9. Der Sommer der Liebe 35-38
9.1 Strukturelle Probleme 35-37
9.2 Der Umzug The Death of Hippies 37-38
10. Spirituelle und mystische Strömungen 39-40
11. Soziologische und kulturwissenschaftliche Facetten des Sex 40-44
11.1 Der Hauptbeweggrund für liberalisierte Sexualität 40-43
11.2 Widerstand gegen liberalisierte Sexualität 43-44
12. Soziologische und kulturwissenschaftliche Facetten der Kommunen 44-48
12.1 Allgemeine Informationen über Kommunen 44-46
12.2 Schwierigkeiten im gesellschaftlichen Zusammenleben 46
12.3 Verschiedene Kommunenarten 47
12.4 Nachteile und Probleme mit Kommunen 47-48
12.4.1 Schwierigkeiten im privaten Zusammenleben 48-49
13. Innenpolitische Vorfälle 49-54
13.1 Chronologischer Ablauf 49-50
13.2 Politische Aktionen der Hippies und Yippies 50-52
13.3 Die Jahreshauptversammlung der Demokraten und ihre Folgen 52-54
14. Soziologische und kulturwissenschaftliche Facetten des Rock’n’roll 54-57
14.1 Die Wichtigkeit der Songtexte 54-56
14.2 Das Woodstock Music and Art Festival 56-57
15. Abgesang / Tragische Ereignisse leiten den Zerfall ein 57-59
15.1 Die Tate-La-Bianca Morde und das Altamont Festival 57-58
15.2 Der Drogentod wichtiger Musikikonen 58-59
15.3 Das letzte große Happening 59
16. Das Erbe der Bewegung 59-61
17. Schlussbetrachtung 62-64
18. Quellen- und Literaturverzeichnis………………………………………………….65-67
1. Zielsetzung
Vor 40 Jahren ging das Zeitalter der Hippies zu Ende. 1 Heutzutage werden die Hippies geschätzt wegen ihrer optimistischen Einstellung zum Leben. Während ihrer Ära jedoch wurden sie vor allem vom Establishment heftig kritisiert und missbilligt. So stellt sich die Frage, waren sie nur von Drogen berauschte Aussteiger und der Dekadenz verfallen oder der Silberstreif am Horizont für eine festgefahrene Gesellschaft? 2 Neue Kulturen entstehen nicht aus dem Nichts. Ihr Aufkommen setzt bestimmte Denkmodelle und -anstöße voraus und vollzieht sich anfangs in politisch kleinsten Gruppen. Vor allem anderen muss aber ein entsprechendes soziokulturelles Milieu vorhanden sein, um sich entfalten zu können. 3
Diese Arbeit gibt einen Überblick über die Geschichte der Hippies, ihre Stile und Wertvorstellungen, den Umgang mit Drogen und ihre Festivals und Happenings. Außerdem werden bestimmte charakteristische Besonderheiten beleuchtet, wichtige Personen aus der Hippieszene, sowie ihre politischen Aktivitäten beschrieben und erläutert, in welcher Hinsicht die Hippies bis heute aktuell sind.
2. Historischer Rückblick
Die Hippiebewegung hatte ihren Ursprung in der Beat Generation, einer literarischen und gesellschaftlichen Protestbewegung in den USA der späten 50-er Jahre, deren Anhänger abwertend Beatniks genannt wurden. Ausgangspunkt und Zentrum der Bewegung befand sich in San Francisco und New York.
1 Vgl.: Spotlight, Juni 2008, S. 18
2 Vgl.: The History Channel: Die Hippies
3 Wolfgang Kraushaar: Sie hatten einen Traum, 2002
1
Als ihre Protagonisten galten die Schriftsteller Allen Ginsberg, Jack Kerouac und William Burroughs.
