Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis 3
Abk ürzungsverzeichnis 4
1. Einleitung. 5
2. Die Wirtschaftstheorien. 5
2.1 Die Klassisch-Neoklassische Theorie. 5
2.2 Die Keynesianische Theorie 6
2.3 Wirtschaftspolitische Implikationen der Theorien. 8
3. Brünings Finanzpolitik 9
3.1 Brünings Ziele. 11
3.2 Maßnahmen 12
3.3 Ergebnisse der brüningschen Politik 18
4. Die Borchardt-Kontroverse 19
5. Fazit. 22
6. Literaturverzeichnis 23
2
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Die deutsche Wirtschaft 1925 bis 1931 11
3
Abkürzungsverzeichnis
ebd. ebenda f. folgende ff. fortfolgende Mill. Milliarden Mio. Millionen NIP Nettoinlandsprodukt RM Reichsmark u.a. unter anderem vgl. vergleiche z. B. zum Beispiel
4
1. Einleitung
„Die Regierungszeit des Reichskanzlers Heinrich Brüning […] gehört zu den umstrittensten Abschnitten der neueren deutschen Geschichte“ 1 . Heinrich Brüning ist sowohl für die Wirtschaftsgeschichte der Weimarer Republik als auch für die immer wiederkehrende Diskussion über die Voraussetzungen der Machtergreifung durch Hitler eine entscheidende Figur geworden. Nur mit der ersteren Rolle beschäftigt sich die vorliegende Arbeit. Brüning ist zu einem Zeitpunkt Reichskanzler geworden, der nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in wirtschaftstheoretischer Hinsicht bedeutend ist. Das deutsche Reich wurde während Brünings Regierung in die Weltwirtschaftskrise hineingezogen. In der Folge geriet auch die Wirtschaftstheorie in eine Kontroverse. Da die herrschende Theorie scheinbar die Krise nicht erklären und keine Empfehlung zu ihrer Überwindung geben konnte, kam zeitgleich eine neue Wirtschaftstheorie, der Keynesianismus, auf.
Es werden im Folgenden daher die klassisch-neoklassische Theorie und der Keyesianismus sowie ihre politischen Empfehlungen vorgestellt. Brünings Finanzpolitik wird erläutert und die bis heute geführte Diskussion über sein Wirken unter dem Stichwort der Borchardt-Kontroverse dargestellt.
2. Die Wirtschaftstheorien
2.1 Die Klassisch-Neoklassische Theorie
Die Grundlage der klassisch-neoklassischen Theorie bildet die von Adam Smith begründete klassische Nationalökonomie. Nach Smith führt der Preismechanismus („die unsichtbare Hand“) zur Koordination der Wirtschaftspläne aller Individuen auf allen Märkten, indem Angebot und Nachfrage durch den Preis langfristig ausgeglichen werden. Das so erreichte Gleichgewicht und damit die individuelle wirtschaftliche Freiheit wird als gesellschaftlich optimaler Zustand angesehen. Auf dem Arbeitsmarkt beispielsweise wird demnach umso mehr Arbeit von den Arbeitnehmern angeboten, desto höher der Reallohn ist. Umgekehrt fragen die Unternehmen umso weniger Arbeit nach, desto höher der Reallohn ist. Es gibt ein Lohnniveau bei dem die Pläne der Arbeitnehmer und Unternehmen sich ausgleichen, der Gleichgewichtslohn. Die Theorie nennt den eintretenden Zustand Vollbeschäftigung. Alle Arbeitnehmer, die in diesem Zustand keine Arbeit haben, sind
1 Büttner, U., Politische Alternativen, 1989, S. 209
5
freiwillig arbeitslos, da sie zum gebotenen Reallohn nicht bereit sind zu arbeiten. Es gibt keine unfreiwillige Arbeitslosigkeit.
Eine weitere wichtige Annahme ist die Dichotomie. Geld ist ein Schleier über der Realwirtschaft, denn „Geld und Reichtum sind etwas völlig verschiedenes“ 2 . Nicht mit Geld werden Güter in der Realität gekauft und die Pläne der Haushalte und Unternehmen sind unabhängig von nominalen Preisen und der Geldmenge. Wird die Geldmenge erhöht, kommt es zu Preisänderungen, aber es gibt keine reale Auswirkung auf den Wohlstand.
Das Saysche Theorem gilt als einer der zentralen Lehrsätze der Klassik-Neoklassik und lautet in Kurzform: „Jedes Angebot schafft sich selbst seine Nachfrage“ 3 . Da jedes bei der Güterproduktion erzielte Einkommen auch wieder zum Kauf neuer Güter verwendet oder aber gespart wird und damit zu Investitionen führt, kann es gesamtwirtschaftlich zu keinem Angebotsüberschuss kommen. Das Erklärungspotenzial der Neoklassik für Wirtschaftskrisen scheint zunächst offenbar begrenzt. Doch man muss beachten, dass die Analyse der Neoklassiker sich auf lange Zeiträume bezieht. Sie leugnet nicht das Auftreten kurzfristiger Ungleichgewichte, geht aber davon aus, dass diese von vorübergehender Natur sind und dass es in der langen Frist eine starke Tendenz zum Gleichgewicht gibt. Ungleichgewichte, die langfristig vorherrschen, können laut der Theorie nur durch exogene Einflüsse hervorgerufen werden. Im Beispiel des Arbeitsmarktes wären das institutioneller Hemmnisse wie Absprachen und Kartelle (Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften) 4 oder auch Monopole und staatliche Eingriffe. „Es ist deshalb falsch
zu meinen, dass sie [die neoklassischen Ökonomen] dem Problem der Arbeitslosigkeit unvorbereitet und hilflos gegenüber standen. Vielmehr führten sie jenes auf überhöhte Löhne zurück“ 5 .
2.2 Die keynesianische Theorie
In der Weltwirtschaftskrise wurde mehr und mehr das mangelnde Erklärungspotential der klassisch-neoklassischen Theorie kritisiert. Der prominenteste Kritiker war John Maynard Keynes, dessen mit Spannung erwartetes und 1936 veröffentlichtes Buch
2 Felderer, B., Homburg, S., Makroökonomik, 2005, S.53
3 ebd. S.84
4 ebd. S.71
5 ebd. S.95
6
Arbeit zitieren:
2008, Die Finanzpolitik Brünings, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Wirtschafts- und Finanzpolitik Brünings
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