Inhaltsverzeichnis
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6. Literaturverzeichnis 12
SonjaBlum–WarumistdasUnternehmenbesseralsderMarkt? 1
WarumistdasUnternehmenbesseralsderMarkt?
1. Einleitung
Warum ist das Unternehmen besser als der Markt? Eine Frage, die nicht einfach zu beantworten ist, besonders in Anbetracht der Tatsache, dass Markt und Unternehmung nicht eindeutig voneinander zu trennen sind und eine Firma ausschließlich durch ihre BeziehungzumMarktanalysiertwird. 1 AuchistdieFragestellungansichschwerfassbar,da es nicht das Unternehmen und den Markt gibt, sondern von beidem diverse in verschiedenen Bereichen existieren. Dennoch werde ich in der vorliegenden Arbeit versuchen,eineAntwortaufdieseFragezufinden.
Um dieses zu erreichen, werde ich zunächst die Begriffe von Markt und Unternehmen definieren, um die Ausgangsinformation zu schaffen. Daraufhin erkläre ich im Hauptteil dieserArbeitdiewichtigstenAspektedesTransaktionskostenansatzes–lautR.H.Coasedie Existenzbegründung von Unternehmungen. Dazu gehören erstens die Definition von Transaktionskosten an sich, zweitens die Verhaltensmuster der Akteure und drittens die Variablen,welchedieKosteneinerTransaktionbeeinflussen.
DaderArbeitstiteleinegewisseÜberlegenheitdesUnternehmensgegenüberdemMarkt voraussetzt und dieses gängigerweise am Unternehmenserfolg gemessen wird, darf ein kleiner Einblick in die internen unternehmerischen Handlungsabläufe nicht fehlen, die zu eben diesem Erfolg beitragen. Aus diesem Grund gehe ich jeweils kurz auf die MotivationstheorieunddiewissensbasierteUnternehmenssichtein,dieAnsätzeliefern,wie eszuWettbewerbsvorteilenkommenkann.
Daraufhin komme ich auf die schon angesprochene Interdependenz der beiden Institutionen zurück, was zu einer Darstellung der unternehmerischen Marktmacht führt. Abschließend werde ich die Voraussetzungen, unter welchen Gegebenheiten das UnternehmenbesseristalsderMarkt,nochmalskonkretzusammenfassen.
1 Vgl.Arena,Richard/LonghiChristian:MarketsandOrganization.SpringerHVerlagBerlin,Heidelberg,1998.S.4
SonjaBlum–WarumistdasUnternehmenbesseralsderMarkt? 2
2. DefinitionenvonMarktundUnternehmen
UmdieFragestellungbesserzuverstehenundetwasKlarheitindieUnterscheidungvon MarktundUnternehmen 2 zubringen,sindzunächstdieDefinitionenbeiderBegriffesinnvoll. In der Literatur existieren verschiedene Modelle, die jeweils unterschiedliche Definitionen des Marktbegriffs liefern. Generell bezeichnen die Wirtschaftswissenschaften den Markt bzw. die Marktwirtschaft als „eine Wirtschaftsordnung, in der Produktion und Verteilung aller Güter und Dienstleistungen über Angebot und Nachfrage, d.h. über Marktprozesse frei gehandelt und getauscht werden.“ 3 Bei diesem freien Handeln und Tauschen wird im Regelfall – und somit auch sinnvollerweise in meiner Analyse – vom unvollkommenen Markt ausgegangen, welcher im Gegensatz zum theoretischen Konstrukt des vollkommenen Marktes durch eine Ungleichverteilung von Wissen und durch Wettbewerbgeprägtist. 4 DieseBedingungenbeeinflussenwiederumdasVerhaltenunddie Intentionen der Marktteilnehmer, welches für diese Seminararbeit von großer Bedeutung ist. Hier handelt es sich um den klassischen Vertrag, bei dem „zwei Akteure […] nach entsprechenderSuchenachBedürfnismöglichkeitenundAnbahnungsbemühungenfüreinen Tausch zusammenkommen, und sich danach ohne die Absicht wieder trennen, erneut aufeinanderzuzugehen.“ 5 Des Weiteren spezifiziere ich den Marktbegriff aufgrund des Arbeitstitels um den institutionellenAspekt,welcherdenMarkt„alseineInstitutiondesWirtschaftssystemszur Anbahnung und Abwicklung von Tauschverhandlungen“ versteht und wodurch „sich die FragenachderangemessenenVerfassungundStrukturvon‚Markt’“ 6 ergibt. Genau diese Verfassung und Struktur möchte ich auch im Unternehmen näher beleuchten. Im volkswirtschaftlichen Sinn ist die Unternehmung „eine Wirtschaftseinheit, dieProduktionsfaktoren[…]aufdem(FaktorH)MarktnachfragtunddasZielhat,Güterbzw. Dienstleistungen zu erstellen, die auf dem (GüterH)Markt angeboten werden.“ 7 Um aber auch hier das Institutionelle zu betonen, schließe ich mich der Aussage vom
