Inhaltsverzeichnis
1. Analyse der Lernbedingungen 1
1.1 Die Situation der Klasse 1
1.2 Fachliche und methodische Voraussetzungen 1
1.3 Organisatorische Voraussetzungen 2
2. Sachorientierung 2
3. Didaktische Überlegungen/Lernperspektiven/Methoden 3
3.1 Didaktische Überlegungen 3
3.2 Lernperspektiven 5
3.3 Methoden und Medien 6
4. Literaturverzeichnis 9
2
1. Analyse der Lernbedingungen
1.1 Die Situation der Klasse
Die Klasse 3b besuchen derzeit 21 Schülerinnen und Schüler. 1 Das Arbeitsklima in der Klasse hat sich in den letzten Monaten stark gebessert und kann zwischenzeitlich insgesamt als gut bezeichnet werden. Trotzdem kommt es zwischen einzelnen Schülern teilweise noch zu Konflikten. Wichtig ist es deshalb, diese regelmäßig und exemplarisch mit den Kindern zu thematisieren. Einige Schüler haben ein vergleichsweise großes Mitteilungsbedürfnis und noch Schwierigkeiten sich an die Melderegel zu halten. An dieser Stelle sind insbesondere Lasse, Robin und Ilka zu nennen. Erfahrungsgemäß reicht ggf. jedoch eine Erinnerung an diese Regel aus. Gleichzeitig sind es allerdings auch diese drei Kinder, die ein besonderes Maß an Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Schülern an den Tag legen. Seit der verstärkten Umsetzung kooperativer Arbeitsformen in den zwei Sachunterrichtsstunden, die ich in der Klasse wöchentlich halte, haben sich die Teamfähigkeit und damit auch das Sozialverhalten (s.o.) auf Klassenebene stark gebessert und können mittlerweile bereits als gut bezeichnet werden. Oft sind die Kinder in der Lage, motiviert, ausdauernd und zunehmend selbständiger zu arbeiten. Allerdings gibt es auch Schüler (v.a. Jaqueline, Joshua, Lasse), die sich leicht ablenken lassen und in diesen Fällen erneut an den Arbeitsauftrag erinnert werden müssen sowie solche, die vergleichsweise noch mehr Lenkung benötigen. Dazu zählen insbesondere Jaqueline, Thalia, Daniel und Tobias S.
1.2 Fachliche und methodische Voraussetzungen
Alle Schüler wissen bereits aus vorangehenden Unterrichtseinheiten zum Thema „Ernährung“ bzw. zum Thema „Zähne“ und wegen ihrer Teilnahme an einem Aktionstag zum Thema „Gesunde Ernährung“, dass Zucker in großen Mengen und häufig konsumiert zu Übergewicht und Karies führen kann (s. Kap. 2). Ferner sind sich die Schüler darüber bewusst, dass Zucker nicht generell als ungesund bezeichnet werden kann und dass es somit in Ordnung ist, ihn in angemessener Menge und Häufigkeit zu verzehren. Bekannt ist der Klasse natürlich auch, dass in süß schmeckenden Lebensmitteln Zucker enthalten ist. Es ist möglich, dass einige Schüler die enthaltene Zuckermenge unterschätzen, obwohl sie bereits mit der Gestaltung des Zuckertisches begonnen haben. Zudem besteht bei vielen Kindern die Tendenz, viel Zucker vor allem in Süßigkeiten zu vermuten und weniger in nicht primär mit Zucker assoziierten Lebensmitteln, wie Gewürzgurken oder einem Fertigproduktpartysalat (s. Kap. 2). Da die geplante Stunde eine Weiterführung ist, wissen die Kinder bereits, dass sie den Zuckergehalt pro 100 g eines Lebensmittels den Verpackungen entnehmen können. Auch sind sie in der Lage, aufgrund von im Mathematikunterricht erworbener Kompetenzen (z.B. halbschriftliches Multiplizieren mit
1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden nur die männliche Form verwendet.
1
natürlichen Zahlen), die Gesamtzuckermenge von Lebensmitteln zu errechnen. Ebenso durch den Mathematikunterricht ist den Schülern der Umgang mit Waagen und Gewichten vertraut (s. Kap. 3.1). Die Arbeitsform „stummer Impuls“ ist allen Schülern vertraut. Ebenso die Sozialform „Gruppenarbeit“ und die der Konzeption des „Kooperativen Lernens“ zuzuordnende Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe. Hinsichtlich der Zuordnung einzelner Aufgaben zu den entsprechenden Aufgabenbereichen und bezüglich der Kommunikation innerhalb der Gruppe treten allerdings teilweise noch Schwierigkeiten auf. Vor allem Thalia, Jaqueline, Tobias S. und David haben manchmal Probleme, sich in den Gruppenprozess zu integrieren. Es sind auch diese Schüler, die bezüglich des Problemlösens als eher leistungsschwach eingestuft werden können.
