1. Einleitung. 3
2. Hauptteil. 4
2.1 Der Irak: Eine allgemeine Charakterisierung. 4
2.2 Der erste Golfkrieg und die Rolle der USA 6
2.3 Der zweite Golfkrieg. 9
2.4 Das Vorspiel um den dritten Golfkrieg und der Militärschlag gegen den Irak 2003. 12
3. Schlussteil: Zusammenfassung und Fazit 15
4. Literaturverzeichnis. 17
Verwendete Literatur: 17
Internetquellen: 17
2
1. Einleitung
Im Folgenden möchte ich die Entwicklung des Iraks seit der Machtübernahme Saddam Husseins bis zum Eingriff der „Allianz der Willigen“ 2003 darstellen, um schließlich der Frage nach den Motiven der Invasion nachzugehen. Insbesondere werde ich in diesem Zusammenhang auf die Rolle der USA eingehen, die als Kopf der Allianz den Krieg gegen den Irak initiierte. Laut der USA war der Irak ein den Terrorismus unterstützender Staat, der die Sicherheit der freien Welt gefährdete. Mit dieser Begründung zog man in den Krieg. Folglich bedarf es der Überprüfung, ob es nicht andere Motive waren, die den Krieg gegen den Irak veranlassten. Zudem muss in diesem Zusammenhang die Rolle der UNO untersucht werden. Ist ein Versagen der UNO als friedensgarantierende Institution zu verzeichnen? Wird die UNO wie der Völkerbund vor dem zweiten Weltkrieg scheitern oder ist sie bereits gescheitert?
Zunächst werde ich zum Irak eine kurze Charakterisierung liefern, welche den Irak in seinen politischen, ökonomischen und religiösen Aspekten vorstellt. Zudem soll eine Übersicht über die Geschichte des Iraks gegeben werden, sodass dem Leser ein prägnant stringentes Bild des Iraks entsteht, um dann den Irak in die Weltpolitik einordnen zu können und das Interesse der Welt am Irak darzustellen. Nachfolgend möchte ich auf die ersten beiden Golfkriege eingehen und in diesem Zusammenhang speziell die Rolle der UNO betrachten, um anschließend die Entwicklung des Einflusses seitens der UNO auf die Sicherung des weltweiten Friedens zu durchleuchten und die Position der USA darzulegen. In diesem Zusammenhang gilt es zudem zu erörtern, inwiefern die Vorbereitung des Irakkriegs sich vollzog und inwieweit die US-Führung Alternativen zur militärischen Intervention in Betracht zog. Lässt sich die USA noch integrieren oder handelt sie nicht viel mehr autonom, unabhängig von den Vereinten Nationen? Hat die UNO noch politisches Gewicht, welches militärische Alleingänge der USA verhindern kann und durch Embargos oder andere Sanktionen anstatt militärischer Intervention friedlich eingreift? Kann man von einer tiefen Spaltung der UNO, aber auch der NATO und der EU sprechen?
3
2. Hauptteil
2.1 Der Irak: Eine allgemeine Charakterisierung 1
Der Irak hat derzeit eine Bevölkerung von etwa 28,9 Millionen 2 Menschen, von denen 7 Millionen 3 Menschen in der Hauptstadt Bagdad leben. Die Nachbarstaaten des Iraks sind im Norden die Türkei, im Osten der Iran, im Westen Syrien und Jordanien und im Süden Kuwait und Saudi-Arabien. 4 Insgesamt umfasst die Länge der Landgrenzen 3650 km, wobei die Länge der Seegrenze sich auf gerade einmal 58 km begrenzt. 5 Im Irak sind mehr als 95% der Bevölkerung Muslime, von denen ca. 60% Schiiten und ca. 35% Sunniten (davon ca. 20% Araber, 15% Kurden) sind. 6 Außerdem gibt es im Irak Angehörige verschiedener orientalisch-christlicher Kirchen und zahlreiche kleinere Religionsgruppen, wobei die Zahl der noch im Irak verbliebenen Juden verschwindend gering ist. 7 Im Besonderen stehen sich die schiitische Mehrheitsbevölkerung und die dagegen lange Zeit politisch einflussreichen sunnitischen Araber im Irak gegenüber, was unter anderem ein Grund für politische Auseinandersetzungen war. 8
Die Amtssprachen im Irak sind Arabisch und Kurdisch, wobei in einigen Gebieten auch Turkmenisch oder Aramäisch gesprochen wird. 9
1 Die verwendeten Daten sind unter anderem aus Statistiken zum einen des Auswärtigen Amtes
der Bundesrepublik Deutschland und der CIA der Vereinigten Staaten von Amerika. Bei den
Angaben handelt es sich um gerundete Zahlen. Die Statistik zur Religionsangehörigkeit ist vom
Auswärtigen Amt grob geschätzt worden.
