Diese Arbeit entstand durch das Berufspraktikum in der Logistik Service GmbH. Darin wurden Prozesse verschiedener Bereiche aufgenommen und die Prozesslandschaft des gesamten Unternehmens dargestellt. Insbesondere der Bereich Maschinen- und Anlagenbau weckte Interesse und schnell stellte sich heraus, es gibt den Bedarf, diese Prozesse näher zu durchleuchten und nach Möglichkeiten für IT-Unterstützung zu suchen.
Darüber hinaus weckte die Thematik der Kontraktlogistik das Interesse. Daher ist ihr ein Schwerpunkt in dieser Arbeit zugeschrieben.
Diese Diplomarbeit liefert eine Hilfestellung für alle Unternehmen der Branche der Kontraktlogistik, die Potentiale im Bereich Informationstechnologie in ihrem Unternehmen sehen.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen sowie einige Ideen zur Umsetzung und Optimierung in der Praxis.
„Optimal zu handeln bedeutet, aus einer Menge von Handlungsmöglichkeiten ’diejenige Entscheidung (zu treffen), welche eine spezifizierte Zielsetzung am ehesten erfüllt.’ “ [Ten Hompel, 2005, S. 74]
Inhaltsverzeichnis Seite I
Inhaltsverzeichnis
DANKSAGUNG. 3
VORWORT 4
INHALTSVERZEICHNIS. I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS. IV
TABELLENVERZEICHNIS. VI
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS VII
ZUSAMMENFASSUNG IX
ABSTRACT X
TEIL A - THEORIE 1
1 EINLEITUNG. 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG DER FIRMA LOGISTIK SERVICE GMBH 1
1.2 ZIELSETZUNG DER ARBEIT 1
1.3 AUFBAU UND METHODE DER ARBEIT. 2
2 EIN BLICK AUF DIE KONTRAKTLOGISTIK. 3
2.1 EINLEITUNG. 3
2.2 BEGRIFFSERÖRTERUNGEN 3
2.3 KONTRAKTLOGISTIK 7
2.3.1 Der Begriff Kontraktlogistik 7
2.3.2 Der Begriff Fourth Party Logistics Provider (4 PL) 12
2.3.3 Der Begriff Lead Logistics Provider (LLP) 14
2.3.4 Eigenschaften der Kontraktlogistik. 15
2.4 ABGRENZUNG DER KONTRAKTLOGISTIK ZUR SPEDITION. 16
2.4.1 Schenker AG 20
2.4.2 Kühne Nagel International AG. 21
2.4.3 Transdanubia GmbH. 21
2.5 LEISTUNGEN DER KONTRAKTLOGISTIK. 22
2.6 PROZESSBESCHREIBUNG 27
Inhaltsverzeichnis Seite II
2.6.1 Warehousing. 29
2.6.2 Auftragsabwicklung 30
2.6.3 Transportabwicklung. 31
2.7 KLASSIFIZIERUNG DER KONTRAKTLOGISTIK 31
2.8 TRENDS IN DER KONTRAKTLOGISTIK 34
2.9 ZUSAMMENFASSUNG. 38
3 OPTIMIERUNGSPOTENTIAL IN DER KONTRAKTLOGISTIK. 39
3.1 EINLEITUNG. 39
3.2 BEGRIFFSERÖRTERUNGEN 41
3.3 PROZESSOPTIMIERUNG. 42
3.4 OPTIMIERUNGSPOTENTIAL INFORMATIONSSYSTEME
DURCH BZW.