Der Begriff Beat Generation hängt nicht mit den Beatles oder dem Beat der Beat-Music zusammen, sondern bezieht sich auf die als Sieger aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrten amerikanischen Soldaten: The Beaten Generation. 4 Der Journalist John C. Holmes sprach in einem Essay in der New York Book Review als Erster von der Beat Generation. 5 Beat bedeutete in diesen Zusammenhang nicht ‚geschlagen’, vielmehr ist das Wort im Sinne von ‚frustriert’ zu verstehen. 6 Das entsprechende Gegenstück aus dem Ersten Weltkrieg hieß in den 1920-er Jahren The Lost Generation. 7
Ihre äußeren Kennzeichen drückten sich durch Drogengenuss, Abenteuerlust, literarisches Interesse und die Entdeckung einer neuen Religiosität aus, die nicht vom Christentum, sondern vielmehr vom Zen-Buddhismus beeinflusst und inspiriert war. Schon für die Beat Generation hatte das Wort hip eine spezielle Be-wandtnis. Es bedeutet soviel wie erfahren, eingeweiht. Daraus ent-stand in dieser Zeit Hipster, eine Titulierung für Existenzialisten amerikanischer Prägung, im Kontrast zum Square, dem Spießer, Philister oder Konformisten. Die Generation, die den Beatniks folgte, bezeichneten sie als Junior Grade Hipsters. Viele Vertreter der Beat Generation schauten eher abschätzig auf ihre Nachfolger herab, denn nach ihrer Einschätzung waren sie nicht intellektuell genug und zu sehr auf Drogen fixiert. 8 Wann der Begriff Hippies zum ersten Mal seine Erwähnung fand, ist historisch belegt:
Der Journalist Michael Fallon nannte in seinem Artikel: „A new Haven for Beatnicks“, (05.09.1965) über den Szenetreff „Blue Unicorn Coffeehouse“ in San Francisco die neuen Bewohner des Haight-Ashbury-Viertels: Hippies. 9
4 Vgl.: Brockhaus, Auflage 2001, Band 2, S. 718
5 Vgl.: Bruce Cook: The Beat Generation, S. 47
6 Vgl.: Ebd., S. 6
7 Vgl.: Ebd., S. 48
8 Vgl: Wolfgang Kraushaar: Sie hatten einen Traum, 2002
9 Vgl.: Bruce Cook: The Beat Generation, S. 200
2
3. Die San Francisco Bay Area
Der Ursprung der wichtigsten Subkulturen der 60-er Jahre befand sich in einem relativ kleinen Gebiet, in der vermutlich europäischsten Stadt der USA am Pazifik: in San Francisco. 10 Anfang der 60-er Jahre trieb es viele junge, auch weiße Studenten, die sich über den Rassismus im Süden der USA empörten, in den Semesterferien in den Süden, um dort an Protest- und Aufklärungsaktionen teilzunehmen. Mit den dort erlebten Eindrücken und Erfahrungen der gesamten Dimension des Rassismus entstand im Herbst 1964 an der Berkeley University of Ca-lifornia das Free Speech Movement: die Mutter aller Studentenrevolten. Das Free Speech Movement hatte sich der freien Rede verschrieben, und zwar der freien politischen Rede. In der Hauptsache ging es darum, dass man Informationen über den Rassismus gegen die Afroamerikaner im Süden der USA auch an die Hochschulen weitergeben wollte, was die Hochschulleitung untersagte. Die Studenten hielten sich nicht an diese Anweisung, worauf die Situation sehr schnell eskalierte. Dadurch gewann eine ursprünglich sehr kleine Bewegung eine ständig wachsende Anhängerschaft. 11 Es kam zu den berühmten Sitins, Teach-ins, Go-ins und all dem, was man von dem Civil Rights Movement aus dem amerikanischen Süden her kannte. Diese politischen Gruppierungen formierten sich in der Folge zur sogenannten New Left. 12
Im Stadtteil Haight-Ashbury begann im Sommer 1965 die Hippiebewegung, die der Gegenkultur Konturen verschaffte. 1966 bildete sich im Vorort Oakland die Black Panther Party of Self Defense.
