Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abk ürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Asymmetrische Informationsverteilung 2
2.1. Klassifizierung der Probleme asymmetrischer Information 2
2.2. Das Phänomen von Moral Hazard 3
3. Subprime-Krise 4
3.1. Krisenentstehung und auslösende Faktoren 4
3.2. Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte 12
4. Moral-Hazard-Probleme im Rahmen der Subprime-Krise. 16
5. Mögliche Lösungsansätze zur Milderung von Moral Hazard 20
6. Fazit 23
Quellenverzeichnis 24
I
Abkürzungsverzeichnis
ABCP Asset-Backed Commercial Papers ABS Asset Backed Securities BaFin Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise ca. circa CBOs Collateralised Bond Obligations CDO Collateralised Debt Obligations CDS Credit Default Swap CLOs Collateralised Loan Obligations d.h. das heißt etc. et cetera EZB Europäische Zentralbank ff. fortfolgende FTD Financial Times Deutschland Hrsg. Herausgeber i.d.R. in der Regel i.H.v. in Höhe von IWF Internationaler Währungsfonds MBS Mortgage Backed Securities Mio. Millionen Mrd. Milliarden o.J. ohne Jahresangabe o.g. oben genannt PWC PricewaterhouseCoopers S. Seite sog. so genannte Structured Investment Vehicle SIV TRS Total Return Swap u.a. unter anderem Vgl. Vergleiche z. B. zum Beispiel
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Klassifizierung der Probleme bei asymmetrischer Information
Abbildung 2: Ausgabenvolumen der strukturierten Produkte
in den USA und Europa, in Mrd. US-Dollar
Abbildung 3: Grundstruktur einer True-Sale-ABS-Transaktion
Abbildung 4: Käufer von ABS CDOs, in Prozent
Abbildung 5: Geografische Verteilung der Bankenverluste, in Prozent
Abbildung 6: Vergleich von Finanzkrisen
Abbildung 7: Die größten Verlierer infolge der Subprime-Krise
Abbildung 8: Verhältnis zwischen Bank und Kreditnehmer
Abbildung 9: Verhältnis zwischen Bank, Zweckgesellschaft, Investoren
und Rating-Agenturen
Abbildung 10: Verhältnis zwischen Bank und Zentralbank
III
1. Einleitung
Die im Sommer 2007 am US-Immobilienmarkt ausgelöste Subprime-Krise führte zu erheblichen Unsicherheiten auf den globalen Finanzmärkten. Eine bemerkenswerte Anzahl von Banken sowie anderen Finanzinstitute besonders in den USA und Europa musste aufgrund der entstandenen Refinanzierungsprobleme Verluste in Milliardenhöhe hinnehmen.
Die Ursachen für die Subprime-Krise sind umfangreich. Hierbei handelt es sich um eine komplexe Kooperation unterschiedlicher Marktteilnehmer, die teilweise zu den innovativen Finanzmarktinstrumenten gegriffen und daneben rechtliche Spielräume sorglos ausgenutzt haben. Dabei kommt der Verbriefung eine besondere Rolle zu. Obwohl die Verbriefung solche Vorteile wie einen direkten Zugang für Unternehmen bzw. Banken zum Kapitalmarkt, d.h. ohne Einbeziehung von Finanzintermediären, bietet und auch eine breite Risikostreuung ermöglicht, können Principal-Agent-Probleme auftreten. So wurde im Rahmen der Finanzkrise das Risiko von Moral Hazard wesentlich vergrößert.
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel zu untersuchen, inwiefern die Subprime-Krise auf Moral Hazard zurückzuführen ist. Der folgende Beitrag beschreibt mögliche Principal-Agent-Probleme, die bei asymmetrischer Informationsverteilung auftreten können, und auch die Problematik von Moral Hazard. Sie soll auch einen Überblick über die Ursachen und den Ablauf der Subprime-Krise sowie über deren Auswirkungen auf den globalen Finanzsektor verschaffen. Im Rahmen dieser Untersuchung werden bestimmte Kreditbeziehungen zwischen den Marktteilnehmern betrachtet und das daraus resultierende Risiko von Moral Hazard erläutert. Des Weiteren werden mögliche Lösungsansätze zur Milderung von Moral Hazard präsentiert. Dem besseren Verständnis des Materials wird durch eine Reihe von grafischen Illustrationen und praktischen Bespielen beigetragen.
1
2. Asymmetrische Informationsverteilung
Im Rahmen einer Kooperation stellt sich die Frage, wie die relevanten Informationen bei Vertragsabschluß verteilt sind. Verfügen die Vertragsparteien über den gleichen Informationsstand, wird von symmetrischer Informationsverteilung gesprochen. Sind die Informationen über die relevanten Sachverhalte ungleichmäßig verteilt, wird dies als Informationsasymmetrie bezeichnet. 1 Darauf bezieht sich die Prinzipal-Agent-Theorie. Im Rahmen derer wird ein Verhältnis zwischen einem Auftraggeber (Prinzipal) und einem Auftragnehmer (Agent) beobachtet. Die Theorie trifft die Annahme, dass der Agent besser als der Prinzipal informiert ist. 2
2.1. Klassifizierung der Probleme asymmetrischer Information
Bei asymmetrischer Information können drei Grundtypen der Probleme auftreten, die durch ex ante, interim und ex post Unsicherheiten bedingt sind: 3
Abbildung 1: Klassifizierung der Probleme bei asymmetrischer Information
Quelle: eigene Darstellung in Ahnlehnung an Hartmann-Wendels, T./ Pfingsten, A./ Weber, M. 4