INFORMATIONSTECHNOLOGIEN 46
3.4.1 Prozessunterstützung 47
3.4.2 Vermeidung von Medienbrüchen 48
3.4.3 Schnittstellen zu Nahtstellen umwandeln 49
3.4.4 Wettbewerbsvorteil IT. 50
3.4.5 Besonderheiten der Kontraktlogistik 51
3.5 SCHNITTSTELLENTHEMATIK 51
3.6 ZUSAMMENFASSUNG. 53
4 INFORMATIONSSYSTEME IN DER KONTRAKTLOGISTIK. 54
4.1 EINLEITUNG. 54
4.2 SYSTEMLANDSCHAFT DES KONTRAKTLOGISTIKERS. 59
4.3 UNTERSTÜTZENDE SYSTEME FÜR DIE HAUPTPROZESSE DER KONTRAKTLOGISTIK. 63
4.4 ZUSAMMENFASSUNG. 72
TEIL B - PRAXIS. 73
5 PRAXISTEIL LOGISTIK SERVICE GMBH 73
5.1 EINLEITUNG. 73
5.2 VORSTELLUNG DER LOGISTIK SERVICE GMBH. 74
5.3 EINORDNUNG DER LOGISTIK SERVICE GMBH INNERHALB DER KONTRAKTLOGISTIK. 77
5.3.1 Begriffliche Einordnung. 77
5.3.2 Vergleich des Leistungsangebotes. 77
5.3.3 Einordnung in diverse Segmentierungsmodelle 79
5.4 PROZESSANALYSE UND -OPTIMIERUNG IM BEREICH MASCHINE-N UND ANLAGENBAU 79
5.5 OPTIMIERUNG DES BEREICHES MASCHINE-N UND ANLAGENBA.U 79
5.5.1 Zukünftige Systemlandschaft Logistik Service GmbH 79
Inhaltsverzeichnis Seite III
5.5.2 Verbesserungspotentiale 80
5.5.3 Anforderungen an eine Systemunterstützung 80
6 FAZIT. 81
6.1 HANDLUNGSLEITFADEN. 81
6.2 SCHLUSSFOLGERUNGEN 82
6.3 ZUKUNFTSAUSBLICK IT 83
LITERATURVERZEICHNIS. I
ANHANG X
Abbildungsverzeichnis Seite
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Definition Logistikdienstleister
Abbildung 2: Entwicklung vom einfachen Dienstleister zum 4 PL
Abbildung 3: Positionierung der PL
Abbildung 4: Eigenschaften der Kontraktlogistik
Abbildung 5: Das Sechseck der Kontraktlogistik
Abbildung 6: Unterscheidung von Systemkomponenten und Dienstleistungssystem nach
Baumgarten /Ihde, 1992
Abbildung 7: Kontraktlogistik als Zusatzgeschäft der Spedition.
Abbildung 8: Komponenten der Logistikleistungen und logistischen Systemleistungen
Abbildung 9: Bedeutung von Einzelleistungen in der Kontraktlogistik
Abbildung 10: Bedeutung unterschiedlicher Branchen
Abbildung 11: Typischer Kontraktlogistik-Projektablauf
Abbildung 12: Klassischer Warehousingprozess
Abbildung 13: Klassischer Auftragsabwicklungsprozess
Abbildung 14: Klassischer Transportabwicklungsprozess
Abbildung 15: Segmentierung des Kontraktlogistikmarkt nach Eisen/Pflaum
Abbildung 16: Stufenschema für Geschäftsmodelle in der Kontraktlogistik
Abbildung 17: Vier neue Internettrends im zukünftigem Logistikmarkt.
Abbildung 18: Informationssysteme als Mensch-Maschine-Systeme
Abbildung 19: Darstellung der EAI-Architektur.
Abbildung 20: Kreislauf der Prozessverbesserung
Abbildung 21: Zielgrößen der Prozessoptimierung.
Abbildung 22: Zusammenspiel von Prozesserneuerung und -verbesserung.
Abbildung 23: Integrationsmechanismen
Abbildung 24: IT-Eigner: Kontraktgeber (K-IT) oder Logistikdienstleister (LDL-IT)
Abbildung 25: Individualisierungsgrad der eingesetzten Software.
Abbildung 26: Grad der Individualisierung unterschiedlicher Anwendungssoftware.
Abbildung 27: Systemlandschaft eines Kontraktlogistikers
Abbildung 28: Organisation der Logistik Service GmbH.
