1. Begriff der Inflation
Unter Inflation (lat. inflatio = sich aufblähen, anschwellen) bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre einen andauernden, "signifikanten" Anstieg des Preisniveaus. Es verändert sich also das Austauschverhältnis von Geld zu allen anderen Gütern zu Lasten des Geldes. Daher kann man unter Inflation auch eine Geldentwertung verstehen (vgl. o.A., 2009, S.1). Landläufig würde man sagen, dass „alles teurer wird“ bzw. „das Geld weniger wert ist“. Definiert man den Geldwert als Kaufkraft des Geldes, lässt sich Inflation auch als Kaufkraftverlust beschreiben. Geldentwertung und Kaufkraftverlust bedeuten, dass man mit der gleichen Menge Geld weniger Güter kaufen kann (vgl. Wildmann, 2007, S.48/49). Die Berechnung der Inflation erfolgt über den Verbraucherpreisindex (VPI). Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Bei der Berechnung des Verbraucherpreisindex geht man von einem Warenkorb aus, welcher sämtliche Waren und Dienstleistungen enthält, die für die Konsumwelt in Deutschland relevant sind (vgl. o.A., 2009, S.1). In diesem Warenkorb wird die Entwicklung einer Reihe von Einzelpreisen im Zeitverlauf aufgezeichnet. Der Warenkorb wird alle 5 Jahre erneuert. Die prozentuale Veränderung des Preisindex zwischen zwei Zeitpunkten gibt die Inflationsrate für diesen Zeitraum an (siehe Grafik 1 als Anlage).
2. Arten der Inflation
Man unterscheidet zwischen Erkennbarkeit, Dauer und Geschwindigkeit der Inflation.
2.1 Erkennbarkeit der Inflation
• Offene Inflation:
Sind die Preissteigerungen und damit der Kaufkraftverlust für jeden sichtbar, handelt es sich um eine offene Inflation. Beispiele hierfür sind
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die eigene Wahrnehmung der Preiserhöhungen beim Kauf von Gütern sowie die regelmäßige Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (vgl. Skorzenski/Köllner/Möhlmeier, 2008, S. 484).
• Verdeckte Inflation:
Während bei der offenen Inflation die Preissteigerungen für jedermann erkennbar sind, werden sie bei der verdeckten Inflation durch staatliche Höchstpreise oder Rationierungen von Gütern nach außen hin sichtbar. Liegen die möglichen Verkaufspreise über den staatlichen Preisvorgaben, führt dies in der Regel dazu, dass die Verkäufer ihre Güter nicht mehr anbieten oder für spätere Zeiten zurückhalten. Oft bilden sich jedoch auch Schwarzmärkte, auf denen die Güter dann zu höheren als den vorgegebenen Preisen gehandelt werden (vgl. Bonrath/Dinkela/Kührt, 2004, S. 171).
2.2 Dauer der Inflation
Man unterscheidet zwischen temporärer und permanenter Inflation. Die temporäre Inflation ist nur von vorübergehender Dauer und meist auf einen Konjunkturzyklus beschränkt. Von einer permanenten Inflation spricht man, wenn beständige Preissteigerungen über mehrere Konjunkturzyklen hinweg vorliegen.
2.3 Geschwindigkeit der Inflation
Bei der Geschwindigkeit einer Inflation unterscheidet man:
• die schleichende Inflation: Die Inflationsrate beträgt nur wenige Prozent, setzt sich jedoch konstant über Jahre hinweg fort. Von der schleichenden Inflation sind heute die meisten Länder betroffen, u.a. auch Deutschland.
• die trabende Inflation: Die Preissteigerungen sind höher als bei der schleichenden Inflation, jedoch noch relativ moderat.
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• die galoppierende Inflation: Typische Merkmale einer galoppierenden Inflation sind hohe und schnelle Preissteigerungen sowie ein stark aufgeblähtes Geldvolumen.
Für extrem hohe Inflationsraten hat sich zudem der Begriff „Hyperinflation“ eingebürgert (vgl. Altmann, 2007, S. 146).
3. Ursachen der Inflation
Preise bilden sich durch das Zusammenspiel von Nachfrage und Angebot. Da bei der Preisbildung beide Marktseiten beteiligt sind können Preissteigerungen auch von beiden Seiten ausgehen. Entsprechend wird zwischen Nachfrage-und Angebotsinflation unterschieden.
3.1 Nachfrageinflation
3.1.1 Klassische Nachfrageinflation
Wenn die gesamtwirtschaftliche Nachfrage bei konstantem gesamtwirtschaftlichem Angebot zunimmt, entsteht ein Nachfrageüberhang, der die Preise nach oben zieht (Rechtsverschiebung der Nachfragekurve). Die erhöhte Nachfrage kann hier sowohl seitens der Verbraucher, der Unternehmen oder des Staates ausgehen. Auch ein Zusammenwirken aller drei Marktteilnehmer wäre denkbar.
Grafik 2, Rechtsverschiebung der Nachfragekurve, (Wildmann, 2007, S.58)
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3.1.2 Importierte Nachfrageinflation
Wenn die Erhöhung der Nachfrage vom Ausland ausgeht, spricht man von einer importierten Nachfrageinflation. Sie liegt vor, wenn der Export den Import von Gütern übersteigt. Durch die entstandenen Exportüberschüsse entstehen Zahlungsbilanzüberschüsse. Dem Zulauf von Geldern aus dem Ausland steht keine Erhöhung des Güterangebots im Inland gegenüber, dies führt zu einer Erhöhung des Preisniveaus.
3.2 Angebotsinflation
Die Impulse zur Preissteigerung können nicht nur von der Nachfragerseite, sondern auch von der Angebotsseite ausgehen. Man unterscheidet hier verschiedene Typen der Angebotsinflation.
3.2.1 Gewinninflation
Wenn Unternehmen einen höheren Gewinnanteil erzielen wollen und daher ihre Preise bei unveränderter Nachfrage erhöhen, kann dies eine Gewinninflation verursachen. Dies trifft ebenso zu, wenn die Nachfrage zwar steigt, die die Preiserhöhung aber unverhältnismäßig höher ausfällt. So kommt zu einer Verschiebung der Angebotskurve nach links bzw. oben aufgrund des höheren Preisniveaus.
3.2.2 Kostendruckinflation
Von einer Kostendruckinflation spricht man, wenn Unternehmen nicht bereit sind, Gewinnabschläge hinzunehmen und deshalb ihre gestiegenen Kosten für Produktionsfaktoren über die Preise weitergeben. Dadurch verschiebt sich die Angebotskurve nach links bzw. nach oben, wodurch die Preise steigen Ursachen für zunehmende Kosten können sein:
• höhere Lohnkosten, z.B. durch Tariferhöhungen oder gestiegene Lohnnebenenkosten
• höhere Preise für Rohstoffe oder importierte Produktionsteile
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Arbeit zitieren:
Klaus Kämmler, 2009, Arten, Ursachen und Auswirkungen der Inflation, München, GRIN Verlag GmbH
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Sebastian Lorenzen
Sehr gute Aufarbeitung, danke an den Autor. Und ich hab sogar eine "1" bekommen ;-)
am Tuesday, October 12, 2010-