1.3 Organisatorische Voraussetzungen
Der Klassenraum der 3b ist etwas klein. Allerdings besteht die Möglichkeit zusätzlich den Flur zu nutzen. Die Schüler der 3b sitzen an fünf Gruppentischen und verfügen über alle für die Unterrichtsstunde notwendigen Materialien.
2. Sachorientierung
Der Zuckergehalt von 500 ml Müllermilch beträgt etwa 66 g und übersteigt damit bereits die von der WHO empfohlene Tagesdosis für eine erwachsene Frau, die bei 50 g Zucker liegt. 2 Dieses Beispiel verdeutlicht, dass der größte Teil des Zuckers nicht im Haushalt, sondern in der Lebensmittelindustrie verarbeitet wird - wesentlich mehr als ein „Laie“ vermutet. 3 Viel Zucker ist nicht nur in Süßigkeiten und süßen Getränken enthalten, sondern auch in nicht primär mit Zucker assoziierten Lebensmitteln, wie Ketchup oder Gewürzgurken. Wichtig ist es, an dieser Stelle zu erwähnen, dass Zucker nach LENZ-GRAF oft in versteckter Form verzehrt wird. 4 Bei einem Teil der Lebensmittelverpackungen ist der Zuckergehalt auf dem Etikett deklariert. Angegeben wird er bezogen auf 100 g und manchmal zusätzlich bezogen auf eine Portion des entsprechenden Lebensmittels. Auf vielen Verpackungen wird er allerdings nicht deklariert, sondern nur der Kohlenhydratgehalt insgesamt. Eine solche Deklaration findet sich bei fast allen Markenprodukten. Zugesetzter Zucker hat in einer gesunden Ernährung eigentlich nichts zu suchen, 5 denn ein häufiger und hoher Zuckerkonsum ist entscheidend an der Entstehung von Zahnkaries und Übergewicht beteiligt. 6 Ferner kann die Entstehung von Allergien, Neurodermitis und ADS begünstigt werden. 7 Ernährungsphysiologisch betrachtet benötigen menschliche Zellen zwar Zucker für die Energiegewinnung, dieser sollte allerdings hauptsächlich durch die körpereigene
2 Vgl. http://www.lagh.hzn.de/lagh_aktuell/I00491A25.0/Zutatenliste_%20N%C3%A4hrwertangaben_%202008.pdf (20.03.09)
3 Vgl. http://www.lagh.hzn.de/ernaehrung/I0011D4B8.0/Knackiges.pdf (20.03.09)
4 Vgl. Ebd.
5 Vgl. Arbeitskreis Jugendzahnpflege Bensheim
6 Vgl. Freund/Lenz-Graf/Thumeyer 2009, S. 1
7 Vgl. Jäkel 2004, S. 20
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Zerlegung hochwertiger Kohlenhydrate gewonnen werden. Diese kommen beispielsweise in Brot, Gemüse und Kartoffeln vor. Direkt aufgenommener Zucker gelangt im Gegensatz zum körpereigen „produzierten“ Zucker schnell ins Blut. Der daraufhin ablaufende Energiegewinnungsprozess kann mit einem Strohfeuer verglichen werden. Der Blutzuckerspiegel steigt rasch an und sinkt danach schnell unter das ursprüngliche Niveau. Dies setzt die Leistungsfähigkeit des Körpers, auch die des Gehirns, stark herab und geht mit einem erneuten Verlangen nach zuckerhaltigen Produkten einher. 8 Nicht nur weißer Haushaltszucker, sondern auch „vollwertige“ Süßungsmittel (Vollrohrzucker, Honig etc.) und Fruchtsäfte bestehen aus bzw. enthalten Zucker und sind deshalb bezüglich ihrer Wirkung auf den Körper ähnlich einzuschätzen wie weißer Haushaltszucker. 9 Aus Raumgründen und weil es für die geplante Stunde nicht relevant ist, wird an dieser Stelle auf die Unterscheidung der Zuckerarten auf chemischer Ebene (Saccharose, Fructose, Dextrose etc.) verzichtet. Auch Obst enthält Zucker. Trotzdem ist es gesund für den Körper und sollte deshalb mehrmals am Tag verzehrt werden. Es liefert lebenswichtige Vitamine und Ballaststoffe. 10 Fruchteigenen Zucker enthält es in der Relation dazu in ausgewogener Menge. 11 Ferner handelt es sich bei Obst um kauaktive Lebensmittel. Durch das Kauen wird mehr und hochwertigerer Speichel gebildet, welcher den Zuckerimpuls kompensiert. 