Inhaltsübersicht:
Einleitung S. 03
I. Entwicklungslinien der Zeit und ihrer Bestandteile 03
1. Merkmale der Zeitordnung 05
2. Merkmale des Zeitverständnisses 07
II. Die flexibilisierte Arbeitszeit. 11
1. Theoretische Überlegungen zur Arbeitszeitflexibilisierung 11
2. Gängige Arbeitszeitmodelle 16
2.1 Schichtarbeitsmodelle 16
2.2 KAPOVAZ-Arbeitszeitmodell 18
2.3 Amorphe Arbeitszeitmodelle 19
2.4 Die Gleitzeitarbeit. 20
2.5 Teilzeitarbeit 23
Fazit S. 24
Literaturverzeichnis S. 26
2
Arbeitszeitentwicklung und -flexibilisierung
Entwicklung und Gestaltung von Arbeitszeit
Einleitung
Die folgende Kurzausarbeitung soll sich mit dem Thema Arbeitszeit und Flexibilisierung beschäftigen. Im Blickfeld soll zum einen die Entwicklung des Zeitverständnisses von der Lebenszeit zum dichotomisierten Verständnis von Arbeitszeit und Freizeit hin zur Normalarbeitszeit skizziert werden.
In einem weiteren Schritt sollen dann die neuen Zeitentwicklungslinien der flexibilisierten Arbeitszeitmodelle betrachtet und auf ihre Vor- und Nachteile hin untersucht werden. Leitfragen sind demnach:
• Wie entwickelt sich das Zeitverständnis von der archaischen Gesellschaft hin zur Industriegesellschaft?
Vor- und/oder Nachteile?
I. Entwicklungslinien der Zeit und ihrer Bestandteile
Versucht man in einer Art Selbstevaluation vom jeweils eigenen Standpunkt aus an sich selbst zu erforschen, welches Verständnis von Zeit einem selbst inne wohnt, so wird dieses Vorhaben bei selbstkritischer Evaluation mitunter ein schwieriges Unterfangen sein. Kommt man hingegen nach eigener Einschätzung schnell zu einem Ergebnis, so sollte man aufpassen, ob man nicht bestimmten Fehlannahmen aufliegt, wie z.B. der, das dass heutige Zeitverständnis ein endgültiges, mitunter auch ein konstantes Zeit-
3
verständnis ist bzw. war. Da man selbst historisch und sozial Teil des vorherrschenden Zeitsystems ist, muß man versuchen, sich durch bestimmte Denkprozesse aus diesem System zu lösen. Ansätze sich aus bestehenden Systemen zu lösen oder zumindest sich dieser Strukturen bewusst zu werden, sind z.B. die historische oder kulturelle Betrachtung des jeweiligen Sachverhalts. Betrachtet man die Zeit historisch, so wird deutlich, dass die Zeit bzw. das Zeitverständnis der Gesellschaft eben nicht konstant ist, sondern ständigen Veränderungen unterliegt.
Die Zeit weist jedoch eine Eigenschaft auf, die ihr in ihrer gesamten Entwicklung inne wohnt. Die Zeit ist ein Orientierungsmittel, „das den Menschen zur Regulierung ihres Verhaltens im Hinblick auf andere Menschen […] sowie zur Orientierung im Nacheinander von Abläufen
dient “ 1 .
„Die Zeit ist demnach ein von Menschen gestaltetes Orientierungssystem, das die zeitliche Organisation einer Gesellschaft leistet und als Zeitordnung und als Zeitverständnis real und erfahrbar wird.“ 2 Der Wandel in den beiden Ausprägungen Zeitverständnis und Zeitordnung wird deshalb nötig, weil die Aktivitäten der Menschen im geschichtlichen Verlauf zunehmend Genauigkeit, Standardisierung und Synchronisation erfordern. 3
Im folgenden wollen wir uns kurz die Ausprägungen Zeitordnung und Zeitverständnis in ihren sie charakterisierenden Merkmalen betrachten und damit verbunden die Entwicklung der Zeit von der archaischen Gesellschaft über den Industriekapitalismus hin zur Normalarbeitszeit skizzieren.
