1. Einleitung
Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, sowie Johann Christoph Adelung, waren Sprachforscher, die sich unter anderem darum bemüht haben, die deutsche Sprache zu vereinheitlichen. Aus diesem Grund entstanden zwei Lexika: Zum einen ein Deutsches Wörterbuch der Brüder Grimm, zum anderen ein Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart von Adelung. Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, Vergleiche zwischen beiden Wörterbüchern zu ziehen, und eventuelle Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten aufzuführen. Dies soll allerdings nicht auf die kompletten Werke bezogen werden, sondern ausschließlich auf den Umgang mit Fremdwörtern.
Es soll ausgearbeitet werden, ob die Autoren der Wörterbüchern Fremdwörtern eher positiv, oder eher negativ gegenüber gestanden haben, und falls letzteres zutrifft, weshalb dennoch ausländische Begriffe in den Lexika enthalten sind.
Außerdem wird auf die Problematik bei der Aufnahme von Fremdwörtern eingegangen werden, und auch hier sollen - wie bei der Einstellung zu fremden Ausdrücken - Vergleiche zwischen Adelung und den Grimms gezogen werden.
Als Quellen dienen neben der Sekundärliteratur die Internet-Seiten der Uni Trier, auf welcher das Wörterbuch der Grimms in digitaler Form zu finden ist, sowie die Seite der Bayerischen Staatsbibliothek, die Einblicke in Adelungs Lexikon gewährt. Aus diesem Grund beziehen sich die Angaben der Spaltenzahl bei dem grimmschen Wörterbuch auf die Angaben der Universitäts-Homepage, auf welcher bei den Einzelnen Artikeln nicht aufgeführt ist, um welche Spalte es sich genau handelt, sondern immer nur zusammenfassende Zahlen angegeben werden.
2. Ansichten zu Fremdwörtern
Sowohl Jacob und Wilhelm Grimm, als auch Johann Christoph Adelung standen der Verwendung von Fremdwörtern größtenteils negativ gegenüber.
2
Adelung empfand ausländische Begriffe als störend und sogar beleidigend, 1 und ihre Benutzung schrieb er Faulheit, mangelhafter Kenntnis der Muttersprache, Angeberei und schlechtem Geschmack zu:
Die Ursachen dieser Sprachmengerey sind theils Bequemlichkeit, nicht lange nach einem
guten Ausdrucke herum sinnen zu dürfen; theils Unwissenheit und Unkunde des
Reichthumes seiner Muttersprache; theils Eitelkeit, gelehrt zu scheinen; theils aber auch
2 und vornehmlich Mangel des Geschmackes,[...]
Vor allem in der Poesie sollten seiner Meinung nach keine Fremdwörter gebraucht werden, da diese dort aufgrund ihrer verunstaltenden Art und des schwachen Klanges besonders auffallend sind und noch größere Störungen verursachen als in der alltäglichen Sprache. 3 Wilhelm Grimm sprach sich ebenfalls betont gegen die „sprachliche Überfremdung“ 4 des Deutschen aus und nannte diese sogar einen „Mißbrauch“. 5 Im Vorwort zum ersten Band des grimmschen Wörterbuches heißt es, man wolle den Einzug fremder Wörter auf keinen Fall unterstützen, sondern diesem eher noch entgegen wirken. 6 Es sei sogar die Pflicht der Sprachforschung, „dem maszlosen und unberechtigten vordrang des fremden widerstand zu leisten.“ 7
Dennoch finden sich Fremdwörtern im Lexikon der Grimms sowie dem Adelungs, denn eine völlige Ignorierung derselben scheint beiden unmöglich, wie das nächste Kapitel zeigen wird.
3. Die Aufnahme von Fremdwörtern
3.1 Kriterien
Trotz der vorherrschenden Abneigung gegenüber ausländischen Begriffen finden diese ihren Platz in beiden Lexika. Die Grimms vertreten die Auffassung, dass es nicht möglich sei, Fremdwörter komplett auszuschließen, besonders nicht diejenigen, welche bereits fester
1 Vgl. Adelung, Johann Christoph: Über den deutschen Styl. 3 Theile in 1 Band (Documenta Linguistica,
Quellen zur Geschichte der deutschen Sprache des 15. bis 20. Jahrhunderts, Ergänzungsreihe), Hildesheim u.a.
