II
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Definition und Abgrenzung der Begrifflichkeiten 1
3. Die Entwicklung von Emotionen 3
4. Emotion und Kognition 7
5. Bewusste vs. unbewusste Verarbeitung emotionaler Information 8
6. Schlussbetrachtung 10
Literaturverzeichnis 12
Internetverzeichnis 13
1
1. Einleitung
Die Auseinandersetzung mit dem Bewusstsein, den Emotionen und der Seele bewegte von jeher das Interesse des Menschen. Täglich kommen wir mehrfach in den Genuss bzw. wir ertragen das Leid mit welchem unsere Gefühle einhergehen. Oftmals erscheint es uns, als wären wir der Willkür unserer Stimmungsschwankungen hilflos ausgeliefert. Doch was steckt hinter dieser Achterbahnfahrt zwischen Freude, Hass, Liebe, Zorn und Angst? Im Rahmen dieser Hausarbeit wird das Verhältnis von Emotionen und Kognition unter psychologischen Gesichtspunkten eingehender beleuchtet. Die Grundlage bildet in erster Linie „Das Netz der Gefühle“ von Joseph LeDoux. Der Autor ist 1949 geboren und derzeit als Professor am Center for Neural Science an der New York University tätig. Der Aufbau der Arbeit vollzieht sich in fünf Schritten. Im ersten Kapitel werden die für die Ausarbeitung relevanten Begriffe definiert und voneinander abgegrenzt. Dies ist notwendig um eine einheitliche und verständliche Grundlage zu schaffen, weil die Thematik stark von subjektiven Meinungen, Einstellungen und alltagspsychologischem Wissen geprägt ist. Im anschließenden Abschnitt wird darauf eingegangen, wie sich Emotionen beim Menschen entwickeln. Dies bildet die Grundlage um im 4. Kapitel Emotion und Kognition gegenüberzustellen und die Frage zu klären, in welchem Verhältnis diese zueinander stehen. Im Anschluss wird auf die Möglichkeiten der Verarbeitung emotionaler Informationen eingegangen. In diesem Rahmen werden v.a. die von Joseph LeDoux aufgestellten Thesen erläutert. Schließlich folgt im letzten Abschnitt ein Resümee zum Buch „Das Netz der Gefühle“ und mein subjektiver Ausblick zu dieser Thematik.
2. Definition und Abgrenzung der Begrifflichkeiten
Wie bereits in der Einleitung angedeutet, ist die exakte Definition der im folgenden verwendeten Begriffe von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Arbeit. Der Grund für diese besondere Notwendigkeit ist darin zu sehen, dass wir uns seit Menschengedenken mit unserem Bewusstsein auseinandersetzen. Es existiert also eine Vielzahl von Begrifflichkeiten im Alltagsjargon sowie differenzierte Verwendungen in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema. Zusätzlich muss Berücksichtigung finden, dass die evolutionsgeschichtliche Entwicklung des Menschen ebenfalls ihre Spuren in der Betrachtung der Prozesse der Informationsverarbeitung hinterlassen hat.
2
Was ist überhaupt Informationsverarbeitung und wie funktioniert diese? Im Sinne einer psychologischen Definition handelt es sich dabei um die „Bezeichnung für angenommene oder erschlossene Prozesse, die den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken und Handeln bei der Bewältigung von Erkenntnisdefiziten oder bei der Lösung von Problemen gewährleisten“ 1 . Die Prozesse der automatischen (unbewussten) Verarbeitung erfordern keine Aufmerksamkeit und sie sind nicht kapazitätslimitiert. Dies bedeutet, dass im Rahmen der Automatizität nicht, die zur Erledigung anderer Aufgaben verfügbare Kapazität reduziert werden muss. Ein Nachteil für die alltägliche Auseinandersetzung besteht jedoch darin, dass das automatic processing in sich verändernden Situationen nur schwer modifizierbar ist. 2 Den Gegenpol zur vorgenannten Variante bildet die kontrollierte (bewusste) Verarbeitung (controlled processing). Diese ist von limitierter Kapazität, erfordert unsere Aufmerksamkeit und kann bei sich wandelnden Rahmenbedingungen angepasst werden. 3 Auf die Verarbeitung emotionaler Informationen wird im fünften Kapitel noch detaillierter eingegangen.
Damit wir uns weiter der Aufgabenstellung nähern, möchte ich nun darauf eingehen, was mit dem Begriff der neuro-kognitiven Funktionen gemeint ist. Unter kognitiver Neurowissenschaft werden „Ansätze zusammengefasst, die sich auf Wahrnehmungs-, Denk-, Gedächtnis- und Sprachfunktionen sowie ihre Nachbildung durch Computerprogramme beziehen“ 4 . Das Bewusstsein beschreibt das „individuelle Erleben mentaler Repräsentationen. Seine Erklärung ist problematisch, da es sich um ein nur subjektiv erfahrbares Phänomen handelt.“ 5 Der Begriff Emotion stammt aus dem lateinisch ab und bedeutet aufwühlen bzw. heraustreiben. Es ist die „Bezeichnung für psychophysiologische Zustandsveränderungen, ausgelöst durch äußere Reize (Sinnenempfindungen), innere Reize (Körperempfindungen) und / oder kognitive Prozesse (Bewertungen, Vorstellungen, Erwartungen) im Situationsbezug“ 6 . „Gewöhnlich werden Emotionen als Gefühle erlebt und manchmal sind wir auch Willens oder in der Lage diese Gefühlserlebnisse anderen