12 Deshalb wirkt der Zucker in Obst nur wenig kariogen. Es stellt somit eine geeignete Alternative zu Süßigkeiten dar. 13 Der Verzehr von Zucker ist tief in unserer abendländischen Esskultur verwurzelt. Aus diesem Grund besteht in der einschlägigen Literatur Konsens darüber, dass ein Verzicht auf Zucker schwer möglich ist und auch nicht nötig. Ob Zucker ungesund wirkt, hängt von der Menge und der Häufigkeit des Verzehrs ab (s.o.). Wichtig für eine gesunde Ernährung ist es deshalb, diese beiden Variablen klein zu halten. 14 Abschließend ist es noch wichtig zu erwähnen, dass nach JÄKEL Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe keine wirkliche Alternative zu Zucker darstellen, da sie sich nachteilig auf den Stoffwechsel auswirken sowie Durchfall verursachen können. 15
3. Didaktische Überlegungen/Lernperspektiven/Methoden
3.1 Didaktische Überlegungen
Das Thema der geplanten Unterrichtsstunde kann der Gesundheitserziehung und somit im Rahmenplan dem sachunterrichtlichen Lernfeld „Körper“ zugeordnet werden. 16 Gleichzeitig
ermöglicht es, die im Rahmenplan geforderten und für den Sachunterricht als besonders
8 Vgl. Jäkel 2004, S. 18
9 Vgl. Arbeitskreis Jugendzahnpflege Bensheim
10 Vgl. http://www.lagh.hzn.de/ernaehrung/I0011D4B8.0/Knackiges.pdf (20.03.09)
11 Vgl. Arbeitskreis Jugendzahnpflege Bensheim
12 Vgl. Freund/Lenz-Graf/Thumeyer 2009, S. 9
13 Vgl. http://www.lagh.hzn.de/ernaehrung/I0011D4B8.0/Knackiges.pdf (20.03.09)
14 Vgl. Freund/Lenz-Graf/Thumeyer 2009, S. 1 und. http://www.lagh.hzn.de/ernaehrung/I0011D4B8.0/Knackiges.pdf (20.03.09)
15 Vgl. Jäkel 2004, S. 21
16 Vgl. Rahmenplan S. 140
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wichtig erachteten didaktischen Grundsätze „Handlungsorientierung“ 17 , „Lernen in Situationen“ 18 und „fächerübergreifendes Arbeiten“ 19 umzusetzen. Die Option, das Handlungsprodukt (Zuckertisch) auch anderen Klassen und den Eltern zugänglich zu machen, ermöglicht „echte“ Handlungsorientierung im Sinne DIEKMANNS, da die Handlung somit Erstcharakter und einen sozialen Bezug aufweist. Sie schafft eine Wirklichkeit, die auch andere Menschen (außerhalb des Klassenzimmers) betreffen und eröffnet damit eine zusätzliche Sinnperspektive. 20 Nach KAISER ist ein verändertes Gesundheitsbewusstsein bei Kindern kaum durch den Erwerb rein theoretischen Wissens zu erreichen. Deshalb erachtet die Autorin diesbezüglich das Prinzip der Handlungsorientierung als besonders wichtig. 21 Die Gestaltung eines Zuckertisches bietet den Kindern die Möglichkeit, handelnd zu erfahren, wie viel Zucker in Lebensmitteln enthalten sein kann. Lernpsychologisch betrachtet strukturieren sie dabei ihr Wissen im Gehirn selbst. Ferner schließt handelndes Lernen die Aktivierung verschiedener Sinne ein. Beides sorgt für eine bessere Vernetzung des Gelernten im Gedächtnis. Dadurch wird das Wissen besser abrufbar und transferfähig. 22 Das Thema „Ernährung“ und somit auch das Thema der geplanten Unterrichtsstunde beziehen sich direkt auf die Erfahrungswelt von Kindern. 23 Die Schüler der Klasse 3b verzehren täglich verarbeitete zuckerhaltige Lebensmittel. Sie begegnen ihnen überall im Alltag: in Supermärkten, Kiosken, Tankstellen und vielen anderen Geschäften sowie natürlich auch zu Hause. Viele dieser Lebensmittel werden irreführender Weise als besonders gesund beworben. Die tatsächliche Menge an enthaltenem Zucker tritt dabei in den Hintergrund und ist vielen Kindern nicht bewusst. Die Gestaltung eines Zuckertisches stellt eine Möglichkeit dar, diese Menge an (verstecktem) Zucker für die Kinder exemplarisch anhand ausgewählter Lebensmittel sichtbar werden zu lassen. Auch befähigt sie dieses Unterrichtsvorhaben dazu, den Zuckergehalt den Nährwertangaben von Lebensmittelverpackungen zu entnehmen. Sie lernen ihre Lebenswirklichkeit besser zu verstehen und kompetenter in ihr zu handeln. Dies stellt ein wichtiges längerfristiges Ziel des Sachunterrichts dar. 24 Dadurch wird eine wichtige