Abbildung 29: Optimierungs-Portfolio
Abbildung 30: Veränderung des gesamten IT-Budgets
Abbildung 31: Wichtigkeit SOA
Abbildungsverzeichnis Seite
Abbildung 32: Prozessmodell Transportabwicklungsprozess Adonis
Tabellenverzeichnis Seite VI
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Tätigkeiten der Dienstleistungen der Kontraktlogistik 25
Tabelle 2: Mythen der Kontraktlogistik 35
Tabelle 3: Bewertung http://www.software-marktplatz.de 65
Tabelle 4: Bewertung http://www.softguide.de. 67
Tabelle 5: Bewertung http://www.trovarit.com 68
Tabelle 6: Bewertung http://www.competence-site.de 69
Tabelle 7: Bewertung http://www.benchpark.de 70
Tabelle 8: Kennzahlen Logistik Service GmbH 74
Zusammenfassung Seite IX
In Zeiten von Globalisierung, Internet und zunehmendem Wettbewerb gibt es nur mehr wenige Märkte, die entsprechendes Wachstumspotential bieten.
Einer davon ist der Kontraktlogistikmarkt, insbesondere der Bereich Maschinen- und Anlagenbau, in dem auch das Unternehmen Logistik Service GmbH aktiv ist. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, werden in dieser Arbeit u.a. Optimierungspotentiale für diese Branche mit Hilfe von Informationstechnologie diskutiert.
Anfangs wird der Begriff der Kontraktlogistik definiert und gegenüber dem anderer Logistikdienstleister abgegrenzt. Dabei kann klargestellt werden, am Markt erfolgt eine Annäherung des Dienstleistungsangebotes von Kontraktlogistik und Spedition, somit wird die Wettbewerbssituation noch kritischer. Als die drei wesentlichen Dienstleistungen in der Kontraktlogistik sind Warehousing, Auftragsabwicklung und die Transportabwicklung zu nennen. Ein Weg, sich dem Mitbewerb zu entziehen, ist die Aneignung von Kernkompetenzen im Bereich der IT, um Zusatzleistungen in diesem Bereich anbieten zu können.
Um diese Wettbewerbsvorteile zu erreichen, kann eine Systemlandschaft, die gezielt darauf ausgerichtet ist, externe Geschäftspartner schnell zu inkludieren, eine effiziente Lösung sein. Dafür ist zunächst Prozessmanagement-Know-how gefragt und erst im zweiten Schritt kann nach einer informationstechnologischen Lösung je Geschäftsprozess gesucht werden. In der Kontraktlogistikbranche gibt es auf Seiten der IT keine umfassende Standardsoftware, vielmehr besteht die IT-Architektur des Dienstleisters aus vielen Bausteinen, die über eine Integrationsplattform miteinander verbunden werden. Die einzelnen Module können sowohl Standard- als auch Individualsoftware sein.
Die gewonnenen theoretischen Erkenntnisse werden im Unternehmen Logistik Service GmbH praktisch angewendet. Insbesondere die Prozessaufnahme sowie die Optimierung der Abläufe sind essentiell. Das wesentliche Ergebnis ist, es gibt keine Standardsoftware die alles abdeckt. Daher werden die gefundenen Verbesserungspotentiale schrittweise umgesetzt. Schließlich wird eine Systemlandschaft skizziert, die zeigt, wie in Zukunft alle Kontraktlogistikdienstleistungen mittels IT effizient unterstützt werden können.
Abstract Seite X
In times of globalization, World Wide Web and increasing competition, there are few markets left, where the potential for growth is still high.
One example for that is the contract logistics market, especially the area of mechanical and plant engineering, where the company Logistics Service Ltd, which is located in Linz/Austria, is doing their business. In order to strengthen one’s competitiveness in this branch, this scientific paper illustrates the potential for optimization with information technology.
First the term contract logistics is defined and compared to other logistics service providers. In doing so one finding is that contract logistics is getting closer to the concept of forwarding agency. Consequently competition is increasing once more. Furthermore the main services in the field of contract logistics are warehousing, transport organisation and order management. One possibility to get out of this situation is, to develop core competences in the area of IT and to offer further services in this field of business.
