Wissens zu verstehen. Somit ist auch hören für Aristoteles eine Voraussetzung, um zum Lernen in der Lage zu sein.
Aristoteles setzt in 980a, Zeile 27 voraus, dass Erfahrung aus Erinnerungen erwachse. Der Mensch habe dazu die Fähigkeit des schlussfolgernden Denkens und der „Kunst“. Er erklärt weiter, dass aus der Fähigkeit zur Erfahrung die Wissenschaft und die Kunst entstünden. Die Erfahrung ist damit eine weitere Stufe des Wissens, die aber lediglich die Bündelung von Vorstellungen beinhaltet.
Aristoteles definiert, dass „Kunst“ jenes genannt wird, was „[…]aus vielen durch Erfahrung gewonnenen Gedanken eine allgemeine Auffassung über Ähnliches bildet.“ 4 Aristoteles erklärt, dass es hierbei nicht nur um die bloß Erfahrung geht, sondern um die Abgrenzung von Zusammenhängen und die damit verbundene Relativierung der Erkenntnis und eine Gruppenbildung. Die Kunst habe „[…] eine Kenntnis des Allgemeinen […]“ 5 , aber nicht der Einzeldinge. In der praktischen Hinsicht sei also die Erfahrung hilfreicher, die auf Einzeldinge eingehen könne. Das Künstlerdasein wird damit von der Muße abhängig gemacht. Nun wendet Aristoteles den Common Sense ein, der den Künstler für weiser erklärt, „[…]als die Männer der Erfahrung, als ob bei allen die Weisheit vorzugsweise eine Folge des Wissens sein.“ 6 Er erklärt sich diesen Sachverhalt folgendermaßen: „Dies tun wir, weil die einen die Ursachen kennen, die anderen aber nicht.“ 7 Die „Männer der Erfahrung“ könnten zwar hervorbringen auch aufgrund der „Gewohnheit“, die Künstler könnten aber unterrichten. Diese Vorstellung das Lehren bezieht sich auf das Lehren durch Worte. Im griechischen heißt „Wort“ Logos, was auch als Verstand übersetzt werden kann.
Er greift die Abgrenzung vom Beginn seines Textes auf und erklärt nun, warum die Sinnenswahrnehmungen keine Bedingungen für Weisheit sein können. In 981b; Zeile 10ff beschreibt er, dass diese zwar „die entschiedensten Kenntnisse der Einzeldinge“ vermittelten, aber nicht das „Warum“ aufdeckten“, sondern lediglich vorhandenes reflektierten. Zudem seien Sinneswahrnehmungen, wie bereits erwähnt, allen Menschen angeboren und somit nichts Besonderes. Das Wissen und im weiteren Verlauf die Weisheit muss laut dieser Definition durch die Erkenntnis des Äußeren erlangt werden.
4 981a; Zeile 6 ff.
5 981a; Zeile 17
6 981a; Zeile 27
7 981a; Zeile 28
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Arbeit zitieren:
Kati Neubauer, 2005, Aristoteles und das Göttliche der Weisheit, München, GRIN Verlag GmbH
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