Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Kurzüberblick über das Königreich Schweden 4
2.1. Allgemeines 4
2.2. Bevölkerungszusammensetzung 4
2.3. Politisches Spektrum 4
2.4. Die Demographie Schwedens 5
3. Die wesentlichen Teile des schwedischen Sicherungssystems 6
3.1. Rentenversicherung und Altersfürsorge 6
3.2. Elternversicherung 6
3.3. Arbeit und Arbeitslosigkeit 7
3.4. Gesundheitswesen und Krankenversicherung 7
4. Vereinbarkeit von Familie und Beruf 8
4.1. Gleichstellung der Frau 10
4.2. Frauen im Erwerb 11
5. Haushalts- und Familienformen 14
6. Scheidungsrate 17
7. Armutsgefährdung 18
8. Zusammenfassung 19
Literaturverzeichnis 21
1. Einleitung
Im Jahr 1997 unternahm ich mit meiner frisch verheirateten Frau eine Reise nach Skandinavien, genauer nach Jakobstadt / Finnland. Unterwegs querten wir Schweden und Norwegen. Auf der Reise passierte ein Unfall. Damit habe ich dort die außerordentlich gute medizinische Versorgung kennen gelernt. Dies hinterließ einen bleibenden Eindruck und öffnete die Frage, ob denn auch andere soziale Bereiche in den skandinavischen Ländern so gut entwickelt seien. Daraufhin erfuhren wir im Gespräch mit Einwohnern und Freunden vom guten sozialen Netz und vor allem von der Kinderfreundlichkeit.
Nun eröffnete sich innerhalb des berufsbegleitenden Studiums die Möglichkeit, diesem doch mehr gefühlten Eindruck nachzugehen. Deshalb ist das Ziel der Hausarbeit, sich einen Überblick über die Situation der Familien in Schweden zu verschaffen. Dabei möchte ich mich auf der Grundlage einer Internetrecherche nach einer kurzen Vorstellung des Landes Schweden mit folgenden Fragestellungen beschäftigen:
a) Welche sozialen Sicherungssysteme gibt es im Allgemeinen für den einzelnen Bürger und im Besonderen für Familien?
b) Wie ist in Schweden Familie und Beruf vereinbar?
c) Welche Folgen hat die schwedische Familienpolitik im Kontext des modernen Wohlfahrtsstaates?
d) Wie wird in Schweden Einkommen erzielt?
e) Wird die Frau in Schweden diskriminiert?
f) Wie betroffen sind Familien von Armut?
In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich weniger mit Entwicklungen. Viel mehr möchte ich den aktuellen Stand der Herausforderungen und Möglichkeiten der Familien und Lebensgemeinschaften aufzeigen.
Die Rolle der Väter und Männer in Familien und Partnerschaften wird in der vorliegenden Arbeit eher am Rand behandelt, bzw. sie schimmert immer wieder zwischen den Zeilen durch. Zum einen, weil in der vorhanden Literatur relativ wenig berichtet wurde und zum an- deren, weil es den Rahmen einer Hausarbeit in diesem Umfang sprengen würde.
2. Kurzüberblick über das Königreich Schweden
2.1. Allgemeines
Die Hauptstadt heißt Stockholm. Als Staatsform herrscht in Schweden eine parlamentarische Monarchie. Das Staatsoberhaupt ist König Carl XVI. Gustaf. Der Regierungschef heißt Fredrik Reinfeldt. Die Amtssprache ist Schwedisch.
Schweden breitet sich in Skandinavien auf einer Fläche von 450.295 km² aus. Schweden hatte am 31. Januar 2007 9.117.712 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte beträgt 20 Einwohner pro km² (vgl. Schweden 2007, S.1).
2.2. Bevölkerungszusammensetzung
Die Einwohner Schwedens setzen sich folgendermaßen zusammen:
90,8 Prozent sind ethnische Schweden, 2,5 Prozent so genannte einheimische Finnen. Heute leben noch etwa 20.000 Samen in Schweden. Die meisten sind assimiliert, nur noch wenige beschäftigen sich mit der Rentierzucht
6,7 Prozent der Bevölkerung sind ausländische Staatsbürger, wovon die Finnen mit 100.000 die größte Gruppe bilden. Die heute größte nichtskandinavische Bevölkerungsgruppe kam Anfang der 1990er Jahre aus dem bürgerkriegsgeplagten Jugoslawien. Zehntausende Kroaten, Serben und Bosnier leben heute zusammen mit anderen Flüchtlingen, meistens aus dem Irak, Iran, Somalia, Äthiopien und Eritrea, aber auch aus Lateinamerika vor allem in den stark segrierten Wohngebieten der größeren Städte (z. B. Stockholm-Rinkeby, Ausländeranteil 99 %, Göteborg-Bergsjö 97 %, Malmö-Rosengård 95 %). Es leben auch einige tausend Polen und Deutsche in Schweden.
Die Geburtenrate von 1,85 Kindern pro Frau (2006) ist einerseits unter der Reproduktionsschwelle von 2,10, aber weit über dem EU-Durchschnitt (1,52 im Jahr 2005). In Deutschland lag die Geburtenrate 2006 bei 1,4 Kindern (vgl. Schweden 2007, S.1).
