Inhaltsverzeichnis
1. 1. Einleitung und Problemstellung 1
2. 2. Begriffserklärungen 2
1. Selbstreguliertes Lernen 2
2. Lernstrategien 2
2.2.1 Kognitive Strategien 3
2.2.2 Metakognitive Strategien 4
2.2.3 Motivations- und Emotionsstrategien 4
2.2.4 Weitere in der Literatur genannte Strategien 4
3. 3. Selbstregulierung versus Fremdsteuerung im Schulunterricht 5
4. 4. Die Rolle der Schule beim selbstregulierten Lernen 6
5. 5. Methoden zur Umsetzung im Schulunterricht 6
1. Lernen mit dem Portfolio 6
2. Reziprokes Lernen zur Steigerung der Lesekompetenz 8
6. Fazit 10
7. Literaturverzeichnis 11
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1 Einleitung und Problemstellung
Selbstreguliertes Lernen ist seit der kognitiven Wende in den 70er Jahren ein viel diskutiertes, analysiertes und weit gefächertes Lernphänomen, das viele Bereiche des Lebens betrifft. In der Erwachsenenbildung ist es die Grundlage für lebenslanges, eigenständiges Lernen und Erweiterung des eigenen Wissensstandes. Auch im Studium ist es unerlässlich, Lernstrategien zu kennen und sie effektiv anwenden zu können.
Seit den Untersuchungen der PISA-Studie hat die Methode des selbstregulierten Lernens auch im Schulunterricht an Bedeutung zugenommen. Die Notwendigkeit, das Lernen möglichst früh zu erlernen und zu beherrschen, zeigt sich unter anderem in den Lehrplänen der Bundesländer. So ist eine grundlegende Anforderung der gymnasialen Oberstufe in Thüringen die Fähigkeit der „Verknüpfung und Reflexion von Methoden und Strategien" (Thüringer Kultusministerium 2008, S. 5) im Schulunterricht. In Sachsen-Anhalt gibt es für die Schuljahrgänge 5 bis 6 den Kurs Lernmethoden, in dem neben Methoden zur Informationsbeschaffung auch Lernplanung und Möglichkeiten zur Gestaltung des Lernumfeldes gelehrt werden (vgl. LISA 2003). Der Schule kommt somit eine der wichtigsten Aufgaben zu: Die Vermittlung und Festigung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es ermöglichen, sich ein Leben lang selbst weiterzubilden und sich in der Welt des schnellen Fortschritts und des Wissens mit geringer Halbwertszeit eigenständig zu aktualisieren.
Auf Grundlage der Erläuterung und Untergliederung der Begriffe "selbstreguliertes Lernen" und "Lernstrategie" sollen in dieser Arbeit grundlegende Aspekte geklärt werden, die Voraussetzung des selbstregulierten Lernens sind. Außerdem werden einige praktische Methoden im Schulunterricht vorgestellt, die das Lernen lehren.
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2 Begriffserklärungen
Zum besseren Verständnis sollen in diesem Abschnitt grundlegende Begriffe erklärt und eine einheitliche Definition gefunden werden. 2.1 Selbstreguliertes Lernen
Die Definitionsvorschläge der Autoren zum Begriff des selbstreguliertem Lernens sind so vielfältig wie der Begriff selbst. Selbstgesteuertes, autonomes, selbstbestimmtes, selbstorganisatorisches und autodidaktisches Lernen bezeichnen denselben Lernstil. In der Arbeit wird der Begriff des selbstregulierten Lernens stellvertretend beibehalten. Die Festlegung und Formulierung einer einheitlichen Definition wird weiterhin dahingehend erschwert, „daß sich hinter den Begriffen häufig komplexe Konstrukte verbergen. Daher werden in unterschiedlichen Definitionsansätzen ganz unterschiedliche Aspekte des Lernens thematisiert“ (Schreiber 1998, S. 9). Ab welchen Punkt das Lernen als selbstreguliert bezeichnet werden kann, wird somit von den Autoren unterschiedlich festgelegt. Grundlage dieser Arbeit soll die Definition nach Konrad und Traub sein.
„Selbstgesteuertes Lernen ist eine Form des Lernens, bei der die Person in Abhängigkeit von der Art ihrer Lernmotivation selbstbestimmt eine oder mehrere Selbststeuerungsmaßnahmen (kognitiver, volitionaler oder verhaltensmäßiger Art) ergreift und den Fortgang des Lernprozesses selbst (metakognitiv) überwacht, reguliert und bewertet“ (Konrad/Traub 1999, S. 13). 2.2 Lernstrategien
Lernstrategien dienen dazu, das Lernen zu strukturieren und zu organisieren. Sie sind die Wege und Mittel, die der Lernende anwendet (Selbststeuerung) oder anwenden muss (Fremdsteuerung), um sein Lernziel zu erreichen. Lernstrategien zu erlernen, zu kennen und auf Lernprozesse übertragen zu können ist somit eine wichtige Voraussetzung des selbstregulierten Lernens. Zwei Methoden zur Vermittlung dieser in der Schule sollen in dieser Arbeit vorgestellt werden.
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Hasselhorn/Gold definieren Lernstrategien als „Prozesse bzw. Aktivitäten, die auf ein Lern- oder Behaltensziel ausgerichtet sind und über die obligatorischen Vorgänge bei der Bearbeitung einer Lernanforderung hinausgehen“ (Hasselhorn/ Gold 2006, S. 90). Zusätzlich weisen sie eine „akzessorische Eigenschaft auf, indem sie entweder intentional, bewusst, spontan, selektiv, kontrolliert und/oder kapazitätsbelastend sind bzw. eingesetzt werden“
(ebd., S. 90). Im folgenden sollen einige für Schüler relevante Lernstrategien und personelle Voraussetzungen des selbstregulierten Lernens aufgezeigt werden.
2.2.1 Kognitive Strategien
Kognitive Strategien sind grundlegend in jedem Lernprozess. Der Lernende muss die strategische Kompetenz besitzen, „mit deren Hilfe neue Informationen verarbeitet, mit Vorwissen verknüpft und behalten werden können" (Konrad/Traub 1999, S. 35). In der Literatur werden Wiederholungs- , Elaborations-, Organisationsstrategien unterschieden. Wiederholungsstrategien
Das mehrfache Wiederholen dient der Festigung des Lehrstoffes und hilft, das Gelernte in das Langzeitgedächtnis zu übertragen, so dass es später wieder abgerufen und angewendet werden kann. Steiner (2006) unterscheidet drei Wiederholungsstrategien, die sich auf verschiedene Prozesse des Transfers zwischen Langzeit- und Arbeitsgedächtnis beziehen: Das wiederholte Enkodieren dient dem Informationsübertrag in das Langzeitgedächtsnis, das wiederholte Abrufen sollte beherrscht werden, um bereits enkodierte Informationen frei erinnern zu können und das wiederholte Anwenden, welches unter anderem auch für den Übungsübertrag (Anwenden des Wissens in einer anderen, ähnlichen Situation) nützlich ist (vgl. Steiner, 2006, S. 102-104). Elaborationsstrategien
Hierzu gehören alle Prozesse, „welche dem Verstehen und dem dauerhaften Behalten neuer Informationen dienen" (Friedrich/Mandl 2006, S. 2). Beispiele hierfür sind: Vorwissen aktivieren, Fragen stellen und die Mnemotechnik.
Arbeit zitieren:
Claudia Gaylor, 2009, Selbstreguliertes Lernen im Schulunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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