Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Außenwirtschaft und Außenwirtschaftspolitik 3
3 Historischer und ökonomischer Hintergrund 5
3.1 Zur Außenwirtschaft in verschiedenen Wirtschaftssystemen 5
3.1.1 Merkantilismus 5
3.1.2 Freihandel 6
3.1.3 Schutzzollsystem 7
3.2 Wirtschaftlicher und sozialer Strukturwandel Deutschlands im 19.
Jahrhundert 8
4 Deutsche Außenwirtschaftspolitik zwischen der Gründung des Deutschen
Zollvereins 1833 und der Weimarer Republik 9
4.1 Der Deutsche Zollverein 9
4.2 Die Ära Bismarck - von Freihandel zu Schutzzöllen 12
4.3 Handelsvertragspolitik und das Zolltarifgesetz von 1902 15
4.4 Der Erste Weltkrieg 18
4.4 Die Weimarer Republik 18
5 Resümee 22
1 Einleitung
Wenn man in Deutschland den Begriff der Außenwirtschaft hört, so denkt man zunächst an den Titel Exportweltmeister, den sich Deutschland Jahr für Jahr „erkämpft“. Doch welche Entwicklungen hat Deutschland auf diesem Weg durchgemacht? Betrachtet man die Außenwirtschaftspolitik Deutschlands in den letzten 200 Jahren, so ist diese nicht nur durch häufige Veränderungen in der politischen Landschaft gekennzeichnet, sondern auch durch große wirtschaftliche und soziale Veränderungen wie beispielsweise den Industrialisierungsprozess seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Waren zum Ende des 18. Jahrhunderts in Deutschland nahezu noch 1800 Binnenzolllinien zu verzeichnen, so gehören heute weltweite Handelsabkommen innerhalb der Mitgliedschaft in der WTO 1 oder dem GATT 2 zum Alltag in der Außenwirtschaftspolitik.
Vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt diese Entwicklung näher zu beleuchten und dabei auch auf politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen dieser Zeitspanne einzugehen. Da die hier dargestellte Thematik im Rahmen des Hauptseminars Geschichte der Wirtschaftspolitik vom Merkantilismus bis heute des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Innovationsgeschichte an der Universität Bamberg bearbeitet wird und das Thema doppelt belegt ist, haben sich die Referenten dazu entschieden das Themengebiet aufgrund der doch recht großen Fülle aufzuspalten. In der hier vorgelegten Arbeit wird daher der Fokus auf die Entwicklung der Außenhandelspolitik von der Gründung des Ersten Deutschen Zollverein bis zum Ende der Weimarer Republik gelegt. Der zweite Teil - vom Nationalsozialismus bis zur Globalisierung im 20. und 21. Jahrhundert - wird dementsprechend gesondert von meinem Koreferenten vorgelegt.
Um die Entwicklung der Außenwirtschaftspolitik mit Blick auf die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen Deutschlands zwischen dem Beginn des 19. Jahrhunderts und dem Ende der Weimarer Republik besser
1 World Trade Organization
2 General Agreement on Tariffs and Trade
2
verstehen und einordnen zu können, soll zunächst eine Definition der Begriffe Außenwirtschaft und Außenwirtschaftspolitik gegeben werden, um im Anschluss daran die historischen und ökonomischen Veränderungen dieser Zeit darzustellen. Hieran anschließend steht die Entwicklung der Außenwirtschaftspolitik zwischen 1833 und 1933 im Mittelpunkt, wobei die Stichpunkte Gründung des Deutschen Zollvereins, Ära Bismarck und die Entwicklung von Freihandel zu Schutzzöllen, Handelsvertragspolitik und das Zolltarifgesetz von 1902, Erster Weltkrieg und Weimarer Republik als Eckpunkte der Analyse dienen sollen.
Zu Beginn wird nun allerdings zunächst eine definitorische Einführung in den Bereich der Außenwirtschaft und der Außenwirtschaftspolitik gegeben.
2 Außenwirtschaft und Außenwirtschaftspolitik
Der Begriff Außenwirtschaft stellt nach Glastetter (1975) „die Gesamtheit aller ökonomischen Transaktionen […], die zwischen Wirtschaftssubjekten eines Landes (= Inländer) und Wirtschaftssubjekten des Auslandes (= Ausländer) stattfinden“ dar. Hierbei richtet sich die Bezeichnung „Inländer“ bzw. „Ausländer“ danach, wo die betreffende Person ihren Wohnsitz im Sinne ihres Lebensmittelpunktes hat, bei juristischen Personen danach, wo die Registrierung vorliegt. 3
Anders ausgedrückt umfasst der Begriff Außenwirtschaft die „Gesamtheit der Wirtschaftsbeziehungen zwischen autonomen Staats- oder Wirtschaftsräumen.“ 4 Dabei handelt es sich um „Waren-, Dienstleistungs-, Kapital-, Zahlungs- und sonstigen Wirtschaftsverkehr zwischen In- und Ausland.“ 5
Außenwirtschaftspolitik bezeichnet die „gesamtwirtschaftlich autoritative Wertallokation im Bereich der Außenwirtschaft, meist seitens staatlicher Stellen, aber auch seitens gesellschaftlicher Instanzen (z.B. Kammern)“ 6 und