In order to reach this competitiveness an IT-system-environment, which supports a fast integration of new partners, can be an efficient solution. Therefore, primarily it is necessary to gain process-know-how before looking for a specific IT-tool. In the field of contract logistics there is no comprehensive standard software solution. Conversely it is typical to have several system modules, which are combined with one middleware. The single modules can be standard or custom software.
The theoretical knowledge of the first part of this paper is used in the company Logistics Service Ltd. Especially the construction of the process and the optimization of these tasks are essential. The main result is there is no standard software, which covers everything. Thus all found optimization potentials will be implemented step by step. Finally an ITsystem-environment is designed, that shows a possibility of supporting all contract logis- tics services with IT efficiently.
Einleitung Seite 1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung der Firma Logistik Service GmbH
Der Unternehmensbereich Maschinen- und Anlagenbau der Logistik Service GmbH soll durch diese Arbeit Erkenntnisse über das Potential von Informationssystemen in der Kontraktlogistik erhalten.
Schon seit längerem wird eine optimale Softwarelösung gesucht. Es wird vermutet, dass das derzeit verwendete Tool SAP R/3 ausreicht. Für einen Kunden der Logistik Service GmbH ist eine individuell angefertigte Lösung im Einsatz, die den Prozessablauf weiter vereinfacht. Es gibt kaum bis keine Informationen von der Konkurrenz bzw. vom Markt, welche Systemlösungen typisch sind bzw. die Kontraktlogistikprozesse am effektivsten und effizientesten unterstützen.
Die Kommunikation mit den Kunden erfolgt großteils mittels Telefon, Fax sowie E-Mail. Aus der rechtlichen Dokumentationspflicht, wie zum Beispiel bei Zollbewegungen, resultiert eine erhebliche Papierflut. Zum Teil erfolgt die Informationsübermittlung durch einen Boten, folglich entstehen Medienbrüche und Wartezeiten im Prozess.
Der Bereich Maschinen- und Anlagebau der Logistik Service GmbH versteht sich als Dienstleister im Bereich der Kontraktlogistik. Was genau unter dem Terminus Kontraktlogistik laut Wissenschaft zu verstehen ist, ist dem Unternehmen nur ungefähr bekannt.
1.2 Zielsetzung der Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist, zunächst den Begriff Kontraktlogistik ausführlich zu erläutern und die Besonderheiten dieser Branche zu beleuchten, um damit das Optimierungspotential von In-formationssystemen, die in diesem Geschäftsfeld üblich sind, aufzuzeigen. Für Praktiker ist oft nicht eindeutig klar, wer oder was genau ein Kontraktlogistiker ist, andererseits spielt in
© 2007 Gerhard Fischer
Einleitung Seite 2
dieser Branche das Thema Information und der dahinter liegende Fluss eine gewichtige Rolle. Besonderes Augenmerk wird auf die Prozessunterstützung der Systeme gelegt.
Konkret werden im Rahmen dieser Diplomarbeit folgende Forschungsfragen beantwortet.
Was steckt hinter dem Begriff „Kontraktlogistik“?
Welches Optimierungspotential bietet der Einsatz von geeigneten Informationssystemen in der Kontraktlogistik?
Welche IT-Systeme benötigt ein Kontraktlogistiker um seine Hauptprozesse effizient zu unterstützen?
1.3 Aufbau und Methode der Arbeit
Die Arbeit gliedert sich in sechs Abschnitte. Anfangs werden die theoretischen Grundlagen aufgearbeitet, die danach im praktischen Teil dieser Diplomarbeit angewendet werden.
In Kapitel 2 werden die Kontraktlogistik als Begriff, sowie die dahinterliegenden Vorgänge ausführlich dargestellt. Des Weiteren wird auf Unterschiede zu Spediteuren und die wesentlichsten Leistungen und Arten von Kontraktlogistikern eingegangen. Auf dieses Kapitel wird ein Schwerpunkt gesetzt sowie die Thematik ausführlich diskutiert.