1974, Bd. 1, S. 106.
2 Adelung, deutscher Styl, Bd. 1, S. 110f.
3 Vgl. Adelung, deutscher Styl, Bd. 2, S. 49.
4 Mertens, Volker (Hrsg.): Die Grimms, die Germanistik und die Gegenwart (Philologica Germanica, 9), Wien
1988, S. 76.
5 Mertens, S. 76
6 Vgl. Grimm, Jacob / Grimm, Wilhelm: Deutsches Wörterbuch, Leipzig, 1854-1960, Vorwort zu Bd. 1, S. 28,
24.04.2009.
< http://germazope.uni-trier.de/Projects/DWB >
7 Grimm, Vorwort zu Bd. 1, S. 27, 24.04.09.
3
Bestandteil der deutschen Sprache geworden sind. Als Beispiel werden Bezeichnungen für Tiere und Pflanzen aus dem Ausland genannt, für die es keinen deutschen Namen gibt, sowie Wörter, die sich durch Ableitungen und Zusammensetzungen der deutschen Grammatik unterworfen haben, und gar nicht mehr als Fremdwörter erkannt werden. 8 Auch Adelung weist darauf hin, dass es Gegenstände und andere Dinge gibt, die aus dem Ausland nach Deutschland gekommen sind, und für die es - da man sie hier vorher nicht kannte - keine deutsche Bezeichnung gibt. Bei diesen soll der fremde Name beibehalten werden, wodurch dann auch die Reinheit des Deutschen nicht beleidigt wird. 9 Fremdwörter sind deutschen Wörtern ebenfalls dann vorzuziehen, wenn der deutsche Ausdruck „schielend, falsch oder mangelhaft“ 10 klingt, er eine „widrige und nachtheilige Zweydeutigkeit macht“ 11 , und wenn er „wider die herrschende Analogie gebildet, und folglich barbarisch ist.“ 12 Als Beispiele für solche Fremdwörter nennt Adelung unter anderem Satire (anstelle der deutscher Bezeichnung Stachelschrift), Corps (anstelle von Haufen) und Monarch (statt Einzelherrscher). Interessant ist, dass für einige dieser von ihm aufgeführten Fremdwörter heutzutage die deutsche Bezeichnung Verwendung findet: So zieht er Orthographie der Rechtschreibung vor, während wir häufiger letzteres gebrauchen. Ebenso verhält es sich bei Denkschrift (bei der Adelung den lateinischen Begriff Memorial fordert) und bei abgezogen (Adelung spricht von abstract). 13
Obwohl seiner Meinung nach für einige Fremdwörter eine Notwendigkeit besteht, hatte Adelung sich zunächst dafür entschieden, jeglichen fremden Begriff aus seinem Wörterbuch auszuschließen. Wie er aber im Vorwort schreibt, hat er diesen Entschluss schnell wieder verworfen. Als Gründe gibt er die oben erläuterten Unentbehrlichkeiten an, 14 zudem hatte er die Befürchtung, „daß die Abwesenheit aller Wörter dieser Art leicht für einen wesentlichen Mangel gehalten werden könnte,[...]“ 15 Allerdings verleiht er seiner Abneigung gegenüber Fremdwörtern dennoch Ausdruck, indem er einige Begriffe nur deshalb in seinem Buch
8 Vgl. Grimm, Vorwort zu Bd. 1, S. 27, 24.04.09.
9 Vgl. Adelung, deutscher Styl, Bd. 1, S. 107.
10 Ebd., Bd. 1, S. 108.
11 Ebd.
12 Ebd.
13 Vgl. ebd.
14 Vgl. Adelung, Johann Christoph: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. Mit
beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen, Wien 1811, Vorrede, S. 5,
