Inhaltsverzeichnis
1 Max Slevogt und die Pfalz. 2
2 Max Slevogt: Leben und Werk 4
2.1 Zur Biografie des Künstlers. 4
2.2 Studium und künstlerischer Werdegang 7
2.3 Künstlerische Gestaltungsprinzipien 9
2.4 Max Slevogt in Bildbeispielen aus der Pfalzgalerie Kaiserslautern 10
2.4.1 Max Liebermann, 1901 10
2.4.2 Familienbild Slevogt im Garten von Godramstein, 1911/1912 11
2.4.3 Blühende Kakteen mit Katze, 1928. 13
3 Impressionismus 15
3.1 Entwicklung in Frankreich 15
3.2 Die Entwicklung in Deutschland. 16
3.3 Impressionismus:
Deutschland , Frankreich -Unterschiede und Gemeinsamkeiten. 18
4 Schlussbetrachtung. 20
Literaturverzeichnis 21
Internetquellen...................................................................................................... 22
Aus urheberrechtlichen Gründen wurde darauf verzichtet, die zu Grunde gelegten Werke Slevogts dem Text
als Abbildungen beizufügen. Die Autorin verweist an gegebener Stelle jeweils auf eine Quelle in der Literatur
bzw. im Internet, wo das betreffende Werk eingesehen werden kann.
2
1 Max Slevogt und die Pfalz
Max Slevogt hat für die Pfalz eine besondere Bedeutung, deren Ursprung in seiner familiären Verbindung zur Region liegt: Als Kind und junger Mann verbringt er die Ferien häufig bei Verwandten in der Pfalz, später richtet er sich einen Sommersitz auf dem Gutshof Neukastel bei Leinsweiler ein. Das schlossähnliche Gebäudeensemble an exponierter Hanglage oberhalb des Ortes trägt heute im Volksmund den Namen Slevogthof - Reminiszenz an seinen prominenten Bewohner. Jenseits der räumlichen Bezüge hat die Südpfalz das künstlerische Schaffen Slevogts sowohl in der Wahl der Sujets beeinflusst als auch in deren gestalterischer Umsetzung. Die Landschaft bietet mit ihren vielfältigen Formen und dem sonnenreichen Klima ideale Möglichkeiten, den Einfall des Lichts und seine Wirkung auf die Wahrnehmung zu studieren.
Nicht zuletzt aus diesem biografischen Kontext heraus findet sich in der Pfalz ein reicher Bestand aus dem Werk des Malers. Dieser verteilt sich in Rheinland-Pfalz neben Privatsammlungen und den Beständen des Landesmuseums Mainz sowie des Wilhelm-Hack-Museums in Ludwigshafen schwerpunktmäßig auf Neukastel 1 , Schloss „Villa Ludwigshöhe“ 2 und die Pfalzgalerie Kaiserslautern 3 . Damit bieten sich ideale Möglichkeiten, den deutschen Impressionismus in der Pfalz an zahlreichen Originalen seines exponierten Vertreters zu studieren.
1 Hier befindet sich ein Archiv, das allerdings der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Die ehemaligen Privaträume des Malers können jedoch im Rahmen einer Führung besichtigt werden, dazu gehören das ehemalige Atelier und das Musikzimmer des Künstlers mit Wandmalereien von seiner Hand.
2 Das Schloss beherbergt in der Slevogtgalerie eine große Auswahl an Werken Slevogts, darunter viele Arbeiten aus der Frühphase seines Schaffens.
3 Die Pfalzgalerie würdigt die Bedeutung des Malers innerhalb der Kunstgeschichte und für die Region mit einem eigenen Slevogtsaal.