Kapitel 3 beschäftigt sich mit dem Thema Optimierungspotential von Informationstechnologien bzw. den Prozessoptimierungen an sich. Im 4. Kapitel wird eine Übersicht über die Sys-temlandschaft eines Kontraktlogistikers dargestellt und versucht, einen Überblick über die Anbieter am Softwaremarkt zu geben.
Das 5. Kapitel beinhaltet den praktischen Teil. Im Unternehmen Logistik Service GmbH erfolgt eine Analyse der Abläufe im Bereich Maschinen- und Anlagenbau. Als Ergebnisse resultieren Potentiale für die Prozessoptimierung, Anforderungen an mögliche Informationssysteme und die Erstellung eines Handlungsleitfadens, der in Kapitel 6 zu finden ist. Zum Abschluss dieser Arbeit wird ein Blick in die Zukunft der Informationstechnologie geworfen.
© 2007 Gerhard Fischer
Ein Blick auf die Kontraktlogistik Seite 3
2 Ein Blick auf die Kontraktlogistik
2.1 Einleitung
Das zweite Kapitel beginnt mit einem direkten Einstieg in die Kontraktlogistik. Damit wird gleich zu Beginn dieser Forschungsarbeit das Themenfeld, in dem diese Arbeit stattfindet, abgegrenzt.
Wie in der Einleitung erwähnt, wird auf dieses Kapitel ein Schwerpunkt gelegt. Aufgrund einer ausführlichen Literaturrecherche wird der Begriff Kontraktlogistik diskutiert und schließlich eine Definition für diese Arbeit festgehalten. Diese Abgrenzung ist von besonderer Bedeutung, da der Begriff Kontraktlogistik in der Literatur und vor allem in der Praxis unterschiedlich interpretiert wird.
Einige Fragestellungen, die dieses Kapitel beantwortet, sind:
Was bedeutet der Begriff „Kontraktlogistik“? Wie unterscheidet sich die Kontraktlogistik von der Spedition? Welche Leistungen sind für den Kontraktlogistiker typisch? Wie ist die Kontraktlogistik unterteilt? Was kann in näherer Zukunft in diesem Marktsegment erwartet werden?
Durch die Beantwortung dieser Fragen wird das Umfeld dieser Arbeit eingegrenzt und in Folge kann für dieses Segment in Richtung Optimierung weitergeforscht werden.
2.2 Begriffserörterungen
First Party Logistics Provider (1 PL)
Unternehmen der verladenden Wirtschaft, die alle logistischen Leistungen selbst erstellen (z.B.: Werksverkehr). 1 Zum Beispiel ein Tischler, der mit seinem eigenen Lastwagen und eigenem Personal die Produkte transportiert.
1 Vgl. Eisenkopf, 2002, S. 2.
© 2007 Gerhard Fischer
Ein Blick auf die Kontraktlogistik Seite 4
Second Party Logistics Provider (2 PL)
„…ein logistischer Dienstleister […], der elementare Aufgaben im Bereich der Lagerung, des Transportes oder der Kommissionierung übernimmt, hierzu jedoch keine Systemkompetenz mitbringen muß[!].“ 2 Third Party Logistics Provider (3 PL) siehe Kapitel 2.3.1 Fourth Party Logistics Provider (4 PL) siehe Kapitel 2.3.2 Fifth Party Logistics Provider (5 PL)
Diese Unternehmung ist lediglich planend und beratend tätig sowie für das Design der Supply Chain verantwortlich. 3 Assets
Damit sind Anlagen gemeint, die im Eigentum des Logistikdienstleisters sind und für die Leistungserfüllung eingesetzt werden. Beispielsweise Fuhrpark, Lager- oder Kommissioniertechnik und andere Logistik-Immobilien. 4 Coopetition
Der Kontraktlogistiker bedient sich Subdienstleistern, die wiederum in anderen Geschäftsfällen seine Konkurrenten sind. Dieser Effekt heißt „Coopetition“, hergeleitet von „Cooperation“ und „Competition“. Damit wird ein nebeneinander von einerseits Mitbewerb und andererseits Zusammenarbeit verdeutlicht. 5 Logistik
Logistik umfasst die Koordination sämtlicher Aktivitäten, die den Fluss von Gütern, In-formationen, Personen oder Energie zwischen zwei Orten beeinflussen und unter Kosten- und Serviceaspekten einen Bedarf decken. 6 Kontrakt
Ein Kontrakt, oder auch Vertrag, stellt ein partnerschaftliches Vertragsverhältnis zwischen zwei Unternehmungen her. 7
