Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS. IV
TABELLENVERZEICHNIS V
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS / GLOSSAR VI
KURZFASSUNG VIII
EXECUTIVE SUMMARY IX
1 EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung und Relevanz der Thematik 1
1.1.1 MEDIZINISCHE FEHLER 1
1.1.2 KOSTEN 6
1.2 Lösungsansatz: Elektronische Datenübertragung mittels standardisierter Datenformate 8
1.3 Zielsetzung. 10
1.4 Anmerkung. 10
1.5 Aufbau und Struktur 11
2 IST-SITUATION EINES LABORS. 12
2.1 Einführung in den Laborbereich 12
2.2 Ist-EPG der Arztpraxis 13
2.2.1 BESCHREIBUNG DER IST-PROZESSKETTE BEIM NIEDERGELASSENEN ARZT 15
2.3 Ist-EPG des Labors 16
2.3.1 BESCHREIBUNG DER IST-PROZESSKETTE IM LABOR 18
2.4 Wahrgenommene Probleme in der präanalytischen Supply-Chain. 20
2.4.1 PROBLEM 1: INKORREKTE DATENEINGABE 20
2.4.2 PROBLEM 2: INKORREKTE AUSWAHL DER PROBENRÖHRCHEN. 21
2.4.3 PROBLEM 3: FALSCHE PROBENBESCHRIFTUNG. 21
2.4.4 PROBLEM 4: SORTIERUNG IM WARENEINGANG. 21
2.4.5 PROBLEM 5: KLARHEIT ÜBER DATEN. 21
2.4.6 PROBLEM 6: DATENINPUT 21
2.4.7 PROBLEM 7: BARCODEDRUCK UND BEKLEBUNG 22
2.5 Resümee der wahrgenommenen Probleme 22
3 GESETZLICHE ANFORDERUNG IM GESUNDHEITSWESEN 23
3.1 Identität 23
3.2 Vertraulichkeit 23
3.3 Integrität. 24
3.4 Dokumentationspflicht 24
3.5 Resümee. 24
4 GRUNDLAGEN - ELEKTRONISCHER DATENAUSTAUSCH 25
4.1 EDI - Electronic Data Interchange 25
4.1.1 VORTEILE VON EDI 26
4.1.2 NACHTEILE VON EDI 26
4.1.3 EDI-STANDARDS. 27
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Inhaltsverzeichnis
4.1.4 FUNKTIONSWEISE VON EDI 27
4.2 WEB-EDI. 28
4.3 XML - Extensible Markup Language 29
4.3.1 ENTWICKLUNG VON XML 29
4.3.2 DAS KONZEPT VON XML 30
4.3.3 AUFBAU EINES XML-DOKUMENTS 31
4.3.4 VERARBEITUNG VON XML-DOKUMENTEN. 32
4.3.5 SCHEMASPRACHEN 33
4.4 XSLT - Extensible Stylesheet Language for Transformation 35
4.5 Architektur von Kommunikationssystemen. 37
4.5.1 DAS INTERNET. 37
4.5.2 ISO/OSI-REFERENZMODELL. 39
4.5.3 SCHNITTSTELLEN 41
4.6 Sichere Datenübertragung und Informationssicherheit 42
4.6.1 VERTRAULICHKEIT. 43
4.6.2 INTEGRITÄT 45
4.6.3 AUTHENTIZITÄT 46
4.6.4 VERBINDLICHKEIT 46
5 ELEKTRONISCHE DATENÜBERTRAGUNG E-HEALTH 47
5.1 E-Card als Wegbereiter. 47
5.2 Health Level 7 48
5.3 Clinical Document Architecture 50
5.4 xDT 52
5.5 VCS 54
5.6 D2D. 55
6 NUTZEN ELEKTRONISCHER DATENÜBERTRAGUNG. 56
6.1 Soll-EPG der Arztpraxis. 56
6.1.1 BESCHREIBUNG DER SOLL-PROZESSKETTE BEIM NIEDERGELASSENEN ARZT 58
6.2 Soll-EPG des Labors 61
6.2.1 BESCHREIBUNG DER SOLL-PROZESSKETTE IM LABOR 63
6.3 Nettonutzen 65
7 FAZIT UND AUSBLICK 67
LITERATURVERZEICHNIS 68
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Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Phasen im Prozess der Labordiagnostik.
Abbildung 2: Wertschöpfungskette des Gesundheitswesens
Abbildung 3: Verwendete IT Standards im deutschen Gesundheitswesen.
