A. Inhaltsverzeichnis
A. Inhaltsverzeichnis
B. Literaturverzeichnis
C. Einleitung. 1
D. Der Vermögensbegriff des StGB. 2
I. Meinungsstand. 2
1. Der (rein) juristische Vermögensbegriff. 2
2. Der personale Vermögensbegriff. 2
3. Der (rein) wirtschaftliche Vermögensbegriff. 3
4. Der juristisch-ökonomische Vermögensbegriff. 3
II. Stellungnahme. 4
E. Der Vermögensschaden. 5
F. Die Vermögensgefährdung als Schaden? 6
I. Rechtliche Zulässigkeit. 7
1. Kritik. 7
a) Verstoß gegen Art. 103 Abs. 2 GG. 7
b) Gesetzesystematik. 9
aa) Unvereinbarkeit mit § 263 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 Var. 2. 9
bb) „Tätige Reue“ nach § 265b Abs. 2. 10
c) Vorverlagerung der Tatvollendung. 11
d) Kriminalpolitische Bedenken. 12
2. Stellungnahme. 12
II. Einschränkungsmodelle 14
1. Schrifttum. 15
a) Schröders Ansatz. 15
aa) Theoretische Grundannahme. 15
bb) Kritik. 15
b) Cramers Ansatz. 16
aa) Theoretische Grundannahme. 16
bb) Kritik. 17
c) Lenckners Ansatz. 17
aa) Theoretische Grundannahme. 17
bb) Kritik. 18
2. Rechtsprechung 18
a) Ältere Rechtsprechung. 19
b) Neuere Rechtsprechung. 20
aa) Die Ansicht des 2. Strafsenats. 20
(1) BGH, Urteil vom 18. 10. 2006. 20
(2) BGH, Urteil vom 25. 05. 2007. 20
(3) Kritik. 21
bb) Die Ansicht des 1. Strafsenats. 24
(1) BGH, Beschluss vom 20. 03. 2008. 24
(2) BGH, Beschluss vom 18. 02. 2009. 25
(3) Kritik. 26
(a) Prozessuale Bedenken. 26
(b) Materiell-rechtliche Bedenken. 26
3. Stellungnahme. 27
a) Zur „schadensgleichen Vermögensgefährdung“ 27
b) Zu dem Zeitpunkt der Schadensfeststellung. 28
c) Zur „konkreten Gefährdung“ 28
G Ergebnis 29
B. Literaturverzeichnis
Ad i c k , Markus
Zum Gefährdungsschaden und zum Eventualvorsatz bei der Untreue In: HRRS 2008, S. 460 - 464
B a u m a n n s , Silke
Die fehlende Zahlungsbereitschaft des solventen Vertragspartners als Unterfall des Eingehungsbetruges? In: JR 2005, S. 227 - 232
B e u l k e , Werner / W i t z i g m a n n , Tobias
Anmerkung zu BGH, Beschluss vom 20. 03. 2008 In: JR 2008, S. 426 - 435
C r a m e r , Peter
Vermögensbegriff und Vermögensschaden im Strafrecht Bad Homburg [u.a.], 1968 zit.: Cramer, S.
D i e r l a m m , Alfred
Untreue - Ein Auffangtatbestand? In: NStZ 2007, S. 534 - 535
E p p i n g , Volker / H i l l g r u b e r , Christian [Hrsg.]
Grundgesetz, Beck'scher Online-Kommentar München, 2009
zit.: Bearbeiter in: Beck-OK GG, Art., Rn.
H e f e n d e h l , Roland
Vermögensgefährdung und Exspektanzen Berlin, 2008 zit.: Hefendehl, S.
von H e i n t s c h e l - H e i n e g g , Bernd [Hrsg.]
Strafgesetzbuch, Beck'scher Online-Kommentar München, 2009
zit.: Bearbeiter in: Beck-OK StGB, §, Rn.