2 Eisenkopf, 2002, S. 2.
3 Vgl. Online im WWW unter URL: http://www.einkauf-und-management.at/index.php/einkauf/more/ mythen_der_kontraktlogistik/, [30.1.2007].
4 Vgl. Resch, 2003. oder Vgl. Zadek, 2004, S. 18.
5 Vgl. Holderied, 2003, S. 45.
6 Vgl. Bretzke, 2004, S. 337f.
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Ein Blick auf die Kontraktlogistik Seite 5
Outsourcing
Outsourcing ist eine Kombination der englischen Wörter „outside resourcing“. Damit ist die Auslagerung von Teilleistungen oder Unternehmensbereichen gemeint, die nicht zur jeweiligen Kernkompetenz zählen. Die Leistungen übernimmt ein spezialisierter externer Dienstleister. 8 Dienstleistung
Der Begriff kann als „immaterielle Dienstleistungsprodukte verstanden werden, die von personellen oder materiellen Leistungsträgern an einen externen Faktor, der sich nicht im uneingeschränkten Verfügungsbereich des Leistungsgebers befindet, erbracht werden …“ 9 Logistikdienstleistungen
„sind Tätigkeiten der wirtschaftlichen und effizienten Planung, Steuerung, Durchführung und Kontrolle aller Material-, Waren- und Informationsflüsse entlang der logistischen Kette, die zur Erfüllung der Kundenanforderungen notwendig sind und durch Unternehmen mit dem primären Unternehmenszweck der Dienstleistungserstellung erbracht wurden.“ 10 Logistikdienstleister
Der Begriff Logistikdienstleister ist als Überbegriff von Transporteuren, Spediteuren, Systemdienstleistern, Netzwerkintegratoren, SCM-IT-Dienstleistern und
Logistikberatern zu verstehen, wie in Abbildung 1 ersichtlich ist. 11
Der Transporteur oder auch Frachtführer ist nach HGB (Handelsgesetzbuch) § 425
„(…) wer es gewerbsmäßig übernimmt, die Beförderung von Gütern zu Lande oder auf Flüssen oder sonstigen Binnengewässern durchzuführen.“ 12
7 Vgl. Piekarz, 2005, S. 15.
8 Vgl. Männel, 1997, S. 777f.
9 Corsten, 1988, ,S. 82.
10 Baumgarten/Ihde, 1992, S. 20.
11 Vgl. Zadek, 2004, S. 20. oder laut E-Mail von Hr. Starkl, 20.2.2007.
12 Leidinger, 2007.
© 2007 Gerhard Fischer
Ein Blick auf die Kontraktlogistik Seite 6
Die Beauftragung dazu erfolgt aufgrund eines Transportvertrages. 13 Weitere Begriffe werden zum Teil im Verlauf der Arbeit erklärt.
Value Added Services (VAS)
Mehrwertleistungen Verlader
Ein Verlader ist die Partei, die eine Logistikleistung beauftragt. Laut HGB § 453 ff kann sowohl ein Empfänger als auch der Absender als Auftraggeber auftreten. 15 Als Synonyme werden in diverser Literatur die Bezeichnungen Auftraggeber, Outsourcinggeber und Kontraktgeber verwendet. Zusatzleistungen
Informations-, Finanz- und Koordinationsleistungen werden als Zusatzleistungen dargestellt. 16
13 Vgl. Schulte, 1999, S. 144f.
14 Eigene Darstellung.
15 Vgl. Zimmermann, 2004, S. 33.
16 Vgl. Fischer, 1996, S. 229.
© 2007 Gerhard Fischer
Ein Blick auf die Kontraktlogistik Seite 7
2.3 Kontraktlogistik
2.3.1 Der Begriff Kontraktlogistik
Im Rahmen der Literaturrecherche stellte sich bald heraus, für den Begriff Kontraktlogistik gibt es zahlreiche differente Erklärungsversuche. In der Praxis ist diese Tatsache noch stärker vorzufinden, da viele Logistikdienstleister diesen Begriff fälschlich verwenden.