3 Vgl. Bellers, Jürgen: Deutsche Außenwirtschaftspolitik 1949 - 1989. Siegen, 2003. S. 3.
4 Meyers Lexikon online 2.0. http://lexikon.meyers.de/meyers/Au%C3%9Fenwirtschaft.
5 Ebd.
6 Bellers, Jürgen: Deutsche Außenwirtschaftspolitik 1949 - 1989. Siegen, 2003. S. 3.
3
bedeutet somit staatliches Eingreifen in die Außenwirtschaft, um allgemeine wirtschaftspolitische Ziele zu unterstützen. Maßnahmen der Außenwirtschaftspolitik sind dabei sowohl von der geltenden Wirtschaftsauffassung eines Landes als auch von der gegebenen oder geplanten Wirtschaftsordnung abhängig. 7
Ursachen internationalen Handels stellen standortspezifische Unterschiede sowie die Produktion am kostenoptimalsten Ort dar. Im Einzelnen lassen sich § natürliche Standortvorteile (Rohstoffe, Klima, Bodenstruktur), § dichte Besiedelung, § Rationalisierungsstand und
§ standortpolitische Vorteile (Steuerermäßigung, Infrastruktur, etc.) aufzählen. 8 Vorteilen des Außenhandels wie
§ der Produktion am kostenoptimalsten Ort (Freihandelstheorem), § dem internationalen Ausgleich der regionalen Knappheiten und § der Rationalisierung rückständiger Volkswirtschaften stehen Nachteile wie
§ außerpolitische und außenwirtschaftliche Abhängigkeiten und § die Verhinderung einer ausgeglichenen Wirtschaftsstruktur durch eine zu starke internationale wirtschaftliche Arbeitsteilung gegenüber.
Die Vorteilhaftigkeit von Außenhandel für den einzelnen Staat lässt sich in den so genannten Terms of Trade messen, welche das Verhältnis von Exportgüterpreisen zu Importgüterpreise widerspiegelt. 9
Bevor anschließend der Blick gezielt auf die deutsche Außenwirtschaftspolitik zwischen der Gründung des Deutschen Zollvereins 1833 und dem Ende der Weimarer Republik gelenkt wird, soll zunächst der historische und ökonomische Hintergrund dieser Zeitspanne erarbeitet werden, ohne den eine Bewertung nicht möglich erscheint.
7 Vgl. Meyers Lexikon online 2.0. http://lexikon.meyers.de/meyers/Au%C3%9Fenwirtschaft.
8 Vgl. Bellers, Jürgen: Deutsche Außenwirtschaftspolitik 1949 - 1989. Siegen, 2003. S. 3.
9 Vgl. Ebd. 3f.
4
3 Historischer und ökonomischer Hintergrund
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der deutschen Außenwirtschaftspolitik in der Zeit von der Gründung des Deutschen Zollvereins 1833 bis zum Ende der Weimarer Republik. Dieser Zeitabschnitt ist durch zahlreiche Wechsel der Wirtschaftssysteme und Wirtschaftserfolge ebenso gekennzeichnet, wie durch innenpolitische Veränderungen, die in diesen Zeitraum fallen. Diese Veränderungen prägten die Außenwirtschaftspolitik nachhaltig, so dass eine Untersuchung ohne die Betrachtung der historischen Ereignisse dieser Zeit nicht sinnvoll erscheint.
3.1 Zur Außenwirtschaft in verschiedenen Wirtschaftssystemen
Für ein Verständnis der deutschen Außenhandelspolitik im untersuchten Zeitraum erscheint zunächst ein gewisser volkswirtschaftlicher Hintergrund notwendig. Hierzu soll eine knappe Darstellung der in dieser Zeit vorherrschenden Wirtschaftssysteme vorgenommen werden.
3.1.1 Merkantilismus
Der Merkantilismus hatte seinen Ursprung bereits im Mittelalter in England und Frankreich. Die Denkrichtung entstand im Zuge großer Umbrüche wie der an Bedeutung gewinnenden Arbeitsteilung und dem zunehmenden Umfang an Handel und Geldwirtschaft. 10 Diese ersten Formen, die zunächst lediglich den Verbleib des Geldes im eigenen Land zum Ziel hatten, unterschieden sich zum späteren Begriff des Merkantilismus. Nachfolgend stand die Förderung der eigenen Wirtschaft durch die Ausbildung der Arbeitskräfte im Mittelpunkt. Später rückte die Handelsbilanzlehre ins Zentrum des Merkantilismus. Diese besagte, dass der Wohlstand und das Vermögen des eigenen Landes durch das Bestreben zu steigern ist, möglichst wenige Waren einzuführen und möglichst viele zu exportieren, was im Ergebnis zu einem Geldüberschuss führen sollte, der mehr Wohlstand und Vermögen für das eigene Land bedeutete.
10 Bundeszentrale für politische Bildung: Wirtschaft heute. Bonn, 2002. S. 10.
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Arbeit zitieren:
Fabian Wahler, 2008, Die Geschichte der Außenwirtschaftspolitik, München, GRIN Verlag GmbH
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