J ä h n k e , Burkhard / L a u f h ü t t e , Heinrich-Wilhelm, O d e r s k y , Walter [Hrsg.] Strafgesetzbuch, Leipziger Kommentar Berlin, 11. Auflage, 2005 zit.: Bearbeiter in: LK, §, Rn.
J a r a s s , Hans Dieter / P i e r o t h , Bodo
Grundgesetz, Kommentar München, 8. Auflage, 2006 zit.: Jarass / Pieroth, Art., Rn.
J o e c k s , Wolfgang / M i e b a c h , Klaus [Hrsg.]
Strafgesetzbuch, Münchener Kommentar München, 2. Auflage, 2006 zit.: Bearbeiter in: MünchKomm, §, Rn.
K i n d h ä u s e r , Urs / N e u m a n n , Ulfried / P a e f f g e n , Hans-Ulrich [Hrsg.] Strafgesetzbuch, Nomos Kommentar Baden-Baden, 2. Auflage, 2005 zit.: Bearbeiter in: NK, §, Rn.
K l e s c z e w s k i , Diethelm
Strafrecht, Besonderer Teil Leipzig, 3. Auflage, 2006 zit.: Klesczewski, BT, S.
K r e y , Volker / H e l l m a n n , Uwe
Strafrecht, Besonderer Teil 2 Stuttgart, 14. Auflage, 2005 zit.: Krey / Hellmann, BT 2, Rn.
L a c k n e r , Karl / K ü h l , Kristian
Strafgesetzbuch, Kommentar München, 25. Auflage, 2004 zit.: Lackner / Kühl, §, Rn.
L e n c k n e r , Theodor
Vermögensschaden und Vermögensgefährdung beim sogenannten Eingehungsbetrug In: JZ 1971, S. 320 - 324
M a u r a c h , Reinhard / S c h r ö d e r , Friedrich-Christian / M a i w a l d , Manfred Strafrecht, Besonderer Teil, Teilband 1 Heidelberg, 9. Auflage, 2003 zit.: Maurach / Schröder / Maiwald, §, Rn.
R e n g i e r , Rudolf
Strafrecht, Besonderer Teil 1 München, 9. Auflage, 2007 zit.: Rengier, BT 1, §, Rn.
R ü b e n s t a h l , Markus
Anmerkung zu BGH, Beschluss vom 20. 03. 2008 In: NJW 2008, S. 2451 - 2455
S a l i g e r , Frank
Parteienuntreue durch schwarze Kassen und unrichtige Rechenschaftsberichte In: NStZ 2007, S. 545 - 552
S c h l ö s s e r , Jan
Anmerkung zu BGH, Beschluss vom 25. 05. 2007 In: NStZ 2008, S. 397 - 398
S c h ö n k e , Adolf / S c h r ö d e r , Horst
Strafgesetzbuch, Kommentar München, 27. Auflage, 2006 zit.: Bearbeiter in: Schönke / Schröder, §, Rn.
S c h ü n e m a n n , Bernd
Zur Quadratur des Kreises in der Dogmatik des Gefährdungsschadens In: NStZ 2008, S. 430 - 434
S e l l e , Stefanie / W i e t z , Christopher
Vorsatz und Vermögensnachteil bei Untreue - Anmerkung zu BGH, Beschluss vom 20. 03. 2008 In: ZIS 2008, S. 471 - 474
T r ö n d l e , Herbert / F i s c h e r , Thomas
Strafgesetzbuch, Kommentar München, 52. Auflage, 2005 zit.: Tröndle / Fischer, §, Rn.
W e s s e l s , Johannes / H i l l e n k a m p , Thomas Strafrecht, Besonderer Teil 2 Heidelberg, 31. Auflage, 2008 zit.: Wessels / Hillenkamp, BT 2, Rn.
Bei Abkürzungen sei auf folgendes Werk verwiesen:
K i r c h n e r , Hildebert [Hrsg.]
