Tania Süllentrup
Die Wirkung von Farben auf den Menschen -unter Berücksichtigung der Farbenlehren Newtons und Goethes
und der Psychologie der Wahrnehmung
schriftliche Teilleistung zur integrierten Fachprüfung in den Fächern Ästhetische Bildung und Psychologie Wintersemester 2002/03
Abgabe : 06. 01. 2003
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG 4
1 DIE FARBENLEHRE VON NEWTON 5
1.1 Biographie 5
1.2 Darstellung des Farbensystems 5
2 DIE FARBENLEHRE VON GOETHE 6
2.1 Biographie 6
2.2 Goethes Weg zur Farbenlehre 7
2.3 Die Farbenlehre 10
2.4 Die Unterschiede zwischen den Farbenlehren Newtons und Goethes 14
3 DIE WIRKUNG VON FARBEN AUF DEN MENSCHEN 16
3.1 Gelb 16
3.2 Orange 17
3.3 Rot 19
3.4 Violett 20
3.5 Blau 22
3.6 Grün 23
3.7 Zusammenfassung 25
4 DIE WAHRNEHMUNG 26
5 DAS SEHEN 29
5.1 Die Sinnes-Rezeptoren für das Sehen 29
5.2 Die Kodierung von Reizeigenschaften an den Rezeptoren 29
6 SOZIALE WAHRNEHMUNG 32
ZUSAMMENFASSUNG 34
SCHLU ß 34
LITERATUR 36
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Einleitung
Wie wirken Farben auf den Menschen? Kommen verschiedene Autoren, die sich mit der Wirkung von Farben auf den Menschen auseinandersetzen, zu ähnlichen Ergebnissen?
Dies sind die zentralen Fragen, welche meiner schriftlichen Ausarbeitung zugrunde liegen. Ihr schließen sich weitere Fragestellungen an. So ist es z. B. sehr interessant, warum gerade Goethe als Schriftsteller einen großen Teil seines Lebens der Erforschung der Farben gewidmet hat und worin die Unterschiede zwischen der Farbenlehre von Goethe und der von Newton bestehen. Ebenfalls möchte ich mehr darüber erfahren, wie der Mensch etwas wahrnimmt und durch welche Faktoren die Wahrnehmung beeinflußt werden kann. In einem ersten Schritt werde ich, mit kurzem Blick in die Biographie, die Farbensysteme von Goethe und Newton beschreiben. Auch die Beweggründe Goethes, die Farbenlehre zu schreiben, werde ich hier darstellen. Abschließend fasse ich die Unterschiede dieser beiden Farbensysteme zusammen.
Im mittleren Teil der Arbeit stelle ich die Ergebnisse von drei Autoren bzw. Autorenteams über die Wirkung der einzelnen Farben vor und suche nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Die bearbeiteten Veröffentlichungen sind: die Farbenlehre von Goethe, der Farbpyramidentest von Heiss/Halder und die Schrift “Mensch und Farbe” des Psychologen H. Frieling.
Im letzten Teil der Arbeit beschreibe ich zuerst allgemein die Wahrnehmung des Menschen, danach im speziellen die Funktion der Augen und die Weiterverarbeitung der auf das Auge einwirkenden Reize.
Zum Abschluß widme ich mich der sozialen Wahrnehmung und führe Beispiele für die Möglichkeit der Beeinflussung der menschlichen Wahrnehmung an.
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1 Die Farbenlehre von Newton
1.1 Biographie
Isaac Newton wurde am 25. Dezember 1672 ( vorgregorianischer Datierung ) in Woolsthorpe, England, geboren, ein Jahr nach Galileis Tod. Im Jahre 1661, nachdem er die Dorfschule und eine weiterführende Schule durchlaufen hatte, begann er sein Studium am Trinity College von Cambridge, wo er unter anderem Geometrie, Arithmetik und Optik studierte. Bereits 1669 wurde Newton Professor für Mathematik in Cambridge. Im Jahre 1699 wurde er Münzminister, 1703 Parlamentsmitglied und Präsident der Royal Society of London. Newtons größte Errungenschaften sind die Infinitesimalrechnung, das Gravitationsgesetz und die Entdeckung des Farbspektrums. Mit 85 Jahren starb er am 20. März 1727 ( julianischer Kalender ) ( vgl. Martin...: 20 f ).
1.2 Darstellung des Farbensystems
Der Farbkreis von Newton besteht aus den folgenden sieben Farben: Rot ( p ) -Orange ( q ) - Gelb ( r ) - Grün ( s ) - Cyanblau ( t ) - Ultramarinblau ( v ) und Violettblau ( x ).
