Inhaltsverzeichnis
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1 Einleitung 1
2 Ausgangsannahme und die zentrale Rolle von Krisen 2
2.1 Zentrale Rolle von Krisen 2
3 Der Verlauf des Konjunkturzyklus 4
3.1 Die Phase des Aufschwungs 4
3.2 Das Ende des Aufschwungs 6
3.3 Die Phase der Depression 7
4 Schlussbemerkung 12
Literaturverzeichnis 13
I
1 Einleitung
Diese ‚kurze‘ Seminararbeit und das dazugehörige Referat entstehen im Rahmen der Veranstaltung Dogmengeschichte: Schumpeters „Theorie der Wirtschaftlichen Entwicklung“. Im Fokus der Arbeit sowie der Veranstaltung steht das erstmals im Jahr 1911 aufgelegte Werk „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung: Eine Untersuchung über Unternehmergewinn, Kapital, Kredit, Zins und den Konjunkturzyklus“ von Joseph Alois Schumpeter (1883 bis 1950). Schumpeter verfasste dieses umfassende Werk im Alter von 28 Jahren, als jüngster Professor der Donaumonarchie in Czernowitz. 1
Speziell in dieser Arbeit steht der von Schumpeter im sechsten Kapitel der „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ dargestellte „Zyklus der Konjunktur“ im Fokus. Es ist jedoch anzumerken, dass dieses Kapitel von Schumpeter mit der vierten Auflage aus dem Jahr 1934 umbenannt wurde. In den ersten drei Bänden überschrieb er dieses Kapitel noch mit: „Das Wesen der Wirtschaftskrisen“.
Hier versuche ich einen kurzen Einblick in die Schumpetersche Sichtweise der wirtschaftlichen Wellenbewegung zu geben. Es stellen sich dabei die Fragen: Wie kommt es zu konjunkturellen Zyklen, wer beeinflusst diese oder wie geht der typische Verlauf von statten.
Dieses weitreichende Thema, welches im 6. Kapitel seines Werkes erörtert wird, war auf der einen Seite Grundlage für Schumpeters eigene Forschung der darauffolgenden Jahrzehnte. Beispielsweise entwickelte er die Ansätze in seinem 1939 erschienenen, über 1000 Seiten umfassenden Werk „Business Cycles. A Theoretical, Historical and Statistical Analysis of the Capitalist Process“ zu Deutsch: „Konjunkturzyklen” weiter. Auf der anderen Seite griffen andere führende Ökonomen des vergangenen Jahrhunderts Schumpeters Betrachtungsweisen auf, denn die Ansätze haben ihre grundsätzliche Gültigkeit bis in die heute geführten Konjunkturdiskussionen nicht verloren.
Phasen der wirtschaftlichen Wellenbewegungen sind laut Schumpeter bereits seit den Napoleonischen Kriegen (1799 bis 1815) augenscheinlich und von anderen Schwankungen zu unterscheiden. 2
1 Vgl. Siemon (2008, S. VIII).
2 Vgl. Schumpeter (1927, S. 295).
2 Ausgangsannahme und die zentrale Rolle von Krisen
Bevor ich zu den eigentlichen Konjunkturzyklen komme, ist es notwendig kurz darzustellen, welche Ausgangslage oder welches theoretische Grundgerüst den Schumpeterschen Konjunkturzyklen zugrunde liegt.
Als seinen theoretischen Ausgangspunkt verwendet er, in Anlehnung an die Arbeiten Léon Walras‘ ein vollkommenes Gleichgewichtsmodell mit vollkommendem Wettbewerb. Er stellt aber frühzeitig dar, dass dies zwar als Knochengerüst dient, jedoch wegen der Abstraktheit und Wirklichkeitsfremde, schnell an seine Grenzen stößt. 3 Obwohl Schumpeter 1927 in dem Artikel „The Instability of Capitalism“ auf die Rolle von Monopolen im System und die daraus entstehenden Schwankungen eingeht, 4 soll zur Vereinfachung weitgehend von einer Wettbewerbswirtschaft ohne Monopole ausgegangen werden.
Die entscheidende Voraussetzung, die Schumpeter sowohl in 1911 in der „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ als auch in späteren Arbeiten aufstellt, ist die Endogenität der Ursachen. Das bedeutet, dass die Auslöser für Krisen und für die Instabilität des Systems immer aus dem System selbst kommen müssen. Für die theoretische Betrachtung ist beispielsweise von sozialen, politischen und anderen von außen wirkenden Momenten zu abstrahieren. 5
2.1 Zentrale Rolle von Krisen
Wie bereits kurz in der Einleitung angesprochen wurde standen im ersten Band des Werkes „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ die Krisen noch in einem wesentlich zentraleren Fokus als im vierten Band von 1934. Denn Schumpeter macht deutlich, dass eine Krisentheorie, ohne das Verständnis über die Vorgänge des vorhergehenden Aufschwungs nicht möglich sei. 6
Das Krisenphänomen, welches ihre Ursache in vorherigen Störungen hat, sieht Schumpeter als notwendiges Element von kapitalistischen Wirtschaften an: „[…] it is extremely probable that crisis are an essential element of the capitalistic process and not merely occasional breakdowns […].“ (Schumpeter, 1927, S. 287). Denn Krisen
3 Vgl. Schumpeter (2008, S. 75f.) und Matis, Bachinger (2004, S. 10).
4 Vgl. Schumpeter (1928, S. 360ff.).
5 Vgl. Schumpeter (1928, S. 361ff.).
6 Vgl. Hagemann (2008, S. 8).
bringen die Wirtschaftliche Entwicklung aus der Bahn und ändern den Verlauf in eine andere Richtung. Es kommt also nicht nur zu einer Ablenkung der Entwicklung, so dass sich beispielsweise die Stärke des Aufschwungs ändert, sondern zu einer Richtungs- und Trendänderung. 7
Zum Verständnis der Vorgänge ist es entscheidend, dass man sich deutlich macht, dass die Krisen bei Schumpeter grundsätzlich von innen heraus verursacht werden. Obwohl es in der Realität unzweifelhaft äußere Einflüsse gibt, welche an bestimmten Punkten der Wirtschaft Störungen und Änderungen hervorrufen können, soll von diesen exogenen Einflüssen abgesehen werden. 8 Denn laut Schumpeter können derartige, von außen wirkende Störungen keine periodischen Zyklen erklären. Die Einflüsse wären entweder zu gering, so dass sie vom System kompensiert werden können; wären nicht periodisch oder würden nur an sehr bestimmten Punkten der Wirtschaft angreifen. 9
Auf den folgenden Seiten soll dargestellt werden, welche rein wirtschaftlichen Phänomene es schaffen, eine gesamte Volkswirtschaft aus einem anfänglichen Gleichgewichtszustand zu bringen und so eine fortlaufende Wellenbewegung der Wirtschaft auslösen.
7 Vgl. Schumpeter (1987, S. 332).
8 Vgl. Schumpeter (1987, S. 328 - 331).
9 Vgl. Schumpeter (1927, S. 290f.).
Arbeit zitieren:
Konrad Westphal, 2009, Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung - Der Konjunkturzyklus, München, GRIN Verlag GmbH
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