1 Elias, Über die Zeit, S. VIII; zitiert aus: Maurer, Alles eine Frage der Zeit?, S. 49
2 Maurer, Alles eine Frage der Zeit?, S. 53
3 Vgl. hierzu: E.P.Thompson, Zeit Arbeitsdisziplin und Industriekapitalismus, S. 88 sowie Maurer, Alles eine Frage der Zeit?, S. 49
4
1. Merkmale der Zeitordnung
Wie oben erwähnt erfüllt die Zeit die Funktion als von Menschen geschaffenem Orientierungssystem. Der Begriff der Orientierung ist eng mit dem der Ordnung verknüpft. „Ordnung bezeichnet allgemein einen stabilen, dauerhaften, ganzheitlichen Zusammenhang von Teilen und Elementen aufgrund
bestimmter Gesetzmäßigkeiten und Prinzipien.“ 4 Es sind also bestimmte Gesetzmäßigkeiten bzw. Regeln, nach denen Prozesse und / oder Verhaltensweisen ablaufen, die man als Ordnungen bezeichnen kann. Von einer „sozialen Ordnung“ wird dann gesprochen, wenn zu dem Element der Regelmäßigkeit des Prozesses bzw. der Verhaltensweise die Kontrolle der Einhaltung
eben dieser Regelmäßigkeit durch die Gesellschaft hinzutritt. 5 Aber wieso sollte sich ein Individuum, gar eine Gesellschaft einer bestimmten Ordnung unterwerfen, sie als allgemeinverbindlich ansehen. Dafür müsste es bestimmte Begründungsmomente geben.
Es lassen sich drei Ebenen der Legitimation/Begründung von
Zeitordnungen unterscheiden: 6
1. Formale Legitimation: Eine formale Legitimation erfährt die Zeitordnung aufgrund von Überlieferung/Tradition, Glauben oder Satzung/Vereinbarung. Der Wirkungsbereich der formalen Legitimation der Zeitordnung erstreckt sich auf den Grad der Verbindlichkeit der Zeitordnung, auf ihren Anwendungsbereich sowie auf die Herrschaftsverhältnisse, die die Zeitordnung generieren, begründen und stabilisieren.
4 Hartfiel, Wörterbuch der Soziologie, Begriff: Ordnung
5 Vgl. Maurer, Alles eine Frage der Zeit?, S. 55
6 Anhand Maurer, Alles eine Frage der Zeit?, S. 59 ff.
5
2. Inhaltliche Ausrichtung: Die Zeitordnung erfährt auf dieser Ebene ihre Legitimation durch das Zusammenspiel / die Passung mit anderen sozialen Ordnungssystemen.
3. Ideologische Fundierung: Die Zeitordnung wird als naturgegeben und damit als objektiv notwendig betrachtet.
Arbeit zitieren:
Diplom-Sozialwissenschaftler Carsten-Dennis Lange, 2007, Arbeitszeitentwicklung und Flexibilisierung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Platons Phaidon - Der erste Unsterblichkeitsbeweis
Philosophie - Philosophie der Antike
Seminararbeit, 20 Seiten
Der DGB: Veränderungen in der Programmatik und im Selbstverständnis vo...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Ausdruck religiöser Zerwürfnis...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 16 Seiten
Das Junkertum im ostelbischen Preußen
Die Junker und die Preußischen...
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Referat (Ausarbeitung), 10 Seiten
Entstehung und Entwicklung bis...
Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Folter damals und heute - Eine vergleichende Darstellung
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
Seminararbeit, 34 Seiten
Arbeit und Freizeit - unvereinbare Gegensätze?
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Carsten-Dennis Lange's Text Arbeitszeitentwicklung und Flexibilisierung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Carsten-Dennis Lange hat den Text Arbeitszeitentwicklung und Flexibilisierung veröffentlicht
Carsten-Dennis Lange hat einen neuen Text hochgeladen
Helmut Schmid: Gestaltung ist Haltung / Design Is Attitude
Gestaltung Ist Haltung / Desig...
Victor Malsy, Philipp Teufel, Fjodor Gejko
Mit mehr Ebenen zu mehr Gestaltung?
Multi-Level-Governance in der ...
Achim Brunnengräber, Hans-Jürgen Burchardt, Christoph Görg
Inhouse Partner - Strategische Flexibilisierung im Personalbereich
Strategische Flexibilisierung ...
Joachim Gutmann, Sven Kilian
Die Entwicklung der Intelligenz seit der Geburt
Développer l'intelligence dès ...
Georges LEPETIT, Dr Patrick LEPETIT
0 Kommentare