3
2 Max Slevogt: Leben und Werk
2.1 Zur Biografie des Künstlers
Max Slevogt wird am 8. Oktober 1868 als Sohn des bayrischen Hauptmanns Friedrich Ritter von Slevogt in Landshut geboren. Sein Vater stirbt bereits 1870, und die Mutter zieht mit ihm und seinem Bruder 4 nach Würzburg, wo er seine Schulzeit verbringt. Als Kind und später als Student hält er sich in den Ferien häufig bei Verwandten in Godramstein bei Landau auf. Dort lernt er auch Dr. Peter Finkler und dessen Familie kennen, deren Tochter Antonie 5 , genannt Nini, er 1898 heiratet. 1914 erwirbt er bei einer Versteigerung das ehemalige Landgut seines Schwiegervaters, Neukastel bei Leinsweiler, um es für sich, seine Frau und die beiden Kinder Nina 6 und Wolfgang 7 als Sommersitz zu nutzen. Als die Pfalz 1918 nach Beendigung des 1. Weltkrieges von den französischen Truppen besetzt wird und Slevogt vorerst die Rückkehr nach Berlin verwehrt wird 8 , richtet sich die Familie hier dauerhaft ein. Max Slevogt stirbt am 20. September 1932 auf Neukastel und wird wenige Tage später auf dem Familienfriedhof 9 umweit des Hauses in Leinsweiler beigesetzt.
Von 1885 bis 1890 studiert Slevogt an der Kunstakademie in München 10 , zu seinen Lehrern zählen Wilhelm von Diez 11 und Gabriel von Hackl 12 . Während seines Studiums reist er nach Italien und nach Paris, wo er im Louvre die alten
4 Hugo Slevogt, der später zu einem bedeutenden Karlsruher Architekten der Gründerzeit wird. (u. a. Rathaus Bulach)
5 Für die künstlerische Aufgeschlossenheit der Familie spricht die Tatsache, dass eine weitere Tochter, Johanna, als Malerin in Erscheinung tritt, auch wenn ihre Bekanntschaft die Grenzen der Region kaum überschreitet. Arbeiten von ihr sind z. B. im Städtischen Museum Strieffler-Haus in Landau zu sehen.
6 Nina Slevogt, später Lehmann-Slevogt, geboren 1907
7 Wolfgang Slevogt, geboren 1908
8 Nach dem Waffenstillstandsabkommen von Compiègne (1917) wurden die linksrheinischen Gebiete des Deutschen Reiches unter die Verwaltung der Alliierten gestellt. Die Pfalz, seit 1816 Teil des Königreichs Bayern, wurde von französischen Truppen besetzt und blieb bis 1930 unter französischer Verwaltung. Die Rückkehr nach Berlin, in sein dortiges Atelier und an die Akademie wird ihm erst 1920 genehmigt.
9 Hier liegen neben Max Slevogt auch seine im November 1932 verstorbene Ehefrau Antonie, seine Mutter Caroline von Slevogt und seine Schwiegereltern begraben.
10 Die Residenzstadt München verfügt mit der Königlichen Kunstakademie, einer Neugründung unter König Maximilian I. (von Pfalz-Zweibrücken), über eine Akademie von Weltruf. Dieser begründet sich vor allem auf dem Ansehen ihrer Lehrer und der in ihrem Umkreis entstandenen Münchner Schule.
11 Albrecht Christoph Wilhelm von Diez (17. Januar 1839, Bayreuth - 25. Februar 1907, München), 1872 - 1907 Professor für Historienmalerei an der Münchner Kunstakademie
12 Gabriel von Hackl (1843, Marburg an der Drau - 1926, München), seit 1878 Hilfslehrer, 1880 -1919 Professor in der Antikenklasse der Münchner Akademie
4
Meister studiert und am Unterricht der Académie Julian 13 teilnimmt. Nach Abschluss seiner künstlerischen Ausbildung lässt er sich als freier Maler in München nieder und wird Mitglied der Münchner Secession 14 . 1893 beteiligt er sich an ihrer ersten Ausstellung mit der „Ringerschule“, einer Arbeit, die zuerst von der Jury als unsittlich abgelehnt wird.