2 Vgl. CIA Factbook, Iraq Population: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-
factbook/geos/iz.html#Intro (Stand: 24.03.2009).
3 Vgl. Auswärtiges Amt, Länderinformation Irak: http://www.auswaertiges-
amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Irak.html (Stand: 24.03.2009).
4 Vgl. Ebd., (Stand: 24.03.2009).
5 Vgl. CIA Factbook, Iraq Population: (Stand: 24.03.2009).
6 Vgl. Auswärtiges Amt, Länderinformation Irak: (Stand: 24.03.2009).
7 Vgl. Ebd., (Stand: 24.03.2009).
8 Vgl. HUBEL, Helmut: Weltpolitische Konflikte. Eine Einführung, Baden-Baden 2005, S. 79.
9 Vgl. Auswärtiges Amt, Länderinformation Irak: (Stand: 24.03.2009).
4
Bereits vor dem 1. Weltkrieg hatten westliche Mächte ihr Interesse auf den Irak gerichtet. So war es Großbritannien, das aufgrund der notwendigen Verbindung zum wichtigsten Kolonialbesitz Indien, ein Augenmerk auf den Irak geworfen hatte und seit der Gründung des Iraks 1921 ein Mandat über jenen besaß. Die von den Briten herbeigeführte territoriale Neuordnung im Irak nach dem ersten Weltkrieg und die Etablierung von neuen Staatsgrenzen führte in der Folgezeit mehrfach zu Auseinandersetzungen, beispielsweise zwischen dem Irak und dem Iran, zwischen Irak und Kuwait sowie zwischen Saudi-Arabien und dessen Nachbarn. 10
Die Tatsache, dass in der Golfregion schätzungsweise zwei Drittel der weltweiten Erdölreserven lagern, macht die Region bis heute zu einer Region mit weltwirtschaftlicher Bedeutung: „Die Fähigkeit einer Macht - egal ob regional oder international - die Förderung und den Vertrieb dieser Energieressourcen zu kontrollieren bzw. zu garantieren, wurde zu einem wichtigen weltpolitischen Faktor.“ 11 Dies bestätigt auch, dass Großbritannien Anfang des 19. Jahrhunderts „mit fast allen Herrschern der Scheichtümer am Golf Handelsbeziehungen“ 12 aufnahm. 1914 erwarb man 51% der APOC (Anglo-Persian Oil Company), da das Öl als Energielieferant der Zukunft gesehen wurde und die Hauptquelle für das Öl der Briten der Golf von Mexiko war, der jedoch schlichtweg zu weit entfernt lag. 13 Im Jahr 1932 wurde der Irak aufgrund der Aufhebung des britischen Mandats unabhängig und trat dem Völkerbund bei. 14 Nach dem zweiten Weltkrieg waren es vor allem die Sowjetunion und Frankreich, die durch intensive Kooperation mit dem Irak, nachdem die „prowestliche“ Monarchie 1958 gestürzt worden war, wirtschaftlich und politisch zu profitieren versuchten. 15 Frankreich schloss sogar mit den Ölexporteuren
10 Vgl. HUBEL: Weltpolitische Konflikte, 2005, S. 79.
11 Ebd., S. 79.
12 SLUGLETT, Peter; FAROUK-SLUGLETT, Marion: Der Irak seit 1958. Von der Revolution zur
Diktatur, Frankfurt a.M. 1991, S. 17.
13 Vgl. Ebd., S. 18.
14 Vgl. Auswärtiges Amt, Länderinformation Irak: (Stand: 24.03.2009).
15 Vgl. HUBEL: Weltpolitische Konflikte, 2005, S. 80-81.
5
Arbeit zitieren:
Dominik Mönnighoff, 2009, Der Irakkonflikt bis zum dritten Golfkrieg, München, GRIN Verlag GmbH
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