1 Vgl. Hartmann-Wendels,T./ Pfingsten, A./ Weber, M. (2004), S.85ff.
2 Vgl. Laffont, J.-J./ Martimort, D. (2002), S.4ff.
3 Vgl. Hartmann-Wendels,T./ Pfingsten, A./ Weber, M. (2004), S.96ff.
4 Vgl. Hartmann-Wendels,T./ Pfingsten, A./ Weber, M. (2004), S.99.
2
Die ex ante Unsicherheit wird auch als Qualitätsunsicherheit (Adverse Selektion) bezeichnet, die häufig auftritt, wenn nicht alle Vertragspartner zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses über dieselben Information verfügen. 5 Es handelt sich um Qualitätsunsicherheit, wenn z.B. der Konsument vor Vertragsabschluss zwar den Preis kennt, aber über die Qualität eines Gutes unsicher ist. Der Produzent besitzt damit oft einen Informationsvorsprung, die Information über die Qualität dieses Gutes jedoch aus Interessengründen nicht preisgibt. 6 Die Zahlungsbereitschaft der rationalen Konsumenten richtet sich an der durchschnittlich zu erwarteten Qualität. Die Güter mit überdurchschnittlicher Qualität, die zu entsprechend hohen Preisen angeboten werden, werden nicht nachgefragt und scheiden aus dem Markt aus. Der Prozess, bei dem die schlechte Qualität die gute aus dem Markt verdrängt, wird als Adverse Selektion bezeichnet und „führt zu einem Marktversagen“. 7 Diese Problematik greift George A. Akerlof auf und zeigt am Bespiel des Gebrauchtwagenmarktes, dass bei Qualitätsunsicherheit bzw. Informationsasymmetrie schließlich nur noch „Lemons“, also Fahrzeuge schlechter Qualität, am Markt übrig bleiben. 8
Die ex post Unsicherheit liegt vor, wenn eine Partei über den Projekterfolg nach Vertragsabschluss unsicher ist, sodass das Problem der Verifizierbarkeit der Ergebnisse entsteht. Die andere Partei strebt danach, den Projekterfolg nicht immer wahrheitsgemäß bekannt zu machen. 9 Die interim Unsicherheit wird auch als Moral Hazard genannt. 10
2.2. Das Phänomen von Moral Hazard
Das Phänomen des „moralisches Risikos“ (Moral Hazard) findet seinen Ursprung im Versicherungsgeschäft und tritt als Hidden Action auf. 11 Die Grundlage für Moral Hazard stellt ein Vertrag zwischen zwei Wirtschaftssubjekten dar, wobei die Vertragspartner bei Vertragsabschluss zwar über die gleiche Information verfügen, nach Vertragsabschluss aber einer der Vertrags-
5 Vgl.Hartmann-Wendels,T./ Pfingsten, A./ Weber, M. (2004), S.100.
6 Vgl. Laffont, J.-J./ Martimort, D. (2002), S.18ff.
7 Vgl. Rudolph, B. (2006), S. 137.
8 Vgl. Akerlof, G. A. (1970), S. 488ff.
9 Vgl. Hartmann-Wendels, T./ Pfingsten, A./ Weber, M. (2004), S.105.
10 Vgl. Hartmann-Wendels, T./ Pfingsten A./ Weber, M. (2004), S.98.
11 Vgl. Bannier, C.E. (2005), S. 69.
3
partner wegen unvollständiger Daten die Handlungen und Entscheidungen des anderen Vertragspartners nicht oder nur teilweise beobachten kann. 12 Es handelt sich um die nicht der Tatsache entsprechende Information, die ex post auftreten und Auswirkungen auf die Vorteilhaftigkeit der Transaktion haben kann. Daraus kann der andere Vertragspartner einen Vorteil für sich erzielen. 13 Das klassische Beispiel hierfür stellt der Versicherungsvertrag dar, bei dem der Versicherungsnehmer nach Vertragsabschluss durch sorglosen Umgang mit der versicherten Sache einen Schaden verursacht. 14 Dies entsteht gerade im Fall, wenn die Handlungen eines Versicherungsnehmers von der Versicherungsgesellschaft nicht beobachtbar sind. Der Versicherungsnehmer hat damit einen geringen Anreiz, dieselbe Sorgfalt aufzuwenden wie in einer Situation ohne entsprechender Versicherung. 15 Ein beliebtes Instrument der Versicherungsgesellschaften zur Reduzierung von Moral Hazard ist die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung. Außerdem können solche Instrumente wie Monitoring über die Handlungen des Versicherungsnehmers oder Bindungen an ein bestimmtes Verhalten angewendet werden. 16 Bei der Lösung des Moral-Hazard-Problems spielen auch anreizkompatible Verträge eine bedeutende Rolle. Der Versicherer formuliert dabei unter der Bedingung der Nutzenmaximierung den Vertrag so, dass es kein Anreiz seitens des Versicherten besteht, ihn zu betrügen. 17
In der vorliegenden Arbeit wird Moral Hazard als einer der Ursachen der aktuellen Finanzkrise betrachtet.
12 Vgl. Rudolph, B. (2003), S. 139.
13 Vgl. Bannier, C.E. (2005), S. 70.
14 Vgl. Rudolph, B. (2003), S. 139.
15 Vgl. Varian, H. (1999), S. 647ff.
16 Vgl. Endres, K. (2007), S. 58f.
17 Vgl. Hartmann-Wendels,T./ Pfingsten, A./ Weber, M. (2004), S.104ff.
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Arbeit zitieren:
Irina Markova, 2008, Subprimekrise als Resultat von Moral Hazard, München, GRIN Verlag GmbH
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