INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung. 3
2. Entwicklungslinien der Netzwerkanalyse 3
3. Soziale Beziehungen in der Netzwerkstruktur 6
4. Empirische Befunde zu Mark Granovetters Hypothesen 7
5. Schlussbemerkung 11
Literaturverzeichnis 12
2
1. Einleitung
Schon an der vielfältigen Literatur ist zu erkennen, dass soziale Netzwerke ein weit verbreiteter Untersuchungsgegenstand sind und das nicht nur in der Soziologie. Auch in den Wirtschaftswissenschaften, in der Politikwissenschaft und in der Psychologie ist das Verhalten von Individuen in Netzwerken von Interesse. Die sehr bedeutend gewordene Studie von Mark Granovetter „Getting a Job“ hat eine Vielzahl von Wissenschaftlern dazu veranlasst soziale Beziehungen in sozialen Netzwerken zu untersuchen und zu analysieren. Gerade in der Arbeitsmarktforschung, kommt es zu einer Ansammlung von Untersuchungen, die sich mit den von Granovetter formulierten Hypothesen auseinander setzen. Er behauptet unter anderem, dass schwache soziale Kontakte bei der Arbeitssuche förderlicher sind als starke Verbindungen und das diese auch zu einer besseren Positionierung führen.
Die vorliegende Arbeit versucht zu erläutern ob und warum soziale Netzwerke eine so wichtige Rolle bei der Suche nach Arbeit einnehmen können. Dazu wird zu erst kurz das Wesentliche der Entwicklung der Netzwerkanalyse beleuchtet, um anschließend auf soziale Beziehungen in Netzwerkstrukturen einzugehen.
Nachfolgend werden anhand der Studien von A. Franzen und D. Hangartner „Soziale Netzwerke und berufliche Erfolge“ und der Studie von P. Preisendörfer und T. Voss „Arbeitsmarkt und soziale Netzwerke - Die Bedeutung sozialer Kontakte beim Zugang zu Arbeitsplätzen“, die Thesen Granovetters überprüft.
2. Entwicklungslinien der Netzwerkanalyse
Um die Jahrhundertwende 19.-20. Jh. kann G. Simmel als Pionier des netzwerkanalytischen Denkens angesehen werden.
Er vergleicht bereits die Eigenschaften von Dyaden und Triaden mit ihren jeweiligen Beziehungen.
3
Die Ursprünge der Netzwerkanalyse können in zwei unterschiedlichen Sichtweisen aufgegliedert werden.
Das ist zum einen die sozialpsychologische Entwicklungslinie, welche ihren Anfang in der psychologischen Gestaltungstheorie fand, gefolgt von der Feldtheorie und der Balancetheorie welche sich gegen die in den 1930er und 1940er herrschenden „behavioristischen Stimulus-Response Modelle“ wandten. Die große Errungenschaft der sozialpsychologischen Sichtweise gelang Mitte der 1950er Cartwright und Harary mit der Anwendung der mathematischen Graphentheorie auf das Balanceproblem. Dies ermöglichte die Abbildung von Netzwerkstrukturen in Graphen, was die Analyse mit graphentheoretischen Modellen erlaubt.
Diese Methode gehört in der heutigen Netzwerkanalyse zum Standardrepertiore (vgl. Jansen 1999, S. 31 - 34).
Die anthropologische Entwicklungslinie wird in die britische und die amerikanische Richtung unterteilt. Beide haben ihren Ursprung in der strukturfunktionalen Anthropologie von Radcliff-Brown.
Im Unterschied zu dem Entwicklungsstrang der Sozialpsychologie ist hier der Focus auf das Funktionieren von größeren Einheiten wie Gemeinden oder formale Organisationen gerichtet.
Die Vertreter des britischen Strangs, auch „Manchester-Gruppe“, welche die Fragestellung aus der Modernisierung- und Stadtforschung verfolgte, entwickelte in der 50er - 60er den Netzwerkansatz als ein Gegenmodell zur dominierenden normativen Betrachtung des Strukturfunktionalismus weiter. Zu den bedeutenden Wissenschaftlern zählen hier M. Gluckman, J.A. Barnes, E. Bott, S.F. Nadel, J.C. Mitchell.
J.A. Barnes und J.C. Mitchell formulieren den Netzwerkbegriff Ende der 60er Anfang 70er aus und entwickeln mit Hilfe der Graphentheorie ein Instrumentarium zur Beschreibung von Netzwerkstrukturen (vgl. Jansen 1999, S. 37). Zu den Vertretern des amerikanischen Entwicklungsastes zählen u.a. E. Warner, L. Mayo, G.C. Homans, H. White.
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Arbeit zitieren:
Martina Geyer, 2006, Soziale Beziehungen und ihre Bedeutung in sozialen Netzwerken, München, GRIN Verlag GmbH
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