Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 3
2 Grundlegende Konzepte. 4
2.1 Begriffsdefinition Komplexität. 4
2.2 Komplexität in Bezug auf Einkommensteuersysteme 4
2.3 Die Relevanz von Komplexität. 5
3 Zeitliche Entwicklung. 7
3.1 Zeitlich-deskriptive Längsschnittvergleiche weltweit seit 1981 7
3.2 Komparative Analyse: Entwicklungsländer vs. Industriestaaten 8
4 Einkommensteuerreformen 10
4.1 Das Beispiel Flat Tax. 10
4.2 Exemplarische Panelanalyse. 12
5 Fazit und Ausblick 16
6 Literaturverzeichnis 17
1 Einleitung 3
1 Einleitung
Nationale Einkommensteuersysteme unterliegen einem ständigen Wandel. Forderungen nach Reformen zur Vereinfachung der Systeme sind allgegenwärtig. Diese Seminararbeit befasst sich mit der Betrachtung und dem Vergleich verschiedener Einkommensteuersysteme von Staaten auf der ganzen Welt im Zeitablauf mit Fokus auf deren Komplexität. Zu Beginn der Arbeit geht der Autor auf den Begriff „Komplexität“ im Allgemeinen ein und erläutert diesen anschließend besonders im Zusammenhang mit nationalen Einkommensteuersystemen. Anschließend folgt eine deskriptive Analyse der zeitlichen Entwicklung mit Fokus auf den Zeitraum ab Beginn der 1980er Jahre. Außerdem wird untersucht, ob die Entwicklung der Komplexität zwischen Entwicklungsländern und Industriestaaten einen markanten Unterschied aufweist. Am Beispiel der Einheitssteuer „Flat Tax“ wird die Bestrebung der Regierungen, Steuerreformen zur Reduzierung der Komplexität durchzuführen, veranschaulicht. Eine globale Betrachtungsweise beinhaltet die Untersuchung von Nationen mit auffälliger Entwicklung der Komplexität ihrer Einkommensteuersysteme.
Die zentrale Hypothese lautet, dass sich im Zeitablauf global eine Tendenz hin zu reduzierter Komplexität der Einkommensteuersysteme bemerkbar macht, um unter anderem Unsicherheit auf Seiten der Steuerzahler zu vermeiden. Erklärungsansätze finden sich in der deutlichen Abnahme von verschiedenen Steuerklassen, einer allmählichen Beseitigung von Steuerzuschlägen, oder einer verminderten Vielfalt an Freibeträgen. Anhand von Beispielen wie Dänemark, Großbritannien und den USA wird untersucht, ob diese Annahme in allen Fällen zutrifft.
Schließlich gilt es, die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit aufzuzeigen.
2 Grundlegende Konzepte 4
2 Grundlegende Konzepte
Bevor in dieser Arbeit näher auf die zeitliche Entwicklung der Komplexität eingegangen wird, behandelt der folgende Abschnitt zunächst den Begriff „Komplexität“ selbst. Einer Definition des Begriffs im Allgemeinen folgt eine spezifische Betrachtung im Zusammenhang mit nationalen Einkommensteuersystemen.
2.1 Begriffsdefinition Komplexität
Komplexität meint in der Regel ein umfangreiches System oder verwickelte Umstände, welche auf den ersten Blick nicht komplett zu erfassen sind. Sie kann als das Gegenteil von Einfachheit verstanden werden. Damit wirkt ein komplexer Zusammenhang oftmals abschreckend und undurchschaubar, während eine einfache Gestaltungsweise zunächst positiv wirkt. Gegenüber Spezialisten haben schlechter Informierte Nachteile, sofern sie sich mit dem entsprechenden System befassen müssen. In diesem Fall entstehen für die Betroffenen hohe Informationskosten. Dadurch fühlen sie sich schnell verunsichert. Der Begriff Komplexität kann sowohl komplexe, also vielschichtige, umfassende und zusammenhängende Merkmale, als auch komplizierte, und damit schwierige und problematische Aspekte beinhalten.
2.2 Komplexität in Bezug auf Einkommensteuersysteme
Im Falle eines komplexen Einkommensteuersystems haben besser Informierte Vorteile gegenüber schlechter Informierten, was die Struktur sowie die Vorschriften des Systems angeht, und somit haben die erstgenannten größere Steuerhinterziehungsanreize. Sie kennen die Details des Systems, sind mit Ausnahmeregelungen vertraut und können die Gefahr und Intensität einer Bestrafung für Steuerhinterziehung einschätzen. Ein solches System kann in Einzelfällen zu Misstrauen gegenüber dem Staat führen, da die
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Informationskosten für den Steuerzahler zu hoch angesehen werden. Andererseits besteht die Gefahr, dass ein vereinfachtes Einkommensteuersystem zu oberflächlich und ungerecht wird, sofern beispielsweise die Anzahl der Steuerklassen reduziert wird.
Finanzwissenschaftler gehen davon aus, dass die Einkommensbesteuerung grundsätzlich differenziert durchgeführt wird, um die verschiedenen Wirtschaftstätigkeiten der einzelnen Individuen zu berücksichtigen. Geht man davon aus, dass jeder Steuerzahler bei der Einkommensteuer individuell und damit gerecht behandelt wird, steigt die Zahl der Steuersätze. Damit sind ein großer Administrationsaufwand und folglich ein hoher Grad der Komplexität verbunden (vgl. Blankart, 2003: 269 ff.).
2.3 Die Relevanz von Komplexität
Im Allgemeinen entstehen nationale Einkommensteuersysteme unter der Berücksichtigung der Faktoren Gleichheit und Effizienz. Das impliziert, dass eine Einkommensteuer einerseits gerecht und andererseits gesamtvolkswirtschaftlich effizient sein sollte. Diese beiden Aspekte stehen häufig im Konflikt zueinander. Daneben ist die Komplexität von besonderer Relevanz. Der Grad der Komplexität hat großen Einfluss auf die Steuergerechtigkeit und -effizienz. Beispielsweise kann ein einfaches Einkommensteuersystem zu geringeren Einhaltungskosten für den Steuerzahler und somit zu erhöhter volkswirtschaftlicher Effizienz führen (vgl. Sabirianova et al., 2007: 1 ff.). Hingegen führen eine besonders gerechte Einkommensteuerbelastung und die damit verbundenen detaillierten Regelungen zu mehr Komplexität (vgl. Sabirianova et al., 2007: 14). Ein gewisses Maß an Komplexität ist in Bezug auf die Steuergerechtigkeit nicht zu umgehen. Sofern ein nationales Einkommensteuersystem jedoch kompliziert wird und damit Probleme hervorruft, besteht der Bedarf einer Steuerreform.
Daraus ergibt sich die Frage, ob es Regierungen im Zeitablauf gelingt, einen angemessenen Grad der Komplexität ihres nationalen Einkommensteuersystems
Arbeit zitieren:
Stefanie Dietzel, 2008, Die Zeitliche Entwicklung der Komplexität Nationaler Einkommensteuersysteme, München, GRIN Verlag GmbH
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