2.3. Politisches Spektrum
Schweden ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Das Einkammer-Parlament, der Reichstag, hat 349 Abgeordnete und wird alle vier Jahre neu gewählt. Die sieben im Reichstag vertretenen Parteien sind die konservative Moderate Sammlungspartei, die Liberale Partei, die Zentrumspartei, die Christdemokraten, die Grünen, die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens und die Linkspartei. Familienpolitik hat, quer durch alle Parteien, in Schweden eine gute Tradition. Besonders seit den 70-er Jahren werden berufstätige Eltern und
da insbesondere die Frauen, durch die jeweilige Regierung unterstützt (vgl. Schweden 2007, S.1).
2.4. Die Demographie Schwedens
Hier möchte ich darstellen, wie das Land Schweden demographisch aufgestellt ist. Die Quellen beziehen sich auf das Jahr 2006. Anhand der vorhandenen Daten lässt sich erkennen, dass die Bevölkerungszahl Schwedens um ca. 0,16% wächst. Im Jahre 2003 betrug sie noch 8.976.000 Einwohner, im Jahre 2006 waren es: 9.016.596 und am 31.01.2007: 9.117.712 Einwohner.
Die Geburtenrate lag 2003 bei ca. 1,6 Kindern. Das ist zwar noch weit hinter der Rate von 2,1 aber doch deutlich über dem Europäischen Durchschnitt (vgl. Zukunftsiniative Rheinland-Pfalz, 2007, S. 1).
Die Einwohnerzahl Schwedens setzt sich folgendermaßen zusammen:
0 bis 14-jährige: 16.%; 15 bis 64-jährige: 65,7% und über 65 jährige: 17,6%. Das durchschnittliche Alter der Einwohner beträgt 40,9 Jahre.
Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 2,76 Totgeburten auf 1000 Einwohner, wobei mehr Jungen (2,92) als Mädchen (2,59) sterben.
Frauen werden im Durchschnitt älter (82,87) als Männer (78,29) (vgl. Demographie Schwe- dens 2007, S. 1).
3. Die wesentlichen Teile des schwedischen Sicherungssystems
Der schwedische Wohlfahrtsstaat, dessen Fundament am Ende des 19.Jahrhunderts gelegt wurde, hat seit den 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Sozialsystem auf hohem Niveau aufgebaut, dass inzwischen alle Bevölkerungsgruppen, vom Kleinkind bis zum Rentner erfasst und den Bürgern verschiedene Sicherungssysteme anbietet. Ganz aktuell werden, aufgrund der demographischen Entwicklung in Deutschland, die Augen auf Schwedens Familienpolitik gerichtet. Interessant ist der Zusammenhang von Möglichkeiten zur Vereinbarung von Beruf und Familie und hohe Geburtenraten.
3.1. Rentenversicherung und Altersfürsorge
Das Rentensystem besteht aus einem alten und einem neuen Rentensystem. Das alte System basiert auf einer Grundrente und einer Zusatzrente die aus dem Einkommen aus der Erwerbstätigkeit errechnet wird. Dieses System gilt für Menschen die vor 1938 geboren wurden. Für Menschen, die zwischen 1938 und 1953 geboren wurden, gilt ein gleitender Übergang ins neue Rentensystem, das dann für alle ab 1954 Geborenen gilt. Dieses besteht aus drei Teilen: einem Anteil Garantierente, einem Anteil der sich aus dem Lebenseinkommen errechnet und einem Anteil aus privater Vorsorge, zum Beispiel aus Prämiensparen auf individuellen Konten (vgl. Schwedisches Institut (Hg.) 2001, S. 2).
3.2. Elternversicherung und Kinderversorgung
Im Jahre 1974 trat die Elternversicherung per Beschluss der schwedischen Regierung in Kraft. Elternteile können Sie in Anspruch nehmen wenn sie während der Pflege ihrer Kleinkinder, bzw. Neugeborenen Verdienstausfall haben.
Es werden für jedes Kind 480 Tage lang Leistungen bezahlt. Davon sind 60 Tage an die Mutter und 60 Tage an den Vater gebunden. Die verbleibenden 360 Tage sind frei verhandelbar. Für 390 dieser 480 Tage wird bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres Elterngeld in Höhe von 80 Prozent des Einkommens gezahlt. Wer keine Einkommen besaß, erhält einen Festbetrag von 60 Schwedischen Kronen pro Tag 480 Tage lang.
Bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres erhalten die Eltern ein allgemeines Kindergeld in Höhe von 950 Kronen pro Monat. Familien mit mehr als drei Kindern erhalten zusätzliche Unterstützung.
Ein weiterer Teil, um Familien zu unterstützen, ist die gut ausgebaute Kinderbetreuung. Alle Kinder von 1-6 Jahren haben einen Anspruch auf ganztägige Betreuung in einer öffentlichen
Arbeit zitieren:
Uwe Rosinski, 2007, Überblick über die Situation der Familien in Schweden aus soziologischer Sicht, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Theorie der Bewältigungsorientierung und -theorie nach Lothar Böhnisch
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Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Wissenschaftlicher Aufsatz, 6 Seiten
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