24.04.2009
< http://mdz.bib-bvb.de/digbib >
15 Ebd., 24.04.2009.
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aufführt, „um durch den beygefügten Deutschen Ausdruck ihre Unnöthigkeit und Verwerflichkeit zu zeigen.“ 16
Wie bereits erwähnt sprachen sich auch die Brüder Grimm gegen ausländische Wörter aus, erkannten aber ebenso wie Adelung die Notwendigkeit einzelner Begriffe und nahmen sie in ihr Lexikon auf. Jedoch beschränkten sie die Aufnahme dadurch, dass nur Wörter Einzug erhielten, die vor dem Jahr 1700 bereits aus dem Ausland entlehnt worden waren. Für die Zeit der Grimms neuere Begriffe wurden ignoriert, was dazu führte, dass wichtige Alltagstagsausdrücke - wie beispielsweise Admiral, Akademie oder Alkohol - fehlten. 17 Ebenso werden Wörter vermieden, die nach Meinung der Grimms nur vorrübergehend einen Teil der deutschen Sprache bildeten. Gemeint sind Ausdrücke, die kurzzeitig den Platz eines deutschen Wortes eingenommen haben, die aber im Laufe der Zeit wieder verschwinden werden, sodass sie in Vergessenheit geraten und man sich wieder des deutschen Ausdrucks bedient. Beispiele für diese Art von Begriffen werden leider nicht genannt. 18
3.2 Schwierigkeiten
Laut Adelungs eigener Aussage war es nicht einfach, Fremdwörter sachgemäß in das Lexikon aufzunehmen. Zum einen war er sich nicht sicher, wie man das entsprechende Wort orthographisch korrekt schreiben sollte, zum anderen fiel es ihm schwer, ausländische Wörter in die deutsche Syntax einzufügen. Als besondere Schwierigkeit empfand er die Darstellung der Aussprache. Denn einige der Fremdwörter enthalten Laute, die im Deutschen nicht existieren, und es stellte sich die Frage, wie man diese Laute symbolisch oder graphisch darstellen sollte. 19
Allzu viel Mühe scheint sich Adelung mit diesem Problem aber nicht gemacht zu haben, denn er beschränkt sich auf nur zwei Laute, deren Aussprache er durch Schriftzeichen erläutert: „In allen diesen Fällen ist der gedehnte Ton durch (-) und der geschärfte durch (`) bezeichnet worden.“ 20
Im Wörterbuch der Brüder Grimm geht man der Aussprache von Fremdwörtern anscheinend ganz aus dem Weg: Im Artikel zu Courage beispielsweise findet sich kein Hinweis auf
16 Ebd., 24.04.2009.
17 Vgl. Mertens, S. 76.
18 Vgl. Grimm, Vorwort zu Bd. 1, S. 27f., 24.04.2009.
19 Vgl. Adelung, Wörterbuch, Vorrede, S. 5, 24.04.2009.
20 Adelung, Wörterbuch, Vorrede, S. 6., 24.04.2009.
5
Aussprache oder Betonung. 21 Das Vorwort zum ersten Band enthält zwar den Hinweis, dass Adelung sich mit der Betonung beschäftigt hat, doch wird von den Brüdern nicht angegeben, ob es sich bei ihnen ebenso verhält. 22
4. Formaler Aufbau eines Fremdwortartikels
4.1 Aufbau bei den Grimms
Im Folgenden soll beschrieben werden, wie die Brüder Grimm die Artikel zu Apostel sowie zu Creatur strukturiert haben. Diese beiden Beispiele wurden gewählt, da sie auch in Adelungs Wörterbuch aufgeführt werden, und somit die Möglichkeit eines direkten Vergleich gegeben ist.
Die ausländische Abstammung des Wortes Apostel wird gleich zu Beginn dadurch belegt, dass die griechische Schreibweise des Begriffs angegeben wird. Hinzu kommen, wie bei anderen - deutschen - Wörtern ebenfalls, die Bestimmung des Geschlechts sowie Übersetzungen in andere Sprachen und exemplarische Sätze oder Wortgruppen, in denen der Begriff Verwendung findet. Als weiterer Beleg dafür, dass es sich hier um ein Fremdwort handelt, dient nicht nur die gegebene griechische Form, sondern auch die Anmerkung, dass es einen deutschen Begriff für dieses Wort gibt, nämlich Bote. 23 Im Artikel zu Creatur wird nach der Bestimmung des Geschlechts sofort die deutsche Übersetzung, nämlich Geschöpf, geliefert. Hinzu kommen die Übersetzungen in andere Sprachen, sowie zwei Hinweise: Zum einen, dass der Begriff Creatur im Wörterbuch von Joachim Heinrich Campe keinerlei Erwähnung findet, 24 und zum anderen, dass Creatur „tönender und mächtiger ist als das deutsche Wort, darum auch gern beibehalten.“ 25 Es folgt eine Liste literarischer Zitate, zum Beispiel von Lessing oder Goethe, in denen der Begriff Creatur, verwendet wird.