Das Marktsegment Kontraktlogistik entstand, weil Anbieter von klassischen Speditions-, Transport und Lagerhausdienstleistungen langfristige Geschäftsbeziehungen zu Großkunden aufbauten, indem sie zusätzlich dem Transport bzw. der Lagerung vor- und nachgelagerte Leistungen anboten. Folglich wurden die Leistungspakete komplexer, was für den Dienstleister die Chance war, sich dem Wettbewerb durch eine Unique Selling Proposition (USP) zu entziehen. 17
Hierzu spricht Baumgarten 1992 von Speditionsunternehmen, die als neues Produkt das Systemgeschäft entwickelten und dieses in bestehende Märkte einführten. Beispielsweise wurden in bestehenden Geschäftsbeziehungen weitere Dienstleistungen erbracht. Typisch waren neben der Transportorganisation und der Lagerhaltung noch die Kommissionierung, Etikettierung oder Verpackung für den Auftraggeber. 18
Drechsler bezeichnet eine Dienstleistung als Logistiksystem wenn …
„die Gesamtheit oder zumindest wesentliche, abgrenzbare Teile des logistischen Aufkommens eines wirtschaftlichen Systems davon erfasst werden […] und keine wesentlichen logistischen Funktionen aus dem Leistungsumfang ausgeklammert sind (…)“ 19
17 Vgl. Klaus/Kille, 2004, S. 252.
18 Vgl. Baumgarten/Ihde, 1992, S. 71.
19 Drechsler, 1988, S. 26.
© 2007 Gerhard Fischer
Ein Blick auf die Kontraktlogistik Seite 8
Gudehus 1995 bzw. 1999 beschreibt den Begriff Systemdienstleister 20 mit Eigenschaften, die Auskunft geben über den Leistungsumfang, die Ausrichtung auf Branchen, eingesetzte Ressourcen, den potentiellen Kundenkreis und der Bindungsdauer solcher Geschäfte. Typisch ist eine Vertragsdauer von 3 - 10 Jahren mit wenigen Großkunden, für die spezifisch mit Hilfe von Logistiknetzwerken und Logistikzentren als wesentliche Ressourcen kundenspezifische Systemleistungen erbracht werden. 21
Die „Kontraktlogistik“ wird durch die Begriffe Kontrakt und Logistik bestimmt. Diese beiden Termini wurden bereits zu Beginn dieses Kapitels kurz erörtert (siehe 2.2). Dem Kontrakt als begriffsbestimmendes Element kommt eine besondere Bedeutung zu. Diese liegt in der Spezifität der Leistungen, die das Kontraktlogistikgeschäft in sich birgt. Herkömmliche gesetzliche Regelungen und allgemeine Geschäftsvereinbarungen decken die umfassenden Leistungsbeziehungen unzureichend ab. Definitorisch ist die Kontraktlogistik auch an den Begriff Dienstleistung gekoppelt. 22
Als intensiv ausgeprägte Form des Outsourcings bezeichnen Buchholz/Clausen/Vastag das Geschäftsfeld der Kontraktlogistik. Das Auslagern von logistischen Leistungen an Logistikdienstleister an und für sich berechtigt noch nicht zu diesem neuen Begriff, jedoch damit einhergehende kundenspezifische Investitionen. Diese betreffen zumeist die Errichtung von Lager- und Umschlagsanlagen. Ein praktisches Beispiel hierfür ist die Partnerschaft zwischen Schenker und BRP Rotax Bombadier in Gunskirchen. 23
Die Zusammenarbeit im Rahmen der Kontraktlogistik erstreckt sich bis hin zu Kooperationen, bei denen die Unternehmenskultur und -philosophie eine bedeutende Rolle spielen. Des Weiteren wird eine Abhängigkeit der Geschäftsparteien erwähnt, die mittels Beziehungsmanagement und vertraglicher Flexibilität in Form von „open-book“-Beziehung gehandhabt wird. Um den interdisziplinären Anforderungen gerecht zu werden benötigt der Dienstleister prozessorientiertes Projektmanagement-Know-how. 24 Dobischat erläutert Kontraktlogistikleistungen als einzelkundenorientierte, verladerindividuelle Leistungen. 25