Abbildung 4: Ist-EPG des niedergelassenen Arztes Teil 1
Abbildung 5: Ist-EPG des niedergelassenen Arztes Teil 2
Abbildung 6: Ausschnitt aus dem Vacuette Röhrchen Guide
Abbildung 7: Ist-EPG des Labors Teil 1
Abbildung 8: Ist-EPG des Labors Teil 2
Abbildung 9: Ausschnitt aus einem Anforderungsformular.
Abbildung 10: EDI Begriffsdefinition
Abbildung 11: Ablauf Web-EDI
Abbildung 12: XML - Sprachkonzept.
Abbildung 13: XML Baumstruktur
Abbildung 14: Konvertierungsprozess
Abbildung 15: Komponenten einer Transformation.
Abbildung 16: Schutzziele für eine sichere Kommunikation
Abbildung 17: Asymmetrische Verschlüsselung
Abbildung 18: Kommunikation mit HL7
Abbildung 19: CDA Struktur
Abbildung 20: Soll-EPG des niedergelassenen Arztes Teil 1
Abbildung 21: Soll-EPG des niedergelassenen Arztes Teil 2
Abbildung 22: Vacuette Code System - Anforderungssoftware.
Abbildung 23: Barcoderöhrchen.
Abbildung 24: Kommunikationsfluss der Stakeholder
Abbildung 25: Soll-EPG des Labors Teil 1
Abbildung 26: Soll-EPG des Labors Teil 2
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Tabellenverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Informationen auf Blutproben laut CLSI-Richtlinien 4
Tabelle 2: Patienteninformationen im LIS des Ist-Prozesses 18
Tabelle 3: Spezifische Tätigkeiten im Labor 19
Tabelle 4: HTML versus XML 31
Tabelle 5: TCP/IP-Architektur 38
Tabelle 6: Schichten des ISO/OSI Referenzmodells 40
Tabelle 7: xDT Standards. 53
Tabelle 8: VCS Sicherheitsmaßnahmen 54
Tabelle 9: Optimierung der Tätigkeiten im Labor. 65
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Abkürzungsverzeichnis / Glossar
ADSL Asymmetric Digital Subscriber Line ADT Abrechnungsdatentransfer ANSI American National Standards Institute APS Aktionsbündnis Patientensicherheit ARPA Advanced Research Projects Agency ASN.1 Abstract Syntax Notation One B2B Business to Business BDT Behandlungsdatentransfer CDA Clinical Documentation Architecture CLSI Clinical Laboratory Standards Institute Commerce and Transport D2D Doctor to Doctor DT Datentransfer DTD Documenttyp Definition DICOM Digital Imaging and Communication in Medicine ebXML Electronic Business using XML E-Card Electronic Card EDIFACT Electronic Date Interchange For Administration EDV Elektronische Datenverarbeitung E-Health Elektronische Gesundheitsdienste ELGA Elektronische Gesundheitsakte E-Mail Electronic Mail EPG Ereignisorientierter Prozessgraph ERP-System Enterprise Resource Planning System etc. et cetera f. folgende ff. fortfolgende ggf. gegebenenfalls HIBCC Health Industrie Business Communications Council HL7 Health Level 7 HTML Hypertext Markup Language HTTP Hypertext Transfer Protocol HTTPS Hypertext Transfer Protocol Secure ISO International Standards Organisation JPEG Joint Photographie Experts Group KVDT Kassenärtzliche Vereinigung Datentransfer
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LIS Laborinformationssystem lt. laut ISO International Standard Organization IT Information Technology No. Number OpenPGP Open Pretty Good Privacy PDF Portabel Document Format POCT Point of Care Testing RIM Reference Information Model S. Seite S/MIME Secure / Multipurpose Internet Mail Extensions SSL Secure Socket Layer Telematik Telekommunikation und Informatik TCP/IP Transmission Control Protocol/Internet Protocol UIM Unique Identification Marks URL Uniform Reference Locator uvm. und viele(s) mehr v.a. vor allem VANs Value Added Networks VCS VDAP Communication Standard VDAP Verband deutscher Arztinformationssystemhersteller Vol. Volume W3C World Wide Web Consortium XML Extensible Markup Language XPATH XML Path Language XSD XML-Schema-Definition XSL Extensible Stylesheet Language XSL:FO Extensible Stylesheet Language - Formatting Objects XSLT Extensible Stylesheet Language for Transformation z.B. zum Beispiel
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Kurzfassung
Das Gesundheitswesen befindet sich im Wandel. Einerseits wird versucht eine immer bessere Effizienz und Effektivität zu erreichen, andererseits werden Spar- und Reformpläne gegen die stetig steigenden Ausgaben geplant. So auch im Laborbereich, welchem eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen zukommt.