Voraussetzung für die längerfristige Veränderung des Gesundheitsbewusstseins und Essverhaltens der Schüler geschaffen. Wegen der möglichen Spätfolgen einer ungesunden Ernährungsweise bzw. eines Zuckerkonsums in großen Mengen (s. Kap. 2), ist dies für die Zukunft der Kinder von großer Bedeutung. JÄKEL und SCHRENK weisen jedoch passend zu diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Lehrer bei der Ernährungsbildung einer fast unlösbaren Aufgabe gegenübersteht. Er trifft bei Schülern auf im Alltag gut funktionierende Essgewohnheiten, die von Geburt an erlernt wurden. Mögliche Spätfolgen sind durch die
17 Vgl. Ebd. S. 28
18 Vgl. Ebd. S. 30
19 Vgl. Ebd. S. 122
20 Vgl. Diekmann 2001, S. 84
21 Vgl. Kaiser 2001, S. 52
22 Vgl. Vester 1983, S. 142 und Diekmann 2001, S. 93
23 Vgl. Kaiser 2001, S. 52
24 Vgl. Rahmenplan, S. 122
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Kinder nicht abschätzbar. Mit Verboten und Warnungen vor Fehlverhalten ist deshalb nicht viel zu erreichen. Wichtig erscheint hier vor allem, das Thema kontinuierlich im Blick zu behalten und Verhaltensweisen längerfristig und handlungsorientiert zu erarbeiten. 25 Die Schule an der Weschnitz ist eine mit dem Teilzertifikat „Ernährung“ ausgezeichnete gesundheitsfördernde Schule. Ihrem schulinternen Curriculum zufolge, soll im Sachunterricht mindestens einmal im Schuljahr eine Einheit zum Thema „Gesunde Ernährung“ durchgeführt werden, um die im Schulprogramm geforderte kontinuierliche Gesundheitserziehung sicherzustellen. Somit verfügen die Schüler der Klasse bereits über ein differenziertes Vorwissen (s. Kap. 1.2) und haben für die Ernährung betreffende Themen bereits ein großes Interesse entwickelt. Dieses soll durch das geplante Unterrichtsvorhaben weiter vertieft werden. Zum Zeitpunkt der Prüfungslehrprobe wird im Mathematikunterricht die Unterrichtseinheit „Wiegen und Rechnen mit Gramm und Kilogramm“ bereits längere Zeit behandelt. Dadurch verfügen die Kinder über die für die Gestaltung des Zuckertisches benötigten mathematischen Kompetenzen (s. Kap. 1.2). Diese stellen zwar eine wichtige Arbeitsgrundlage dar, stehen aber nicht im Zentrum des Unterrichts. Es wäre auch möglich gewesen, den Zuckergehalt ausgewählter Lebensmittel den Kindern anhand des Zuckertisches des Arbeitskreises Jugendzahnpflege zu verdeutlichen. Dies hätte den Vorteil, dass es die Kinder ausschließlich mit Markenprodukten zu tun hätten, was aufgrund meist fehlender Zuckerangaben dieser Produkte bei der eigenen Gestaltung eines Zuckertisches nicht möglich ist (s. Kap. 2). Markenprodukte haben einen größeren Wiedererkennungswert als andere Produkte. Deshalb können sie besser mit ähnlichen Lebensmitteln verglichen werden. Die Vorteile der eigenen Gestaltung eines Zuckertisches hingegen überwiegen diesen Vorteil und sind oben bereits ausführlich dargelegt. Im Sinne einer didaktischen Reduktion wird die Gestaltung des Zuckertisches auf Lebensmittel beschränkt, deren Zuckergehalt deklariert ist. Sonst wäre eine für die Kinder wenig lebensnahe Verwendung spezieller Zuckerlisten nötig. Auch werden nur Lebensmittel benutzt, deren Gesamtgewicht durch volle Hunderterzahlen angegeben ist. Andernfalls würden die mathematischen Kompetenzen der Schüler nicht ausreichen (s. Kap. 1.2).