2 IndervorliegendenArbeitverwendeichderEinfachheithalberdieBegriffe„Unternehmen“,„Unternehmung“ und„Firma“synonym.
3 Schubert,Klaus/Klein,Martina:DasPolitiklexikon.bpb:BundeszentralefürpolitischeBildung.Schriftenreihe. Band497.4.,aktualisierteAuflage.VerlagJ.H.W.DietzNachf.GmbH,Bonn,2006.S.191 4 Vgl.Hammann,Peter/Palupski,Rainer/vonderGathen,Andreas/Welling,Michael:MarktundUnternehmung. HandlungsfelderdesMarketing.S.40/41 5 ebd.S.74 6 ebd.S.36 7 ebd.S.306
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Wirtschaftswissenschaftler Dieter Schneider an, der „Unternehmungen darüber hinaus dadurch [charakterisiert], dass sie als Institution eine durch Unternehmungsregeln und Unternehmensstrukturen geordnete Menge an beobachtbaren Handlungsabläufen darstellen.“ 8 In einer Unternehmung wird somit nicht nach Marktlogik gehandelt, sondern sieisteinedurchMachtundHierarchiegekennzeichneteOrganisation. 9 Während es sich auf dem Markt hauptsächlich um einmalige Transaktionen handelt, zeichnet sich die Reinform des Unternehmens dadurch aus, dass „Akteure sich für einen längeren Zeitraum zum Austausch von Leistungen binden und sich dabei in eine hierarchischeStrukturintegrieren.“ 10 DieVorteiledieserlängerfristigenBindungmöchteich nunimFolgendenanalysieren.
3. DieVorteiledesUnternehmens
DasHandelninderWirtschaftistvonUnsicherheit,WissensdefizitenundHasymmetrien, begrenzter Rationalität, Risiko und Opportunismus geprägt. Der Markt stößt aufgrund einiger dieser Charakteristika an seine Grenzen und ist somit in seiner Funktionsfähigkeit eingeschränkt. 11 DieUnternehmunghingegenhatsichalseineInstitutionherausgestellt,die trotz dieser Störfaktoren erfolgreich wirtschaften kann. Auch wenn Gegenbeispiele existieren(wieZeitungsmeldungenüberdieMisswirtschaftvonUnternehmen),erscheintbei einem Marktversagen die Firma als ein alternativer Koordinationsmechanismus, der die Fehler des Marktes immer dann ausgleicht, wenn die Organisationskosten die Transaktionskostenunterbieten. 12
8 Freiling,Jörg/Reckenfelderbäumer,Martin:MarktundUnternehmung.EinemarktorientierteEinfürungindie Betriebswirtschaftlehre. 1. Auflage. Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden2004.S30 9 MitdieserArtderUnternehmensführungbeschäftigtsichdiePrinzipalHAgentHTheorie,welcheerklärt,wieund warum der Unternehmensinhaber – der Prinzipal – Aufgaben an die Unternehmensleitung – den Agenten – delegiert.DaesbeidieserTheorieabermehrumdieFragegeht,wieMachtmissbrauchunddieVerfolgungvon Eigeninteressenverhindertwerdenkönnen,geheichindieserArbeitnichtnäheraufdieseTheorieein. 10 Hammann, Peter/Palupski, Rainer/von der Gathen, Andreas/Welling, Michael: Markt und Unternehmung. HandlungsfelderdesMarketing.S.74 11 vgl.ebd.S.54 12 vgl.Arena,Richard/LonghiChristian:MarketsandOrganization.S.6
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Sonja Blum, 2008, Warum ist das Unternehmen besser als der Markt?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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