In dieser Bakkalaureatsarbeit wird erhoben, ob der Einsatz elektronischer Datenübertragung im Laborbereich einen verbesserten Prozessablauf zulässt und die beschriebenen Problemstellungen lösen kann. Bei diesen Problemen handelte es sich beispielsweise um Fehler wie Blutprobenverwechslungen, inkorrekte Probenbeschriftungen, Verwendung falscher Probenröhrchen, den steigenden Kostendruck, erhöhten Verwal-tungsaufwand usw.
Durch die Beschreibung eines Ist-Prozesses, welcher im Rahmen dieser Arbeit erhoben wurde, werden dem Leser viele dieser Probleme verdeutlicht. Im Anschluss werden die Grundlagen zum elektronischen Datenaustausch behandelt, wobei der Fokus auf die Extensible Markup Language (XML) gelegt wird. Die vorgestellten Möglichkeiten zur elektronischen Kommunikation fließen in einen Soll-Prozess, welcher dem Ist-Prozess gegenübergestellt wird. Dadurch wird ein Nettonutzen für das Labor sichtbar. Das Ergebnis dieser Bakkalaureatsarbeit zeigt schlussendlich, dass im Laborbereich der Einsatz elektronischer Datenübertragung mittels XML in Verbindung mit vorbarcodierten Probenröhrchen einen durchgängigen Workflow erlaubt und die zu Beginn beschriebenen Probleme minimiert. Dies wird besonders am Beispiel der korrekten Identifizierung und durchgängigen Verfolgbarkeit von vorbarcodierten Blutentnahmeröhrchen ersichtlich.
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Executive Summary
The healthcare sector is currently changing. Whilst on the one hand constant efforts are being made to improve efficiency and effectiveness, on the other hand cuts and plans for a reform are being made to counteract the constantly rising expenditure. This counts for the laboratory branch as well, which is beginning to play a central role in healthcare.
This bachelor thesis will examine whether the assignment of electronic data communication within the laboratory range permits an improved process cycle and thereby solve the described problems. Examples of these problems are mistakes like mixing up blood samples, incorrect labelling of samples, taking the wrong sample tubes, rising costs, increased administration expenditure and so on.
By describing an actual process, which was evaluated in the context of this work, many of these problems are clarified to the reader. Subsequently, the basics of electronic data interchange are dealt with, whereby the focus is on the Extensible Markup Language (XML). The described possibilities for electronic communication will be integrated into a target process, which is opposed to the actual process. The result of this shows a net benefit for the laboratory. This is made particularly clear with the example of correct identification and continuous traceability of pre-barcoded blood collection tubes.
The result of this bachelor thesis finally shows that within the laboratory field the adoption of electronic data communication by means of XML and use of a constant workflow in combination with pre-barcoded blood collection tubes minimizes the problems, which were described at the beginning. This is made especially clear with the example of the correct identification and continuous traceability of pre-barcoded blood collection tubes.
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1 EINLEITUNG
Das Gesundheitswesen ist ein sehr wichtiger Bestandteil in unserem Leben. Menschen in diesem Bereich treten jeden Tag an um ihren Mitmenschen zu helfen. Dies geschieht zum Einen durch die Förderung und Erhaltung der Gesundheit, zum Anderen durch die Be-handlung von Krankheiten und Verletzungen. Leider geschehen dort, wo Menschen arbeiten auch immer wieder Fehler. Auch im Gesundheitswesen kommt es passiert es, dass Patienten durch die vorgenommenen Behandlungen Schäden davon tragen. Während früher viele Fehler verschwiegen wurden, wird heutzutage versucht die Probleme anzusprechen. Dies wird durch Organisationen wie dem „Aktionsbündnis Patientensicherheit“ (APS) ermöglicht, indem für einen offeneren Umgang mit Irrtümern oder Beinahe-Irrtümern eingestanden wird. Es werden hierbei jedoch keine Schuldigen ausgeforscht, sondern vielmehr Strategien zur Vermeidung unerwünschter Ereignisse. Diese Bakkalaureatsarbeit behandelt ebenfalls Probleme im Laborbereich und setzt hierbei den Fokus auf die Evaluierung des möglichen Potential elektronischer Datenübertragung.