10 Vgl.: Wolfgang Kraushaar: Sie hatten einen Traum, 2002
11 Vgl: Wolfgang Kraushaar: Sie hatten einen Traum, 2002
12 Vgl.: Planet Wissen: Die 68-er; WDR3, 15Uhr. Referent: Prof. Norbert Frei, Historiker der Universität Jena, gesehen und aufgenommen am: 23.08.2008
3
Auf der San Francisco vorgelagerten Insel Alcatraz begann im November 1969 die Indianerbewegung, die mit einer Belagerung die Insel zurückforderte, welche als Zuchthaus genutzt wurde. Ebenso fand die Schwulenbewegung in dieser Zeit ihren Anfang. 13
4. Die Hippiebewegung in San Franciscos Haight-Ashbury 4.1 Der Stadtteil Haight-Ashbury
Kalifornien, Keimzelle einer friedlichen Revolution der amerikanischen Jugend gegen die Wohlstands- und Leistungsgesellschaft der USA. Im Viertel Haight-Ashbury nahe der Berkeley University of Ca-lifornia spielte sich ein gesellschaftliches Drama ab, was es in dieser Art bisher noch nie gegeben hatte. Haight-Ashbury umfasste kaum mehr als eine Kreuzung zweier Straßen in der Nähe des Golden Gate Parks im westlichen Teil San Franciscos. Genau genommen spiegelte dieser Stadtteil einen Anachronismus, also ein Relikt aus einer vergangenen Zeit, wieder. Viele der Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert gaben dem Stadtteil ein europäisch anmutendes Flair. Wegen des stärker werdenden Autoverkehrs flüchteten die dort ursprünglich lebenden, meist gut situierten Bewohner aus der Stadt und ließen sich in den Vororten nieder. 14 Von nun an, etwa ab 1966, bevölkerte sich das Haight-Ashbury-Viertel mit einer Mischung aus Künstlern, Aussteigern und Revoluzzern. In nur sechs Monaten sollte dieser Ort das Herzstück einer soziokulturellen Revolution werden. 15 Die Miete für ein Apartment auf der Haight-Street betrug damals zwischen 100-150$. Es gab auch einfach nur mit Matratzen ausgelegte Massenunterkünfte, die wesentlich weniger kosteten. 16
13 Vgl: Wolfgang Kraushaar: Sie hatten einen Traum, 2002
< www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2002/08/17/a0238>, abgerufen am: 30.03.2009
14 Vgl: Wolfgang Kraushaar: Sie hatten einen Traum, 2002
15 Vgl.: The History Channel: Die Hippies
http://video.thehistorychannel.de/site/home/?sess_id=9398625ecd5af35e835aebcc1caeb1d0#search/hippi es/17: 1.07min, abgerufen und aufgenommen am 20.08.2008
16 Vgl.: Edgar Z. Friedenberg : The Anti-American Generation, Chapter 3, S. 34
4
Schon das antike Griechenland kannte kulturelle Gegenbewegungen, wie die von Diogenes und den Kynikern, deren beider Ideal die Bedürfnislosigkeit ausmachte. Neben den Indianern sahen sich die Hippies auch in der Tradition von Christus, Buddha, Franz von Assisi, Gandhi und der Deutschen Wandervogel Bewegung. Die Lebenshaltung der Wandervögel fand ihren Einzug durch deutsche Einwanderer in die USA und zahlreiche Hippies waren damit vertraut. 17
4.2 Stil und Wertvorstellungen
Schnell entwickelte sich, was Kleidung und Aussehen betraf, ein eigener Stil. Bemerkenswerterweise zeigten die Hippies eine große Affinität zu den Indianern, insbesondere dem Stamm der Hopis, und nicht etwa gegenüber den Afroamerikanern, die in der Bürgerrechtsbewegung begannen zu rebellieren. Es bestand nicht nur Übereinstimmung in der Einstellung gegenüber Natur und Umwelt, zusätzlich gab es auffällige Übereinstimmungen in der Erscheinung. Es war eine Art Allegorie. Sowohl Frauen, als auch Männer trugen Sandalen, Mokassins oder gingen barfuß. Die Frauen legten kein Make-up auf und trugen außerdem keine BHs. Ebenso ließen sie sich in ihrer bunten Kleidung durch die Indianer inspirieren und benutzen in ihrer Herstellung ähnliche Batik- und Sticktechniken. Genauso verhielt es sich mit Farben und Motiven. Beide Geschlechter trugen lange Haare und Schmuck, die Männer zusätzlich häufig Stirnbänder. 