Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Der Lebensweg Dietrich Bonhoeffers I (die frühen Jahre) 2
2.1 Herkunft Dietrich Bonhoeffers. 2
2.2 Erste Entwicklung Bonhoeffers 3
2.3 Spätere Entwicklung Bonhoeffers. 4
3 Der Lebensweg Dietrich Bonhoeffers II (Die Zeit des Widerstandes) 5
3.1 Die erste Zeit des Widerstandes 5
3.2 Die Zeit des Umbruchs. 6
3.3 Die Finkenwaldseminare. 7
3.4 Die letzte Zeit des Widerstandes. 8
3.5 Inhaftierung und Tod Dietrich Bonhoeffers. 9
4 Der geistige Entwicklungsbogen von Dietrich Bonhoeffer. 11
5 Geistige Ansätze Bonhoeffers zu einer neuen Theologie 14
5.1 Dietrich Bonhoeffers Theorien zum religionslosen Christentum (religiös
interpretiert).............................................................................................................................. 14
5.2 Dietrich Bonhoeffers Theorien vom religionslosen Christentum (weltlich
interpretiert).............................................................................................................................. 15
5.3 Allgemeine Religionskritik bei Dietrich Bonhoeffer 15
6 Schlusswort 16
7 Literaturverzeichnis. 17
1
1 Einleitung
Dietrich Bonhoeffer sprach sich gegen die Dogmatisierung des nationalsozialistischen Regimes aus. Er richtete seine Bemühungen auf den Versuch, „seine“ evangelische Kirche, doch vor allem seine Ansichten vom Glauben, gegen den Naziterror aufrechtzuerhalten und weiter zu vermitteln. In der nachfolgenden Arbeit soll zunächst ein kurzer Überblick über die biographischen Daten Bonhoeffers, von der Kindheit bis zum Studium, gegeben werden. Darüber hinaus werden wichtige Stationen seines Lebens aufgezeigt. Hierzu zählen unter anderem: seine Auslandsaufenthalte, die Bekennende Kirche, die Finkenwaldseminare, seine Inhaftierung und schließlich sein gewaltsamer Tod durch Erhängen. Danach soll ein Augenmerk auf seine geistige Entwicklung während seines Lebens gelegt werden. Zuletzt werden einige Ansätze seiner neuen Interpretation der Theologie diskutiert.
2 Der Lebensweg Dietrich Bonhoeffers I (die frühen Jahre)
2.1 Herkunft Dietrich Bonhoeffers
Am 4.Februar 1906 wurde Dietrich Bonhoeffer als sechstes von acht Geschwistern in Breslau geboren. Sein Vater, Karl Bonhoeffer, stammte aus einem alten württembergischen Geschlecht. Pfarrer und hohe Staatsbeamte zählten zu seinen Vorfahren. Der Vater selbst war Professor für Psychiatrie und Neurologie und wurde noch vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, auf den sehr angesehenen Lehrstuhl dieses Fachs berufen. Seine Mutter, Paula Bonhoeffer, geborene von Hase, stammte aus einer preußischen Adelsfamilie. Ihre Vorfahren waren teilweise Hofbeamte oder hatten an preußischen Universitäten Lehrstühle inne. Seine Mutter selbst, hatte als eine der ersten Frauen in Preußen ihr Lehrerinnenexamen absolviert. Dies ermöglichte es ihr ihre Kinder, in den ersten Schuljahren selbst, zu unterrichten. Die Erziehung der Kinder im Hause Bonhoeffer war streng und gerecht, aber auch liebevoll, wie es dem autoritären Stil der damaligen Zeit entsprach. Das Leben der Bonhoeffers war typisch für den Lebensstil und die Lebensart des aufgeklärten, konservativ-liberalen Bürgertums der damaligen Zeit. So durften die Kinder beispielsweise am Tisch nur dann reden, wenn sie dazu aufgefordert wurden. Das Zimmer des Vaters war für die Kinder ein absolutes Sperrgebiet. Die Erziehung war nicht kirchlich, aber religiös. Die Mutter sorgte dafür, dass die Kinder Kirchenlieder und Bibelverse lernten, die ihr persönlich sehr gefielen. Unterstützt wurde sie dabei von sorgfältig ausgesuchten Erzieherinnen. Außerdem gehörte zur Erziehungskonzeption auch die Förderung der musischen Begabung. So war Bonhoeffer zum Beispiel bereits sehr früh ein ausgezeichneter Klavierspieler. Durch ein Ferienhaus im Harz
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lernten die Kinder der Großfamilie Bonhoeffer, Freiheit und Naturverbundenheit kennen und schätzen. Das „Heimathaus“ war groß und stand vielfältigen Gästen offen. Onkel, Cousinen, Kollegen und Studenten des Vaters, Freunde und Freundinnen aus der Nachbarschaft, Verehrer, Bräute und Verlobte der älteren Geschwister waren oft zu Gast. Kurzum, Dietrich Bonhoeffer wuchs in einem für vielfältige Begegnungen und Einflüsse offenem Elternhaus auf. 1
2.2 Erste Entwicklung Bonhoeffers
In den ersten Schuljahren wurde Bonhoeffer von seiner Mutter unterrichtet. Dies wäre sicherlich auch ohne den Ausbruch des 1.Weltkrieges im August 1914 der Fall gewesen. In dieser Zeit las er mit Begeisterung Geschichten von Pathos und Ehre, in denen Menschen für eine angeblich gute Sache, ihr Leben opferten. Die Beschäftigung mit dem Tod wurde für ihn zeitweise zu einem Dauerthema. In dieser Zeit der Todessehnsucht wünschte er sich nichts sehnlicher als früh zu sterben und einen schönen frommen Tod zu finden. Diese kindliche Vision verblasste allerdings mehr und mehr als seine großen Brüder 1917 in die Armee eingezogen wurden. 1918 verstarb sein Bruder Walter in Folge einer schweren Verwundung. Von dessen Tod und dem großen Schmerz der Mutter war der damals Zwölfjährige tief beeindruckt. Es ist anzunehmen dass die Kriegserlebnisse zu seinem Entschluss, Pfarrer und Theologe zu werden beigetragen haben. Später besuchte er das Gymnasium in Berlin-Grunewald. Dort versuchte er seine Phantasie und Emotionalität in den Ausdrucksformen von Musik und Religion auszuleben. Obwohl er der wissenschaftlichen Linie seines Vaters treu bleiben wollte, entschied er sich schon früh für ein Studium der Theologie. Auf diesem Wege versuchte er sich von der dogmatischen Welt des Vaters abzusetzen, in der Absicht etwas Eigenes zu sein. Doch auch gegenüber dem großen Geschwisterkreis wollte er seine Eigenständigkeit unter Beweis stellen.