1.1 Problemstellung und Relevanz der Thematik
Das nachfolgende Kapitel 1.1 „Problemstellung und Relevanz der Thematik“ behandelt in den nachfolgenden Punkten die Problemstellung und Relevanz der Thematik dieser Arbeit. Durch Beispiele auftretender Fehler im Gesundheitswesen sowie einer Darstellung der momentanen Kostensituation wird versucht dies zu untermauern.
1.1.1 Medizinische Fehler
Einer aktuellen Studie zufolge sterben alleine in Deutschland bis zu 17.000 Menschen auf-grund medizinischer Fehler. 1 Diese lassen sich auf falsche Behandlungen und zu wenig sorgfältige Arbeit zurückführen. International liegt Deutschland damit im Durchschnitt. Laut einer Studie sterben in den USA jährlich sogar bis zu 98.000 Menschen aufgrund vermeidbarer Fehler. Dies würde bedeuten, dass dort mehr Menschen durch medizinische Fehler sterben, als durch Verkehrsunfälle. 2
Basierend auf einer Umfrage der europäischen Kommission werden medizinische Fehler von den Bürgern Eurpas als ein herausragendes Problem wahrgenommen. 3 Doch wo treten solche Probleme auf?
1 Vgl. URL: http://www.sueddeutsche.de/wissen/673/317547/text/ [Stand: 24.02.2009].
2 Vgl. URL: http://www.welt.de/wissenschaft/article829137/ [Stand: 26.03.2009].
3 Vgl. URL: http://ec.europa.eu/health/ph_information/documents/eb_64_de.pdf, S.26, [Stand: 26.03.2009].
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Im Laborbereich, auf den der Fokus dieser Arbeit gelegt wird, kommen beispielsweise weit häufiger Fehler in der präanalytischen Phase vor, als durch analytische Messfehler entstehen. 4
Die präanalytische Phase, welche ein Teil des diagnostischen Prozesses ist, beginnt mit der Umsetzung der Fragestellung zur Testauswahl und endet mit der Probenvorbereitung. Der diagnostische Prozess beinhaltet weiters die analytische Phase sowie die postanalytische Phase. Die analytische Phase endet mit der Freigabe der Messergebnisse einschließlich der analytischen Qualitätskontrolle und geht mit der medizinischen Befundung und Interpretation in die postanalytische Phase über. In diesem Bereich wird der validierte Befund an den Anforderer übertragen. Dieser setzt den Befund mit seiner Erfahrung in eine ärztliche Handlung um. 5
4 Vgl. URL: http://www.clinchem.org/cgi/content/abstract/48/5/691 [Stand: 07.04.2009].
5 Vgl. Kachler, 2006, S. 668.
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Abbildung 1: Phasen im Prozess der Labordiagnostik 6
Laut einer Studie konnte aufgezeigt werden, dass beinahe 70% der nicht plausiblen Laborbefunde einer fehlerhaften Präanalytik nachzuweisen waren. 7 Fehler- und kostenintensiv sind hier vor allem jene Schritte, wo Daten manuell eingegeben werden. Dies beginnt bereits sehr früh beim niedergelassenen Arzt. Weiter sind jene Schnittstellenprozesse, welche in Abbildung 1 „Phasen im Prozess der Labordiagnostik“ ersichtlich sind stark fehlerbehaftet. Angefangen mit dem Datenaustausch zwischen Arztpraxis und Kliniklabor, über die Probenannahme und Patientenerfassung im Labor, bis zur Befundübertragung.
6 Vgl. Abbildung aus: Guder/Nolte, 2005, S. 1.
7 Vgl. URL: http://www.clinchem.org/cgi/reprint/43/8/1348, S.2, [Stand: 26.03.2009].
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Einige dieser Fehler sind 8 : Falsche Patientenidentifikation Ungenaue oder unpassende Zeit der Blutabnahme Keine Abstimmung mit der Medikation Zu wenig Übung bei der Blutabnahme Verwendung des falschen Blutentnahmeröhrchens Falsche Reihenfolge bei der Verwendung der Röhrchen Unterfüllung der Röhrchen Prozessverzögerungen und zu lange Liegezeiten Keine Probenidentifikation möglich
Elektronische Durchgängigkeit wird hierbei kaum praktiziert. Während die persönlichen Daten des Patienten wie der Name, Sozialversicherungsnummer, Geburtsdatum, Versicherungsdienstleister, Geschlecht usw. noch elektronisch über die E-Card vom E-Card-Server abgerufen werden, schickt der niedergelassene Arzt die für den Patienten erforderlichen Parameter meist noch auf einem Papierformular an das Labor. 9
Für die im Labor stattfindenden Analysen müssen die Proben des Patienten, meist in Form von befüllten Blutentnahmeröhrchen mitgeschickt werden. Die folgenden Informationen sollten laut den internationalen Anforderungen auf dem jeweiligen Röhrchenetikett hinterlegt werden:
Tabelle 1: Informationen auf Blutproben laut CLSI-Richtlinien 10
Dies geschieht meist durch eine manuelle Beschriftung auf sehr kleinen Etiketten, wodurch es zu Leseschwierigkeiten und auch Verwechslungen kommen kann. Um die Schwierigkeiten einzuschränken, können die Patientendaten auf dem Anforderungsdokument erfasst und mittels Barcode-Etiketten den Proben zugeordnet werden.