Bildbeispiel 1
Max Slevogt: Ringerschule (1893) 15
137 x 140 cm, Öl auf Leinwand, Slevogt Galerie Schloss „Villa Ludwigshöhe“, Edenkoben
In den 1890er Jahren beschäftigt sich Slevogt intensiv mit grafischen Techniken und mit der Gattung der Illustration, fertigt Lithografien, später Radierungen an. Zeitweilig arbeitet er als Illustrator für die Zeitschriften „Jugend“ und „Simplicissimus“. Der befreundete Kunsthistoriker Karl Voll 16 bestärkt ihn in seinem Interesse an der niederländischen Malerei, studiert Rembrandt und dessen Werk, reist 1898 sogar zum Besuch der großen Rembrandt-Ausstellung nach Amsterdam. 17
Bildbeispiel 2
Max Slevogt: Danaë (1895) 18
92,5 x 81,5 cm, Öl auf Leinwand, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
1897 präsentiert Max Slevogt seine Arbeiten in Wien zum ersten Mal in einer Einzelausstellung. Seine Teilnahme an der Schau der Münchner Secession 1899 mit dem Gemälde „Danaë“ gerät zum Skandal; das Bild wird als obszön aus der Schau entfernt. Dagegen feiert er mit dem Triptychon „Der verlorene Sohn“ auf der ersten Ausstellung der Berliner Sezession einen überragenden Erfolg, in dessen
13 Die Académie Julian wird 1868 von Rodolphe Julian als freie Kunstschule gegründet. Im Gegensatz zur offiziellen Ècole des Beaux Arts sind hier Frauen zugelassen und können an allen Kursen teilnehmen, dabei orientiert sich ihr Ausbildungsangebot am akademischen Kanon. Die liberale Grundhaltung in Verbindung mit einem qualifizierten Unterricht führt rasch zu großer Beliebtheit des Instituts bei französischen wie ausländischen Studierenden.
14 Siehe dazu auch Kapitel 3.2 dieser Arbeit.
15 Abbildung im Internet verfügbar unter dem Link
http://fryemuseum.org/images/exhibition_images/munich1.jpg
16 Karl Voll (1867 - 1917), Kunstkritiker der „Allgemeinen Zeitung“, Dozent für Kunstgeschichte an der Universität München und Konservator an der Alten Pinakothek
17 Diese Rembrandt-Ausstellung in Amsterdam im ersten Jahr der Regentschaft von Königin Wilhelmina (1898-1948) begründet eine neue Entwicklung. Zum ersten Mal findet begleitend ein kunsthistorischer Fachkongress statt.
18 Abbildung im Internet verfügbar unter dem Link
http://www.reproarte.com/files/images/S/slevogt_max/danae.jpg
5
Folge er als einer der offiziellen Vertreter der Kunst des Deutschen Reiches auf der Weltausstellung von 1900 in Paris vertreten ist. 19
Bildbeispiel 3
Max Slevogt: Der verlorene Sohn, 1898/1899 20
110,5 x 98 cm (Mittelteil), 110,5 x 50 cm (je Seitenflügel), Staatsgalerie Stuttgart
Aus diesem Anlass reist er zum zweiten Mal nach Paris, wo er sich nun verstärkt mit der Malerei des französischen Impressionismus auseinandersetzt. Im Zentrum seines Interesses steht das Werk von Edouard Manet 21 ; ausgestattet mit einer Empfehlung seines Freundes Paul Cassirer 22 hat er Zugang zu privaten Sammlungen und kann so auch Werke des französischen Künstlers studieren, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.