1 Fröhlich, W. D. (2002), S. 239 f.
2 Vgl. Müller, H. J. und Krummenacher, J. (2002), S. 159.
3 Vgl. Müller, H. J. und Krummenacher, J. (2002), S. 166 und Zimbardo, P. G. (1995), S. 230.
4 Fröhlich, W. D. (2002), S. 314.
5 Müller, H. J. und Krummenacher, J. (2002), S. 216.
6 Fröhlich, W. D. (2002), S. 148.
3
mitzuteilen.“ 7 Die Kognitionswissenschaft selbst ist eine sehr junge Wissenschaft, die erst Mitte diesen Jahrhunderts entstanden ist. 8
3. Die Entwicklung von Emotionen
Bei der Erklärung der Entstehung bzw. Entwicklung von Emotionen lassen sich im Wesentlichen zwei Ansätze unterscheiden:
Die einen nehmen an, dass sich die einzelnen Emotionen aus einem undifferenzierten, unspezifischen Erregungszustand des Säuglings allmählich entwickeln, die anderen nehmen an, dass die grundlegenden Emotionen als angeborene neurale Mechanismen von Geburt an als qualitativ unterschiedliche Erlebnisweisen vorhanden sind.
Nach der zweiten Auffassung ist das Gefühlsleben in erster Linie durch die angeborenen neuralen Mechanismen determiniert, und das bewusste subjektive Erleben von Gefühlen kommt erst dadurch zustande, dass Veränderungen in der Gesichtsmuskulatur vom Gehirn zurückgemeldet werden. Lernen und Erfahrung seien erst in zweiter Linie wichtig für die Ontogenese der grundlegenden Emotionen. 9 Nach Ansicht der Psychologin Sylvan Tomkins existieren acht unterschiedliche Gefühle, die auf der ganzen Welt, in jeder Kultur vorkommen: Überraschung, Interesse, Freude, Wut, Furcht, Ekel, Scham und Angst. 10 Grundsätzlich lässt sich nicht eindeutig klären, welche Gefühle angeboren und welche erworben oder später erlernt sind, aber es gibt grundlegende Gefühle, die in jeder Kultur und zu allen Zeiten existieren, an bestimmte neurale Prozesse gebunden sind, zum gleichen Zeitpunkt auftreten und die gleichen biologischen Rückmeldungsmuster verwenden. Bei der Untersuchung von fundamentalen Emotionen geht man davon aus, dass es zwischen einem bestimmten Gefühl und dem dazugehörigen Gesichtsausdruck eine enge Beziehung geben muss. So sei z. B. Zorn immer und überall gekoppelt mit einem Senken und Zusammenziehen der Augenbrauen, schlitzförmigen Augen und einem zusammengepressten Mund. Die Untersuchung in unterschiedlichen Kulturen erbrachte ähnliche Ergebnisse.
7 Hamm A. O. (2003), S. 559.
8 Vgl. LeDoux, J. (1996, 1998), S. 28.
9 Vgl. Internetquelle 1.
10 Vgl. LeDoux, J. (1996, 1998), S. 121.
Quote paper:
Antje Reichert, 2005, Emotionen als Bestandteil der Informationsverarbeitung: Wechselwirkungen mit neuro-kognitiven Funktionen, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Eliminativer Materialismus in der Bewusstseinsphilosophie
Philosophy - Philosophy of the Present
Termpaper, 16 Pages
Über die Intentionalität der Wahrnehmung in John R. Searles „Intention...
Philosophy - Philosophy of the Present
Scholary Paper (Seminar), 20 Pages
Kann man Bewusstsein neurobiologisch erfassen und erklären?
Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Diploma Thesis, 99 Pages
Ameisen - unflexible Roboter oder soziale Genies?
Research Paper (Pre-University), 21 Pages
Wissenschaftliche Psychologie und Popularpsychologie
Ein Vergleich
Psychology - Ancillary Science
Termpaper, 9 Pages
Wissen kann man nicht wissen, man kann nur daran glauben!
Ein philosophisches Kompendium...
Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 27 Pages
Herrschaft des Begriffs und das Nichtidentische bei Adorno
Philosophy - Philosophy of the Present
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Wie entwickelt sich die Wahrnehmung des Menschen in den ersten drei Le...
Psychology - Developmental Psychology
Scholarly Research Paper, 24 Pages
Von der Gestaltqualität zur Gestalt
Gegenthesen Wertheimers zum Eh...
Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 14 Pages
Wilfrid Sellars Kritik am Mythos des Gegebenen
Philosophy - Philosophy of the Present
Intermediate Examination Paper, 25 Pages
Der Begriff Selbstbewusstsein bei F. W. J. Schelling und Michael Paue...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 25 Pages
Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Termpaper, 17 Pages
Actio et Reactio - Interdependenz, -effikation und -penetration bei PR...
Intersystembeziehungen von Pub...
Communications - Journalism, Journalism Professions
Termpaper, 23 Pages
Antje Reichert's text Emotionen als Bestandteil der Informationsverarbeitung: Wechselwirkungen mit neuro-kognitiven Funktionen is now available as a printed book
Antje Reichert has published the text Emotionen als Bestandteil der Informationsverarbeitung: Wechselwirkungen mit neuro-kognitiven Funktionen
Antje Reichert has uploaded a new text
Information - Wahrnehmung - Emotion
Politische Psychologie in der ...
Thorsten Faas, Kai Arzheimer, Sigrid Roßteutscher
Emotions- und identitätsregulierende Funktionen des Substanzkonsums
Substanzfunktionsüberzeugungen...
Uwe C. Fischer
0 comments