18 Das lange Haar stellte einen zentralen Ausdruck der Hippie-Identität dar. In erster Linie drückte es eine überzeugende Demonstration der eigenen Freiheit aus, besonders in Bezug auf die konventionelle Gesellschaft. 19 Es war eine eindringliche Kritik des Spießertums. 20
17 Vgl.: Hörbuch: Summer of Love, Teil 2, 4:50-5:20min
18 Vgl.: Hörbuch: Summer of Love, Teil 3, 1:07-2:20min
19 Vgl.: Paul Willis: Profane Culture, S. 126
20 Vgl.: Bruce Cook: The Beat Generation, S. 216
5
Zum Zeichen für Frieden und Liebe schmückten sich die Hippies mit Blumen, woraus sich dann für die gesamte Ära der Begriff Flower Power ableitet.
Die Hippies bestanden vor allem aus Jugendlichen der amerikanischen Mittel- und Oberschicht und besaßen einen relativ hohen Bildungsgrad:
77,6% hatten einen High School Abschluss. 50,6% hatten zumindest eine Zeit lang ein College besucht. 21 Das Familieneinkommen lag bei: 35,1% zwischen 7.501-14.999$ 35,7% 15.000$ und darüber. 22
Die populärste Droge unter den Hippies war die im Verhältnis ‚harmlose’, weiche Droge Marihuana. Die schon bei den Beatniks und Hipsters bekannte, starke Droge Heroin fand nur wenig Zuspruch. Es folgt ein Diagramm der Verteilung des Drogenkonsums: 23
Auffällig ist hierbei der hohe Prozentsatz an Aufputschmitteln, die streng genommen mit der Hippieethik über Drogen im Widerspruch stand. Im Folgenden werde ich darauf noch näher eingehen. Der Soziologe Lewis Yablonsky nannte die Benutzer von Methadrin „Speed Freaks“ oder „Meth-Monsters“. 24
21 Vgl.: Lewis Yablonsky: The Hippietrip, S. 344
22 Vgl.: Ebd. S. 355
23 Vgl: Ebd. S. 346
24 Vgl.: Ambassador College Research Department: “Hippies - Hypocrisy and ‘Happiness’”, S. 36
6
Die Altersstruktur bei den Hippies setzte sich folgendermaßen zusammen: 25
32,1%
Sie verweigerten sich dem Prinzip des Straight Way of Life ihrer Eltern, welcher in hohem Maße puritanisch geprägt war und der die Karriere über alles stellte. 26 So bezeichneten sie Menschen außerhalb der Hippiegesellschaft als Straight, also ein Mitglied der konventionellen Gesellschaft und sich selbst als Acid-Head, ein Benutzer psychedelischer Drogen. 27
Diese Generation hatte andere Ansichten als die Vorhergehende. Sie präsentierten sich friedlich, freundlich und sanft. Ihre Werte: Die Umwandlung der Gesellschaft zur Liebe und dies beruhte auf Frieden, Liebe, Freiheit, auch sexuelle, Selbstlosigkeit, Kameradschaft, Lebensfreude, Ehrenhaftigkeit und Mystizismus. 28 Dies brachte eine rein altruistische Denkweise zum Ausdruck. 29 Der Kernsatz ihrer Philosophie lautete: „Do your own thing!“ 30 , damit war ein totaler, pazifistisch-sozialer Individualismus gemeint. Eine weitere berühmte Parole aus dieser Zeit lautete: „Make Love, not War!“ - „Sich lieben statt bekriegen!“.Sie warben für Kriegsdienstverweigerung mitten im Vietnamkrieg, der die Stärke der Weltmacht Amerikas demonstrieren sollte. Für die Bewegung bedeutete Krieg eine nationale Schande. 31