1901 wird Slevogt auf Veranlassung des bayrischen Prinzregenten Luitpold 23 als Professor an die Münchner Akademie berufen. Ermutigt von seinen Erfolgen anlässlich der Berliner Ausstellung übersiedelt er, nach kurzem Aufenthalt in Frankfurt, wie Lovis Corinth 24 nach Berlin, wo er Mitglied der dortigen Sezession wird. 25 1914 wird er an die königliche Akademie der Künste berufen, wo er ab 1917 ein Meisteratelier für Malerei leitet. Bei seinem Tod 1932 hinterlässt er ein umfangreiches und vielfältiges Oeuvre. Es umfasst neben zahlreichen Gemälden, darunter viele Porträts und Auftragsarbeiten wie z. B. für Prinzregent Luitpold, mehrere grafische Zyklen, so zu Mozarts Oper „Die Zauberflöte“, Illustrationen zu Märchenstoffen wie „Ali Baba und die vierzig Räuber“ und Romanen wie James
19 Gezeigt wird bei dieser Gelegenheit seine Arbeit „Scheherazade“ aus dem Jahr 1899.
20 Abbildung des Mittelteils im Internet verfügbar unter dem Link
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/73/Der_verlorene_Sohn_Max_Slevogt.jpg
21 Edouard Manet (23. Januar 1832, Paris - 30. April 1883, ebenda)
22 Paul Cassirer (1871, Görlitz - 1926, Berlin), Studium der Kunstgeschichte in München, Mitarbeiter der Zeitschrift „Simplicissimus“, Übersiedlung nach Berlin. Dort gründet er gemeinsam mit seinem Cousin Bruno Cassirer (1872, Breslau - 1941, Oxford) eine Galerie samt angeschlossener Verlagsbuchhandlung. Paul und Bruno C. werden bei der Gründung der Sezession zu deren Sekretären berufen, sie fördern die Künstler der Sezession und später auch des Expressionismus. 1901 trennen sie ihre Geschäfte, Bruno führt den Verlag, Paul Cassirer die Galerie und die Kunsthandlung. Er gibt ab 1910 zusätzlich die neu gegründete Kunstzeitschrift „PAN“ heraus. Slevogt lernt Paul Cassirer anlässlich der ersten Ausstellung der Berliner Sezession kennen und bleibt ihm bis zu dessen Freitod freundschaftlich verbunden.
23 Prinzregent Luitpold von Bayern (1821 - 1912) übernimmt nach der Enthüllung seines Neffen Ludwig II. ab 1886 die Regentschaft, nach dessen Tod auch für dessen geisteskranken Bruder Otto I.
24 Lovis Corinth (21. Juli 1858, Tapiau/Ostpreußen - 17. Juli 1925, Zandvoort/Niederlande)
25 1902 wird Slevogt Mitglied der Berliner Sezession, bis 1910 gehört er ihrem Vorstand an. 1914 tritt er der u. a. von Max Liebermann mitbegründeten „Freien Sezession“ bei, wird auch hier Mitglied des Vorstands.
6
Arbeit zitieren:
M. A. Sigrid Weyers, 2007, Pfalzgalerie Kaiserslautern. Der deutsche Impressionismus am Beispiel Max Slevogt, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die pädagogische Gedankenwelt J. J. Rousseaus - Emile oder über die Er...
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Seminararbeit, 18 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Sigrid Weyers's Text Pfalzgalerie Kaiserslautern. Der deutsche Impressionismus am Beispiel Max Slevogt ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sigrid Weyers hat den Text Pfalzgalerie Kaiserslautern. Der deutsche Impressionismus am Beispiel Max Slevogt veröffentlicht
Sigrid Weyers hat einen neuen Text hochgeladen
Externe Kosten am Beispiel des deutschen Straßenverkehrs
Ökonomisches Konzept, politisc...
Thomas Puls
Max Slevogt - Malerei und Grafik
Liebermann - Corinth - Slevogt
Die Landschaften
Götz Czymmek, Helga Kessler Aurisch, Bernhard Geil, Nicole Hartje Grave, Stephan Koja, Angelika Wesenberg
Meister des Impressionismus. Master of Impressionism
Eine Malereigeschichte von 187...
Andreas Blühm, John Southard
German Impressionist Landscape Painting: Liebermann-Corinth-Slevogt
Gotz Czymmek, Bernhard Geil, Helga Kessler Aurisch
0 Kommentare