Abkürzungsverzeichnis der Rechtssprache Berlin, 6. Auflage, 2008
C. Einleitung
Die Vermögensdelikte der §§ 263 ff. 1 setzen zur Tatvollendung stets einen eingetretenen Vermögensschaden 2 voraus. So plausibel, wie dies auf den ersten Blick erscheinen mag, so schwierig ist die dogmatische bzw. wissenschaftliche Konkretisierung. Dabei ist schon ungeklärt, wie der Vermögensbegriff definiert werden soll. Eben dieser bildet aber gerade die Grundlage für das Bestimmen eines Vermögensschadens bzw. für das Verständnis der Konstruktion der „schadensgleichen Vermögensgefährdung”.
Dabei hat die Relevanz an der Unterscheidung zwischen vermögensrelevanten und vermögensirrelevanten Gefährdungen 3 im heutigen Wirtschaftsverkehr, in dem zunehmend auf Kreditierungen und andere sogenannte Risikogeschäfte gesetzt wird, stark zugenommen. Üblicherweise wird hier die Figur der „schadensgleichen Vermögens-Gefährdung“ als zulässiges und vor allem notwendiges Mittel erachtet, die Straftatbestände der §§ 263 ff. handhabbar zu machen.
Die vorliegende Arbeit untersucht nun, ob diese These haltbar ist. Ob also bereits die Gefährdung des Vermögens einem sich realisierten Schaden gleichgestellt werden kann.
Im Folgenden soll daher zunächst - kurz - auf den Vermögensbegriff i.S.d. §§ 263 ff. eingegangen werden. Anschließend erfolgt dannunter kritischer Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung des BGH - die Erörterung der „schadensgleichen Vermögensgefährdung”.
1 Paragrafen ohne Gesetzesangabe sind solche des dt. StGB.
2 Hierbei entspricht nach allgemeiner Ansicht der Begriff des „Vermögens-Schadens“ nach § 263 dem des „Nachteils“ bei § 266, vgl. BGHSt 15, 342 [343 f.]; Schünemann in: LK, § 266, Rn. 132; Perron in: Schönke / Schröder, § 266, Rn. 39; Dierlamm in: MünchKomm, § 266, Rn. 177; Kindhäuser in: NK, § 266, Rn. 94; Lackner / Kühl, § 266, Rn. 17; Rengier, BT 1, § 18, Rn. 21.
3 Hefendehl in: MüchnKomm, § 263, Rn. 533.
1
D. Der Vermögensbegriff des StGB
Wie bereits erwähnt, fällt eine klare Definition des Vermögensbegriffes schwer. Hierzu werden verschiedene Ansichten vertreten.
I. Meinungsstand
1. Der (rein) juristische Vermögensbegriff
Ausgehend von der (heute nicht mehr vertretenen) 4 (rein) juristischen Theorie gehören nur die von der Rechtsordnung anerkannten und von ihr durchsetzbaren Rechte - ohne Rücksicht auf ihren wirtschaftlichen Wert - dem Vermögen i.S.d. §§ 263 ff. an. 5 Eine derartige Sichtweise erfordere nicht nur die Einheit der Rechtsordnung, sondern auch das Anliegen, wirtschaftlich wertlose Rechte zu schützen.