25 Vgl.: Lewis Yablonsky: „The Hippietrip“, S. 343
26 Vgl.: Planet Wissen: Die 68-er, WDR, 15 Uhr, Referent Prof. Norbert Frei, Historiker der Universität Jena, gesehen und aufgenommen am: 23.08.2008
27 Vgl.: Sherri Cavan: Hippies of the Haight, S. 19
28 Vgl.: Planet Wissen: Die 68-er, WDR, 15 Uhr, Referent Prof. Norbert Frei, Historiker der Universität Jena, gesehen und aufgenommen am: 23.08.2008
29 Vgl.: Joe D. Brown: The Hippies, S. 1
30 Vgl.: Sherri Cavan: Hippies of the Haight, S. 72
31 Vgl.: Planet Wissen: Die 68-er, WDR, 15 Uhr, Referent Prof. Norbert Frei, Historiker der Universität Jena, gesehen und aufgenommen am: 23.08.2008
7
Die Wege, welche eingeschlagen wurden, um ihre Ablehnung gegenüber der Regierungspolitik darzustellen, nahmen eine noch nie da gewesene Erscheinungsform an. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich um den Vietnam-Krieg oder andere Belange handelte. 32 Der Historiker Arnold Toynbee bemerkte:
„The Hippies are a barometer for our sick society. A red warning light for the American way of life. “ 33
Ihre Gedankenwelt wurde inspiriert von dem Werk des englischen Schriftstellers Aldous Huxley: „The Doors of Perception“ („Die Pforten der Wahrnehmung“, 1954), in dem ein Experiment mit der psychedelischen Droge Meskalin beschrieben wird. Dieses Buch gab auch der legendären Band The Doors den Namen und die Hippies wählten es als ihre Bibel aus. Genauso wie der Roman „Der Steppenwolf“ (1927) des deutsch-schweizerischen Schriftstellers Hermann Hesse, (einer Abhandlung über einen gesellschaftlichen Außenseiter) der in den amerikanischen Schulen der 60-er Jahre auf den Index kam. Hesse unterstellte man, mit Drogen und freier Liebe zu sympathisierten und ein Rebell zu sein, weil er sich dem angepassten bürgerlichen Leben widersetzte, ähnlich wie die Hippies. 34 Die Titelmetapher seines Romans „Die Morgenlandfahrt“ (1932) entwickelte sich zu einer ihrer beliebtesten Selbstbezeichnungen. 35 Auch „Der Herr der Ringe“ (original: „The Lord of the Rings“, 1954) von J. R. R. Tolkien und Erich Fromms „Die Kunst des Liebens“ (1956) hatten neben anderen Büchern eine sehr große Popularität. 36
4.3 Verschiedene Hippieausdrucksformen
Die Hippiebewegung unterteilte sich in verschiedene Typen. Als ‚idealer’ Hippie galt der High Priest, der etwa 15% der Bewegung ausmachte.
32 Vgl: The History Channel: Die Hippies
http://video.thehistorychannel.de/site/home/?sess_id=9398625ecd5af35e835aebcc1caeb1d0#search/hippi es/17 1:35-1:42min, abgerufen und aufgenommen am 20.08.2008
33 Vgl: Ambassador College Research Department: Hippies - Hypocrisy and ‚Happiness’, S. 42
34 Vgl: Hörbuch: Summer of Love, Teil 2, 7:30-7:58min
35 Vgl.: Sergius Golowin: Hexen, Hippies, Rosenkreuzer, S. 257
36 Vgl: Joe D. Brown: The Hippies, S. 120
8
Durch LSD und Marihuana mit mystischen Erfahrungen vertraut, sah er im täglichen Leben Drogen als seine Sakramente an. Seine Inspirationsquellen lagen in Indien und weiteren östlichen Kulturen. Der High Priest agierte sowohl als Philosoph, wie auch als Missionar und seine Tätigkeiten erstreckten sich weitgehend in einem künstlerischen oder handwerklichen Bereich. Dazu zählten Malen, Töpfern, Schreiben oder Lederarbeiten. Von den bestehenden gesellschaftlichen Werten der etablierten Gesellschaft, den Straights, hatte er sich abgespalten und war völlig ausgestiegen.