21 Vgl. Grimm, Bd. 2, Sp. 637-640, 24.04.2009.
22 Vgl. Grimm, Vorwort zu Bd. 1, S. 58., 24.04.2009.
23 Vgl. Grimm, Bd. 1m Sp. 536-542, 24.04.2009.
24 Vgl. Grimm, Bd. 2, Sp. 638-656, 24.04.2009.
25 Ebd., 24.04.2009.
6
4.2 Aufbau bei Adelung
Zu Apostel finden sich hier zunächst grammatikalische Hinweise, dann verschiedene Erklärungen, in welchen Zusammenhängen der Begriff Verwendung findet. Es wird ausdrücklich erwähnt, dass das Wort dem Griechischen beziehungsweise dem Lateinischen entnommen wurde, und wie bei den Grimms wird auch hier die griechische Schreibweise angegeben. Am Ende des Artikels erklärt Adelung ebenfalls, dass das Wort mit dem deutschen Boten gleichzusetzen ist. 26
Bei Creatur findet sich interessanterweise der Verweis auf Kreatur; haben die Grimms die lateinische Schreibweise mit C beibehalten, so benutzt Adlung hier das deutsche K. Auch bei diesem Wort wird zunächst auf die Grammatik eingegangen, dann erwähnt Adelung, dass der Begriff aus der lateinischen Sprache stammt. Es folgen Beispiele zum Gebrauch des Wortes. 27
Zur Änderung des Anfangsbuchstabens wird erklärt: „Da dieses Wort wegen seines langen und häufigen Gebrauchs in der Deutschen Sprache schon das Bürgerrecht bekommen hat, so schreibt man es nunmehr billiger mit einem K als mit einem C.“ 28
Aus diesen Beispielen ist ersichtlich, dass Adelung und auch die Grimms bei der Aufführung von Fremdwörtern darauf hinweisen, dass es sich um solche handelt. Außerdem liegt bei einigen Begriffen, wie etwa Creatur, eine Erklärung vor, weshalb man dieses Wort aufgenommen hat, obwohl es sich um ein Fremdwort handelt. Aber nicht immer findet sich ein Hinweis auf die ausländische Abstammung, zumindest nicht bei den Grimms: So wird zum Beispiel der Begriff Curtisane nur in andere Sprachen übersetzt, nähere Erklärungen gibt es nicht. 29
Große Unterschiede zwischen Adelung und den Brüdern Grimm finden sich, den Aufbau der Fremdwortartikel betreffend, nicht. Übersetzungen ins Deutsche und in andere Sprachen sind in beiden Wörterbüchern gegeben, und falls notwendig, wird der entsprechende Begriff in seiner griechischen Form dargestellt.