8 Vgl. Ernst, 2005, S. 62.
9 Vgl. URL: http://wwwnew.aekwien.at/media/eCard-HaeufigeFragen_aekvb.pdf [Stand: 08.04.2009].
10 Vgl. CLSI Committee Membership: H3-A6, Vol. 27, No. 26, S. 18f.
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Diese Art der Zuweisung wird durch ein spezielles Anforderungsdokument für das Blutprobenröhrchen ermöglicht, auf welchem sich Barcodeetiketten mit derselben Referenznummer befinden.
Nachdem die Daten des Patienten, sowie die notwendigen Parameter auf dem Anforderungsdokument schriftlich hinterlegt worden sind, muss das blutabnehmende Personal die angebrachten Barcodeetiketten abziehen und auf dem Blutentnahmeröhrchen korrekt aufbringen. Die Digitalisierung der Daten und elektronische Zuordnung der barcodierten Röhrchen zu den benötigten Parametern erfolgt wiederum im Labor bei der Probenannahme.
In einem interdisziplinären Forschungsprojekt im Bereich des Gesundheitswesens konnten aber selbst bei solchen Vorgängen wiederum folgende Fehler beobachtet werden 11 : Falsche Zuordnung der Probe zu den Laboranforderungen Nicht etikettierte Proben Falsch etikettierte Proben
Der Verwaltungsaufwand und das durch diesen Prozess entstehende Fehlerpotential ist enorm, zumal handschriftliche Aufzeichnungen häufig unleserlich sind und keine computerunterstützte Überwachung vorhanden ist, um Fehler bei den Anforderungen an das Labor zu vermeiden. Der anwachsende Verwaltungsaufwand, welcher durch die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation verstärkt wird, wirkt sich wiederum in den Kosten aus.
11 Vgl. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17076528 [Stand: 09.04.2009].
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1.1.2 Kosten
Weltweit steigen die Kosten im Gesundheitswesen sukzessive an. Pro österreichischem Einwohner sind beispielsweise die Kosten von 2.020 Euro im Jahr 1992 auf 2.740 Euro im Jahr 2001 angestiegen. 12 Die letzten Zahlen von Statistik Austria sagen aus, dass 27.453 Millionen Euro insgesamt an Gesundheitsausgaben für das Jahr 2007 ausgegeben worden sind. Dies sind umgerechnet 10,1% des österreichischen Bruttoinlandsprodukts. 13 In Dänemark, kommen hingegen die Kosten des Gesundheitswesens unter anderem durch gekonnten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien, also mittels Anwendung von E-Health, auf 9% des Bruttoinlandsprodukts. 14 Auf Österreich umgerechnet würde dieser Prozentsatz eine Einsparung von immerhin fast 3 Milliarden Euro im Jahr bedeuten.
In Deutschland wird durch eine Honorarreform, welche mit 01. Jänner 2009 in Kraft getreten ist, versucht Kosten einzusparen und dabei den maroden Krankenkasse zu helfen. 15 Durch diese Einsparungen erhalten die Ärzte weniger Geld für Untersuchungen, müssen jedoch mehr Zeit für verwaltungstechnische Aufgaben, wie der direkten Abrechnung mit der Krankenkasse aufwenden. 16
Um den ständig steigenden Kostendruck, höherem Verwaltungsaufwand, steigenden Probenaufkommen, hohen Sicherheitsanforderungen uvm. gewachsen zu sein, ist eine Automatisierung sinnvoll. Diese Automatisierung ermöglicht einen erhöhten Probendurchsatz bei verringerter Personalbindung und verkürzt mittlere Bearbeitungszeit. Neben der Kosten- und Zeitersparnis kann durch Standardisierung das Laborpersonal von wiederkehrenden Routinetätigkeiten entlastet werden. 17
12 Vgl. Jehle, 2005, S. 83.
13 Vgl. URL: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/gesundheit/gesundheitsausgaben/019701.html [Stand: 29.02.2009].
