, bestimmte gesellschaftliche Einstellungen an die kommenden Generationen weiterzugeben. Dabei geht es insbesondere darum, Religion und Tradition zu vermitteln. Erziehung im traditionellen Sinne findet in dieser Zeit weitgehend in den Familien oder auch in den Nachbarschaftsgemeinschaften statt (http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Paedagogik). Grundlegend ist in der Antike die Idee der "paideia" (= Erziehung, Bildung). Sie bereitet für das gesellschaftliche Leben in der polis (Stadtstaat) vor. Erziehung ist hier eng mit der politischen Bildung verbunden, zu der aber nicht alle Menschen gleichen Zugang haben (vgl. Gudjons, S.74). Dadurch verfügt die Führungselite über ein "Herrschaftswissen", denn bestimmte Informationen bleiben auf sie beschränkt. Die griechischen Philosophen fordern eine umfassende Bildung für die "freien Bürger" und legen damit eine Grundlage für die öffentliche Erziehung (http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Paedagogik). "Freie Bürger" sind
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die Bürger der Stadtstaaten, allerdings keine Frauen, Sklaven und Fremde (vgl. Krüger/Grunert, S.24), wobei deutlich wird, dass einem großen Teil der Bevölkerung die öffentliche Erziehung verwehrt bleibt. Mit der Ausbreitung des Christentums wird die öffentliche Erziehung vor allem an die Kirche gebunden. In den Dom - und Klosterschulen wird neben den antiken "freien Künsten" vor allem der christliche Glaube vermittelt (http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Paedagogik). Erst im Hellenismus (300 v. Chr.) gehen fast alle Kinder, auch die Mädchen, der freien Bürger in eine Schule. Dies ist verständlich, da die griechische Gesellschaft weitgehend vom Handel lebt und damit von einer hochgradigen Alphabetisierung abhängig ist. Deutlich wird auch hier, dass der Begriff der Erziehung sehr stark mit dem Begriff der Bildung verbunden bleibt, da die Schulen darauf ausgelegt sind Wissen zu vermitteln (vgl. Gudjons, S.75 f.).
2.2 Im Mittelalter
Mit dem Mittelalter werden die Bildungsaktivitäten der christlichen Kirche verstärkt (http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Paedagogik). Die pädagogischen Grundannahmen in dieser Zeit sind vom Glauben geprägt und die Erzie-hungsvorstellungen orientieren sich an biblischen Vorbildern.
2.2.1 Benedikt von Nursia und Thomas von Aquin
Durch die Ordensregeln des Benedikt von Nursia und durch die Gedanken des Philosophen und Theologen Thomas von Aquin kommt es zu Diskussionen über Ziele und Inhalte von Erziehung und Unterricht. Eine weitere Form der pädagogischen Literatur stellen die Fürstenspiegel mit ihren Tugendkatalogen dar. Unter dem Verweis auf die Bibel wird hier die Notwendigkeit einer frühen und strengen Unterweisung und Erziehung festgehalten. Auch die Frage des Umgangs der Kinder untereinander wird thematisiert. Als grundlegend werden die verschiedenen Lebensalter des Menschen und die damit verbundene Eigenheit der Kinder und Jugendlichen angesehen. Die Formbarkeit der Kinder wird als sehr hoch eingeschätzt, woraus eine früh einsetzende Erziehung als notwendig gilt (vgl. Krüger/Grunert, S.321 f.). Die Lebenssphäre der Kinder ist auch hier von der der Erwachsenen weiterhin weder räumlich noch kulturell getrennt. Man arbeitet, kocht, spielt und lebt in einem gemeinsamen Raum (vgl. Gudjons, S.77), so dass die Erziehung weiterhin in den Familien stattfindet und darauf ausgelegt ist, Tradition
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Arbeit zitieren:
Heike Matejka, 2006, Die Geschichte der Erziehung , München, GRIN Verlag GmbH
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