2. Der personale Vermögensbegriff
Einen gänzlich anderen Ansatzpunkt verfolgt die personale Theorie. Nach ihr ist unter dem Vermögen die wirtschaftliche Potenz eines Subjekts 6 zum Zwecke seiner Persönlichkeitsentfaltung 7 zu verstehen. Ein Vermögensschaden ist demzufolge immer dann zu bejahen, wenn diese gemindert wird. 8 Dabei ist nicht der objektive Geldwert, sondern der persönliche Gebrauchswert entscheidend. Dem ist zu Gute zu halten, dass diese Auffassung das wirtschaftlich tätig werdende Individuum in den Vordergrund stellt. Damit kann sie Fälle des „individuellen Schadenseinschlages“ und der Zweckverfehlung, die allgemein als Vermögensschäden anerkannt sind, problem- und systembruchfrei lösen. 9
4 Wessels / Hillenkamp, BT 2, Rn. 531. 5 Vgl. RGSt 3, 332 [333]; 27, 300; 37, 31; Tröndle / Fischer, § 263, Rn. 54; Cramer in: Schönke / Schröder, § 263, Rn. 79; Hefendehl, S. 93. 6 Hefendehl in: MünchKomm, § 263, Rn. 313; Kindhäuser in: NK, § 263, Rn. 32; Cramer in: Schönke / Schröder, § 263, Rn. 80; Hefendehl, S. 97. 7 Klesczewski, BT, S. 112. 8 Wessels / Hillenkamp, BT 2, Rn. 533. 9 Tiedemann in: LK, Vor § 263, Rn. 30; Klesczewski, BT, S. 113.
2
3. Der (rein) wirtschaftliche Vermögensbegriff
Eine weitere, vor allem von der Rechtsprechung vertretene, Auffassung, geht dahin, unter dem Vermögen alle geldwerten Güter ohne Rücksicht auf die rechtliche Billigung zusammenzufassen. 10 Hiernach würden nichtige Ansprüche aus sittenwidrigen Geschäften ebenso zum geschützten Vermögen gehören wie Exspektanzen -Subjektive Rechte ohne wirtschaftlichen Wert hingegen müssten ausscheiden. 11
Dieser Ansicht ist zuzugeben, dass der Vermögensbegriff im Rahmen des Betruges vorrangig wirtschaftlich zu bestimmen sein muss. Demnach kann es nicht darauf ankommen, worauf man ein Recht hat, sondern vielmehr über welches wirtschaftliche Vermögen man verfügt. 12 Indem sie den Blick weg von der rechtlichen Normierung richtet, können mit dieser Auffassung auch problemlos anerkannte Rechtspositionen wie Anwartschaften unter den Vermögenstatbestand subsumiert werden. Sie beseitigt damit den Hauptmakel der oben genannten (rein) juristischen Theorie.
Mit dieser rein wirtschaftlichen Sichtweise ist es nur konsequent, auf eine rechtliche Billigung zu verzichten. Hierfür spreche schon, dass es im Rahmen des § 263 kein schutzunwürdiges Vermögen geben kann. 13 Andernfalls müsste das Strafrecht bei (rechtlich nicht geschütztem) Diebesgut Betrugs- und Erpressungsdelikte hinnehmen. - Dies kann kriminalpolitisch nicht erwünscht sein. 14
4. Der juristisch-ökonomische Vermögensbegriff
Die juristisch-ökonomische Ansicht sieht - wie die (rein) wirtschaftliche
10 Vgl. st. Rspr. seit RGSt 44, 230 [232 ff.]; 66, 281 [285]; BGHSt 1, 262 [264]; 16, 220 [221]; Kindhäuser in: NK, § 263, Rn. 23; Tröndle / Fischer, § 263, Rn. 54; Cramer in: Schönke / Schröder, § 263, Rn. 80; Lackner / Kühl, § 263, Rn. 33; Maurach / Schroeder / Maiwald, § 41, Rn. 94; Wessels / Hillenkamp, BT 2, Rn. 531; Rengier, BT 1, § 13, Rn. 54; Hefendehl, S. 94.
11 Tiedemann in: LK, § 263, Rn. 130.
12 Maurach / Schroeder / Maiwald, § 41, Rn. 55.
13 Wessels / Hillenkamp, BT 2, Rn. 531; Krey / Hellmann, BT 2, Rn. 421.
14 Krey / Hellmann, BT 2, Rn. 434.
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Tommy Kujus, 2009, Vermögensschaden bei schadensgleicher Vermögensgefährdung?, München, GRIN Verlag GmbH
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