Der zweite Typus hieß Novitate, der etwa 35% der Bewegung ausmachte. Als Novitates bezeichnete man noch nicht vollständig Ausgestiegene, meistens Studenten oder Schüler. 37 Diese beiden Formen entsprachen etwa 50% der Gesamtbewegung. Der Rest bestand aus einer Mischung aus:
1. Vielen neuen Drogenabhängigen.
2. Teenagern. Bei ihnen standen die Freiheit und der Spaß im Vordergrund und sie galten nur als ‚Teilzeit-’ oder ‚Sommerhippies’. Ihr Hauptinteresse beruhte in der neuen Musikkultur. 3. Eine Anzahl von psychisch angeschlagenen Personen, die wahrscheinlich in psychiatrischen Einrichtungen eingewiesen worden wären, hätten sie nicht bei den Hippies Unterschlupf gefunden. 4. Eine kleine Gruppe bestand aus religiösen Laien-Predigern, neugierigen Besuchern, Touristen und Sympathisanten, die den Rand der Szene bildeten. 38
37 Vgl.: Lewis Yablonsky: The Hippietrip, S. 30
38 Vgl: Ebd., S. 32
9
4.4 Die Generation der Baby-Boomer
Die Hippiebewegung verbreitete sich von Haight-Ashbury über das ganze Land aus und im Nu wurde die Baby-Boomer-Generation gewonnen. 39 Als Baby-Boomer bezeichnet man Menschen, die zu Zeiten steigender Geburtenraten nach dem Zweiten Weltkrieg (dem Baby-Boom) in den vom Krieg betroffenen Staaten geboren wurden. 40 Die Verursachung dieser revolutionären, alle Richtlinien sprengende Einstellung setzte sich zusammen aus einer Verflechtung von Politik-, Wirtschafts-, und Generationenkonflikt. 41 Von dieser neuen Modeerscheinung und ihren Symbolen ließen sich viele der Baby-Boomer-Generation begeistern, um damit auch ihre Unzufriedenheit gegen den Lebensstil ihrer Eltern und der gesamten amerikanischen Gesellschaft auszudrücken. Die jungen Leute zeigten sich in dieser Zeit unzufrieden mit der Welt, die ihre Eltern geschaffen hatten, und suchten nach Alternativen; die Hippies boten ihnen eine solche. Woher im Grunde genommen diese große Unzufriedenheit stammte, war nicht leicht zu verstehen, denn keine andere Generation hatte von der wirtschaftlichen Entwicklung derart profitiert wie die Baby-Boomer. Obwohl die USA nur 6% der Weltbevölkerung ausmachten, produzierten sie für die Hälfte der Welt Wirtschaftsgüter. Dies hätte normalerweise eine optimistische Einstellung zu Land und Kultur zur Folge haben müssen. Doch es brodelte unter dieser scheinbar perfekten Oberfläche, denn der wirtschaftliche Erfolg wurde mit eiserner militärischer Haltung durchgesetzt. Im Weißen Haus regierte der 5-Sterne General Dwight D. Eisenhower und auf seinem Dienstplan stand Selbstaufopferung und Gehorsam. Folglich entwickelte sich das Land der Freiheit zum Hort von Bürokratie, Reglementierung und vor allem Konformität.
39 Vgl.: The History Channel: Die Hippies
40
Vgl.: Don Romesburg: Encyclopedia of Children and Childhood in History and Society, 2004,
41 Vgl.: The History Channel: Die Hippies
10
Arbeit zitieren:
Sarah Möhle, 2009, Die Hippiebewegung in den USA, München, GRIN Verlag GmbH
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