Inhaltsverzeichnis
A. Biographisches 3
B. Historische Einordung 4
C. Politische Lehre 5
1. Naturzustand. 5
2. Eigentum. 7
3. Gesellschaftsvertrag. 7
4. Verfassungsgrundsätze 8
5. Widerstand und Toleranz. 9
6. Naturrechtslehre. 9
7. Fazit 10
Literaturverzeichnis. 11
2
A. Biographisches
Das Leben des John Lock gilt als exemplarisch für das eines politisch engagierten Mannes im England des 17. Jahrhunderts. Am 29. August 1632 in Wrington geboren, entstammte Locke jenem puritanischen Milieu, das in England Handel und Gewerbe voran brachte. Locke wurde auf Grund seiner Herkunft die gediegenste Ausbildung zu Teil, die England in der damaligen Zeit bieten konnte. Er absolvierte sein Studium in der vorgesehenen Zeit, war 1658 Master of Arts und lehrte sodann als Tutor und Dozent für Moralphilosophie und Rhetorik an seinem College. Er schloss sich dem Naturforscher Boyle an und experimentierte mit ihm zusammen, nebenher betrieb er medizinische Studien. Im Jahre 1660, zu Beginn der Restauration 1 , verfasste Locke seine ersten politischen Abhandlungen. Ob er in seinen jungen Jahren die calvinistische Auffassung seiner Eltern geteilt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, jedoch kann festgehalten werden, dass er sich in seinen ersten Arbeiten als anglikanischer Royalist zeigte: Mit der Rückkehr Karls II. auf seinen angestammten Thron könne das geplagte Land nun endlich wieder Frieden und Sicherheit finden, Voraussetzung hierfür sei es allerdings, dass der Obrigkeit das Recht zustehe, alle Fragen des Gottesdienstes zu regeln. 2 Seine Thesen versucht Locke, wie es damals üblich war, mit Argumenten aus der heiligen Schrift und naturrechtlichen Grundsätzen zu beweisen. Bedeutend für seinen weiteren Werdegang ist seine Begegnung mit Lord Ashley, dem späteren Grafen von Shaftsbury und einen der einflussreichsten Männer seiner Zeit, dessen Arzt er wird. Erst unter seinem Einfluss entwickelt Locke seine liberalen politischen Lehren, für die er heute bekannt ist. 1667 entsteht seine erste Toleranzschrift, der Essay concerning toleration, der darlegen soll welches Maß an Freiheit und Bindung dem Menschen zukommt 3 . Hier revidiert er seine zuvor vertretene Meinung, dass der Staat alle Einzelheiten des Gottesdienstes regeln könne 4 . Aus gesundheitlichen Gründen, Locke litt an Asthma, trat er 1675 eine Frankreichreise an, jedoch ist anzunehmen, dass auch politische Gründe ihn dazu bewogen, das Land zu verlassen, da Shaftsbury zu jener Zeit in politische Schwierigkeiten geraten war. Auf seinen Frankreichreisen lernt er bedeutende Gelehrte kennen, darunter Anhänger Gassendis 5 . Es besteht Grund zu der Annahme, dass Locke vom Denken dieser Männer beeinflusst wurde 6 .
1 Restauration, Wiederherstellung von Grundzügen einer alten Herrschaftsordnung nach einer gesellschaftlichen
Umwälzung oder politischen Revolution.
2 Euchner: John Locke in Klassiker des politischen Denkens II.,S.9f
3 Specht: John Locke,S.11
4 Euchner: John Locke in Klassiker des politischen Denkens II.,S.10
5 Gassendi, Pierre (1592-1655), französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler
6 Ebd.
3
Als Locke 1679 nach London zurück kehrte, hat sein früherer Dienstherr wechselvolle Zeiten mit einem Sturz und Towerhaft hinter sich.
Lange Zeit wurde angenommen, seine berühmte Schrift, die Two treatises of Government, wurde von Locke zur politischen Rechtfertigung der Glorious Revolution des Jahres 1689 geschrieben, jedoch haben Forschungen ergeben, dass die Entstehungsgeschichte dieser Schrift bis in das Jahr 1679 zurück reicht 7 . Shaftsbury stand damals im Kampf gegen das mit dem Katholizismus sympathisierende Königshaus. Unter den Royalisten waren die Lehren Filmers verbreitet, nach denen auf Grund einer göttlichen Vorschrift jeweils der nächste männliche Erbe eines Königs, also auch ein Katholik zur Erbfolge berechtigt ist. Da in dem Konflikt um die Thronfolge Shaftsbury unterlag, floh er in die Niederlande, in die ihm 1683 Locke folgte. Für einige Zeit stand dieser auf einer Fahndungsliste und war deshalb gezwungen unter einem anderen Namen zu arbeiten. Die Glorious Revolution hatte den Sieg der von Locke verfochtenen politischen Prinzipien mit sich gebracht. So war es ihm möglich nach England zurück zu kehren, wo ihm gleich nach der Ankunft das Amt des Botschafters angeboten wurde, was er jedoch ablehnte. Am 28. Oktober 1704 starb Locke.
B. Historische Einordung
Es stellt sich nun also die Frage, vor welchem historischen Hintergrund das Werk Lockes entstanden ist. Wir befinden uns in einer Zeit der Machtkämpfe zwischen König und Parlament in England, zwischen blutigen und „glorreichen“ Revolutionen. Nachdem Karl 15 Jahre ohne Parlament regiert hatte, musste er dieses 1640 einberufen, der er große Geldsummen benötigte, um gegen aufständische Schotten vorzugehen. Doch das Parlament wandte sich sofort gegen den König, ließ seine engsten Berater hinrichten und beschloss fortan selbst die Regierung zu übernehmen. Da der König damit nicht einverstanden war, spitzte sich die Lage zu und es kam 1642 um Bürgerkrieg. Die Truppen des Parlaments wurden von Oliver Cromwell geführt, einem radikalen Protestanten, der Pläne verfolgte, die sich gegen das gesamte Gesellschaftssystem richteten. 1648 besiegten seine Truppen das königliche Heer. Alle königstreuen Mitglieder des Parlaments wurden entlassen und das verbliebene „Rumpfparlament“ stellte den König unter Anklage. So wurde der König zum Tode verurteilt und öffentlich enthauptet. Damit war das Königtum abgeschafft und England seit 1649 Republik. Doch der lange Bürgerkrieg hatte das Land stark geschwächt. Kolonien sagten sich von England los und in Schottland und Irland brachen Aufstände aus. Dagegen
7 Euchner: John Locke in Klassiker des politischen Denkens II.,S.10
4
Arbeit zitieren:
Alexandra Kloß, 2007, Philosophie der Aufklärung - John Locke (1632-1704), München, GRIN Verlag GmbH
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