20 Vgl. Gudehus, 1995, S. 28.
21 Vgl. Gudehus, 1999, S. 834.
22 Vgl. Weber/Stölzle/Wallenburg/Hofmann , 2007, S. 37f.
23 Vgl. Buchholz/Clausen/Vastag, 1998, S. 59ff.
24 Vgl. ebenda. © 2007 Gerhard Fischer
Ein Blick auf die Kontraktlogistik Seite 9
Weber u.a. ergänzen die Definition der Kontraktlogistik noch um die Kundenorientierung und die Langfristigkeit dieser Geschäfte und kommen somit zu folgender Erklärung:
„Die Kontraktlogistik bezeichnet integrierte Leistungsbündel, die verschiedene, in ihrem Umfang wesentliche Logistikleistungen, ergänzbar um Zusatzleistungen, enthalten und kundenspezifisch gestaltet von einem Dienstleister für eine andere Partei wiederholt und über einen längeren Zeitraum auf Vertragsbasis erbracht werden.“ 26
Die Begriffserörterung nach Klaus/Kille beinhaltet …
„… Geschäfte, bei denen in einer engen, individuell zwischen Dienstleister und Verlader gestalteten Beziehung mehrere logistische Funktionen integriert sind (also nicht nur Transport oder Lagerei oder Auftragsabwicklung), diese Beziehungen längerfristig vertraglich abgesichert ist (eben durch den Kontrakt) und das Geschäftsvolumen einen erheblichen Mindest-Jahresumsatz überschreitet (praxisgerecht ist wohl die Schwelle von mindestens € 0,5 bis 1 Mio. p.a.).“ 27
Nach Klaus stellt der Begriff Kontraktlogistik ein Synonym für den in der angelsächsischen Logistikfachwelt gebräuchlichen Terminus Third Party Logistics Service Provider (auch 3 PL) dar. 28 Eisenkopf 29 , Vahrenkamp 30 und Tripp 31 u.a. schließen sich dieser Gleichstellung an. Hingegen für Zadek in seinem Buch Supply Chain Steuerung und Services ist der 3 PL als Systemdienstleister zu verstehen. Die Kontraktlogistik stellt lediglich eine Erweiterung des Leistungsspektrums von diesem dar. Auch für ihn ist dieses Geschäftsfeld geprägt durch eine dauerhafte Partnerschaft, in der Systemleistungen in Eigenverantwortung und mit bestimmter Gestaltungsfreiheit erbracht werden. Darüber hinaus bedarf es eines mittel- bis langfristigen Rahmenvertrages. Zadek unterstreicht die Bedeutung von IT- und Prozess-
25 Vgl.Dobischat, 2003, S. 19.
26 Weber/Stölzle/Wallenburg/Hofmann , 2007, S. 38.
27 Klaus/Kille, 2004, S. 252.
28 Vgl. Klaus, 2003, S. 110.
29 Vgl. Eisenkopf, 2002, S. 5.
30 Vgl. Vahrenkamp, 2005, S. 47.
31 Vgl. Tripp, 2003, S. 8.
© 2007 Gerhard Fischer
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Mag. (FH) Gerhard Fischer, 2007, Analyse des Optimierungspotentials durch den Einsatz von Informationssystemen in der Kontraktlogistik , München, GRIN Verlag GmbH
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