14 Vgl. URL:
http://www.argomed.ch/webmaster/displayimage.asp?file=pictures%2F354%2F210569%2FArtikel_SAEZ_Nr. _3_07.pdf [Stand: 30.03.2009].
15 Vgl. URL: http://www.karriere-medizin.com/index.php?id=1262 [Stand: 01.04.2009].
16 Vgl. URL:
http://www.kvsh.de/db2b/upload/downloads/Argumentationspapier%20Honorarreform%2027.04.2009.pdf [Stand: 08.06.2009].
17 Vgl. URL: http://www.laborpraxis.vogel.de/index.cfm?pid=4706&pk=172392&print=true&printtype=article [Stand: 01.04.2009].
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In der Schweiz wird seit kurzem periodisch überprüft, ob die Ärzte ihre Labors wirksam, zweckmäßig und wirtschaftlich führen. Weiters wurden die Tarife für die Analysen abgeändert, wobei diese noch immer markant höher sind als in Deutschland oder Österreich. 18 Die Analyse eines Kreatininwertes beispielsweise bringt in der Schweiz etwa 8 Franken (etwa 5,26 Euro), in Österreich 3,50 Euro, in Frankreich 3 Euro und in Deutschland nur noch 25 Cent. 19
Der Einsatz von modernen Medien und Technologien wird somit auch im Bereich des Ge-sundheitswesen immer mehr zu einem gewichtigen Faktor um Kosten zu senken, wirtschaftlich arbeiten zu können und schlussendlich auch Arbeitsplätze zu sichern. Die Patienten und deren Sicherheit dürfen dabei nicht vernachlässigt werden. Hier wird vor allem auf das Rationalisierungspotential im Bereich der Datenerfassungs-und Kommunikationsleistungen gesetzt, zumal dies zwischen 20 und 40% der Leistungen im Gesundheitswesen ausmacht. 20
18 Vgl. URL: http://www.tagesanzeiger.ch/meinungen/dossier/kolumnen--kommentare/Es-geht-nicht-um-Labortarife/story/15959234 [Stand: 03.04.2009].
19 Vgl. URL: http://www.ftd.de/unternehmen/gesundheitswirtschaft/:Gesundheitswirtschaft-Lockruf-der-Labormedizin/422934.html [Stand: 03.04.2009].
20 Vgl. URL: http://www.bmbf.de/pub/aktionsprogramm_informationsgesellschaft_2006.pdf [Stand: 03.04.2009].
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1.2 Lösungsansatz: Elektronische Datenübertragung mittels
standardisierter Datenformate
“Improved communication between the end-user clinicans and the laboratory pathologists is one of the most important means of reducing what has been called laboratory errors.” 21
Die Labormedizin ist ein hochtechnisierter Bereich, indem die Nutzung moderner Kommunikationstechnik für interne und externe Abläufe sehr wichtig ist. Aus der Sicht der Wertschöpfungskette ist das Labor hierbei eindeutig ein Leistungserbringer, welcher mit Ärzten, Spitälern, Apotheken, Produzenten und Versicherern vernetzt ist und kommuniziert.
Abbildung 2: Wertschöpfungskette des Gesundheitswesens 22
Wie in der Abbildung 2 ersichtlich wird, findet ein durchgängiger Informationsfluss, angefangen vom Produzenten, über die Leistungserbringer im Gesundheitswesen bis zum Versicherungsträger statt. Die zunehmende elektronische Datenverarbeitung hilft dabei den administrativen Aufwand zu senken und medizinisches Personal zu entlasten. Voraussetzungen dafür sind jedoch einheitliche und genormte Formate. 23 Diese sind notwendig um medizinische Informationen rascher übermitteln zu können und weniger Bearbeitungsaufwand beim Austausch von Patienteninformationen zwischen den
21 Peters, 2007, S. 145.
22 Vgl. Abbildung aus: URL: http://www.im.iwi.unibe.ch/publikationen/pdfs/Interm_eHealth_Arb_Ber.pdf [Stand: 04.04.2009].
23 Vgl. URL: http://www.on-norm.at/publish/1171.html [Stand: 05.04.2009].
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Christoph Rampetsreiter, 2009, Potential der elektronischen Datenübertragung mittels XML im B2B Laborbereich, München, GRIN Verlag GmbH
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