Schwarz und Weiß sind in seinem Farbenkreis nicht enthalten, ebenso verzichtet er auf die Einordnung nach Hell- und Dunkelwerten. Die freie Kreismitte wird dem Weißen zugeordnet, um zu symbolisieren, daß die Summe aller angeführten Farben weißes Licht ergibt. Nach Newtons Lehre sind Farben also nicht Modifikationen des weißen Lichts, sondern seine ursprünglichen Bestandteile. Weißes Licht besteht aus den sieben Farbkomponenten des Farbkreises, den sogenannten Spektralfarben. Um die Spektralfarben sichtbar zu machen, leitet man einen Lichtstrahl durch ein Prisma. Das Licht wird durch das Prisma gebrochen und auf einer hinter dem Prisma liegenden weißen Fläche erscheint dann das Farbspektrum, dessen Komponenten die Spektralfarben sind.
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In Newtons Vorstellung setzt sich das Licht aus Korpuskeln ( winzige Partikel ) zusammen.
2 Die Farbenlehre von Goethe
2.1 Biographie
Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren, als Sohn wohlhabender bürgerlicher Eltern. Er studierte Jura. Zwischen 1771 und 1775 begann er zahlreiche seiner Dichtungen und arbeitete weniger als Rechtsanwalt. Berühmt wurde er 1773 mit seinem Drama “Götz von Berlichingen”. Im Jahre 1775 kam er nach Weimar, wo die ersten 10 Jahre von politischen Tätigkeiten im weimarischen Staatsdienst geprägt waren. 1776 erfolgte die Ernennung zum Geheimen Legationsrat, ab 1779 stand die Bergbaukommission und
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die Kriegs- und Wegebaukommission unter seiner Leitung als Geheimem Rat. Goethe befand sich in einem ständigen Konflikt zwischen Kunst und Politik. Während seiner Reise nach Italien 1786-88 beschloß er, sich von den Staatsgeschäften entbinden zu lassen und arbeitete an der Herausgabe seiner ersten, achtbändigen Werkausgabe. Am 22. März 1832 starb Goethe in Weimar ( vgl. Balzer u. a. 1990 : 231 f ).
2.2 Goethes Weg zur Farbenlehre
In den “Materialien zur Geschichte der Farbenlehre” setzt Goethe sich mit den Farbenlehren einer großen Zahl von Philosophen und Forschern seit der griechischen Antike bis zu seiner Gegenwart auseinander. Hier veröffentlichte er auch eine Schilderung seiner Beweggründe, sich selbst mit physikalischen und insbesondere chromatischen Untersuchungen zu beschäftigen ( vgl. Martin 1979 : 39 ). In seinem Text “Konfession des Verfassers” aus dem Jahre 1810 erklärt Goethe folgendes: Er fühle sich von seinen Zeitgenossen als Dichter freundlich anerkannt. Sein eigenes Verhältnis zur Dichtkunst beschreibt er jedoch als “...ein eignes wundersames..., das bloß praktisch war...” ( vgl. Ott 1979 : 239 ). Er trage einen Gegenstand, ein Muster oder einen Vorgänger, von welchem er sich angezogen fühle, so lange in seinem Inneren, bis daraus etwas entstanden sei, was er dann instinktartig und aus dem Stegreif niederschreibe.
Er vermißte an den Lehrstühlen und in Büchern brauchbare Inhalte, was sowohl die Konzeption und Komposition als auch die Technik des rhythmischen und prosaischen Stils betraf, und geriet deshalb seiner Meinung nach selbst leicht auf falsche Wege.
Aus diesem Grunde wendete er sich an die bildende Kunst. Sie war für ihn ein Ort außerhalb der Dichtkunst, in dessen Erforschung er die Möglichkeit sah, die daraus resultierenden Erkenntnisse auf seine schriftstellerische Arbeit anwenden zu können und das, was ihn “...in der Nähe verwirrte, aus einer gewissen Entfernung übersehen und beurteilen...” ( vgl. Ott 1979 : 239 ) zu können. Goethe, seit seiner Kindheit mit Malern bekannt, fühlte einen starken Drang, das, was ihm in der Realität erschien, bildlich darzustellen. Er betonte, daß er keine
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Tania Süllentrup, 2003, Die Wirkung von Farben auf den Menschen - unter Berücksichtigung der Farbenlehren Newtons und Goethes und der Psychologie der Wahrnehmung, München, GRIN Verlag GmbH
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