3.2 Lernperspektiven Stundenziel:
Die Schüler sind in der Lage, den Zuckergehalt verschiedener Lebensmittel zu schätzen und zu bestimmen sowie in selbständiger Gruppenarbeit einen Zuckertisch zu gestalten. Teilziele: Die Schüler sind in der Lage,…
25 Vgl. Jäkel/Schrenk 2001, S. 209
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N den Gesamtzuckergehalt verschiedener Lebensmittel zu ermitteln und in Zuckerwürfeln anzugeben.
N kooperativ und selbständig in der Gruppe zu arbeiten.
N zu der Erkenntnis zu gelangen, dass auch in nicht primär mit Zucker assoziierten Lebensmitteln viel Zucker enthalten sein kann. N über ihren Lernzuwachs und den Sinn ihrer Arbeit zu reflektieren.
3.3 Methoden und Medien
Der Einstieg in die Stunde findet im Stuhlkreis mittels vier stark zuckerhaltiger Lebensmittel als stummem Impuls statt. In dieser temporären Sitzordnung können die Kinder die Lebensmittel besser sehen als von ihren Plätzen aus. Dadurch und wegen der größeren Nähe der Schüler zueinander und zum Lehrer, wird ihre Aufmerksamkeit erhöht und das anschließende LS-Gespräch erleichtert. Stumme Impulse sind den Schülern vertraut (s. Kap. 1.2) und geben dem Lehrer die Möglichkeit, seinen Redeanteil zu reduzieren, das Gespräch weniger zu dominieren und somit den Schülern mehr Raum für Äußerungen zu lassen. Gleichzeitig sind sie als offener zu bewerten als Impulse in Frageform. Es wäre auch möglich gewesen, den Einstieg mittels des in der vorangehenden Stunde bereits begonnenen Zuckertisches als stummem Impuls zu gestalten. Die letztendlich gewählte Möglichkeit erscheint allerdings sinnvoller, da die Kinder so bereits zu Beginn der Stunde mit den Produkten konfrontiert werden, deren Zuckergehalt sie später bestimmen sollen. Der didaktische Grundsatz „Weiterführung von Medien“ ist somit berücksichtigt. Das anschließende LS-Gespräch zielt primär darauf ab, den Schülern das Unterrichtsvorhaben und dessen Problemstellung transparent zu machen und sie beides verbalisieren zu lassen. Lernpsychologisch betrachtet unterstützt diese Transparenz die Aktivierung eines Netzes aus Vorwissen, das dann zur Bewältigung der entsprechenden Aufgabe herangezogen werden kann. Ferner kann an dieses Netz neu erworbenes Wissen andocken. Gleichzeitig ist Transparenz eine Voraussetzung dafür, dass den Schülern Wert und Bedeutung des „Lernstoffs“ einsichtig werden. Diese Einsicht hat eine motivationsfördernde Wirkung. 26 Die
Kinder werden mit einem weiteren Lebensmittel konfrontiert (Partysalat). Sie äußern Vermutungen darüber, ob auch in diesem Produkt viel Zucker enthalten ist und werden diesbezüglich voraussichtlich geteilter Meinung sein. Eine Gruppe wird herausfinden, dass auch dieses Lebensmittel viel Zucker enthält. Die Lösung dieser zweiten Problemstellung soll den Schülern die Erkenntnis ermöglichen, dass auch in nicht primär mit Zucker assoziierten Lebensmitteln viel Zucker enthalten sein kann. Um den Schülern bereits während der Phase der Problemlösung zu ermöglichen, einen Teil ihrer Aufmerksamkeit auf ihren Lernprozess bzw. Lernzuwachs zu richten, erinnert der Lehrer die Kinder kurz vor dieser Phase mittels
26 Vgl. Vester 1983, S. 141f
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Arbeit zitieren:
Jochen Bender, 2009, Unterrichtsstunde: Zucker in unserer Ernährung (Klasse 3/4), München, GRIN Verlag GmbH
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