1923 begann er sein Studium in Tübingen. Dort wohnte er im Haus seiner Großmutter. Er studierte, wie es seine bildungsbürgerliche Herkunft mit sich brachte, in welcher der Wissenschaft und Kultur eine zentrale Rolle zukamen, Religionsgeschichte, Kirchengeschichte und Philosophie. Während einer Studienreise nach Rom kamen wichtige Dinge zusammen, die für Dietrich bislang getrennt waren: Kirche und Glaube, Lehre und Leben. Er erfuhr, dass Kirche universell sein kann, ohne mit dem persönlichen Glauben zu kollidieren und trotzdem in eine verbindliche Ordnung passend. Später lernte er die
1 Rainer Mayer Peter Zimmerling:“Dietrich Bonhoeffer heute“ , S.14-15, Gießen 2.Aufl.1993
Renate Wind:“Dem Rad in die Speichen fallen“, S.9-15, Weinheim 2.Aufl.1991
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„dialektische Theologie“ von Karl Barth kennen, die anschließend sein gesamtes Denken prägte. In ihrer Essenz sagte diese aus, dass die Kirche zu viele gesellschaftliche Kompromisse eingegangen sei, um von allen anerkannt zu werden. Dennoch bezeichnete er den liberalen Theologen Adolf von Harnack als seinen Lehrer. Bonhoeffers Dissertation zu Thema „Sanctorum Communio - eine dogmatische Untersuchung der Soziologie in der Kirche“ stellte seine erste größere theologische Arbeit dar. Mit dieser, dem Kirchenverständnis gewidmeten Arbeit, erwarb er den Doktortitel. Im Frühjahr 1928 absolvierte er ein Lehrvikariat in Barcelona. Dort erlitt er den unvermeidlichen Praxisschock, als ihm bewusst wurde, dass Gemeindearbeit in den seltensten Fällen etwas mit theologischer Diskussion und geistigem Leben zu tun hat. Sie ist meist nur eine Pflege der Geselligkeit. 1930 habilitierte er sich mit seiner Arbeit „Akt und Sein - Transzendentalphilosophie und Ontologie in der systematischen Theologie“. 2
2.3 Spätere Entwicklung Bonhoeffers
Mit vierundzwanzig Jahren war Dietrich Bonhoeffer der jüngste Privatdozent für Theologie. Da er jedoch für die Ordination als Pfarrer zu jung war, das Mindestalter lag bei 25 Jahren, bekam er ein Stipendium für das „Union Theological Seminary in New York. Seinem ersten Eindruck nach wurde dort keine richtige Theologie praktiziert. Später allerdings lebte er dann diese Theologie des „Social Gospel“ selbst. Zu diesem Zeitpunkt trat er erstmals über seinen „bildungsbürgerlichen Tellerrand“ hinaus. Er traf auf Menschen, die ein soziales und politisches Christentum verkörperten. Sein Dozent Reinhold Niebuhr empfahl ihm schwarze amerikanische Literatur, von der Bonhoeffer tief beeindruckt war. Die Freundschaft zu einem schwarzen Mitstudenten aus Harlem (Frank Fisher), veranlasste ihn Kirchen im nahegelegenen New Yorker Ghetto zu besuchen. Begeistert sah er wie in den dortigen schwarzen Gemeinden ganzheitlich (ohne Trennung von Geist, Körper und Gefühl) gebetet, gesungen und gerufen wurde. Die Freundschaft mit dem französischen Mitstudenten Jean Lassare brachte Bonhoeffer dem theologischen Pazifismus näher. Seiner Meinung nach ist dem Vorbild Jesu zu folgen und christliche Gemeinschaft über alle Grenzen hinweg zu leben. Im Wintersemester 1931/32 nahm er seine Lehrtätigkeit an der Universität Berlin auf. Dort fiel er auf, weil er nicht deutsch-national dachte und auf Verbindungsuniformen verzichtete. An der Hochschule galt er als Pazifist und Sozialist. Es entstand ein „Bonhoefferkreis“ in dem nicht nur theologisiert wurde. Man wandte sich auch weltlicheren Dingen, wie zum Beispiel
2 Renate Wind, S.15-40
Eberhard Bethge:“Bonhoeffer“ ,S.10-28, Hamburg 1976
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Arbeit zitieren:
Diplom Sozialpädagoge Alexander Bauer, 1999, Geistiger Entwicklungsbogen von Diedrich Bonhöffer, München, GRIN Verlag GmbH
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