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Bayerische Julius-Maximilians-Universität
Philosophische Fakultät II
Institut für Mittelalterliche Geschichte
„Die Reichsinsignien“
Schriftliche Hausarbeit für das Seminar
„Grundzüge der mittelalterlichen Verfassungsgeschichte“
Vorgelegt von:
Jan Richter
Magister Neuere und Neueste Geschichte (NF)/ 4.Semester
Würzburg
Sommersemester 2002
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Inhaltsverzeichnis: Seite
1. Einleitung 3
2. Was versteht man unter mittelalterlichen Reichsinsignien 4
3. Bedeutung der Reichsinsignien zur Herrschaftslegitimation 7
3.1 Überweisung und Benutzung der Reichsinsignien 7
3.2 Rechtliche Bedeutung 9
4. Zusammenfassung 10
5. Buchrezension 10
6. Literaturverzeichnis 11
6.1 Quellen 11
6.2 Sekundärliteratur 11
1. Einleitung
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit den deutschen Reichsinsignien und ihrer Bedeutung
für das Mittealter im Einzugsgebiet Mitteleuropas Besonders weil das Seminar sich
schließlich mit den Grundzügen der Verfassungsgeschichte im Mittelalter befaßt scheint es
mir wichtiger die Hintergründe der Legitimation der Herrschaft durch die Verleihung der
Reichsinsignien zu untersuchen als mich auf eine bloße kunsthistorische Beschreibung der
verschiedenen Objekte zu versteifen Essenziell ist doch die Frage ob die Reichsinsignien
wirklich ihrem Ruf gerecht werden und als unerläßlich für die weltliche Krönung und zur
Representation dieses Ranges anzusehen sind oder ob sie mehr ideelen Charakter hatten und
andere Faktoren eine weitaus größere Rolle spielten Das hier vor allem auch eine
Unterscheidung zwischen den in den drei erhaltenen Quellengattungen erhaltene Realien
zeitgenössische Bilddarstellungen und schriftliche Bezeugungen stattfinden muss ist
offensichtlich da es doch bei deren Auswertung zu unterschiedlichen Ergebnissen durch
verschiedene methodische Zugriffe kommen kann So kann ein Bild eines Königs mit den
Reichsinsignien noch nichts über ihren tatsächlichen Stellenwert zur Zeit der Königskrönung
aussagen Die Hauptfrage die es demnach zu klären gilt ist: Welche Bedeutung hatten die
mittelalterlichen Reichsinsignien im Bezug auf das zeremonielle Handeln und das politische
4
Denken, sowie, welche Wirkung erzielten sie als Herrschaftszeichen der deutschen Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches?
2. Was versteht man unter mittelalterlichen
Reichsinsignien ?
Mit dem Begriff der Reichsinsignien, oder auch Reichskleinodien, bezeichnet man den bedeutendsten Kronschatz des Mittelalters, des Heiligen Römischen Reiches. Mit diesen Reichsinsignien sollte das Reich selbst symbolisiert werden und wurden daher im Mittelalter gelegentlich als daz riche bezeichnet oder lateinisch regnum, imperium. 1 Im Hochmittelalter variieren die Bezeichnungen für den eigentlichen Insignienschatz zwischen Ausdrücken wie: insignia imparialia, regalia insignia, imperialis celsitudinis, insignia imperialis capellae quae regalia dicuntur und anderen. 2 Da man daraus ablesen kann, daß es vornehmlich um eine Bezeichnung in Beziehung auf die Besitzzugehörigkeit geht (kaiserliche oder königliche Insignien) wird ersichtlich, daß der Reichsbegriff erst im Spätmittelalter in stärkerem Zusammenhang mit den Insignien tritt. Die Insignien lassen sich anhand der in diesem Maße nicht vorhandenen Struktur eines Reiches im Früh- bzw.- Hochmittelalter auch nicht an das Reich gebunden präzisieren, sondern vielmehr als ein Symbol eines monarchischen Amtsträgers. 3 Weiterhin wird nicht speziell zwischen kaiserlichen oder königlichen Insignien unterschieden, sondern es dienten je nach Funktion die selben Gegenstände zur Darstellung beider Würden. 4 Die Reichskleinodien werden allgemein in vier Gruppen unterteilt: 5
1. Die Insignien welche die Reichskrone, das Reichsschwert (Maritiusschwert), den
Reichsapfel, das Szepter 6 und das Zeremonienschwert umfassen, sowie in einer isolierten Stellung das Aspergile.
1 Erler, Adalbert:Reichsinsignien, Reichskleinodien, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte(HRG),hg. von Erler Adalbert; Kauffmann, Ekkehardt, Berlin, 1990, Spalte 638 ff.; Pleticha, Heinrich: Des Reiches Glanz, Freiburg, 1989, S. 11.
2 Petersohn, Jürgen: Die Reichsinsignien im Herrscherzeremoniell und Herrschaftsdenken des Mittelalters, in : Die Reichskleinodien.Herrschaftszeichen des Heiligen Römischen Reiches, hg. von Becker, Hans-Jürgen, Göppingen, 1997, S.165.
3 Vgl. Erler: Reichsinsignien, HRG, Sp 638 f.; Petersohn: Reichsinsignien im Herrscherzeremoniell, S. 165. 4 Petersohn, Reichsinsignien im Herrscherzeremoniell, S. 165.
5 Fillitz, Hermann: Die Reichskleinodien, in: Krönungen. Könige in Aachen-Geschichte und Mythos, hg. von Kramp, Mario, Mainz, 2000, S.141 f.; eine detaillierte Darstellung mit einzelner Beschreibung der Gegenstaende findet sich bei: Fillitz, Hermann: Die Insignien und Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches, Wien, 1954, S. 50 ff.
Quote paper:
Jan Richter, 2002, Die Reichsinsignien, Munich, GRIN Publishing GmbH
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