26 Vgl. Adelung, Wörterbuch, Sp. 413, 24.04.2009.
27 Vgl. Adelung, Wörterbuch, Sp. 1764, 24.04.2009.
28 Ebd., 24.04.2009.
29 Vgl. Grimm, Bd. 2, Sp. 640-664, 24.04.2009.
7
5. Scheinbar deutsche Wörter
Sowohl die Grimms als auch Adelung behandeln Wörter, deren Klang und Schreibweise scheinbar deutschen Ursprungs sind, die sich bei näherer Betrachtung allerdings als Fremdwörter herausstellen. Hierbei handelt es sich um aus dem Ausländischen stammende Begriffe, die durch verschiedene sprachliche Prozesse die Eigenschaften eines deutschen Wortes angenommen haben. Die Brüder Grimm geben im Vorwort zum ersten Band ihres Wörterbuches die Beispiele Abenteuer, Armbrust und Eichhorn an, mit dem Hinweis, dass „sie nicht das geringste mit den vorstellungen abend theuer arm brust eiche horn zu schaffen haben.“ 30 Die Erklärung für diese Eigenart lautet folgendermaßen: „Fällt von ungefähr ein fremdes wort in den brunnen einer sprache, so wird es solange darin umtrieben, bis es ihre farbe annimmt und seiner fremden art zum trotze wie ein heimisches aussieht.“ 31 Aus dem entsprechenden Artikel im Lexikon der Grimms erfährt man, dass der Ausdruck Abenteuer aus den romanischen Sprachen entstammt, dort adventura, aventura oder aventure heißt, und dass er von Dichtern ins Deutsche übertragen wurde. Dort wurde das Wort zu Abenteuer, obwohl es, wie oben erwähnt, nichts mit teuer oder Abend zu tun hat. Hinzu kommen Anweisungen, wie denn das Wort richtig zu schreiben sei. 32 Adelung beschäftigt sich noch ausführlicher mit diesem Begriff. Er nennt weitere ausländische Schreibweisen von Abenteuer, und macht damit deutlich - worauf er auch explizit hinweist - dass es schwer ist, den genauen Ursprung dieses Wortes zu finden. Mithilfe einiger Zeitangaben versucht er nachzuvollziehen, wann der Begriff zum ersten Mal in der deutschen Sprache erschienen ist - sein ältester Hinweis stammt aus dem Jahr 1377. Und genauso wie die Grimms schreibt auch Adelung die Einführung von Abenteuer ins Deutsche heimischen Dichtern zu. 33
Bei Armbrust wird ähnlich verfahren. Die Grimms weisen darauf hin, dass der Begriff aus anderen Sprachen übernommen wurde, und dass er nichts mit Arm oder Brust zu tun hat. 34 In Adelungs Wörterbuch ist wiederum ein längerer Artikel zu finden, mit verschiedenen Definitionen des Ausdrucks und Hinweisen auf ausländische Wörter, aus denen das deutsche Wort entstanden ist. 35
30 Grimms, Vorwort zu Bd. 1, S. 26, 24.04.2009.
31 Ebd., 24.04.2009.
32 Vgl. Grimm, Bd. 1, Sp. 27-33, 24.04.2009.
33 Vgl. Adelung, Wörterbuch, Sp. 25, 24.04.2009.
34 Vgl. Grimm, Bd. 1, Sp. 556-558, 24.04.2009.
35 Vgl. Adelung, Wörterbuch, Sp. 432f., 24.04.2009.
8
Heutzutage gelten die oben beschriebenen Begriffe nicht mehr als Fremdwörter, zumindest sind sie in einem neueren Fremdwörterlexikon nicht mehr zu finden. 36
6. Schlussbetrachtung
Große Unterschiede in der Behandlung von Fremdwörtern zwischen Adelung und den Grimms sind nicht erkennbar. Beide erklären ihre Abneigung gegenüber ausländischen Begriffen, weisen aber auch auf deren - zumindest teilweise vorhandene - Notwendigkeit hin. Die entsprechenden Artikel sind ähnlich strukturiert, auch wenn Adelungs Aufführungen ein wenig ausführlicher gestaltet sind.
Bei der Auswahl von Beispielwörtern fiel auf, dass nicht alle Wörter, die im grimmschen Wörterbuch vorhanden sind, auch von Adelung genannt werden und umgekehrt. Dies mag zum einen an den Entstehungszeitpunkten der Lexika liegen - Adelung verfasste seines circa vierzig Jahre vor dem Grimms - und der daraus resultierenden Verwendung von Fremdworten in der Alltagssprache. Einige Begriffe, die bei der Entstehung von Adelungs Wörterbuch im Umlauf waren, könnten zur Zeit der Grimms möglicherweise wieder verschwunden sein. Hinzu kommt die oben aufgeführte Tatsache, dass Jacob und Wilhelm Fremdwörter ignorierten, die vor 1700 Einzug in die deutsche Sprache gefunden hatten. Dieses Vorhanden- beziehungsweise Nichtvorhandensein scheint der größte Unterschied zwischen den beiden Lexika in Bezug auf ausländische Ausdrücke zu sein, die Wörter, die in beiden Büchern aufgeführt werden, werden von Adelung sowie den Grimms fast gleich behandelt, sodass die Gemeinsamkeiten die Unterschiede überwiegen.
36 Vgl. Fremdwörter. Großwörterbuch, über 150.000 zuverlässige Angaben, München 2002.
9
7. Quellen- und Literaturverzeichnis
Quellen:
http://germazope.uni-trier.de/Projects/DWB
(Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm)
http://mdz.bib-bvb.de/digbib
(Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart von Johan C. Adelung)
Adelung, Johann Christoph: Über den deutschen Styl. 3 Theile in 1 Band (Documenta
Literatur:
Mertens, Volker (Hrsg.): Die Grimms, die Germanistik und die Gegenwart (Philologica
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